Mit Baby in die Berge: Tipps zum Familienurlaub mit herrlichem Ausblick

Mutter und Baby wandern in den Bergen
© Unsplash/ Toa Heftiba

Imposante Gipfel, Gebirgsseen und traumhaftes Panorama: Ein Sommerurlaub in luftiger Höhe ist definitiv ein wunderschönes Erlebnis für die ganze Familie. Und das Beste? Mit Baby in die Berge ist ebenfalls kein Problem – wenn man ein paar Punkte beachtet. Welche das sind, haben wir für dich zusammengefasst. Damit du außerdem nichts vergisst, findest du in unserem Artikel des Weiteren eine Checkliste für den Urlaub mit Baby und Kleinkind in den Bergen.

Ab wann darf ein Baby in die Berge?

Grundsätzlich kann man auch schon im ersten Lebensjahr des Babys mit ihm in die Berge auf Urlaub fahren. Hier kommt es aber definitiv auf die Höhe an. Eine Tour auf die Zugspitze oder den Watzmann ist absolut nicht zu empfehlen, weder mit Säugling bzw. Baby noch mit Kleinkind. Der Grund sind die Höhenmeter: Je länger man ansteigt, umso dünner wird die Luft und deren Sauerstoffgehalt sinkt. Das kann auch bei Erwachsenen zu Problemen führen. Vorsicht muss man zudem bei Gondelfahrten walten lassen: Der rasche Anstieg innerhalb kürzester Zeit kann unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen wie zum Beispiel Ohrenschmerzen führen.

Wie viele Höhenmeter sind also in Ordnung für ein Baby? Unter 1.500 Höhenmeter muss man sich meist weniger Gedanken machen. Bei 2.000 Höhenmeter ist aber absolut Schluss, weiter rauf sollte man mit Babys und Kleinkindern nicht. Ab dem dritten Lebensjahr kann man für den Familienurlaub schon etwas höhere Gipfel wählen. All dies sind jedoch nur Richtwerte, denn es kommt auch sehr auf die individuelle Situation an, wie zum Beispiel dem Kind selbst und dessen allgemeinem Gesundheitszustand sowie die sonstige Umgebung und die Wetterlage. Am besten spricht man mit seinem Kinderarzt, bevor man einen Urlaub mit Baby in den Bergen plant.

Wandern in den Bergen mit Baby und Kleinkind: das solltest du beachten
Wir haben bereits gehört, dass die Höhenmeter unter Umständen ein Problem für ein Baby oder Kleinkind darstellen können. Hier solltest du dich also vorab gründlich informieren, idealerweise natürlich beim Kinderarzt, damit auch wirklich die ganze Familie den Bergurlaub genießen kann.

Weitere Punkte, die du beim Bergwandern mit Baby und Kleinkind beachten solltest, sind folgende:

  • Wähle kindgerechte Touren: Ideal sind zum Beispiel Rundwanderwege in einfachem Gelände und abwechslungsreicher Umgebung. Kinder lieben es, etwas entdecken zu können.
  • Geh nicht zu lange: Je jünger das Kind, umso kürzer sollte die geplante Strecke sein. Kleinkinder unter 3 Jahren können ca. 3 – 4 km wandern – allerdings nicht am Stück!
  • Lege ausreichend Pausen ein: Diese sind wichtig für die Erholung und bieten Zeit für Spiel, Spaß und eine Stärkung. Verbringe die Pause in ungefährlichem Gelände, bei dem dein Kind sorglos herumtoben kann, wenn es möchte.
  • Nutze Sonnenschutz: Insbesondere am Berg ist die Sonnenstrahlung intensiver und kann rasch zu Sonnenbrand führen. Verwende also eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und trage diese regelmäßig neu auf. Vergiss auch nicht auf eine Kopfbedeckung für dein Baby oder Kleinkind.
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung muss mit: Alle Eltern wissen, wie schnell es gehen kann – fröhlich läuft das Kind herum, dann stolpert und stürzt es. Um selbst Erste Hilfe zu leisten und kleine Verletzungen direkt versorgen zu können, sollte deshalb Wunddesinfektion und Verbandmaterial immer dabei sein.
  • Pack genügend Verpflegung ein: Vor allem ausreichend Getränke sind wichtig. Für die Pausen braucht es natürlich weiters ein paar Snacks. Belegte Brötchen, Müsliriegel, Obst oder für ein Baby etwas Brei und gegebenenfalls ein Fläschchen müssen deshalb mit auf die Wanderung.
  • Nimm Regenschutz mit: Ist die Wettermeldung nicht ganz eindeutig, solltest du Regenponchos oder -jacken für dich und deine Familie mit einpacken. Verzichte sicherheitshalber auf die Wanderung, wenn sich Gewitter ankündigen. Gerade in den Bergen kann sich das Wetter sehr schnell drehen.

