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Taufe – Vorbereitung, Checklisten & Ideen wir ihr die Taufe gestalten könnt

Viele Eltern möchten ihr Baby taufen lassen. Im Vorfeld kommen dabei jedoch viele Fragen auf: Wann ist der perfekte Zeitpunkt ein Kind taufen zu lassen? Was muss ich alles für die Taufe vorbereiten? Welche Unterlagen braucht man? Hier findest du wichtige Infos und Checklisten und ein paar Ideen, wie ihr die Taufe gestalten könnt.

Mit der Taufe empfängt ein Kind den Schutz Gottes
Mit der Taufe empfängt ein Kind den Schutz Gottes
© Pixabay / RoAll

Taufe vorbereiten: wichtige Fragen vorab klären

Wie bei allen Feiern und Festen so beginnt auch bei der Taufe die Vorbereitung bei dem Termin. Es muss ein Termin gefunden werden, an dem die Familie und die Paten zusammenkommen können. Die meisten Kirchen bitten um eine Anmeldung sechs bis acht Wochen vor dem Tauftermin. Vereinbare dafür in der Kirche deiner Wahl telefonisch einen Termin oder gehe direkt ins Pfarrbüro.

Wichtige Fragen, die vorab zu klären sind:

  • Mit welchem Alter wollt ihr euer Kind taufen lassen?
    Es gibt für den Zeitpunkt der Taufe keine Vorgaben. Meist lassen Eltern ihr Kind zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat taufen. Laut dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland Katholisch.de ist die Taufe zu diesem Zeitpunkt besonders symbolträchtig, da durch die Säuglingstaufe sichtbar wird, dass „Gott den Menschen liebt, noch bevor er es sich durch eigene Leistung verdient“. Allerdings kann die Taufe auch erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Klicke hier für mehr Infos zu Kleinkinder- und Erwachsenentaufe.
  • Wie möchtet ihr das Baby taufen lassen?
    Gerade wenn ihr als Eltern unterschiedliche Konfessionen habt, solltet ihr euch vorab Gedanken machen, ob die Taufe katholisch oder evangelisch sein soll – also welcher Konfession euer Kind einmal angehören soll. Ausführlichere Infos dazu bekommt ihr weiter unten im Text  >>Für die Taufe ist die Konfession der Eltern wichtig
  • Wer soll Taufpate/ Taufpatin werden?
    Das ist eine weitere wichtige Entscheidung für die Taufe. Bei der Wahl solltet ihr einige wichtige Aspekte beachten. Denn nicht jeder darf Patin oder Pate werden. Die wichtigsten Infos dazu haben wir hier für euch zusammengefasst: Taufpaten – Welche Aufgaben müssen sie übernehmen?
  • Wie möchten wir die Taufe gestalten?
    Natürlich gibt es wie bei jedem Gottesdienst einen festen Ablauf für die Taufe. Trotzdem habt ihr natürlich Möglichkeiten, die Taufe persönlich zu gestalten. Ihr könnt zum Beispiel Fürbitten und Lieder selbst auswählen. Mehr Infos dazu bekommst du hier  >>Tipps für den Taufgottesdienst

Eine Taufe ist eine Mischung aus christlicher Tradition und persönlicher Feier mit Familie und Freunden. Es muss also an viel gedacht werden, wenn ihr eine Taufe vorbereiten möchtet. Damit ihr nichts Wichtiges vergesst, findest du hier in der großen Checkliste zur Taufe.

Checkliste Taufe: So wird es ein ganz besonderer Tag

Für die Vorbereitung und Durchführung der Taufe

Aber bitte setze dich bei der Planung der Taufe nicht zu sehr unter Druck: Gerade Mütter sind nach einer Geburt oft noch eine Zeit lang erschöpft. Sie müssen sich an körperliche und persönliche Veränderungen gewöhnen. Da ist es dann schwierig, eine Familienfeier zu organisieren. Einfacher ist es, wenn man einen Partyservice oder eine Gaststätte für die Taufe nutzen kann.

Wann soll ein Kind getauft werden?

