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Wenn das Baby Verstopfung hat: Ursachen und was jetzt hilft

Hat mein Baby Verstopfung? Verstopfung und harter Stuhlgang bei Babys ist nicht ungewöhnlich. Ihr Verdauungssystem ist quasi noch im Training und daher sehr störungsanfällig. Leider bedeutet das auch, dass die Ursachen ganz unterschiedlich sein können. Woran du eine echte sogenannte Obstipation erkennt, wie du die Beschwerden lindern kannst und wann du zum Arzt solltest, erfährst du hier.

Nur wenig Zeit? Dann schau dir unser Info-Video an. Ein schneller Überblick in 50 Sekunden: Was tun bei Verstopfung beim Baby?

Tipps gegen Verstopfung beim Baby

Hat das Baby Verstopfung? Symptome Überblick

Die Häufigkeit des Stuhlgangs allein ist noch kein sicheres Indiz, ob dein Baby Verstopfung hat oder nicht. Hier kommt es stark darauf an, wie alt dein Kind ist, ob es gestillt wird, die Flache bekommt oder ihr gerade die erste Beikost einführt. In den ersten Monaten ist eine Verstopfung bei Säuglingen eher untypisch, vor allem wenn sie voll gestillt werden. Meist kommt harter Stuhlgang beim Baby zusammen mit der ersten Beikost.
Wenn du dir trotzdem Sorgen machst, dass dein Baby Verstopfung hat, dann solltest du auf folgende Anzeichen achten:

  1. Nur drei oder weniger volle Windeln pro Woche (gilt nur bei Pre- oder Folgemilch)
  2. Trockener, harter und kugelförmiger Stuhl
  3. Stuhl und Pupse haben einen überdurchschnittlich strengen, üblen Geruch
  4. Dein Baby hat einen harten Bauch
  5. Das Baby weint und schreit, bevor es in die Windel macht
  6. Das Baby wirkt generell gereizt
  7. Appetitlosigkeit

Mehr allgemeine Infos über Baby volle Windel bekommst du hier: Stuhlgang Baby – Wissenswertes über das große Geschäft.

Ursachen für Verstopfung: Säuglinge und Babys

Wichtig: Grundsätzlich ist eine Verstopfung bei Säuglingen, die voll gestillt werden, eher selten, da Muttermilch gut bekömmlich ist. Sie können mehrmals täglich oder aber nur ein paar Mal in der Woche Stuhlgang haben – beides ist völlig normal. Zeigt dein Baby sonst keine Symptome, hat es Appetit und nimmt es an Gewicht zu, musst du dir keine Sorgen machen. Behalte den Windelinhalt trotzdem im Auge. Im Zweifel ist auch immer dein Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.

Welche konkrete Ursache es hat, dass dein Baby Verstopfung hat, kommt zunächst darauf an, wie alt dein Kind ist und was es schon zu sich nimmt.

  • Säuglingsnahrung
    Kinder, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden können leichter von einer Verstopfung betroffen sein. Der Darm muss sich nämlich erst an die Pre- oder Folgemilch gewöhnen. Diese ist schwerer zu verdauen als Muttermilch und kann daher den Stuhl fest und klumpig machen. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung muss deshalb unbedingt die genaue Dosierung des Pulvers beachtet werden.
  • Wenn die Beikost Verstopfung verursacht
    Auch die Umstellung auf Beikost kann beim Baby harten Stuhl verursachen und somit eine Verstopfung begünstigen. Die Verdauung des Babys muss sich erst an die neue Ernährung gewöhnen und braucht vielleicht einfach etwas Zeit. Daher ist es ratsam, sich bei der Beikosteinführung an die allgemeinen Empfehlungen zu halten und die neuen Nahrungsmittel nur schrittweise nach Beikostplan einzuführen. Bei den Breimahlzeiten ist es außerdem wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr aus Wasser oder ungesüßtem Tee zu achten. So kannst du einer Verstopfung vorbeugen.
  • Dehydrierung
    Fehlt dem Körper Flüssigkeit, kann das ebenso ein Grund für die Verstopfung sein. Achte daher darauf, dass dein Kind genügend trink. Eine Fontanelle, die auch im Liegen deutlich einfällt, ist ein Warnsignal, dass deinem Baby Flüssigkeit fehlt.
  • Kleinere Verletzungen
    Harter Stuhlgang beim Baby – Verstopfung: Das ist leider auch ein Teufelskreis. Fester Stuhl kann kleine Verletzungen an der Analschleimhaut verursachen. Hat dein Baby Schmerzen, wenn es in die Windel macht, kann es vielleicht passieren, dass es den Stuhlgang absichtlich zurückhält. Das kann eine Verstopfung natürlich zusätzlich begünstigen.

Video-Empfehlung

Was tun, wenn das Baby Verstopfung hat?

Was deinem Baby bei einer Verstopfung hilft, kommt ganz entscheidend auf die Ursachen an beziehungsweise auf das Alter deines Kindes.

