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Taufe vorbereiten: wichtige Fragen zur Planung

© Pixabay / RoAll

Möchtet ihr euer Baby taufen lassen, sind im Vorfeld viele Fragen zu klären: Was ist das perfekte Alter? Welche Unterlagen braucht man? Hier findest du wichtige Infos, Tipps und eine Checkliste zur Planung.

geprüft von Natalie Wilcke, evangelische Pfarrerin

Wichtige Fragen zur Taufe: warum, wann, wie?

Häufig werden Babys im Laufe des ersten Lebensjahres getauft. Tauffeiern können das ganze Jahr über stattfinden. Beliebte Termine sind rund um Osten und Pfingsten. Früher wurde traditionell in der Osternacht getauft.

: Corona-Infos
Sind Taufen erlaubt?

Aktuell (Juni 2021) sind kirchliche Taufen je nach gesetzlicher Regelung im kleinen oder erweiterten Familienkreis möglich. Grundsätzlich kann eure Kirchengemeinde vor Ort am besten Auskunft darüber geben, welche Regelungen aktuell in eurer Kirchengemeinde gelten.

Die meisten Kirchen bitten um eine Anmeldung sechs bis acht Wochen vor dem Tauftermin. Pfarrerin Natalie Wilke merkt aber an:

„In manchen Gemeinden gibt es eine hohe Nachfrage im Bezug auf Taufen. Es kann daher sinnvoll sein, die Taufe schon 6 Monate im Voraus anzumelden.“

Die meisten Kirchen bitten um eine Anmeldung sechs bis acht Wochen vor dem Tauftermin. Vereinbart dafür in der Kirche eurer Wahl telefonisch einen Termin oder geht direkt ins Pfarrbüro.

Erster Ansprechpartner für die Taufe eures Kindes ist die Gemeinde, in der ihr Mitglied seid. In der Regel ist das die Kirchengemeinde, in der ihr euren Hauptwohnsitz habt. Am besten vereinbart ihr einen Tauftermin über das Gemeindebüro oder direkt im Pfarramt. Solltet ihr euer Kind in einer anderen Kirche taufen wollen, so müsst ihr eine „Dimissoriale“ bei eurer Ortsgemeinde beantragen.

Warum wird ein Baby getauft?

außerdem wird der Täufling durch die Taufe Mitglied der Kirchengemeinde vor Ort. Die Taufe ist das ein Sakrament der Kirche. Das Sakrament hat seinen Ursprung in der Taufe Jesu durch Johannes im Fluss Jordan.

Wilcke erklärt:

Jesus hat die Kirche damit beauftragt, zu taufen (Matthäus 28, 18-20). Jesus selbst ist auch getauft worden. Allerdings erst als Erwachsener. Johannes der Täufer hat ihn im Jordan getauft (Matthäus 3,13-17//Lukas 3,21-22). Die ersten christlichen Gemeinden haben meistens Erwachsene oder ganze Hausgemeinschaften getauft. Vermutlich waren da damals auch schon Kinder mit dabei. Erst als das Christentum sich als Religion etabliert hatte, wurden im Laufe der Zeit vermehrt Kleinkinder getauft. Man wollte, dass sie von Geburt an am christlichen Glauben Teil haben. Die Aufnahme von Kindern in die christliche Gemeinde begründet man durch ein Wort Jesu aus dem Markusevangelium: „Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes! “ (Markus 10,14).

Durch den Taufvorgang wird aus dem Geschöpf Gottes, das natürlich auch von ihm geliebt wird, ein Kind Gottes. In der Taufe bekennt sich Gott zu diesem Kind und will sein Begleiter sein. Er nimmt das Kind an, wie eine gute Mutter oder ein fürsorglicher Vater.

Die Taufgeschichte

Zu den theologischen Hintergründen einer Taufe haben wir mit Pfarrer Dr. Scholz von der evangelischen Kirchengemeinde Elstorf gesprochen.

In welchem Alter sollten wir das Kind taufen lassen?

Es gibt für den Zeitpunkt der Taufe keine Vorgaben. Meistens lassen Eltern ihr Kind zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat taufen. Laut dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland Katholisch.de ist die Taufe zu diesem Zeitpunkt besonders symbolträchtig, da durch die Säuglingstaufe sichtbar wird, dass „Gott den Menschen liebt, noch bevor er es sich durch eigene Leistung verdient“. Allerdings kann die Taufe auch erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Kleinkind- und Erwachsenentaufe

Klickt euch hier rein für mehr Infos dazu.

Wie möchtet ihr das Baby taufen lassen?

