Stuhlgang Baby: Wissenswertes über das ‚große Geschäft‘

Stuhlgang Baby: Wissenswertes über das große Geschäft

Als Eltern entwickelt man ein neues Interesse für den Stuhlgang: Babys volle Windel sagt nämlich viel über seine Gesundheit aus. Wie oft dein Baby Stuhlgang haben sollte und was du über Farbe und Konsistenz wissen solltest, erfährst du bei uns.

Stuhlgang Baby
Stuhlgang Baby: Was sagt der Baby-Stuhl über seine Gesundheit aus? @pollyannapictures via Twenty20

Schwarzer, gelber und grüner Stuhlgang: Babys volle Windel verändert seine Farbe und Konsistenz mehrmals im ersten Lebensjahr. Bekam es über neun Monate nur per Nabelschnur das Essen, beginnt mit der Stillzeit eine neue Ära und mit der ersten festen Nahrung sowieso. Wie oft Babys Stuhlgang haben sollten (bei Flaschennahrung und Muttermilch), wie dieser im Idealfall aussehen sollte und was er über dein Kind verraten kann? Wir haben die Antworten!

Kindspech: Babys Stuhlgang Nr. 1

Kaum ist das Kind auf der Welt, hat es auch schon ein Präsent der etwas anderen Art für die frischgebackenen Eltern: einen schwarz-grünlichen Windelinhalt, der auch noch ziemlich zähflüssig ist. Das kann doch nicht gesund sein – oder? Tatsächlich ist dieser erste Baby-Stuhl, das sogenannte Kindspech, völlig normal. Wird er innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Geburt ausgeschieden, ist er der beste Beweis, dass der Verdauungstrakt deines Babys hervorragend arbeitet.

Die erste Muttermilch, das sogenannte Kolostrum, enthält ein spezielles Hormon, das die Darmtätigkeit des Babys anregt und so dazu führt, dass dieser erste Stuhlgang des Babys früh ausgeschieden wird. Die erste volle Windel sieht bei allen Babys gleich aus, egal ob du dein Kind stillst oder es das Fläschchen bekommt.

Danach wird sich Babys Stuhl jedoch unterscheiden, je nachdem, ob es Muttermilch oder Pre-Milch bekommt. Auch wie häufig dein Baby Stuhlgang hat, ist davon abhängig.

Stuhlgang Baby: Stillkinder

Liebe werdenden Mütter, jetzt müsst ihr stark sein! Dass der Stuhlgang beim Baby nicht zu den schönsten Themen gehört, ist klar. Doch muss deshalb ein „Spritzpups“ wirklich sein? Ja, anscheinend muss es das.

Was ist Spritzpups?

Spritzpups wird die gelegentliche, spontane Darmentleerung von Stillbabys beim Wickeln genannt, die schon mal bis zu zwei Metern (!) und ohne Vorwarnung durch das Zimmer fliegen kann. Grund für diese stinkende Ladung, ist die Übergangsmilch, die sich beim Stillen nach dem Kolostrum für zwei Wochen in den Milchdrüsen der Mutter bildet. Sie lässt den Stuhl des Babys hell und dünnflüssig werden.

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Bekommt dein Kind nach den ersten zwei Lebenswochen reife Muttermilch, verändert sich sein Stuhlgang. Dabei kann er verschiedene gelbliche Färbungen annehmen. Und ob du es glaubst oder nicht: Geruchlich ist er mit einer süßlichen oder auch säuerlichen Note tatsächlich verhältnismäßig angenehm.

Gesunder Stuhlgang Stillkinder:

  • gelber Stuhlgang mit breiig, cremiger Konsistenz
  • kann auch an Durchfall erinnern und flüssig sein
  • Riecht nicht streng, eher süßlich und leicht säuerlich

Auch eine hellgrüne Färbung mit leicht schaumiger Konsistenz ist nicht ungewöhnlich für den Stuhlgang: Baby bekommt allerdings beim Stillen offenbar vorwiegend kalorien- und fettarme Milch. Diese fließt immer zuerst. Dein Kind sollte länger trinken, damit es auch die nahrhafte Milch zu sich nehmen kann.

