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Taufe: Ablauf Gottesdienst und Tipps zur Planung

Taufe Ablauf: Lies hier, wie genau ein katholischer beziehungsweise ein evangelischer Taufgottesdienst abläuft, welche Gemeinsamkeiten es gibt und weitere hilfreiche Tipps für einen reibungslosen Ablauf.

Taufe Ablauf: Was erwartet den kleinen Täufling an seinem großen Tag?
Taufe Ablauf: Was erwartet den kleinen Täufling an seinem großen Tag?
© Bigstock / Aspsvz

Taufe: Ablauf und Gottesdienst in beiden Konfessionen

Durch die Taufe wird man nicht evangelisch oder katholisch, man wird Christ. Die beiden christlichen Glaubensrichtungen erkennen die jeweils andere Taufe an – will man also Konfession wechseln, ist eine erneute Taufe nicht nötig. Daher ähnlen sich die Abläufe der beiden Taufgottesdienste in vielen Teilen. Beide Gottesdienste bestehen aus vier großen Teilen: Eröffnung / Verkündigung / Sakrament / Sendung – Segen. Der größte Teil, die Taufe, besteht in beiden Konfessionen aus drei Teilen:

  1. Segnung des Täuflings
    Die Eltern kommen mit Kind und Taufpaten nach vorn. Das Kind wird mit dem Segenszeichen des Kreuzes an Stirn und Brust gesegnet. Dann werden die Eltern und Paten gefragt, ob sie für die christliche Erziehung des Kindes Verantwortung tragen wollen. Diese antworten dann: „Ja, mit Gottes Hilfe“.
  2. Taufe
    Die Taufe selbst wird durchgeführt. Das Kind wird je nach Kirchentradition entweder im Wasser des Taufbeckens untergetaucht oder bekommt nur etwas Wasser über den Kopf geschüttet oder beträufelt.
  3. Elternsegnung, Taufkerze, Taufurkunde
    Die Eltern knien vor dem Altar nieder, die Elternsegnung wird durchgeführt, die Taufkerze und die Taufurkunde werden überreicht.

Die Ablauf einer Taufe kann im Rahmen des sonntäglichen Gottesdienstes oder als separater Taufgottesdienst stattfinden. Beliebt ist dabei der Ostersonntag-Gottesdienst. Hier gibt es mitunter Vorgaben durch den Gemeindevorstand. Bei einem gesonderten Taufgottesdienst kann insgesamt meist mehr Einfluss auf den Ablauf genommen werden, aber auch hier gilt, dass es in jeder Gemeinde mehr oder weniger Spielraum gibt und bei einem Taufgottesdienst mit mehreren Kindern und Familien, ist eine Koordination und Absprache bezüglich persönlicher Wünsche besonders schwer.

Katholische Taufe: Ablauf

Ein katholischer Taufgottesdienst besteht im Wesentlichen aus vier Stufen:

#1 Eröffnung der Feier

Der Pfarrer begrüßt die Gemeinde, fragt welchen Namen das Kind bekommen soll, bekreuzigt das Kind und bittet die Eltern und Paten, dasselbe zu machen. Dann kann noch folgendes ein Gebet gesprochen werden:

Lasset uns beten,
Gott, unser Vater,
du hast deinen Sohn Jesus Christus gesandt,
um alle Menschen als dein Volk zu sammeln.
Öffne (Name des Kindes) die Tür in die heilige Kirche,
in die wir durch Glaube und Taufe eingetreten sind.
Stärke uns mit deinem Wort,
damit wir dank deiner Gnade den Weg zu dir finden
durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Quelle: Erzbistum München)

#2 Wortgottesdienst

Der Zelebrant (also meist ein Pfarrer) hält einen Gottesdienst, in dem der Pfarrer aus der Bibel liest und darüber mit der Gemeinde spricht. Dann beginnen die Fürbitten für den Täufling, indem die Heiligen angerufen werden. Dabei richtet der Zelebrant das Wort an bestimmte Heilige, also etwa Maria, Josef, Johannes den Täufer oder den Namenspatron des Kindes. Die Gemeinde antwortet auf jeden Namen: „Bitte für uns.“ Dann werden die Fürbitten gesprochen. Als letztes Gebet des Wortgottesdienstes wird das Gebet zum Schutz vor dem Bösen gesprochen, der sogenannte Taufexorzismus:

