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Augenfarbe Vererbung beim Baby: Diese Augenfarbe bekommt dein Kind

Kleines Mädchen mit blauer Augenfarbe
Welche Augenfarbe bekommt mein Kind?
© Unsplash/ Conner Baker

Welche Augenfarbe bekommt mein Kind? Eine Tendenz kannst du schon in der Schwangerschaft berechnen. Hier findest du die genetischen Wahrscheinlichkeiten, welche Augenfarbe dein Kind bekommt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Welche Augenfarbe dein Baby bekommt, ist genetisch festgelegt. Sie wird von den Eltern nach einem bestimmten Muster vererbt.
  • Vereinfacht lässt sich sagen, dunkle Augenfarben überlagern in der Regel die hellen. Aber: auch wenn beide Eltern braune Augen haben, kann das Baby blaue Augen bekommen – nur die Wahrscheinlichkeit ist gering.
  • Hellhäutige Babys kommen meist mit blau-grauen Augen zur Welt. Es dauert etwa 18 Monate, bis sich die endgültige Augenfarbe entwickelt hat.
  • Auch eine mehrfarbige Augenfarbe ist möglich. Dieses Phänomen nennt man Iris-Heterochromie.

Wie entsteht Babys Augenfarbe? Vererbung kurz erklärt

Die Augenfarbe seines Babys beeinflussen kann niemand, sie ist genetisch festgelegt. Spannend ist, dass die Gene, die für die Augenfarbe-Vererbung verantwortlich sind, mit doppeltem Chromosomensatz, also diploid, vorliegen.

In jedem Menschen schlummert also neben der sichtbaren Augenfarbe noch eine unsichtbare. In der Wissenschaft spricht man von Phänotyp (sichtbar) und Genotyp (nicht sichtbar). Weil auch diese unsichtbare Augenfarbe Baby vererbt wird, können Eltern mit braunen Augen durchaus ein blauäugiges Kind bekommen. Das ist jedoch selten. Denn die dunklen Farben überlagern in der Regel die hellen.

Welche Augenfarbe Babys bekommen, hängt von der Augenfarbe der Eltern ab. Dabei gibt es dominant vererbte und rezessiv vererbte Augenfarben. Rezessiv bedeutet, dass das Merkmal von dem dominanten Merkmal verdrängt wurde. Umgangssprachlich gesagt ist eine Farbe einfach stärker als die andere.

Nur, wenn der Zufall mitspielt und das Kind von beiden Elternteilen jeweils den Genotyp für blaue Augen vererbt bekommt, wird es blauäugig. Allerdings ist das sehr vereinfacht dargestellt. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass bei der Entstehung der individuellen Augenfarbe mindestens 16 Gene beteiligt sind. Deswegen bleibt Babys Augenfarbe am Ende doch immer eine große Überraschung – vor allem, da die tatsächliche Augenfarbe bei der Geburt meist noch gar nicht feststeht.

Warum verändert sich die Augenfarbe des Babys?

Bei der Geburt ist die Pigmentierung der Regenbogenhaut mit dem Farbstoff Melanin noch nicht abgeschlossen. „Die Melanozyten sind zwar bei Geburt bereits vorhanden, aber sie fangen mit der Pigmentbildung erst um den sechsten Lebensmonat an“, erklärt Prof. Martin Spitzer, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem NDR.

Im Laufe der Zeit bildet das Auge also immer mehr Pigmente, die die Augenfarbe bei Babys verändern kann.

: Kommen alle Babys mit blauen Augen zur Welt?

Nein. Dieser Mythos ist entstanden, weil Forscher:innen sich meist nur mit europäischen Babys beschäftigt haben. Tatsächlich hat eine weltweite Studie herausgefunden, dass

  • 63% der Babys bei der Geburt braune Augen,
  • 20,8% blaue Augen,
  • 5,7% grün/ braune,
  • 9,9% eine unklare Farbe,
  • und 0,5% verschiedene Augenfarben haben.

Hellhäutige Babys, vor allem aus dem europäischen Raum, werden dabei meist mit blauen Augen geboren, dunklere Kinder mit braunen.

Wann steht die Augenfarbe des Babys endgültig fest?

