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Taufpaten – Welche Aufgaben müssen sie übernehmen?

© Bigstock / Sonjachnyj

Bei der Wahl des Taufpaten müsst ihr als Eltern einige wichtige Aspekte beachten. Denn nicht jeder darf Pate*Patin werden. Ein Überblick, welche konkreten Aufgaben Taufpaten haben, welche Pflichten und welche Rechte sie besitzen.

geprüft von Natalie Wilcke, evangelische Pfarrerin

Taufpaten: Aufgaben im Überblick

Für die Kirche haben Taufpaten traditionell vor allem eine zentrale Aufgabe: Sie sollen für die christliche Erziehung des Kindes da sein und ihm auf seinem Lebensweg helfend zur Seite stehen.

Zentrale Aufgaben der Taufpaten:

Sie sollen die christliche Erziehung des Patenkindes fördern.
Sie sollen das Patenkind an wichtigen Stationen seines Glaubenslebens begleiten.
Sie sollten für das Taufkind beten.
Sie sollen eine moralische Stütze für die Eltern sein.
Sie sollen die Eltern in Erziehungsfragen unterstützen.
Sie sollen ein wichtiger Ansprechpartner für ihr Patenkind sein.

Dazu gehört, sein Patenkind bei wichtigen religiösen Festen wie der Kommunion, Konfirmation oder Firmung zu begleiten.

Natürlich endet das Patenamt danach nicht. Es sollte vielmehr eine lebenslange, besondere Verbindung zwischen Patentante/ Patenonkel und Täufling sein. Auch für die Eltern können die Taufpaten zudem eine moralische Stütze sein und sie in Erziehungsfragen unterstützen.

Übernehmen Taufpaten im Ernstfall das Sorgerecht?

Vielfach wird angenommen, dass Taufpaten die Aufgabe haben, das Patenkind bei sich aufzunehmen und großzuziehen, wenn den Eltern etwas zustößt.

Tatsächlich übernimmt in einem solchen Fall heute zunächst das Jugendamt die Sorge für das Kind und ermittelt, wo das Kind untergebracht werden soll.

Sollten die Eltern den Wunsch haben, dass in einem solchen Fall ihr Kind zu einem der Taufpaten kommt, müssen sie dies schriftlich und notariell festhalten. So etwas sollte aber unbedingt zuvor mit den Paten besprochen werden und hat mit der Vorbereitung auf die Taufe in der Kirche zunächst nichts zu tun.

Wie wähle ich den richtigen Taufpaten aus?

Die Beziehung zwischen Paten, Kind und den Eltern des Kindes sollte gut und gefestigt sein. Daher wählen viele Eltern ihre Geschwister als Taufpaten aus. Dies hat den Vorteil, dass Familienmitglieder mit dem Patenkind lebenslang familiär verbunden sind.

Es kann aber auch sinnvoll sein, bewusst jemanden außerhalb der eigenen Familie auszuwählen. Die Wahl sollte dann auf jemanden Fallen, bei dem sich die Eltern sicher sind, dass er auch noch in vielen Jahren eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird.

: gut zu wissen
Entscheidung ist endgültig

Taufpaten können nachträglich nicht aus dem Taufregister gestrichen werden. Mit seiner Unterschrift/ der Übernahme des Patenamtes dokumentiert der Pate, dass er Zeuge der Taufe ist und das wird er urkundlich auch immer bleiben.

Evangelische Pfarrerin Natalie Wilcke ergänzt: „Die gesiegelte Patenbescheinigung bestätigt die offizielle kirchliche Beauftragung des Paten/der Patin.“

Es gibt natürlich keine Garantie, dass sich die Taufpaten lebenslang ihrem Amt und dem Patenkind verpflichtet fühlen. Familien können sich zerstreiten, Eltern können sich trennen und Freunde können sich abwenden – es gibt viele Gründe, warum Patenkind und Paten den Kontakt zueinander verlieren können.

Voraussetzungen für das Patenamt

Unabhängig von der persönlichen Eignung, gibt es in den meisten Gemeinden verbindliche Regeln, wer Taufpate werden darf.