Das hilft, wenn ein Säuglingen Verstopfung hat

Flaschenkindern mit Verdauungsproblemen hilft zum Beispiel ein Umstieg auf Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen, denn diese ist wieder leichter verdaulich. Wird Milchnahrung dagegen mit Schmelzflocken, Karottensaft oder kalkhaltigem Wasser zubereitet, verstärkt dies die Problematik, dass dein Baby Verstopfung bekommt. Im Gegensatz dazu kann ein Teelöffel Milchzucker im Fläschchen die Symptome lindern. Jedoch darf dieser nur in Maßen und nicht dauerhaft gegeben werden, da er schnell das andere Extrem verursacht: Durchfall.

Das hilft bei Verstopfung nach Beikosteinführung

Sollte die Beikost Verstopfung verursacht haben und leidet dein Baby an festem, hartem Stuhlgang und hat Probleme bei der Darmentleerung, sollte dies bei der Wahl der Breisorten berücksichtigt werden. Manche Obst- und Gemüsesorten haben nämlich eine stuhlfestigende Wirkung und sollten bei einer Verstopfung Babys eher sparsam gefüttert werden. Zu diesen gehören Karotten, Reis und Reisflocken und Bananen.

Außerdem als problematisch gelten Weißbrot, Kakao und Schokolade, die bei der Ernährung von Babys ohnehin vermieden werden sollten. Zu bevorzugen sind Lebensmittel wie Aprikosen, Beeren, Birne, Kürbis, Pastinake und Zucchini. Im späteren Kleinkindalter bieten sich außerdem Vollkornprodukte, Pflaumen, Trauben, Trockenobst, Müsli und Salate zur Anregung der Verdauung an.

Tut sich das Baby dennoch schwer die Windel zu füllen, hilft vielleicht eine sanfte Bauchmassage beim Baby zum Beispiel mit Bäuchleinöl oder „Fahrrad fahren“ mit den Beinchen, um die Darmtätigkeit anzuregen. Auch Wärme kann die Verdauung wieder in Schwung bringen. Ein warmes Bad reicht manchmal schon aus. Grundsätzlich bringt natürlich auch ausreichend Bewegung etwas. Animiere dein Kind mit einem lustigen Spiel zum Strampeln oder Krabbeln, wenn es das schon kann.

Mit diesem Trick kann dein Baby besser pupsen

Vor diesen Maßnahmen warnen Kinderärzte

Die eben genannten Sofortmaßnahmen können helfen, die Verstopfung bei Babys sanft zu lösen. Kinder- und Jugendarzt Dr. Jakob Maske, Sprecher des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, warnt jedoch vor anderen Methoden: „Ich würde stets von manuellen Maßnahmen zu Hause abraten, also keine Thermometer in den Popo schieben oder Ähnliches. Dies könnte zu Verletzungen oder Irritationen der Darmschleimhaut führen und damit zur Zunahme der Problematik. Manchmal ist der einmalige Gebrauch eines sofort abführenden Mittels hilfreich, jeglicher Medikamenteneinsatz sollte jedoch nur in ärztlicher Absprache erfolgen.“ Haben Babys dennoch ausbleibenden Stuhlgang, Bauchweh und starke Probleme bei der Darmentleerung, könnten organische Ursachen dahinterstecken, die zum Glück aber selten sind.

Verstopfung Baby: Wann zum Arzt?

Manche Ursachen warum dein Baby Verstopfung hat kann nur ein Kinderarzt diagnostizieren: beispielsweise Lebensmittelallergien oder Darmerkrankungen. Maske erklärt, wann Eltern sich an einen Arzt wenden sollten: „Immer dann, wenn die Symptome mehr als zwei Monate bestehen und natürlich jederzeit, wenn die Kinder über Tage Schmerzen haben oder sich die Eltern Sorgen machen. Auch Blut auf dem Stuhl ist zwar meistens harmlos, sollte aber immer ein Vorstellungsgrund beim Kinder- und Jugendarzt sein.“

Wenn ein Kind unter sehr starken Bauchschmerzen, vielleicht zusammen mit Bauchkrämpfen, Erbrechen oder einer harten gespannten Bauchdecke leiden, muss es sofort ärztlich untersucht werden. Dies können Anzeichen für ernstere Erkrankungen sein, wie beispielweise ein Darmverschluss. Auch zu wenig Flüssigkeit macht den Stuhl fester. Beim Zahnen, bei fieberhaften Infekten oder Ohrenschmerzen, trinken manche Babys weniger. Eltern, deren Baby Verstopfung hat, sollten deshalb auch stets an einen Flüssigkeitsmangel denken und bei einer drohenden Dehydrierung einen Arzt aufsuchen.


Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Die Verdauung bei Säuglingen, In: kindergesundheit-info, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/verdauung/ (letzer Abruf: Juni 2019)
  • Steininger, Cornelia; Prof. Dr. Nentwich, Hans-Jürgen: Verstopfung, In: Kinder- und Jugendärzte im Netz
    https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/verstopfung/was-ist-eine-verstopfung/(letzer Abruf: Juni 2019)
  • Dr Henderson, Roger: Constipation in Children, In: Patient
    https://patient.info/doctor/constipation-in-children-pro (letzer Abruf: Juni 2019)