Trinkmenge Baby: Wie viel sollen Kinder trinken?

Trinkmenge Baby: Wie viel sollen Kinder trinken?

Trinken ist wichtig, gerade für Kinder! Aber was ist die richtige Trinkmenge? Babys verändern den Flüssigkeitsbedarf rasch. Ab wann darf das Baby Wasser trinken? Welche Getränke eignen sich für Kinder am besten? Was tun, wenn das Kind nicht ausreichend trinkt und wie erkenne ich das? Die Antworten findest du in diesem Artikel und eine Kurzzusammenfassung aller wichtigen Infos im Video:

Wie viel Flüssigkeit braucht mein Baby?

Die richtige Trinkmenge: Baby

In den ersten Monaten wird der Flüssigkeitsbedarf des Babys durch das Stillen beziehungsweise durch die Ersatzmilch gedeckt. Wasser, Säfte und auch Tees darf dein Säugling noch nicht trinken. Seine Nieren sind nicht vollständig ausgebildet. Größere Mengen Wasser können nicht verarbeitet werden. Im schlimmsten Fall droht dann eine Wasservergiftung.

Trotzdem brauchst du keine Angst haben, dass dein Baby zu wenig trinkt. Gerade beim Stillen passt sich deine Muttermilch gut den Bedürfnissen des Babys an. So ist die Milch am Anfang der Stillmahlzeit noch wässriger und durstlöschend, am Ende hat sie einen höheren Fettgehalt und ist nahrhafter. Bei großer Hitze wird ein Kind daher öfter aber kürzer trinken wollen.

Wie viel trinkt ein Baby?

Mit folgender Faustregel kannst du für die ersten Lebensmonate die tägliche Trinkmenge des Babys berechnen:

tägliche Trinkmenge Baby = 1/6 des Körpergewichts

Für einen schnellen Überblick:

  • Trinkmenge Neugeborenes:  30 Milliliter bis 80 Milliliter pro Mahlzeit in der ersten Woche
  • Trinkmenge Baby 2 Monate:  bis 100 Milliliter pro Mahlzeit
  • Trinkmenge Baby 3 Monate:  bis 130 Milliliter pro Mahlzeit
  • Trinkmenge Baby 4 Monate:  bis 170 Milliliter pro Mahlzeit
  • Trinkmenge Baby 5 Monate und älter: bis 200 Milliliter pro Mahlzeit

Wie viel Wasser darf ein Baby trinken?

Wie schon erwähnt, sollten Babys frühestens ab einem halben Jahr Wasser trinken. Parallel zum Beikoststart kannst du dem Baby Wasser und Tees anbieten. Mit der schrittweisen Einführung der Breimahlzeiten kann der Flüssigkeitsbedarf des Babys nicht mehr nur durch das Stillen oder das Fläschchen gedeckt werden. Als grobe Richtlinie gilt dann für die Trinkmenge: Babys ab der ersten Breimahlzeit haben einen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf von circa 400 Milliliter täglich zu der Milchmenge.

Video-Empfehlung

Die richtige Trinkmenge: Kinder

Wenn dein Kind ab etwa einem Jahr Familienkost isst, steigert sich erneut die Trinkmenge: Babys brauchen dann 600 Milliliter pro Tag, bei Zwei- bis Dreijährigen sind es schon 700 Milliliter. Bis zum siebten Lebensjahr steigt die Trinkmenge auf circa 1,5 Liter an.

Wie viel Flüssigkeit Kinder brauchen hängt nicht nur vom Alter ab, sondern beispielsweise auch davon, was sie essen und wie viel sie sich bewegen.

Wichtig: der Flüssigkeitsbedarf wird nicht nur durch Getränke gedeckt, auch die meisten Speisen enthalten Wasser, vor allem Gemüse, Obst und Suppe. Dies kann beim Zusammenzählen der gesamten Flüssigkeiten berücksichtigt werden.

Im Sommer, nach körperlicher Anstrengung und bei Krankheit steigt der Bedarf entsprechend. Vor allem wenn der Nachwuchs Fieber, Erbrechen oder Durchfall hat ist ausreichendes Trinken besonders wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen!

Erste Anzeichen, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt

Wenn Kinder zu wenig trinken, neigen sie zu Verstopfung und der Urin färbt sich dunkler. Weitere Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Mund und Lippen sind trocken
  • die Haut ist unelastisch

Fehlt sehr viel Wasser, zum Beispiel durch starkes Erbrechen oder Durchfall, kann es zu Schwindel, Schwächegefühl und Kreislaufbeschwerden kommen, das Kind ist kraft- und teilnahmslos, es wirkt zunehmend apathischer.

Hat die Trinkmenge Baby nicht ausgereicht, sinkt als erstes Anzeichen die Fontanelle ein. Weitere Anzeichen für den Flüssigkeitsmangel beim Baby sind:

Spätestens bei diesen Anzeichen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, der den Flüssigkeitsverlust mit Infusionen oder Elektrolytlösungen ausgleichen kann. Denn Dehydrierung kann für kleine Kinder und Babys schnell gefährlich werden.