Für die Taufe ist die Konfession der Eltern wichtig. Wenn ihr als Eltern unterschiedlichen Konfessionen angehört, solltet ihr euch vorab Gedanken machen: Soll die Taufe katholisch oder evangelisch sein? Also: Welcher Konfession soll euer Kind einmal angehören?

Katholische oder evangelische Taufe?

Wir haben hier verschiedene Szenarien exemplarisch durchgespielt:

Wenn beide Elternteile der gleichen Konfession angehören?

Wenn die Eltern unterschiedlichen Konfessionen angehören?

Wenn nur ein Elternteil der Kirche angehört?

Wenn beide Eltern aus der Kirche ausgetreten sind?

Wer soll Taufpate/ Taufpatin werden?

Das ist eine weitere wichtige Entscheidung für die Taufe. Bei der Wahl solltet ihr einige wichtige Aspekte beachten. Denn nicht jeder darf Patin oder Pate werden.

Die wichtigsten Infos dazu haben wir hier für euch zusammengefasst: Taufpaten – Welche Aufgaben müssen sie übernehmen?

Was braucht man zur Taufe?

Die Taufe ist eines der heiligen Sakramente im christlichen Glauben. Daher nimmt es die Kirche sehr genau, welche Unterlagen eingereicht werden müssen, wenn ihr euer Baby taufen lassen wollt. Um solche Details zu klären, ist ein Taufvorgespräch in eurer Kirchengemeinde sinnvoll. Grundsätzlich gilt Folgendes:

  • Taufe katholisch
    Für die Anmeldung werden das Familienstammbuch mit der Geburtsurkunde des Kindes benötigt. Außerdem wichtig sind Namen und Adressen des Paten/ der Patin. Wenn diese aus einer anderen Kirchengemeinde stammen als die, in der getauft wird oder einen anderen Wohnsitz haben, braucht ihr außerdem eine Bescheinigung über die Mitgliedschaft der Paten in der katholischen Kirche.
  • Taufe evangelisch
    Für die Anmeldung braucht ihr die Geburtsurkunde des Kindes und gegebenenfalls ein Familienstammbuch, in das die Taufe eingetragen werden kann. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts an ihrem Wohnort, dass sie berechtigt sind, das Patenamt zu übernehmen.

Wie kann ich die Taufe persönlich gestalten?

Natürlich gibt es wie bei jedem Gottesdienst einen festen Ablauf für die Taufe. Trotzdem habt ihr natürlich Möglichkeiten, die Taufe persönlich zu gestalten. Ihr könnt zum Beispiel die Taufsprüche und Fürbitten zur Taufe selbst auswählen, wenn ihr möchtet sogar selbst schreiben.

Auch Tauflieder sind eine schöne Möglichkeit, der Taufe eure persönliche Note zu geben. Dies sollte aber unbedingt vorab mit dem zuständigen Pfarramt und auch mit dem jeweils diensthabenden Kirchenmusiker besprochen werden.

Gottesdienst & Taufe vorbereiten: Checkliste

Natürlich soll eine Taufe möglichst individuell sein und zu euch passen. Eine Taufe ist eine Mischung aus christlicher Tradition und persönlicher Feier mit Familie und Freunden. Es muss also an viel gedacht werden, wenn ihr eine Taufe vorbereiten möchtet. Damit ihr nichts Wichtiges vergesst, findest du hier in der großen Checkliste.

: Checkliste für die Taufe

Aber bitte setzt euch bei der Planung der Taufe nicht zu sehr unter Druck: Gerade Mütter sind nach einer Geburt oft noch eine Zeit lang erschöpft. Sie müssen sich an körperliche und persönliche Veränderungen gewöhnen. Da ist es dann schwierig, eine Familienfeier zu organisieren. Einfacher ist es, wenn man einen Partyservice oder eine Gaststätte für die Taufe nutzen kann.

Als Eltern trefft ihr nach bestem Wissen und Gewissen für euer Kind die Entscheidung, Teil einer christlichen Gemeinschaft zu werden. Eine Taufe ist allerdings keine endgültige Entscheidung: Laut §5 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung sind Kinder erst mit 14 Jahren religionsmündig und können dann selbst entscheiden, ob und welcher Religion sie angehören wollen. Das gibt ihnen natürlich „im Blick auf die eigene Zukunft mehr Entscheidungsspielraum“, weiß auch Claudia Hofrichter, Referentin für Katechese am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Natalie Wilcke erklärt:

„Aus kirchlicher Sicht bleibt aber die Taufe bestehen. Sollte sich das Kind irgendwann entscheiden, aus der Kirche auszutreten und später wieder einzutreten, wird es beim erneuten Kircheneintritt nicht wieder getauft. Die Taufe ist laut landeskirchlichem Verständnis einmalig.“

Quellen

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