Herr Jesus Christus,
du hast Kindern die Hände aufgelegt und sie gesegnet.
Schütze dieses Kind und halte von ihm fern,
was schädlich und unmenschlich ist.
Bewahre es vor Satans Macht,
damit es dir in Treue folgt.
Lass es in seiner Familie geborgen sein
und gib ihm Sicherheit und Schutz
auf den Wegen seines Lebens,
der du lebst und herrschest in Ewigkeit.

(Quelle: Erzbistum München)

Dann wird das Kind mit Katechumenenöl gesalbt.

#3 Tauffeier

Jetzt treten der Zelebrant, die Eltern, die Paten und der Täufling zum Taufbrunnen. Der Zelebrant segnet das Wasser mit einem Weihegebet (»Lob und Anrufung Gottes über dem Wasser«) und fordert die Eltern und Paten mit dem »Abrenuntiatio diaboli« dazu auf, dem Teufel und dem Bösen abzusagen: „Widersagt ihr dem Satan?“ – „Ich widersage.“ Dann wird gemeinsam das Glaubensbekenntnis gesprochen.

Jetzt erfolgt die eigentliche Taufe. Dabei wird das Kind drei Mal mit Wasser übergossen (in manchen Kirchen ist auch ein vollständiges untertauchen der Kinder möglich). Bei jedem Übergießen spricht der Zelebrant einen Satz: „Ich taufe dich im Namen des Vaters // des Sohnes // und des heiligen Geistes.“

#4 Vier Zeichenhandlungen

Zum Ende des Taufgottesdienstes werden noch vier Zeichhandlungen durchgeführt: Die Salbung des Scheitels des Kindes mit Chrisam, die Bekleidung des Kindes in das weiße Taufgewand, die Übergabe der Taufkerze und der „Effata-Ritus“, bei dem der Pfarrer Ohren und Mund des Kindes berührt:

Der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf „Effata“ dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.

(Markus 7,32-35)

Zum Abschluss des Gottesdienst wird ein Gebet für den Täufling, seine Eltern und Paten gesprochen und die Gemeinde entlassen. Oft beendet ein gemeinsamer Gang zum Marienbild den Gottendienst.

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Evangelische Taufe: Ablauf

Die evangelische Taufe läuft sehr ähnlich zu der katholischen ab, es gibt aber einige Unterschiede. Der evangelische Gottesdienst ist in drei Teile gegliedert:

#1 Eröffnung und Anrufung

Meistens haben die Eltern die Möglichkeit den Gottesdienst mit einem selbst ausgewählten Lied zu beginnen. Dann liest der Pastor die Aufforderung Jesus zur Taufe vor:

“Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”

(Matthäus Kapitel 28, Verse 18-20)

Ein weiteres Lied rundet den Eingangsteil des Gottesdienstes ab.

#2 Verkündigung mit Wortgottesdienst

Im Mittelteil steht auch in einem evangelischen Gottesdienst die Bibel im Vordergrund. Es können aber auch nicht-biblische Texte mit einfließen, das hängt von dem Pfarrer ab. Hier steht oft der Taufspruch im Mittelpunkt, der den Täufling sein Leben lang begleiten soll.

#3 Spende des Sakraments: Die eigentliche Taufe

Nach dem Taufbefehl aus dem Matthäusevangelium haben die Eltern die Möglichkeit, selbst ein paar Worte zu sprechen und eine Taufansprache zu halten. Dann kommt die sogenannte Tauffrage. Der Pastor fragt:

Liebe Eltern,
wir alle haben unser Leben von Gott. So sollen auch Sie Ihr Kind als ein Geschenk des Schöpfers annehmen. Durch Ihre Liebe gewinnt (Name des Kindes) das erste Zutrauen zur Güte Gottes. Sind Sie bereit, Ihrem Kind das Vertrauen auf Gott weiterzugeben? Wollen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und in Offenheit seinen Fragen gegenüber selbst im Glauben wachsen? Und wollen Sie ihrem Kind den Zugang zu unserer christlichen Kirche ermöglichen?

