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Stillpositionen: So kannst du dein Baby richtig anlegen

Es gibt so viele verschiedene Haltungen – wie soll man da den Überblick behalten? Wir haben dir die sieben bewährtesten Stillpositionen unter Müttern herausgesucht. Im Video zeigen wir dir außerdem Anleitungen für drei beliebte Haltungen zum Stillen: Football-Position, Wiegenhaltung und Stillen im Liegen.

Darum ist die richtige Stillposition so wichtig fürs Stillen
Darum ist die richtige Stillposition so wichtig fürs Stillen
© Bigstock/ PramoteBigstock

Die richtigen Stillpositionen

Die richtige Stillhaltung kann dir (und deinem Baby) das Stillen um einiges erleichtern. Angenehme Stillpositionen und ein korrektes Anlegen erlauben es deinem Baby, deine Muttermilch effektiver zu trinken.

Und auch für dich bringen angenehme Stillhaltungen Vorteile mit sich. In der richtigen Stillposition bist du entspannter und dir fällt es leichter, dein Baby richtig anzulegen. Laut der La Leche Liga e.V. können richtige Stillpositionen und eine korrekte Anlegetechnik wunden und schmerzenden Brustwarzen vorbeugen.

So findest du dir richtige Stillhaltung

Die richtige Stillposition für dich und dein Kind wirst du vor allem durch Ausprobieren herausfinden. Versuche doch mal eine der Haltungen, die in diesem Artikel vorgestellt werden und schau, ob eine der Positionen bequem für euch beide ist. Wie bei so vielen anderen Dingen gilt auch hier: Vertraue auf deine Intuition!

Video-Empfehlung

#1 Stillen im Sitzen in der Wiegenhaltung

Stillpositionen - Wiege

© Bigstock/ Vasileva

So funktioniert diese Stillposition:

Die Wiegenhaltung ist eine der klassischen Stillpositionen – so stellt man sich eine stillende Frau vor. Dafür setzt du dich mit geradem Rücken auf einen Stuhl oder einen Sessel und hältst dein Baby vor der Brust. Die Hand auf der Stillseite unterstützt den Kopf – der andere Arm den Körper des Kleinen.

Alternativ kannst du auch ein Stillkissen zur Hilfe benutzten: Platziere das Kissen in U-Form auf deinem Schoß – mit der Öffnung auf der Seite, auf der du gerade nicht stillst. Dein Baby kann in der entstandenen Kuhle eine entspannte Position einnehmen und ist mit seinem Kopf genau auf Brusthöhe.

Für wen eignen sich solche Stillpositionen?

Die Wiegenhaltung ist eine sehr beliebte Stillhaltung – sie eignet sich aber nicht immer perfekt für Neugeborene. Denn kleine Babys brauchen bessere Unterstützung – vor allem im Kopfbereich. Bei anderen Stillpositionen aus dieser Liste ist dein Baby besser gestützt.

Bei dieser Stillposition solltest du auch darauf achten, dass dein Kind nicht zu hoch liegt – sonst muss es seinen Kopf verkrampfen, um richtig saugen zu können.

#2 Stillen im Sitzen in der Kreuzhaltung

Stillpositionen - Kreuzhaltung

© Bigstock/ Vasileva

So funktioniert diese Stillposition:

Diese Position ähnelt der Wiegehaltung – der einzige Unterschied: Deine Arme tauschen die Rollen. Der Körper deines Babys liegt also entlang deines gegenüberliegenden Unterarms. Dadurch werden Nacken und Schultern besser geschützt.

Für wen eignet sich diese Position?

Im Gegensatz zur normalen Wiegenhaltung eignet sich diese Haltung gut für Neugeborene. Da du in dieser Stillposition auch eine freie Hand hast, kannst du deine Brust formen oder den Kopf deines Kindes sanft zur Brustwarze führen. Deswegen profitieren auch kleine Babys oder Babys, die Probleme beim Ansaugen haben, von solchen Stillpositionen.

