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Verstopfung beim Baby: Was tun?

vonBarbara Schniebel

Hat mein Baby Verstopfung? Woran du eine sogenannte Obstipation erkennst, wie du die Beschwerden lindern kannst und, wann du zum Arzt solltest.

Im Video: Ein schneller Überblick in 50 Sekunden: Was tun bei Verstopfung bei Neugeborenen?

vonBarbara Schniebel

Hat mein Baby Verstopfung? Symptome im Überblick

Bei Säuglingen kommt es vor, dass der Stuhlgang mehrere Tage ausbleibt. Solange der Stuhl beim nächsten Stuhlgang dann weich ist und das Baby ansonsten keine Beschwerden zeigt, liegt wahrscheinlich keine Verstopfung vor.

Die Häufigkeit des Stuhlgangs allein ist also kein sicheres Indiz, ob dein Baby Verstopfung hat oder nicht. Hier kommt es auf zwei Faktoren an:

  • Wie alt ist das Kind?
  • Wird es gestillt, bekommt es die Flasche oder wird gerade Beikost eingeführt?

Harter Stuhlgang beim Baby zeigt sich meistens erst ab der Beikosteinführung.

 

Wie äußert sich Verstopfung bei Babys?

Wenn du dir Sorgen machst,  solltest du auf folgende Anzeichen achten:

Dein Baby

hat drei oder weniger volle Windeln pro Woche (gilt nur bei Pre- oder Folgemilch)
hat trockenen, harten und kugelförmigen Stuhl
produziert stinkende Pupse und Stuhl
hat einen harten Bauch
weint und schreit, bevor es in die Windel macht
wirkt gereizt
hat keinen Appetit
hat entzündete oder eingerissene Haut um den After
wirkt abgeschlagen

Mehr allgemeine Infos über Babys volle Windel bekommst du hier: Stuhlgang Baby – Wissenswertes über das große Geschäft.

Welche Ursachen hat die Verstopfung bei Babys

Wichtig: Grundsätzlich ist eine Verstopfung bei voll-gestillten Säuglingen sehr untypisch. Das liegt daran, dass Muttermilch gut bekömmlich ist. Diese Babys können mehrmals täglich oder aber nur ein paar Mal in der Woche Stuhlgang haben – beides ist völlig normal.

Zeigt dein Baby keine weiteren Symptome, hat es Appetit und nimmt es an Gewicht zu, musst du dir keine Sorgen machen. Behalte den Windelinhalt trotzdem im Auge.

Wenn du schon kurz nach der Geburt bemerkst, dass der Bauch deines Kindes oft sehr dick ist und dein Kind außerdem nicht gut Gewicht zunimmt, solltest du  auf jeden Fall deinen Kinderarzt aufsuchen.

: Gewicht deines Babys

Mögliche Ursachen sind:

  • Verstopfung durch Säuglingsnahrung
    Kinder, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden, entwickeln leichter einer Verstopfung. Der Darm muss sich nämlich erst an die Pre- oder Folgemilch gewöhnen. Diese ist schwerer zu verdauen als Muttermilch und kann daher klumpigen oder festen Stuhl erzeugen. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung muss deshalb unbedingt die genaue Dosierung des Pulvers eingehalten werden.
  • Beikoststart führt zu Verstopfung
    Auch die Umstellung auf Beikost kann beim Baby harten Stuhl verursachen und eine Verstopfung begünstigen. Die Verdauung des Babys muss sich erst an die neue Ernährung gewöhnen und braucht vielleicht einfach etwas Zeit.
    Daher ist es ratsam, sich bei der Umstellung an die allgemeinen Empfehlungen zu halten und die neuen Nahrungsmittel nur schrittweise nach Beikostplan einzuführen.
  •  Das Baby ist dehydriert
    Fehlt dem Körper Flüssigkeit, kann das auch ein Grund für die Verstopfung sein. Achte daher darauf, dass dein Kind genügend trinkt. Eine Fontanelle, die auch im Liegen deutlich einfällt, ist ein Warnsignal, dass deinem Baby Flüssigkeit fehlt. Beachte aber: Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten Baby bis zum 6. Lebensmonat wasserfrei bleiben – bei Säuglingen sollte der Flüssigkeitsbedarf also mit Muttermilch oder Pre-Nahrung gedeckt werden.
    Bedenke auch: Beim Zahnen, bei fieberhaften Infekten oder Ohrenschmerzentrinken manche Babys weniger. Achte in dieser Zeit besonders auf genug Flüssigkeitszufuhr.
  • Antibiotikum
    Hat dein Baby gerade Antibiotika bekommen, dann kann das die Ursache für die Verstopfung sein. Denn ein Antibiotikum kann die Darmflora durcheinanderbringen. Mögliche Folgen: Verstopfung oder Durchfall.