Wie häufig ein Stillkind eine volle Windel hat, kommt darauf an, wie alt es ist. In den ersten Wochen nach der Geburt wird Babys Stuhlgang sehr regelmäßig kommen. Solange deine Brust Übergangsmilch produziert, kann nach jeder Mahlzeit Babystuhl in der Windel sein.

Nach drei bis vier Wochen verändert sich die Milch jedoch erneut und wird nahrhafter. Dann kann es sein, dass dein Kind nur einmal täglich die Windel vollmacht oder sogar nur einmal in sieben Tagen – das ist alles normal. Die Annahme, weniger Stuhlgang = Baby krank ist also falsch. Es ist alles in Ordnung, „solange das Baby ­einen entspannten Eindruck macht und mindes­tens 150 Gramm in der Woche zunimmt“, erklärt Medizinpädagogin Edeltraut Hertel aus Chemnitz im Gespräch mit dem Familienportal „Baby und Familie“.

Stuhlgang Baby: Flaschennahrung

Wenn du dein Baby von Anfang an oder nach ein paar Wochen mit Flaschenmilch füttern willst oder musst, beeinflusst das den Stuhlgang. Spritzpupse gehören dann zum Glück nicht mehr zum Repertoire – dafür aber auch nicht die ‚süßliche‘ Note. Babys Stuhlgang riecht ziemlich intensiv, wird in größeren Mengen ausgeschieden, kann vom Gelblichen ins Lehmbraune gehen und eine breiige bis leicht geformte Konsistenz annehmen.

Gesunder Stuhlgang Flaschennahrung:

  • gelb-brauner bis lehm-brauner Stuhlgang mit teigiger, feinkörniger Konsistenz
  • intensiver, leicht strenger Geruch
  • wird in größeren Mengen ausgeschieden

Und wie oft hat mein Baby Stuhlgang? Flaschennahrung ist etwas schwerer zu verdauen als Muttermilch. Daher ist es normal, wenn dein Baby nicht jeden Tag eine volle Windel hat. Bei „Flaschenkindern“ ist der Stuhlgang aber durchaus regelmäßiger als bei voll gestillten Kindern und wird in größeren Mengen ausgeschieden.

Stuhlgang Baby: Beikost

Mit der Beikost passieren drei Veränderungen beim Stuhlgang deines Babys. Er wird

  1. dunkler,
  2. dicker und
  3. riecht strenger.

Dabei kann es passieren, dass du einige kleine, unverdaute Stückchen in der Windel deines Babys findest – das ist aber ganz normal. Der Verdauungstrakt muss sich erst auf die neue Nahrung einstellen und peu à peu entsprechende Enzyme produzieren. Achte darauf, dass du deinem Kind immer ausreichend Flüssigkeit gibst, damit es nicht zu einer Verstopfung kommt.

Gesunder Stuhlgang bei fester Nahrung

  • brauner bis dunkelbrauner Stuhlgang, feste aber noch leicht breiige Konsistenz
  • strenger Geruch
  • unverdaute Stücke sind möglich

Woran erkenne ich eine Verstopfung?

Findest du kleine, harte Kügelchen in der Windel und merkst, dass der Stuhlgang deinem Baby Schmerzen bereitet, solltest du mit ihm zum Arzt gehen. Viel trinken sowie Aprikosen- und Pflaumenmus können helfen.

Tipps gegen Verstopfung bei Babys

Grüner Stuhlgang: Baby krank?

Landet grüner Stuhlgang in der Windel und ist dieser mit einer Art Schleimschicht überzogen, solltest du umgehend mit deinem Baby zum Arzt gehen. Diese Art von Stuhlgang beim Baby kann nämlich auf eine Viruserkrankung hindeuten und sollte deshalb ärztlich untersucht werden.

Ein Arztbesuch ist auch wichtig, wenn dein Baby Durchfall hat und dieser nach 24 Stunden immer noch auftritt. Der Stuhlgang ist dann sehr schaumig und übelriechend. Stillbabys bekommen übrigens seltener Durchfall, da sie durch Antikörper in der Muttermilch geschützt werden.