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Stuhlgang Baby: Wissenswertes über das große Geschäft

Als Eltern entwickelt man an neues Interesse für den Stuhlgang: Babys volle Windel sagt nämlich viel über seine Gesundheit aus. Wie oft dein Baby Stuhlgang haben sollte und was du darüber wissen solltest, erfährst du bei uns.

Stuhlgang Baby: Was sagt der Baby-Stuhl über seine Gesundheit aus?
Stuhlgang Baby: Was sagt der Baby-Stuhl über seine Gesundheit aus?
© Twenty 20/ pollyannapictures

Gesunder Stuhlgang Baby: Farbe, Konsistenz und Menge ist wichtig

Schwarzer, gelber und grüner Stuhlgang: Babys volle Windel verändert seine Farbe und Konsistenz mehrmals im ersten Lebensjahr. Und auch die Anzahl der vollen Windeln variiert. Dabei sind Farbe, Konsistenz und Menge von Babys Stuhlgang ein wichtiger Indikator dafür, ob dein Kind gesund ist. „Eine Windel-versierte Mutter kann wichtige Anzeichen über ihre eigene Milchversorgung und die Ernährung des Babys erkennen und sogar potenzielle Probleme wie Allergien“, erklärt die Internationale Stillvereinigung La Leche League dazu. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie oft ein Baby in den ersten Wochen Stuhlgang haben sollte.

Wie oft hat ein Säugling Stuhlgang?

Alter Anzahl volle Windeln in 24 Stunden
1-2 Tage  eine Windel mit grünlich-schwarzem und zähem Kindspech
3-5 Tage  mindestens 3 Windeln mit hellgrünen, gelben Übergangsstuhl
5+ Tage  mindestens 3-5 Windeln mit goldgelbem, cremigem Stuhlgang
6 Wochen +  Anzahl kann stark variieren, weniger regelmäßig aber größere Mengen

Schwarzes Kindspech: Babys Stuhlgang Nr. 1

Kaum ist das Kind auf der Welt, wartet auch schon die erste volle Windel auf die frischgebackenen Eltern. Dieser erste Baby-Stuhl ist schwarz und ziemlich zähflüssig. Das kann doch nicht gesund sein – oder? Tatsächlich ist dieses sogenannte Kindspech völlig normal. Wird er innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Geburt ausgeschieden, ist er der beste Beweis, dass der Verdauungstrakt deines Babys hervorragend arbeitet.

Die erste Muttermilch, das sogenannte Kolostrum, enthält ein spezielles Hormon, das die Darmtätigkeit des Babys anregt und so dazu führt, dass dieser erste Stuhlgang des Babys früh ausgeschieden wird. Die erste volle Windel sieht bei allen Babys gleich aus, egal ob du dein Kind stillst oder es das Fläschchen bekommt. Danach wird sie sich unterscheiden, je nachdem ob dein Kind Muttermilch oder Pre-Milch trinkt.

Babys Stuhlgang sollte dann jeweils so aussehen:

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Übergangsstuhl: heller, grüner Stuhlgang

In den folgenden Tagen wird sich die Farbe des Baby-Stuhlgangs langsam verändern: von schwarz zu eher gelblichem oder hellem, grünem Stuhlgang. Babys sollten jetzt auch schon drei Windeln täglich voll machen. Dieser Stuhl wird auch als Übergangsstuhl bezeichnet. Jetzt gilt: Vorsicht vor dem Spritzpups!

Was ist Spritzpups?

Spritzpups wird die gelegentliche, spontane Darmentleerung von Stillbabys beim Wickeln genannt, die schon mal bis zu zwei Metern (!) und ohne Vorwarnung durch das Zimmer fliegen kann. Grund für diese stinkende Ladung, ist die Übergangsmilch, die sich beim Stillen nach dem Kolostrum für zwei Wochen in den Milchdrüsen der Mutter bildet. Sie lässt den Stuhl des Babys hell und dünnflüssig werden.

Stuhlgang Baby: Stillkinder

Bekommt dein Kind nach den ersten zwei Lebenswochen reife Muttermilch, verändert sich sein Stuhlgang erneut. Dabei kann er verschiedene gelbliche Färbungen annehmen. Und ob du es glaubst oder nicht: Geruchlich ist er mit einer süßlichen oder auch säuerlichen Note tatsächlich verhältnismäßig angenehm.

Gesunder Stuhlgang Stillkinder:

  • Gold-gelber Stuhlgang bis ocker mit breiig, cremiger Konsistenz
  • Kann auch an Durchfall erinnern und flüssig sein
  • Hellgrüne Färbung möglich, leicht schaumiger Stuhlgang: Baby bekommt offenbar vorwiegend kalorien- und fettarmen Milch, die zuerst fließt. Dein Kind sollte länger trinken.
  • Riecht nicht streng, eher süßlich und leicht säuerlich

Wie häufig ein Stillkind eine volle Windel hat, kommt darauf an, wie alt es ist. In den ersten Wochen nach der Geburt wird Babys Stuhlgang sehr regelmäßig kommen. Solange deine Brust „nur“ Übergangsmilch produziert, kann nach jeder Mahlzeit Babystuhl in der Windel sein. Danach, wenn die Milch nahrhafter wird, kann es sein, dass dein Kind nur einmal täglich die Windel vollmacht oder sogar nur einmal in sieben Tagen ­ das ist alles normal. Die Stillexpertin und Buchautorin Nancy Mohrbacher schreibt dazu auf ihrem Blog: „Wenn dein Baby jünger als 6 Wochen ist, weniger als 3 bis 4 Mal pro Tag Stuhlgang hat oder dieser am fünften Tag noch nicht gelb geworden ist, erkennst du  anhand seiner Gewichtsentwicklung, ob dies nur eine normale Variation oder ein Grund zur Sorge ist. Erst nach 6 Wochen machen einige gesunde gestillte Babys viel seltener in die Windel, manchmal sogar nur einmal pro Woche.“

Die Annahme „weniger Stuhlgang – Baby krank“ ist ab diesem Alter also falsch. Es ist alles in Ordnung, „solange das Baby ­einen entspannten Eindruck macht und mindes­tens 150 Gramm in der Woche zunimmt“, erklärt auch Medizinpädagogin Edeltraut Hertel aus Chemnitz im Gespräch mit dem Familienportal ‚Baby und Familie‘.