Was tun bei Verstopfung bei Neugeborenen?

Was deinem Baby bei einer Verstopfung hilft, kommt auf die Ursache beziehungsweise auf das Alter deines Kindes an.

Verstopfung bei Säuglingen

Flaschenkindern mit Verdauungsproblemen hilft zum Beispiel ein Umstieg auf Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen, denn diese ist leichter verdaulich.

Wird Milchnahrung dagegen mit Schmelzflocken, Karottensaft oder kalkhaltigem Wasser zubereitet, verstärkt dies die Problematik

Ein Teelöffel Milchzucker im Fläschchen kann die Symptome lindern. Jedoch darf dieser nur in Maßen und nicht dauerhaft gegeben werden, da er schnell das andere Extrem verursacht: Durchfall.

 

Was hilft bei Verstopfung durch Beikosteinführung?

Wenn der Beikoststart Verstopfungen auslöst, kann Änderung der Breiauswahl helfen.

Welche Obst-und Gemüsesorten sollte ich meiden?

Diese Sorten haben eine stuhlfestigende Wirkung und sollten bei einer Verstopfung sparsam gefüttert werden:

  • Karotten
  • Reis und Reisflocken
  • Bananen
  • Weißbrot
  • Kakao und Schokolade, die bei der Ernährung von Babys ohnehin vermieden werden sollten.

 

Zu bevorzugen sind Lebensmittel wie

  • Aprikosen
  • Beeren
  • Birne
  • Kürbis
  • Pastinake
  • Zucchini

Hausmittel, die deinem Baby bei Verstopfung helfen

  • zum Beispiel mit Bäuchleinöl oder „Fahrrad fahren“ mit den Beinchen, um  die Darmtätigkeit anzuregen.
  • Wärme kann die Verdauung wieder in Schwung bringen. Ein warmes Bad reicht manchmal schon aus.
  • Ausreichend Bewegung: Animiere dein Kind mit einem lustigen Spiel zum Strampeln oder Krabbeln, wenn es das schon kann.
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Bei Anzeichen einer drohenden Dehydrierung umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Sind Risse am After der Grund, können auch Wundheilsalben
  • Welches Öl hilft bei Verstopfung bei Säuglingen? Distel-Öl aus Färberdistel soll bei Babys ab etwa 3 Monaten verdauungsfördernd wirken. Einfach ein bis zweimal pro Tag einen Teelöffel ins Fläschchen oder zur Beikost geben.

Vor diesen Maßnahmen warnen Kinderärzte

Die eben genannten Sofortmaßnahmen können helfen, die Verstopfung bei Babys sanft zu lösen. Kinder- und Jugendarzt Dr. Jakob Maske, Sprecher des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, warnt jedoch vor anderen Methoden:

 

„Ich würde stets von manuellen Maßnahmen zu Hause abraten, also keine Thermometer in den Popo schieben oder Ähnliches. Dies könnte zu Verletzungen oder Irritationen der Darmschleimhaut führen und damit zur Zunahme der Problematik. Manchmal ist der einmalige Gebrauch eines sofort abführenden Mittels hilfreich, jeglicher Medikamenteneinsatz sollte jedoch nur in ärztlicher Absprache erfolgen.“

Haben Babys dennoch ausbleibenden Stuhlgang, Bauchweh und starke Probleme bei der Darmentleerung, könnten organische Ursachen, wie eine Darmerkrankung, dahinterstecken. Die sind aber zum Glück eher selten.

Verstopfung beim Baby: Wann zum Arzt?

Manche Ursachen, die nur ein Kinderarzt diagnostizieren kann sind beispielsweise Lebensmittelallergien oder Darmerkrankungen.

Zum Arzt solltest du, wenn …

  • …die Symptome mehr als zwei Monate bestehen
  • dein Kind Schmerzen und hat
  • … du dir Sorgen machst
  • Blut auf dem Stuhl ist. Dieser ist zwar meistens harmlos, sollte aber immer ein abgeklärt werden

Treten diese Symptome zusätzlich auf, kann das ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung sein, die sofort abgeklärt werden muss.

  • sehr starken Bauchschmerzen
  • Bauchkrämpfe
  • Erbrechen
  • Fieber
  • hartegespannter Bauchdecke

Häufig gestellte Fragen

Kann man einer Verstopfung beim Baby vorbeugen?

Ist eine Verstopfung für mein Baby gefährlich?

Was ist ein Darmüberlauf?

Quellen

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