#3 Stillen im Sitzen in der Football-Haltung

Stillpositionen Football

© Bigstock/ Vasileva

So funktioniert diese Stillposition:

Die Football-Haltung – oder auch Rückengriff – ist eine der Stillpositionen, bei der du aufrecht sitzt und ein Stillkissen auf dem Schoß hast. Dein Baby liegt aber nicht wie üblich vor deinem Bauch, sondern sein Körper geht seitlich an dir vorbei. Nimm dein Baby einfach auf der Stillseite unter den Arm und lege seinen Kopf auf das Stillkissen in deinem Schoß. Die Beine des Kleinen zeigen also zur Lehne des Stuhls hin.

Den Kopf deines Kindes kannst du auch zusätzlich durch deine Hand stützen. Wie bei vielen anderen Stillpositionen kannst du auch hier Kissen und Polster einsetzten, um das Stillen für dich und dein Baby angenehmer zu machen.

Für wen eignet sie sich am besten?

Die Football-Haltung ist eine optimale Stillposition für die Zeit nach der Geburt – denn dein Baby wird hier gut gestützt, kann seinen Kopf gut bewegen und du kannst sein Gesicht sehen. Es ist eine der Stillpositionen, bei denen du ganz leicht dein Baby richtig anlegen kannst.

Die Football-Haltung eignet sich sehr gut für Mamas mit großen Brüsten und Zwillings-Mamas. In der Position kannst du nämlich nicht nur ein hungriges Baby stillen. Wenn du einen Kaiserschnitt hattest, kann es dir auch nicht passieren, dass die Babyfüße versehentlich gehen deine verheilende Narbe kommen.

#4 Stillen im Sitzen in aufrechten Stillpositionen

So funktioniert diese Stillposition:

Oft wird diese Haltung auch Hoppe-Reiter-Sitz genannt. Und, wie der Name schon sagt, sitzt dein Baby hier auf deinem Oberschenkel oder deiner Hüfte. Mit deinen Händen stützt du dann seinen Kopf und seinen Rücken.

Für wen eignen sich solche Stillpositionen?

Die Position eignet sich eher für Babys, die weniger Stütz-Hilfe brauchen – Neugeborene musst du in dieser Stillposition sehr gut schützen. Vor allem Babys mit Reflux oder Ohrenentzündungen finden diese Haltung meistens angenehmer.

#5 Stillen im Liegen in der Seitenlage

Stillpositionen - im Liegen Stillen

© Bigstock/ Vasileva

So funktioniert diese Stillposition:

Diese Stillhaltung ist recht einfach zu erklären. Du und dein Baby liegen seitlich nebeneinander. Also Bauch an Bauch. Du kannst deinen Kopf und Rücken mit Decken und Kissen abstützen. Den Rücken deines Kindes kannst du in seitlichen Stillpositionen mit einem kleinen Kissen oder deiner Hand stützen. Das Baby richtig anlegen ist dann ganz leicht, wenn du es einfach sanft an dich heranziehst.

Wenn du dich leicht zu deinem Baby nach vorne lehnst, kannst du es auch an der oberen Brust anlegen – dann musst du dich nicht extra umdrehen.

Für wen eignet sich die Haltung?

Stillpositionen, bei denen du liegst, eignen sich besonders gut, wenn du einen Kaiserschnitt hattest oder eine Geburtsverletzung genäht werden musste. So belastest du das Gewebe nicht zusätzlich. Auch nachts ist das Stillen im Liegen meistens angenehmer.

#6 Stillen im Liegen in der zurückgelehnten Haltung

Die meisten Mütter benutzen irgendwann intuitiv diese Stillposition. Wenn du dein Kind auf deinen Bauch setzt, dann wird es instinktiv den Weg zu deiner Brust finden – dieses Phänomen nennt sich auch ‚Breast Crawl‘.

So funktioniert diese Stillposition:

Wenn du dein Baby im Liegen stillen willst, dann kannst du dich einfach in deinem Bett oder auf dem Sofa zurücklehnen. Du kannst Stillkissen und Decken verwenden, damit du nicht ganz flach liegen musst.

Dann nimmst du dein Baby in die Wiegehaltung. Eine andere Version dieser Stillposition ist es, dein Baby bäuchlings auf deinen Bauch zu legen.

Für wen eignen sich solche Stillpositionen?

Wenn dein Baby sich oft an deiner Milch verschluckt, kann diese Position Abhilfe schaffen. Die Haltung eignet sich also gut für Mütter mit einem stark ausgeprägten Milchspendereflex.

