Taufpaten - Welche Aufgaben muss er übernehmen?

Taufpaten – Welche Aufgaben müssen sie übernehmen?

Bei der Wahl des Taufpaten müsst ihr als Eltern einige wichtige Aspekte beachten. Denn nicht jeder darf Patin oder Pate werden. Hier bekommst du alle Infos, welche konkreten Aufgaben Taufpaten bei der Taufe haben, welche Pflichten und welche Rechte sie besitzen. Anders als in Mafia-Verfilmungen, sollen Taufpaten das Kind nämlich vor allem auf den rechten, christlichen Pfad führen.

Taufpaten begleiten den Täufling bei der Taufe
Taufpaten sollen den Täufling ein Leben lang begleiten und ihm zur Seite stehen. © Bigstock / Sonjachnyj

Taufpaten: Aufgaben im Überblick

Aus der christlichen Tradition heraus haben Taufpaten für die Kirche eine konkrete Aufgabe: Sie sollen für die christliche Erziehung des Kindes da sein und ihm bei seinem Lebensweg helfend zur Seite stehen. Dafür können sie dem kleinen Patenkind zum Beispiel Geschichten aus der Bibel erzählen und vorlesen. In diesem Rahmen können sie als Taufgeschenk dem Kind eine Kinderbibel oder eine Taufkerze schenken – aber natürlich auch andere persönliche Dinge. Paten sollten auch an den Tauftag des Kindes erinnern und an diesem Tag das Patenkind besuchen und mit ihm und seiner Familie feiern. Bei der Kommunion, Konfirmation oder Firmung sollten die Taufpaten zugegen sein, jedoch endet das Patenamt nicht hiermit, sondern ist eine lebenslange Verbindung. Für die Eltern sollten die Taufpaten zudem eine moralische Stütze sein und sie in Erziehungsfragen unterstützen.

Fünf zentrale Aufgaben der Taufpaten:

  1. Sie sollen die christliche Erziehung des Patenkindes fördern.
  2. Sie sollen das Patenkind an wichtigen Stationen seines Glaubenslebens begleiten.
  3. Sie sollen eine moralische Stütze für die Eltern sein.
  4. Sie sollen die Eltern in Erziehungsfragen unterstützen.
  5. Sie sollen ein wichtiger Ansprechpartner für ihr Patenkind sein.

Übernehmen Taufpaten im Ernstfall das Sorgerecht?

Vielfach wird angenommen, dass Taufpaten die Aufgabe haben, das Patenkind bei sich aufzunehmen und großzuziehen, wenn den Eltern etwas zustößt. Dieses entspringt nicht der kirchlichen Tradition und hat seinen Ursprung in der Vergangenheit. Tatsächlich übernimmt in einem solchen Fall heute zunächst das Jugendamt die Sorge für das Kind und ermittelt, wo das Kind untergebracht werden soll. Sollten die Eltern den Wunsch haben, dass in einem solchen Fall ihr Kind zu einem der Taufpaten kommt, müssen sie dies schriftlich und notariell niederlegen. So etwas sollte aber unbedingt zuvor mit den Paten besprochen werden und hat mit der Vorbereitung auf die Taufe in der Kirche zunächst nichts zu tun.

Die Aufgaben der Taufpaten bei der Taufe?

Während der Taufe können die Paten in vielen Gemeinden aktiv an der Gestaltung teilnehmen, zum Beispiel das Herbeibringen des Taufwassers, die Gestaltung der Taufkerze oder von Tauftüchern, ein Fürbittgebet für das Kind sprechen, Erörterung eigener Patengedanken zum Taufspruch oder sie halten des Kindes während der Taufe. Im Video siehst du die 10 schönsten Taufsprüche:

Die 10 schönsten Sprüche zur Taufe

Taufpaten-Tipp für die Taufe

Kläre vor der Taufe, wer das Kind bei der Taufe halten soll – das Kind sollte mit der Person vertraut sein und sich auf dem Arm während der Taufe sicher fühlen. Üblich ist meist, dass ein Taufpate das Kind während der Taufe hält oder ein paar Worte sagt.

Wer kann Taufpate werden?

In den meisten Gemeinden gibt es verbindliche Regeln, wer Taufpate werden darf. Bei der Auswahl der Taufpaten sollten die Eltern daher darauf achten, dass die ausgewählten Personen einer Kirche der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehören. Dazu gehören die evangelische und die römisch-katholische Kirche, die griechisch- und russisch-orthodoxen Kirchen, Baptisten, freie evangelische Kirchengemeinde und die englischen Kirchen. Nicht dazu zählen zum Beispiel die Zeugen Jehovas oder Mormonen. Außerdem ist die Konfirmation beziehungsweise die Kommunion und Firmung des möglichen Taufpaten eine wichtige Voraussetzung für die Patenschaft.

  • Voraussetzungen für die Taufpaten: katholische Kirche
    Wird ein Kind katholisch getauft, so muss nach kirchlichem Recht mindestens einer der Taufpaten katholisch sein und der ACK angehören. Der Pate oder die Patin muss mindestens 16 Jahre alt sein, selbst getauft sein, die erste Kommunion erhalten haben und gefirmt sein.
  • Voraussetzungen für die Taufpaten: evangelische Kirche
    Wird ein Kind evangelisch getauft, so muss nach kirchlichem Recht mindestens einer der Taufpaten evangelisch sein und der ACK angehören. Der Pate oder die Patin muss mindestens 14 Jahre alt sein, selbst getauft und konfirmiert sein.