So sprechen Sie: Ja, mit Gottes Hilfe!

(Quelle: Evang.-luth. Kirchengemeinde Tutzing)

Das Kind wird dann, genau wie bei dem katholischen Taufgottesdienst, drei Mal mit Wasser übergossen und im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes getauft. Jetzt können die Eltern die Taufkerze entzünden. Die Segnung der Eltern und Taufpaten ist ein fester Bestandteil des Taufe-Ablaufs in der evangelischen Kirche. Jetzt können die Eltern ihre Fürbitten für den Täufling vortragen, bevor ein Abschlusslied den Gottesdienst beendet.

Taufe Ablauf: 11 wichtige Tipps

Um den Taufe-Ablauf stressfrei zu gestalten, hilft es ein paar Dinge zu beachten:

  1. Tauflieder
    Wenn du Einfluss auf die Tauflieder während des Gottesdienstes nehmen kannst, findest du eine Auswahl von Liedern im Evangelischen Gesangsbuch (EG) unter der Nummer 200 bis 211 beziehungsweise in dem katholischen Gebet- und Gesangbuch „neues Gotteslob“ unter GL 355 – 403.
  2. Fürbitten
    Wenn du Einfluss auf das Fürbittengebet nehmen darfst, denke auch an kranke Familienmitglieder oder Freunde, an die Wünsche die das Kind begleiten sollen und frage die Paten ob sie das Fürbittengebet halten oder etwas hinzufügen möchten.
  3. Liturgie
    Vor der Taufe sollten Eltern und Paten ihre Kenntnisse bezüglich der Liturgie ggfs. ein wenig auffrischen, sofern sie keine regelmäßigen Kirchgänger sind. Dazu gehört das „Glaubensbekenntnis“ und das „Vater unser“. Die Texte dafür findest du hier.
  4. Kollekte
    Wenn du Einfluss auf den Verwendungszweck der Kollekte nehmen darfst, kläre zuvor, an wen das Geld gehen soll – meist kann der Pfarrer/ Pastor bedürftige Institutionen nennen oder auf notwendige Hilfe in der eigenen Gemeinde aufmerksam machen.
  5. Dekoration
    Frage, ob du die Kirche für die Taufe festlich mit Blumen schmücken darfst.
  6. Musik während des Gottesdienstes
    Manche Eltern, Paten, Freunde oder Familienangehörige sind besonders musikalisch und können mit einem Lied oder einem Instrumentalstück zum Taufgottesdienst beitragen. Frage sonst auch im Pfarramt, ob Musiker bekannt sind, die man für einen solchen Anlass engagieren kann. Sorge aber dafür, dass die Darbietungen mit dem Pfarrer abgesprochen sind und in den liturgischen Ablauf integriert werden.
  7. Fotografieren
    Kläre mit der Gemeinde, ob das Fotografieren und Filmen während der Taufe gestattet ist und sprich dich mit deinen Gästen entsprechend ab.
  8. Taufkerze
    Wenn du keine eigene Taufkerze mitbringst, erhältst du eine solche Kerze meist von der Kirche.
  9. Weihwasser
    Das Wasser im Taufbecken ist normales Leitungswasser, dass durch ein Gebet – welches nach dem Eingießen des Taufwassers gesprochen wird – zum Symbol, zum Weihwasser, wird.
  10. Kleidung
    Ein festlicher Anlass verdient meist festliche Kleidung, aber sie ist nicht zwingend erforderlich.
  11. Taufkleid
    Ein Taufkleid ist nicht zwingend notwendig. In manchen Familien wird seit Generationen ein solches Taufkleid weitervererbt, an eine solche Tradition sollte man dann ruhig anknüpfen. Auch wenn ein solches Kleid noch nicht in der Familie existiert, kann man eines kaufen und somit eine Tradition beginnen. Wer die Kosten einen Taufkleides scheut, kann bei gebraucht meist günstig eines ersteigern oder kaufen. Aber es geht auch ohne Taufkleid.