Die tatsächliche Augenfarbe deines Babys steht meistens nach etwa 18 Monaten fest. In seltenen Fällen gibt es Kinder, bei denen sich die Augenfarbe auch später nochmal ändert.

Augenärzte empfehlen bei einer späteren Veränderung der Augenfarbe unbedingt einen Arzt aufzusuchen, um andere seltene Erkrankungen auszuschließen: wie zum Beispiel das Heterochromie-Zyklitis (Fuchs-Uveitis-Syndrom), eine chronischen Entzündung der Regenbogenhaut oder eine Erkrankung des Nervus sympathicus.

Welche Augenfarbe bekommt mein Kind?

Gerade Paare mit unterschiedlichen Augenfarben sind natürlich sehr gespannt, welche Farbe Babys Augen haben werden. Mit welcher Wahrscheinlichkeit bekommt dein Baby deine Augenfarbe? Hier findest du eine Grafik, die dir die Wahrscheinlichkeit der Augenfarbe-Vererbung anzeigt:

Grafik: Wahrscheinlichkeit der Augenfarbe

Wähle die Zeile aus, die für dich und deine:n Partner:in zutrifft. Hinter dem Gleichheitszeichen kannst du dann ablesen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dein Baby braune, grüne oder blaue Augen bekommt.

Grafik: Welche Augenfarbe bekommt mein Kind?

© TargetVideo + Bisgstock/ Sakena

Vererbung Augenfarbe Baby: Eltern mit gleicher Augenfarbe

Haben die Eltern, die gleiche Augenfarbe, dann stehen die Chancen hoch, dass auch das Baby ihre Augenfarbe vererbt bekommt. Die Verteilung ist dabei wie folgt:

Augenfarbe Baby (Wahrscheinlichkeit) Beide Eltern mit braunen Augen Beide Eltern mit grünen Augen Beide Eltern mit blauen Augen
Braune Augen 75% >1% >1%
Blaue Augen 6% 25% 99%
Grüne Augen 19% 75% 1%

Vererbung Augenfarbe Baby: Eltern mit unterschiedlichen Augenfarben

Haben die Eltern unterschiedliche Augenfarben, ist die genetische Dominanz entscheidend dafür, welche Farbe die Augenfarbe vererbt wird. Die Wahrscheinlichkeit für die Vererbung der Augenfarbe ist dabei wie folgt:

Augenfarbe Baby (Wahrscheinlichkeit) Eltern: Grüne + braune Augen Eltern: Braune + blaue Augen Eltern: Grüne + blaue Augen
Braune Augen 50% 50% 0%
Blaue Augen 12,5% 50% 50%
Grüne Augen 37,5% nicht möglich >1%

Mehrfarbige Augenfarbe: Babys mit Iris-Heterochromie

Nicht alle Menschen haben aber nur eine reine Augenfarbe. Manche Menschen haben beispielsweise grüne Augen, die braune Flecken aufweisen, blaugraue Augen oder viele weitere Farbkombinationen.

Bei einer Iris-Heterochromie sind viele verschiedene Schattierungen und Musterungen also normal für die Augenfarbe. Babys beziehungsweise Kinder können sogar unterschiedlich farbige Augen haben, wie zum Beispiel das Mädchen auf diesem Bild:

Mädchen mit einer Iris-Heterochromie

© Unsplash / Karl Fredrickson

Diese Erscheinung wird auch als Iris-Heterochromie bezeichnet. Beim Menschen kommt diese Störung der Pigmentierung jedoch relativ selten vor. In der Regel ist eine Iris-Heterochromie ungefährlich und einfach eine Laune der Natur.

Sie kann aber auch durch eine seltene Erbkrankheit hervorgerufen werden, dem sogenannten Waardenburg-Syndrom. In diesem Fall geht die Augenfarben-Vererbung mit unterschiedlichen Farben auch mit Gehörlosigkeit einher.

Interessante Fragen:

Welche Augenfarbe ist die häufigste?

Warum bleiben bei manchen Babys die Augen blau?

Warum haben Menschen aus Asien oder Afrika meist eine dunkle Augenfarbe?

Wie wird die Augenfarbe vererbt?

Wann wechselt die Augenfarbe bei Babys?

Wie lange haben Babys blaue Augen?

Können blaue Augen beim Baby noch braun werden?

Quellen

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