Da dein Baby auf dir liegt, könnt ihr beide auch die Nähe und den Körperkontakt genießen – besonders in der Zeit nach der Geburt können solche Stillpositionen die Mutter-Kind-Bindung stärken.

#7 Stillen mal anders im Vierfüßler-Stand

So funktioniert diese Stillposition:

Und jetzt noch eine Stillposition, die du vielleicht noch nicht kanntest. Der Vierfüßler-Stand. Dabei kniest du auf allen Vieren über deinem Baby. Klar, irgendwie erinnert das an eine Milchkuh…und sonderlich bequem ist das wahrscheinlich auch nicht, aber es gibt gute Gründe, wieso du dir diese Position trotzdem merken solltest.

Für wen eignet sich diese Position?

Solche ungewöhnlichen Stillpositionen sind meistens beliebt, weil sie gegen Stillprobleme wirken. Bei dieser Position wird kaum Druck auf deine Brust ausgewirkt – das ist angenehm, wenn du Mastitis oder Milchstau hast.

In dieser Position leert dein Baby dann auch die Stellen deiner Brust, an denen sich der Milchstau gebildet hat.

Stillpositionen: Nice to know

  • Stillhaltungen wählen und wechseln: Nimm die Haltung ein, die du besonders bequem findest, wechsle aber regelmäßig zwischen den verschiedenen Stillpositionen, damit deine Brust an allen Stellen geleert wird. So vermeidest du auch wunde Brustwarzen und Brustentzündungen.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) betont auch, dass es bei jeder Stillposition wichtig ist, „dass das Baby zur Brust geführt wird oder sich selbstständig zur Brust bewegt – und nicht die Brust zum Baby.“
  • Stillzubehör wie zum Beispiel Stillkissen, Nackenkissen und zusätzliche Decken kann jede Stillposition etwas bequemer für dich machen – probiere einfach, was sich für dich und dein Baby am besten anfühlt.

Richtig Stillen: So kannst du dein Baby richtig anlegen

Ganz unabhängig von den Stillpositionen, ist das korrekte Anlegen beim Stillen wichtig. Mit diesen Hinweisen kannst du dein Baby richtig anlegen:

  1. Lege dein Baby bequem in die richtige Stillposition – wichtig ist, dass sein Mund deine Brust gut erreichen kann. Wenn dein Baby den Kopf verdrehen muss, wird das Stillen für das Kind schnell unangenehm. Das Baby wird nun den Mund öffnen, hilf gegebenenfalls nach, indem du es an der Wange kitzelst, dies löst einen Reflex aus und das Baby öffnet den Mund.
  2. Lege dein Baby erst dann an die Brust an, wenn es den Mund weit genug öffnet, um die Brustwarze fast komplett im Mund verschwinden zu lassen. Gerade am Anfang der Stillzeit muss dein Baby dies erst lernen. Vorstellungen vom „vornehm an der Spitze der Brustwarze nuckelnden“ Säuglingen sollte man vergessen, der Mund des Kindes sollte die Brustwarze weitgehend umschließen, nur so kann es richtig saugen.
  3. In manchen Stillpositionen drückt das Baby die Nase an die Brust. Hier versichert auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass du da keine Sorge haben musst. Dein Baby kommt auch hier genug Luft oder hören selbstständig mit dem Nuckeln auf. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, kannst du die Stillposition verändern, indem du „den Po näher an [dich heranrückst]. Damit entfernt sich der Kopf leicht von der Brust.“
  4. Lasse dein Baby zwischendurch aufstoßen. Lege es dir dazu an die Schulter und streichle sanft seinen Rücken oder klopfe dabei leicht auf den Rücken. Da öfter ein wenig Milch beim Aufstoßen mitkommt, ist es ratsam, ein Lätzchen auf die Schulter zu legen und auch Möbel auf eine solche Art vor Milchflecken zu schützen.

Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) weist außerdem darauf hin, dass „eine professionelle Anleitung zum richtigen Anlegen des Kindes durch Hebamme, Krankenschwester oder Stillberaterin helfen [kann], um Probleme beim Stillen zu vermeiden.“

Quellen