  • Voraussetzungen für die Taufpaten: katholische Kirche
    Wird ein Kind katholisch getauft, so muss nach kirchlichem Recht mindestens einer der Paten katholisch sein und einer ACK-Mitgliedkirche angehören. Er muss mindestens 16 Jahre alt sein, selbst getauft sein, die erste Kommunion erhalten haben und gefirmt sein.
  • Voraussetzungen für die Taufpaten: evangelische Kirche
    Wird ein Kind evangelisch getauft, so muss nach kirchlichem Recht mindestens einer der Paten evangelisch sein und einer ACK-Mitgliedkirche angehören. Er muss mindestens 14 Jahre alt sein, selbst getauft und konfirmiert sein.

Zur ACK, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, gehören die evangelische und die römisch-katholische Kirche, die griechisch- und russisch-orthodoxen Kirchen, Baptisten, freie evangelische Kirchengemeinde und die englischen Kirchen.

Nicht dazu zählen zum Beispiel die Zeugen Jehovas oder Mormonen.

Darf ein Kind auch zwei Taufpaten haben?

Ja, das ist möglich. Meist wählen Eltern zwei Taufpaten für ihr Kind aus. Zusätzlich kann es noch sogenannte Taufzeugen geben.

Taufzeugen übernehmen kein offizielles Amt

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche schreibt nach kirchenrechtlichen Regelungen vor, dass nur Personen der gleichen Konfession ein offizielles Patenamt übernehmen dürfen.

Häufig ist es jedoch der Fall, dass zum Beispiel ein guter Freund oder ein Verwandter seit der Geburt eine sehr gute Beziehung zum Kind hat, aber eben nicht katholisch/evangelisch ist oder gar keiner Kirche angehört.

Diese Personen dürfen dann sogenannte Taufzeugen sein. Diese Rolle ist eher symbolisch. Die Kirche sieht das nicht als ein echtes Ehrenamt an. Wilcke ergänzt:

„Für Taufzeugen gibt es keine Patenurkunde oder offizielle Bescheinigung. Sie werden auch nicht in die Kirchenbücher eingetragen.“

Die Aufgaben der Taufpaten bei der Taufe?

Während der Taufe können die Paten in vielen Gemeinden aktiv an der Gestaltung teilnehmen. Sie können zum Beispiel im Vorfeld die Gestaltung der Taufkerze oder von Tauftüchern übernehmen, das Taufwasser herbeibringen, eine Tauffürbitte sprechen, eine Schriftlesung übernehmen, sich einen Taufspruch überlegen oder das Kind während der Taufe halten.

Taufpaten-Tipp für die Taufe

Es ist eine Tradition, dass der Taufpate bzw. einer der Taufpaten das Baby während der Zeremonie hält. Wilcke erklärt: „Das symbolisiert, dass das Kind noch von anderen Menschen aus der kirchlichen Gemeinschaft getragen wird, nicht nur von den Eltern.“

Kläre vor der Taufe, wer das sein soll. Das Kind sollte mit der Person vertraut sein und sich auf dem Arm während der Taufe sicher fühlen.

Geschenke für das Patenkind

Traditionell schenken Taufpaten dem Kind eine Kinderbibel, aus der später vorgelesen werden kann.

: Beachte!

Viele Gemeinden überreichen den Kindern auch eine Kinderbibel als Geschenk zur Taufe. Es ist sinnvoll, sich mit der Gemeinde abzustimmen, damit es nicht zu Doppelungen kommt.

Auch Taufkettchen mit christlichen Taufsymbolen sind ein beliebtes Geschenk. Gerne wird auch ein Sparbuch für das Patenkind angelegt.

Weitere Ideen für Taufgeschenke findest du auch in unserem Artikel dazu. In der Bildergalerie findest du allgemeine Geschenk-Tipps, außerdem Geschenke speziell für Mädchen beziehungsweise für Jungs sowie zeitlose Klassiker.

Sucht ihr noch nach Inspirationen für die Tauffeier, dann lohnt sich auch ein Klick auf unser Pinterest-Board zum Thema „:Taufe“.

Quellen

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