Damit du alles gut unterbringst, ist ein ordentlicher Rucksack Gold wert. Achte auf ausreichend Volumen und eine optimale Polsterung und Luftzirkulation. Bänder an der Außenseite zur Befestigung von Jacken oder Decken haben sich ebenfalls bewährt. Viele moderne Rucksäcke sind zudem mit einer leicht anzubringenden Regenhaut ausgestattet.

Brauche ich eine Babytrage bzw. Kinderkraxe?

Neben einem Rucksack für die Verpflegung und Wanderausrüstung solltest du auch an eine Tragemöglichkeit für dein Baby denken. Dein Kind die ganze Zeit auf dem Arm zu behalten ist nämlich keine ideale Lösung. Aus diesem Grund gibt es Babytragen. Hochwertige Varianten verteilen das Gewicht gut auf deinem Rücken und bieten eine angenehme Position für das Baby. Bitte beachte: Kinderkraxen sind nicht geeignet, wenn dein Baby noch nicht sitzen kann! Hier solltest du dich für ein Tragetuch entscheiden und dich und dein Kleines vorab daran gewöhnen. Das gilt natürlich auch für eine Babytrage: Am besten drehst du zu Hause ein paar kurze Runden, um zu prüfen, ob alles sitzt und passt.

Je nachdem, wie weit die Bergtour geplant ist, kann es von Vorteil sein, einen Kinderwagen oder Buggy zu benutzen. Hier gibt es auch spezielle Trekkingvarianten, die sich einfacher schieben lassen und gut gedämpft sind. So hat dein Kleinkind die Möglichkeit, sich auszuruhen, wenn es müde ist. Bevor du dich allerdings damit auf den Weg machst, ist es besser, sich über die Strecke und deren Kinderwagentauglichkeit zu informieren.

Verbringst du deinen Familienurlaub in einem kinderfreundlichen Hotel, dass auch auf Urlaub mit Baby ausgerichtet ist, kannst du an der Rezeption nachfragen. Die dortigen Mitarbeiter wissen in der Regel bestens über geeignete Touren mit Säuglingen und Kleinkindern Bescheid. In Familien- und Babyhotels mit Rundum-Service gibt es zudem oft tolle Bergkinderwagen, zum Beispiel von Thule, zum Ausleihen.

Checkliste – das muss beim Urlaub in den Bergen mit Baby und Kleinkind mit
Damit du nichts vergisst, wenn du mit Kleinkind und Baby in die Berge fährst, haben wir für dich in unserer Checkliste noch mal die wichtigsten Dinge zusammengefasst, die du für den Familienurlaub einpacken solltest:

  • Verpflegung: Dazu gehören zum Beispiel Folgemilch oder Brei, Müsliriegel, Getränke, Obst und entsprechendes Zubehör wie Fläschchen und Flaschenwärmer bzw. kinderfreundliches Besteck.
  • Sonnenschutz: Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sowie eine Kopfbedeckung sind gerade in den Bergen wichtig.
  • Reisedokumente: Verbringst du deinen Bergurlaub mit Baby oder Kleinkind im Ausland, solltest du dich vorab um einen Reisepass kümmern.
  • Bekleidung: Ausreichend Wechselkleidung ist ein Muss. Möchtest du mit deinen Kindern Baden gehen, sollte natürlich auch die Schwimmausrüstung inklusive Schwimmflügeln mit.
  • Regenschutz: Das Wetter in den Bergen kann unberechenbar sein. Regenjacken und Regenponchos sowie Schirme sollten daher auch ins Gepäck.
  • Windeln: Damit du diese im Urlaub nicht nachkaufen musst, ist es besser, ausreichend mitzubringen. Wickelauflagen gibt es meist in der Unterkunft, informiere dich aber trotzdem vorab. Kleine Tüten für die benutzten Windeln sind ebenfalls empfehlenswert, vor allem während einer Wanderung.
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung: Mit Verbandmaterial, Pflaster und Wunddesinfektion lassen sich kleinere Verletzungen einfach selbst verarzten. Bei Unsicherheit aber immer zum Arzt gehen, auch am Urlaubsort!
  • Spielzeug: Sorge für ausreichend Abwechslung und bring das Lieblingsspielzeug deines Kleinkindes mit, auch während einer Bergtour.
  • Babytrage: Eine Kinderkraxe bzw. ein Tragetuch oder Kinderwagen sind bei einer Wanderung in herrlicher Berglandschaft durchaus zu empfehlen.

Planst du keinen Sommerurlaub, sondern möchtest im Winter in die Berge ist ausreichend warme Bekleidung natürlich ein absolutes Muss, genauso wie entsprechendes Schuhwerk.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Es gibt spezielle Familienhotels, die neben einer fachkundigen Kinderbetreuung auch die wichtigste Ausrüstung zum Ausleihen anbieten. Solltest du also doch etwas zu Hause vergessen haben, kannst du diese Möglichkeit ganz einfach in Anspruch nehmen.