Wenn das Baby Verstopfung hat: Das kannst du tun

Wenn das Baby Verstopfung hat

Hat dein Baby Verstopfung? Unregelmäßiger Stuhlgang alleine ist noch kein eindeutiges Indiz dafür. Woran man eine echte sogenannte „Obstipation“ erkennt und wie du die Beschwerden lindern kannst, erfährst du hier.

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Video-Zusammenfassung: Tipps für schnelle Hilfe bei Baby-Verstopfung

Dass ein Baby Verstopfung hat, ist nicht ungewöhnlich. Sein Verdauungssystem ist quasi noch im Training und daher sehr störungsanfällig. Leider bedeutet das auch, dass die Ursachen für die Verstopfung ganz unterschiedlich sein können – abhängig vom Altern. Was mögliche Übeltäter sein können und wie du deinem Baby die Beschwerden nimmst, liest du hier.

Verstopfung Baby: Symptome erkennen

Wenn du dir Sorgen machst, ob dein Baby Verstopfung hat, solltest du auf diese sechs Verstopfung-Symptome achten:

  1. Das Baby weint und schreit, bevor es in die Windel macht
  2. Das Baby wirkt generell gereizt
  3. Es hat nur drei oder weniger volle Windeln pro Woche (gilt bei Pre- oder Folgemilch)
  4. Trockener, harter und kugelförmiger Stuhl
  5. Stuhl und Pupse haben einen überdurchschnittlich strengen, üblen Geruch
  6. Dein Baby hat einen harten Bauch

Erst wenn du mehrere dieser Anzeichen erkennst, dann ist eine Verstopfung sehr wahrscheinlich. Die Häufigkeit des Stuhlgangs allein ist nämlich noch kein sicheres Indiz, ob dein Baby Verstopfung hat oder nicht. Diese variiert je nach Alter und Ernährungsgewohnheiten. So ist eine Verstopfung bei Babys, die voll gestillt werden, eher selten, da Muttermilch so gut verdaulich ist. Sie können mehrmals täglich oder aber nur ein paar Mal in der Woche Stuhlgang haben – beides ist völlig normal. Kinder, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden, haben regelmäßiger eine volle Windel, können aber auch leichter von einer Verstopfung betroffen sein. Ärzte sprechen auch von einer sogenannten Obstipation.

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Verstopfung bei Babys: Ursachen

Zunächst kommt es darauf an, wie alt dein Kind ist und was es schon zu sich nimmt. Nur Muttermilch? Flaschennahrung oder schon Beikost? Eine Verstopfung bei Säuglingen ist häufig auf die Säuglingsnahrung zurückzuführen. Der Darm muss sich nämlich erst an die Pre- oder Folgemilch gewöhnen. Diese ist schwerer zu verdauen als Muttermilch und kann daher den Stuhl fest und klumpig machen. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung muss deshalb unbedingt die genaue Dosierung des Pulvers beachtet werden.

Wenn die Beikost Verstopfung verursacht

Auch die Umstellung auf Beikost kann einen festeren Stuhl verursachen und somit eine Verstopfung bei Babys begünstigen. Die Verdauung des Babys muss sich erst an die neue Ernährung gewöhnen und braucht vielleicht einfach etwas Zeit. Daher ist es ratsam, sich bei der Beikosteinführung an die allgemeinen Empfehlungen zu halten und die neuen Nahrungsmittel nur schrittweise nach Beikostplan einzuführen. Bei den Breimahlzeiten ist es außerdem wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr aus Wasser oder ungesüßtem Tee zu achten. So kannst du einer Verstopfung vorbeugen.

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Was tun bei Verstopfung?

Was deinem Baby bei einer Verstopfung hilft, kommt ganz entscheidend auf die Ursachen an beziehungsweise auf das Alter deines Kindes.

Das hilft bei Verstopfung bei Säuglingen

Flaschenkindern mit Verdauungsproblemen hilft zum Beispiel ein Umstieg auf Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen, denn diese ist wieder leichter verdaulich. Wird Milchnahrung dagegen mit Schmelzflocken, Karottensaft oder kalkhaltigem Wasser zubereitet, verstärkt dies die Problematik, dass dein Baby Verstopfung bekommt. Im Gegensatz dazu kann ein Teelöffel Milchzucker im Fläschchen die Symptome lindern. Jedoch darf dieser nur in Maßen und nicht dauerhaft gegeben werden, da er schnell das andere Extrem verursacht: Durchfall.