Es gibt für den Zeitpunkt keine Vorgaben. Meist lassen Eltern ihr Kind zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat taufen. Laut dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland Katholisch.de ist die Taufe zu diesem Zeitpunkt besonders symbolträchtig, da durch die Säuglingstaufe sichtbar wird, dass „Gott den Menschen liebt, noch bevor er es sich durch eigene Leistung verdient“.

Taufentscheidung nicht endgültig: Gesetz über die religiöse Kindererziehung

Claudia Hofrichter, Referentin für Katechese am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart versteht aber die Zweifel von Eltern: „Möglicherweise haben sie Vorbehalte gegen die Kirche. Oder sie möchten ihrem Kind im Blick auf die eigene Zukunft mehr Entscheidungsspielraum lassen.“ Eine Taufe ist allerdings keine endgültige Entscheidung: Laut §5 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung sind Kinder erst mit 14 Jahren religionsmündig und können dann selbst entscheiden, ob und welcher Religion sie angehören wollen.

Kleinkinder- und Erwachsenentaufe

Die Taufzeremonie kann auch zu jedem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden, selbst als Erwachsenentaufe im Erwachsenenalter. Erfahrungsgemäß gibt es im Kleinkindalter kleinere Komplikationen: Die kleinen Täuflinge zeigen oft wenig Verständnis dafür, dass sie während des Gottesdienstes an einem Platz sitzen und sich mit Wasser beträufeln lassen sollen und müssen für den Taufvorgang eventuell regelrecht „eingefangen“ werden.

Was braucht man zur Taufe?

Die Taufe ist eines der heiligen Sakramente im christlichen Glauben. Daher nimmt es die Kirche sehr genau, welche Unterlagen nicht fehlen dürfen, wenn ihr euer Baby taufen lassen wollt. Um solche Details zu klären, ist ein Taufvorgespräch in eurer Kirchengemeinde sinnvoll. Grundsätzlich gilt Folgendes:

  • Taufe katholisch

    Für die Anmeldung werden das Familienstammbuch mit der Geburtsurkunde des Kindes benötigt. Außerdem wichtig sind Namen und Adressen des Paten/ der Patin. Wenn diese aus einer anderen Kirchengemeinde stammen als die, in der getauft wird oder einen anderen Wohnsitz haben, braucht ihr außerdem eine Bescheinigung über die Mitgliedschaft der Paten in der katholischen Kirche.

  • Taufe evangelisch

    Für die Anmeldung braucht ihr die Geburtsurkunde des Kindes und gegebenenfalls ein Familienstammbuch. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts an ihrem Wohnort, dass sie berechtigt sind das Patenamt zu übernehmen.

Für die Taufe ist die Konfession der Eltern wichtig

[Auskunft von Dr. Künkel, ehem. Direktion des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover]

  • Situation: Beide Elternteile gehören der gleichen Konfession an
    Ideal ist es natürlich, wenn beide Eltern der gleichen Konfession angehören und ihr Kind eben diese Konfession annimmt. Es gibt aber auch eine wechselseitige Anerkennung der Taufen bei der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche. So können zum Beispiel evangelische Eltern, die in einer katholischen Region wohnen und keine geeignete evangelische Gemeinde finden, ihr Kind auch in einer katholischen Gemeinde taufen lassen und andersherum.
  • Situation: Die Eltern gehören unterschiedlichen Konfessionen an
    Gehört ein Elternteil der evangelischen und der andere Elternteil der katholischen Kirche an, müssen diese gemeinsam entscheiden, in welcher Konfession das Kind getauft und später erzogen werden soll.
  • Situation: Nur ein Elternteil gehört der Kirche an
    In diesem Fall ist eine Taufe selbstverständlich möglich. Der Elternteil, der nicht der Kirche angehört, wird aber nicht während der Zeremonie nach vorn gehen und gefragt, ob er das Kind im christlichen Glauben erziehen will. Schwierig wird es, wenn die Eltern sich uneinig sind, ob das Kind getauft werden soll. In einem solchen Fall ist das beratende Gespräch mit dem Pfarrer gefordert. Eventuell sollte die Entscheidung aufgeschoben werden bis Einigkeit herrscht.
  • Situation: Beide Eltern sind aus der Kirche ausgetreten
    Sind beide Eltern aus der Kirche ausgetreten, besteht grundsätzlich die Möglichkeit des Wiedereintritts. Dieser ist möglich im Pfarramt der Heimatgemeinde oder in einer anderen Kirchengemeinde (Umgemeindung). Jedoch sollten sich die Eltern fragen, ob sie wirklich wieder in die Kirche eintreten wollen und dies nicht nur wegen der Taufe machen. Sollten Eltern nach einem Kirchenaustritt den Wunsch haben, ihr Kind dennoch taufen zu lassen, wird in der Regel ein Gespräch mit dem Pfarrer der Gemeinde geführt. Dabei werden die Gründe für den Taufwunsch erörtert. Meist findet sich ein Weg, diesen zu erfüllen. Im Zweifel kommt es zu einem Aufschub, bis sich die Eltern klar geworden sind. Hierbei gibt es auch unter den Gemeinden eine unterschiedliche Handhabung. Es gibt in größeren Städten auch „Kircheneintrittstellen“.