Taufzeugen übernehmen kein offizielles Amt

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche schreibt nach kirchenrechtlichen Regelungen also vor, dass nur Personen der gleichen Konfession das Amt des Taufpaten übernehmen dürfen. Häufig ist es jedoch der Fall, dass zum Beispiel ein guter Freund oder ein Verwandter seit der Geburt eine sehr gute Beziehung zum Kind hat, aber eben nicht katholisch/evangelisch ist sondern einer anderen oder gar keiner Kirche angehört. Diese Person dürfen dann sogenannte Taufzeugen sein. Allerdings ist das nicht gleichzusetzen mit dem offiziellen Patenamt. Das heißt, ohne dass es mindestens einen Taufpaten für das Kind gibt, darf es auch keinen Taufzeugen geben. Nichtsdestotrotz könne sie natürlich ebenfalls zum wichtigen Lebensbegleiter für das Kind werden.

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Persönliche Eignung als Taufpate

Neben der konfessionellen Zugehörigkeit zu einer Kirche des ACK gehört auch die persönliche Eignung als Taufpate zu den Auswahlkriterien. Ein Taufpate übernimmt ein wichtiges Amt und verpflichtet sich bei der Taufe, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Der ausgewählte Pate sollte willens und in der Lage sein, diese Aufgaben zu übernehmen und ihnen nachzukommen. Außerdem sollte die Beziehung zwischen Paten, Kind und den Eltern des Kindes gut und gefestigt sein.

Manchmal fällt es den Eltern schwer, Taufpaten für ihr Kind zu finden, die der Kirche angehören. Sollte dies bei dir der Fall sein, wende dich mit diesem Problem an deine Gemeinde. Es besteht auch die Möglichkeit, jemanden innerhalb der Gemeinde zu finden. Auch andere Möglichkeiten können in Betracht gezogen werden, hier kommt es auf den jeweiligen Pfarrer an, das Problem für alle zufrieden stellend zu lösen oder einen Taufaufschub zu erklären. Da die Kindertaufe nicht als heilsnotwendig erachtet wird, ist gegen letztere Möglichkeit von Seiten der Kirche nichts einzuwenden, sie gilt aber als letzte Lösung.

Wie viele Taufpaten für das Kind?

Es sollte zumindest ein Taufpate für das Kind gefunden werden. Üblicherweise werden zwei Taufpaten von den Eltern eingesetzt. Viele Eltern wählen ihre Geschwister als Taufpaten aus. Dies hat den Vorteil, dass Familienmitglieder mit dem Patenkind lebenslang familiär verbunden sind. Andererseits stehen Tanten und Onkel des Kindes ohnehin schon in einem Verwandtschaftsverhältnis zu dem Kind und das Heranziehen von Freunden als Paten bietet dem Kind vielleicht eher Anregung von außen. Generell gibt es keine Garantie, dass sich die Taufpaten lebenslang ihrem Amt und dem Patenkind verpflichtet fühlen: Familien können sich zerstreiten, Eltern können sich trennen und Freunde können sich abwenden – es gibt viele Gründe, warum Patenkind und Taufpaten den Kontakt zueinander verlieren können. Besprich auch solche Möglichkeiten mit den zukünftigen Paten.

Wichtig: In der Regel können Taufpaten nachträglich nicht aus dem Taufregister gestrichen werden. Mit seiner Unterschrift dokumentiert der Pate, dass er Zeuge der Taufe ist und das wird er urkundlich auch immer bleiben.

Tipps für Taufpaten: Geschenke für das Patenkind

Oft schenken die Paten die Taufkerze für das Kind. Diese kann man übrigens auch selbst machen. Kerzen und Wachsplatten hierfür gibt es in den meisten Bastelgeschäften. Auf eine Taufkerze gehören: Name des Kindes, Tauftag und ein christliches Symbol. Aber wie oben bereits genannt, bietet sich als  auch eine Kinderbibel als Geschenk an.

Weitere Ideen für Taufgeschenke findest du auch in unserem Artikel dazu. In der Bildergalerie findest du allgemeine Geschenk-Tipps, außerdem Geschenke speziell für Mädchen beziehungsweise für Jungs sowie zeitlose Klassiker.

Sucht ihr noch nach Inspirationen für die Tauffeier, dann lohnt sich auch ein Klick auf unser Pinterest-Board zum Thema „:Taufe“.

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Quellen:

Glenz, Tobias (2017): Kennen Taufpaten ihre wichtige Aufgabe? In: katholisch.de – das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland. https://www.katholisch.de/glaube/unser-glaube/taufe (letzter Zugriff März 2019)

Mawick, Reinhard (2013): Kindertaufe – Wer kann Pate werden? In: evangelisch.de, offizieller Internetauftritt der Evangelische Kirche in Deutschland. https://www.evangelisch.de/inhalte/113530/04-04-2013/kindertaufe-wer-kann-pate-werden (letzter Zugriff März 2019)

Kardinal Lehmann, Karl; Kardinal Schönborn Christoph; Bischof Dr. Koch, Kurt; Franck, Fernand (2008): Die Feier der Kindertaufe. Pastorale Einführung Hrsg. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Verlag Herder, S. 16-17

Die Taufe – Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis der Taufe in der evangelischen Kirche. Hrsg. Kirchenamt der EKD. Gütersloher Verlagshaus, S. 45-48