Das hilft bei Verstopfung nach Beikosteinführung

Sollte die Beikost Verstopfung verursacht haben und leidet dein Baby an festem, hartem Stuhlgang und hat Probleme bei der Darmentleerung, sollte dies bei der Wahl der Breisorten berücksichtigt werden. Manche Obst- und Gemüsesorten haben nämlich eine stuhlfestigende Wirkung und sollten bei einer Verstopfung Babys eher sparsam gefüttert werden. Zu diesen gehören Karotten, Reis und Reisflocken und Bananen.

Außerdem als problematisch gelten Weißbrot, Kakao und Schokolade, die bei der Ernährung von Babys ohnehin vermieden werden sollten. Zu bevorzugen sind Lebensmittel wie Aprikosen, Beeren, Birne, Kürbis, Pastinake und Zucchini. Im späteren Kleinkindalter bieten sich außerdem Vollkornprodukte, Pflaumen, Trauben, Trockenobst, Müsli und Salate zur Anregung der Verdauung an.

Tut sich das Baby dennoch schwer die Windel zu füllen, hilft vielleicht eine sanfte Bauchmassage beim Baby zum Beispiel mit Bäuchleinöl oder „Fahrrad fahren“ mit den Beinchen, um die Darmtätigkeit anzuregen. Auch Wärme kann die Verdauung wieder in Schwung bringen. Ein warmes Bad reicht manchmal schon aus. Grundsätzlich bringt natürlich auch ausreichend Bewegung etwas. Animiere dein Kind mit einem lustigen Spiel zum Strampeln oder Krabbeln, wenn es das schon kann.

Vor diesen Maßnahmen warnen Kinderärzte

Die eben genannten Sofortmaßnahmen können helfen, die Verstopfung bei Babys sanft zu lösen. Kinder- und Jugendarzt Dr. Jakob Maske, Sprecher des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, warnt jedoch vor anderen Methoden: „Ich würde stets von manuellen Maßnahmen zu Hause abraten, also keine Thermometer in den Popo schieben oder Ähnliches. Dies könnte zu Verletzungen oder Irritationen der Darmschleimhaut führen und damit zur Zunahme der Problematik. Manchmal ist der einmalige Gebrauch eines sofort abführenden Mittels hilfreich, jeglicher Medikamenteneinsatz sollte jedoch nur in ärztlicher Absprache erfolgen.“ Haben Babys dennoch ausbleibenden Stuhlgang, Bauchweh und starke Probleme bei der Darmentleerung, könnten organische Ursachen dahinterstecken, die zum Glück aber selten sind.

Verstopfung Baby: Wann zum Arzt?

Manche Ursachen warum dein Baby Verstopfung hat kann nur ein Kinderarzt diagnostizieren: beispielsweise Lebensmittelallergien oder Darmerkrankungen. Dr. Maske, erklärt wann Eltern sich an einen Arzt wenden sollten: „Immer dann, wenn die Symptome mehr als zwei Monate bestehen und natürlich jederzeit, wenn die Kinder über Tage Schmerzen haben oder sich die Eltern Sorgen machen. Auch Blut auf dem Stuhl ist zwar meistens harmlos, sollte aber immer ein Vorstellungsgrund beim Kinder- und Jugendarzt sein.“

Wenn ein Kind unter sehr starken Bauchschmerzen, vielleicht zusammen mit Bauchkrämpfen, Erbrechen oder einer harten gespannten Bauchdecke leiden, muss es sofort ärztlich untersucht werden. Dies können Anzeichen für ernstere Erkrankungen, wie beispielweise ein Darmverschluss sein. Auch zu wenig Flüssigkeit macht den Stuhl fester. Beim Zahnen, bei fieberhaften Infekten oder Ohrenschmerzen, trinken manche Babys weniger. Eltern, deren Baby Verstopfung hat, sollten deshalb auch stets an einen Flüssigkeitsmangel denken und bei einer drohenden Dehydrierung einen Arzt aufsuchen.

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