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Was tun bei Stillstreik? Infos & Tipps

vonSonja Hagl

Dein Baby hat bis jetzt immer ruhig an deiner Brust getrunken und plötzlich lehnt es deine Brust ab oder schreit sie einfach an? Hierbei handelt es sich um den sogenannten Stillstreik. Was tun bei Brustschreiphase? Und wie lange dauert ein Stillstreik? Alle wichtigen Infos hier.

vonSonja Hagl
Mein Baby verweigert plötzlich meine Brust - das könnte ein Stillstreik sein?
Mein Baby verweigert plötzlich meine Brust - das könnte ein Stillstreik sein?
© Bigstock/ LightField Studios

Stillstreik – was ist das?

Die Brustschimpfphase kommt bei einigen Kindern im Alter zwischen drei bis acht Monaten vor. Sie kann aber auch früher oder später auftreten. Viele Mütter sind unsicher, wenn ihr Baby plötzlich nicht mehr so trinkt, wie zuvor. Könnte es Zeit zum Abstillen sein?

Wenn dein Kind unter einem Jahr alt ist, und es deine Brust ablehnt, dann liegt sehr wahrscheinlich die Brustschimpfphase vor. Ein Stillstreik zeigt sich dadurch, dass das Stillkind…

  • plötzlich die Brust anschreit
  • sich von der Brust wegstößt
  • weint, nachdem es angefangen hat zu trinken
  • mehrmals ansaugt und dann die Brust wieder loslässt
  • das Stillen verweigert – vor allem tagsüber.

Außerdem wirken Kinder während einem Stillstreik oft frustriert und angespannt.

Wie lange dauert ein Stillstreik?

Ob der Streik nur einige Mahlzeiten oder einige Tage andauert, ist von Kind zu Kind verschieden. Nach maximal ein paar Tagen legt sich die Brustschimpfphase aber in der Regel wieder und das Stillen wird harmonischer.

Verweigert dein Baby länger deine Brust, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Brustverweigerung – welche bis zu sechs Wochen dauern kann. In diesem Fall solltest du mit deinem Kinderarzt oder einer Stillberaterin sprechen.

Wie kommt es überhaupt zum Streik?

Die Ursachen für das Brustschimpfen können sehr unterschiedlich sein – manchmal lassen sich leider auch keine klaren Ursachen dafür finden. Die La Leche Liga nennt einige mögliche Ursachen:

  • Zahnen
  • Unwohlsein: Beispielsweise durch verstopfte Nase oder Ohrenentzündung
  • Reizüberflutung oder Überforderung des Kindes (zum Beispiel bei einem sehr starken Milchspendereflex)
  • Saugverwirrung
  • Das Baby ist abgelenkt
  • Das Baby macht einen Entwicklungssprung durch
  • Geschmacksveränderung der Milch (zum Beispiel durch Krankheiten oder Medikamente)
  • Anspannung der Mutter
  • Mutter riecht anders: neue Lotionen und Parfüms ändern deinen natürlichen Körpergeruch
  • Erlernte Reaktion (wenn das Baby beispielsweise beim Impfen an deiner Brust lag, kann das einen Stillstreik auslösen)
  • Wunde oder verletze Brustwarzen
  • Brustwarzenform: Hohl- oder Flachwarzen können ein Grund für die Ablehnung sein

Was tun bei Brustschreiphase?

Lehnt dein Baby deine Brust ab, bist du vielleicht frustriert, gestresst oder fühlst sich hilflos. Wichtig ist hier, dass du dich nicht entmutigen lässt. Mit viel Ruhe und Ausdauer (sowie einigen Tipps) kommen du und dein Baby gut durch diese Phase.

Tipps bei Stillstreik:

  • Probiere verschiedene Stillpositionen.
  • Füttere dein Kind im Halbschlaf oder im Schlaf.
  • Ermutige dein Baby immer wieder sanft zum Saugen an der Brust.
  • Kuschle und Spiele viel mit deinem Baby – das erhält die enge Mutter-Kind-Bindung aufrecht.

Wenn nichts klappt:

Dein Baby schreit beim Stillen? Wenn dein Baby partout nicht gestillt werden will, kannst du Milch abpumpen und sie deinem Baby mit einem Löffel füttern. So wird die Milchbildung aufrechterhalten und das Risiko für einen Milchstau und eine anschließende Brustentzündung wird gesenkt.

: Brustentzündung

Wenn der Stillstreik länger andauert oder dich die Brustschreiphase sehr belastet, solltest du dir Hilfe bei deinem Kinderarzt oder einer Stillberaterin suchen.

Quellen

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