Eine besondere Idee:

Übernimm doch anlässlich der Taufe deines Kindes ebenfalls eine Patenschaft: Bei www.plan-deutschland.de kannst du die Patenschaft für ein Kind aus einem anderen Land übernehmen. So begleitest du neben deinem auch ein anderes Kind in seinen ersten und wichtigsten Lebensjahren. Deine Patenschaft unterstützt die medizinische und schulische Versorgung eines bedürftigen Kindes und hilft Grundlagen zu schaffen, bei denen auch diese Kinder satt werden und ihren Platz in der Welt finden können.

Ablauf Taufe: Nach dem Gottesdienst

Direkt nach der Taufe wird meist mit Familie und Freunden gefeiert. Dem kleinen Täufling werden Taufgeschenke überreicht. Dieser Tag soll allen in schöner Erinnerung bleiben, ein gemeinsames Foto von Eltern, Paten und Taufkind sollte gemacht und allen Beteiligten später überreicht werden.

Später kann der Tauftag jährlich mit den Paten gefeiert werden. In manchen Gemeinden ist es üblich, nach ein paar Jahren zum Beispiel nach drei oder fünf Jahren zu einem „Tauferinnerungsgottesdienst“ einzuladen.

Der Taufschein des Kindes muss aufbewahrt und bei seiner späteren eventuellen kirchlichen Trauung vorgelegt werden.

Ablauf einer Nottaufe

Wenn für einen Menschen, insbesondere für ein neugeborenes Kind, Lebensgefahr besteht und ein Pfarrer/eine Pfarrerin nicht mehr herbeigerufen werden kann, darf jeder Christ taufen. Voraussetzung ist, dass der Täufling oder die Angehörigen einverstanden sind. Wenn möglich, sollte die Taufe in Gegenwart christlicher Zeugen vollzogen werden.

Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, kann die Zeremonie auf „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ reduziert werden. Mit etwas mehr Zeit können Worte gesprochen werden wie:

„Herr Jesus Christus, nimm (Name des Kindes) an in deiner Barmherzigkeit.

und segnet den Täufling dabei mit dem Zeichen des Kreuzes.“

Der/die Taufende gießt mit der Hand dreimal Wasser über die Stirn des Täuflings und spricht:

„(Name des Kindes) ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Der Friede des Herrn sei mit Dir.“

Dann wird das Vater-unser gesprochen.

Da in solcher Situation meist der genauen Wortlaut für die Nottaufe nicht vorliegt, kann auch improvisiert werden. Ist ein evangelisches Gesangbuch vorhanden, findet man den Text unter Nummer 791, dort ist auch der Text für eine Nottaufe, bei der mehr Zeit zur Verfügung steht.


Quellen:

  • Erzdiözese München und Freising: Die Feier der Kindertaufe.
    https://www.erzbistum-muenchen.de/glaube/sakramente/taufe/ablauf-der-taufe/73987 (letzter Abruf März 2019)
  • »Vivat! – Christliche Bücher und Geschenke«: Der Ablauf der Taufe
    https://cms.vivat.de/themenwelten/lebenskreis/taufe/taufe-ablauf.html (letzter Abruf März 2019)
  • Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik: Die häufigsten Fragen zur Taufe
    https://www.evangelisch.de/inhalte/113490/15-02-2015/die-haeufigsten-fragen-zur-taufe
  • Evang.-luth. Kirchengemeinde Tutzing: Die Tauffragen
    https://evangelisch-in-tutzing.de/glaubensfragen/taufe/tauffragen (letzter Abruf März 2019)
  • Deutsche Bibelgesellschaft: DAS EVANGELIUM NACH MATTHÄUS
    https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-1984/bibeltext/bibelstelle/mt%2028,%2018-20/ (letzter Abruf März 2019)
  • Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers: Taufe in Notfällen
    https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-fuer-sie/kinder/geburt-und-taufe/taufe-in-notfaellen (letzter Abruf März 2019)