Von Trinkmuffeln und Vieltrinkern

Durst ist das erste Anzeichen, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt, deshalb sollte er gar nicht erst aufkommen. Grundsätzlich sollten Kinder so viel trinken dürfen, wie sie möchten, jedoch nicht ununterbrochen an der Nuckelflasche oder dem Trinkbecher hängen – das ständige Umspülen mit Flüssigkeit schadet sonst den Zähnen und zwar selbst bei purem Wasser.

So sorgts du für eine ausreichende Trinkmenge: Babys und kleinen Trinkmuffeln kann man tagsüber immer wieder zwischendurch einen Schluck anbieten und sie ans Trinken erinnern, doch bitte nicht zum Trinken zwingen! Grundsätzlich sollten Eltern ihrem Kind ein gesundes Trinkverhalten vorleben, indem auch sie über den Tag verteilt regelmäßig zum Wasserglas greifen.

Was Kinder trinken sollten

Es zählt aber nicht nur die Trinkmenge: Babys und Kleinkinder sollten vor allem zuckerfreie Getränke trinken.

Gut geeignet sind:

  • Wasser mit wenig oder (besser noch) ohne Kohlensäure, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees eignen sich am besten. Es sollte deshalb den Großteil aller Getränke ausmachen. Pfefferminztee ist noch nichts für Babys, da er Menthol enthält.
  • Beim Tee-Kauf sollten Eltern Beuteltee oder losen Tee kaufen, keine Granulate, dafür aber auf Bio-Anbau achten, da in den Herkunftsländern einiger Tees ungesunde Spritzmittel verwendet werden.
  • Gemüse- und Fruchtsäfte enthalten viel Zucker, sie sollten also nur als Schorle (Verhältnis 3:1) angeboten werden. Die Fruchtsäure der Säfte greift außerdem die Zähne an und kann zudem bei manchen Babys für einen wunden Po sorgen. Säfte und Saftschorlen nicht vor dem Zähneputzen trinken – mindestens 30 Minuten Abstand halten denn die enthaltene Säure weicht den Zahnschmelz auf und dieser wird dann durch das Putzen beschädigt.
  • Milch eignet sich für Kinder ab einem Jahr, wird aber eher zu den flüssigen Nahrungsmitteln statt zu den Getränken gerechnet.

Nicht geeignet sind:

  • Koffeinhaltiges (Kaffee, Cola, Energie-Drinks, Schwarzer Tee) ist für Kinder tabu. Ebenso Limonaden und andere stark zuckerhaltige Getränke.

Säfte lieber nicht zu früh anbieten

Ob voll gestillt oder mit der Flasche gefüttert: Säuglinge brauchen in der Regel keine zusätzlichen Getränke. Mit dem Einführen der Beikost kann man dem Baby erstmals etwas zu Trinken anbieten, ein paar kleine Schlückchen zu jeder Breimahlzeit reichen am Anfang völlig aus. Es muss sich an den ungewohnten Geschmack erst einmal gewöhnen, dafür kann man auch schon vorher etwas Tee ins Fläschchen geben. Mag ein Kind mal kein Wasser oder Tee, kann man verschiedene Sorten ausprobieren. Vielleicht mag es den Tee ja lieber lauwarm oder es bevorzugt Kamille statt Fenchel (gut bei Blähungen)?

Solange ein Baby den süßen Geschmack nicht kennt, wird es diesen auch nicht vermissen. Daher sollten auf keinen Fall Süßmittel zum Getränk gegeben werden. Manche Eltern denken, es sei vielleicht gesünder, mit Honig statt mit Zucker zu süßen, jedoch ist es nicht nur genauso ungesunden:

Honig kann außerdem zum gefährlichen Säuglingsbotulismus führen – darum darf Honig nicht vor dem ersten Geburtstag gegeben werden.

Viele Eltern geben bei Tee vorschnell auf und beginnen zu früh mit Säften oder Fruchtschorlen. Der Geschmack von Babys und Kleinkindern variiert jedoch. Beim Trinken und Essen gilt deshalb die Faustregel: Erst nach neunmaligem Verweigern eines bestimmten Lebensmittels, kann man davon ausgehen, dass ein Kind dieses wirklich nicht mag. Bis dahin sollte man abgelehnte Speisen und Getränke einfach ein anderes mal wieder versuchen.

Stillende Mütter

Auch stillende Mütter sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Besonders im Sommer vergessen Mütter manchmal, dass sie durch Schwitzen mehr Flüssigkeit verlierern. Um nicht nur sich selbst zu versorgen sondern auch das Baby ausreichend zu sättigen und mit Flüssigkeit zu versorgen, muss sie bei heißem Wetter besonders viel trinken.