Stuhlgang Baby: Flaschennahrung

Wenn du dein Baby von Anfang an oder nach ein paar Wochen mit Flaschenmilch füttern willst oder musst, beeinflusst das den Stuhlgang. Spritzpupse gehören dann zum Glück nicht mehr zum Repertoire – dafür aber auch nicht die ‚süßliche‘ Note. Babys Stuhlgang riecht ziemlich intensiv, wird in größeren Mengen ausgeschieden, kann vom Gelblichen ins Lehmbraune gehen und eine breiige bis leicht geformte Konsistenz annehmen.

Gesunder Stuhlgang Flaschennahrung:

  • Gelb-brauner bis lehm-brauner Stuhlgang mit teigiger, feinkörniger Konsistenz
  • Intensiver, leicht strenger Geruch
  • Wird in größeren Mengen ausgeschieden

Und wie oft hat mein Baby Stuhlgang? Flaschennahrung ist etwas schwerer zu verdauen als Muttermilch. Daher ist es normal, wenn dein Baby nicht jeden Tag eine volle Windel hat. Bei „Flaschenkindern“ ist der Stuhlgang aber durchaus regelmäßiger als bei voll gestillten Kindern und wird in größeren Mengen ausgeschieden.

Stuhlgang Baby: Beikost

Mit der Beikost passieren drei Veränderungen beim Stuhlgang deines Babys. Er wird

  1. dunkler,
  2. dicker und
  3. riecht strenger.

Dabei kann es passieren, dass du einige kleine, unverdaute Stückchen in der Windel deines Babys findest – das ist aber ganz normal. Der Verdauungstrakt muss sich erst auf die neue Nahrung einstellen und peu à peu entsprechende Enzyme produzieren. Achte darauf, dass du deinem Kind immer ausreichend Flüssigkeit gibst, damit es nicht zu einer Verstopfung kommt.

Gesunder Stuhlgang bei fester Nahrung

  • brauner bis dunkelbrauner Stuhlgang, feste aber noch leicht breiige Konsistenz
  • strenger Geruch
  • unverdaute Stücke sind möglich

In dieser Infografik von der Arztplattform clickdoc.de sieht du auch noch einmal im Überblick, welcher Stuhlgang beim Baby normal ist:

Woran erkenne ich eine Verstopfung?

Findest du kleine, harte Kügelchen in der Windel und merkst, dass der Stuhlgang deinem Baby Schmerzen bereitet, solltest du mit ihm zum Arzt gehen. Viel trinken sowie Aprikosen- und Pflaumenmus können helfen.

Tipps gegen Verstopfung beim Baby

Grüner Stuhlgang: Baby krank?

Ist Babys Stuhlgang grün, muss das nicht sofort ein Zeichen dafür sein, dass es krank ist. Aber du solltest die volle Windel in den nächsten Tagen genauer im Blick haben ebenso wie Babys Gewicht. „Nimmt es an Gewicht zu und wirkt auch sonst zufrieden, sagen die meisten Experten, dass du dir keine Sorgen machen musst“, so die La Leche League. Grüner Stuhlgang kann verschiedene Ursachen haben. Bei Stillkindern kann auch deine Ernährung die Färbung verursachen.

Babys Stuhlgang ist grün, stinkt und hat eine schaumige Konsistenz?

Landet grüner Stuhlgang in der Windel, ist dieser mit einer Art Schleimschicht überzogen und hat einen stechenden Geruch, kann das hingegen auf eine Viruserkrankung deines Babys hindeuten. Wenn der Baby-Stuhl länger als einen Tag so aussieht, solltest du also mit deinem Kind zum Arzt gehen.

Ein Arztbesuch ist auch wichtig, wenn dein Baby Durchfall hat und dieser nach 24 Stunden immer noch auftritt. Der Stuhlgang ist dann sehr schaumig und übelriechend. Stillbabys bekommen übrigens seltener Durchfall, da sie durch Antikörper in der Muttermilch geschützt werden.


Quellen:

  • La Leche League International: Baby’s Poop.
    https://www.llli.org/babys-poop/ (letzter Abruf: April 2019)
  • La Leche League GB: Is My Baby Getting Enough Milk? In: laleche.org.uk
    https://www.laleche.org.uk/is-my-baby-getting-enough-milk/#dirtynappies (letzter Abruf: April 2019)
  • La Leche League: Das Handbuch für die stillende Mutter, 4. Ausgabe, La Leche League Schweiz
  • Mohrbacher, Nancy: Green Poop: When Should You Worry? In: nancymohrbacher.com (letzter Abruf: April 2019)
    http://www.nancymohrbacher.com/articles/2014/5/21/green-poop-when-should-you-worry.html (letzter Abruf: April 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Die Verdauung bei Säuglingen, In: kindergesundheit-info.de
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/verdauung/ (letzter Abruf: April 2019)
  • Nolden, Annettee; Nolte, Stephan Heinrich: Das große Buch für Babys erstes Jahr: Das Standardwerk für die ersten 12 Monate , Gräfe und Unzer 2013