Gottesdienst & Taufe gestalten: Taufsprüche, Fürbitten, Lieder

Natürlich soll eine Taufe möglichst individuell sein und zu euch passen. Dafür gibt es einige Möglichkeiten wie beziehungsweise mit was ihr die Taufe gestalten könnt. Ihr könnt zum Beispiel die Taufsprüche und Fürbitten zur Taufe selbst auswählen, wenn ihr möchtet sogar selbst schreiben. Auch Tauflieder sind eine schöne Möglichkeit, der Taufe eure persönliche Note zu geben.

Eine Auswahl an Sprüchen, Kurzgebeten und Liedern haben wir hier zusammengestellt:

Taufsprüche - biblische und moderne Sprüche zur Taufe

Sprüche zur Taufe mit schöner Botschaft

Tauflieder für den Gottesdienst

"Ins Wasser fällt ein Stein..."

Biblische Hintergrund der Taufe

Zu den theologischen Hintergründen einer Taufe haben wir mit Pfarrer Dr. Scholz von der evangelischen Kirchengemeinde Elstorf gesprochen. Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Scholz, dass er sich Zeit für die vielen Fragen genommen hat.

Die Taufgeschichte

Johannes der Täufer gehörte einer Gemeinde von Juden an, die sich „Essener“ nannten. Diese Gemeinde zeichnete sich durch eine mönchische Lebensweise aus und bereitete sich auf das Kommen des Messias vor. Als Vorbereitung wurde zur „Reinwaschung“ eine Bußtaufe vorgenommen. Die Bibel erzählt, dass Jesus ebenfalls zu Johannes kam, um sich taufen zu lassen. Dabei erkannte Johannes in Jesus den „Größeren“ und meinte, dieser müsse eher ihn taufen als umgekehrt. Jesus jedoch beharrte darauf, dass Johannes es beim ihm durchführt. Dabei sah Jesus den heiligen Geist wie eine Taube auf sich kommen. Er hörte eine Stimme: „Du bist mein lieber Sohn, an Dir habe ich mein Wohlgefallen“.

In dieser biblischen Wiedergabe finden sich zwei Elemente prophetischer Berufung: eine Vision (der Heilige Geist wie eine Taube) und eine Audition (die Stimme, die sprach) – Jesus wird bei dieser Taufe von Gott angenommen, gewissermaßen adoptiert.

Jesus selbst jedoch hat nie getauft. Nach der Auferstehung gab er aber den Auftrag an seine Jünger, dies zu tun (Matthäus 28, 18 – 20): „(…) darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Warum soll also nach christlicher Ansicht ein Kind getauft werden?

Durch den Taufvorgang wird aus dem Geschöpf Gottes, das natürlich auch von ihm geliebt wird, ein Kind Gottes. In der Taufe bekennt sich Gott zu diesem Kind und will sein Begleiter sein. In den folgenden Videos wird der Grund der Taufe noch einmal von der katholischen und der evangelischen Kirche erklärt:

Die katholische Taufe erklärt

Die evangelische Taufe erklärt

Quellen


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