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So findest du heraus, welche Augenfarbe dein Baby bekommt

Welche Augenfarbe bekommt mein Kind? Eine Tendenz kannst du schon in der Schwangerschaft berechnen. Denn wie die Augenfarbe Babys vererbt wird, ist gut erforscht. Wir erklären dir, wie das geht.

In nachfolgendem Video erfährst du vorab, warum die meisten Babys mit blauen Augen auf die Welt kommen und ab wann sie ihre endgültige Augenfarbe bekommen:

Darum haben die meisten Babys blaue Augen

Augenfarbe Baby: So kannst du sie berechnen

Welche Augenfarbe Babys bekommen, hängt – wie hätte man es anders erwartet – von der Augenfarbe der Eltern ab. Dabei gibt es dominant vererbte und rezessiv, also nicht-dominant vererbte Augenfarben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dunkle Farben hellere tendenziell immer überlagern werden. Das bedeutet, wenn sowohl du als auch dein Partner dunkle Augen haben, bekommt euer Kind mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine dunkle Augenfarbe. Vererbung ist aber letztendlich immer ein komplexer Prozess. Absolut sichere Vorhersagen lassen sich schwer treffen. Dafür bleibt es eine wunderschöne Überraschung!

Welche Augenfarbe bekommt mein Kind?

Mit welcher Wahrscheinlichkeit bekommt dein Baby deine Augenfarbe? Hier siehst du eine Übersicht über Babys Augenfarbe. Wähle die Zeile aus, die für dich und deinen Partner zutrifft. Hinter dem Gleichheitszeichen kannst du dann ablesen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dein Baby braune, grüne oder blaue Augen bekommt.

© TargetVideo + Bisgstock/ Sakena
© TargetVideo + Bisgstock/ Sakena

Eltern haben die gleiche Augenfarbe

Haben Vater und Mutter, die gleiche Augenfarbe, dann stehen die Chancen hoch, dass auch das Baby ihre Augenfarbe vererbt bekommt. Die Verteilung ist dabei wie folgt:

  • Beide Eltern haben eine braune Augenfarbe: Baby bekommt zu 75 Prozent braune Augen, zu 19 Prozent grüne Augen und nur zu 6 Prozent blaue Augen
  • Beide Eltern haben eine grüne Augenfarbe: Baby bekommt zu 75 Prozent grüne Augen, zu 25 Prozent blaue Augen und nur zu weniger als einem Prozent brauen Augen.
  • Beide Eltern haben eine blaue Augenfarbe: Baby bekommt zu 99 Prozent blaue Augen und zu einem Prozent grüne Augen. Dass es brauen Augen bekommt, ist sehr unwahrscheinlich.

Eltern haben unterschiedliche Augenfarben

Haben Vater und Mutter unterschiedliche Augenfarben, ist die genetische Dominanz entscheidend dafür, welche Farbe die Augen des Babys bekommen werden.

  • Eltern haben braune und grüne Augen: Bei dieser farblichen Mischung der Eltern wird es spannend, denn hier ist theoretisch jede Farbe möglich. Die besten Chancen, seine Augenfarbe zu vererben, hat mit 50 Prozent der braunäugige Elternteil, gefolgt von 37,5 Prozent des grünäugigen Elternteils. Und auch, wenn keiner der beiden Eltern blaue Augen hat, besteht hierbei immerhin zu 12,5 Prozent die Chance, dass Babys Augenfarbe blau wird.
  • Eltern haben braune und blaue Augen: Die Augenfarbe des Babys wird sich bei der Kombination zu gleichen Teilen zwischen blau und braun entscheiden. Dass das Kind grüne Augen bekommt, ist in dieser Variante nicht möglich.
  • Eltern haben grüne und blaue Augen: Hier stehen die Chancen 50-50, dass das Baby entweder blaue oder grüne Augen bekommt. Dass Babys Augenfarbe grün wird, ist so gut wie ausgeschlossen.

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Wie entsteht Babys Augenfarbe? Vererbung kurz erklärt

Die Augenfarbe seines Babys beeinflussen kann niemand. Sie ist genetisch festgelegt. Spannend ist, dass die Gene, die für die Augenfarbe-Vererbung verantwortlich sind, mit doppeltem Chromosamensatz, also diploid, vorliegen. In jedem Menschen schlummert also neben der sichtbaren Augenfarbe noch eine unsichtbare. In der Wissenschaft spricht man von Phänotyp (sichtbar) und Genotyp (nicht sichtbar). Weil auch diese unsichtbare Augenfarbe Baby vererbt wird, können Eltern mit braunen Augen durchaus ein blauäugiges Kind bekommen. Das ist jedoch selten. Denn die dunklen Farben überlagern in der Regel die hellen. Nur wenn der Zufall mitspielt und das Kind von Mutter und Vater jeweils das Genotyp für blaue Augen vererbt bekommt, wird es blauäugig. Allerdings ist das sehr vereinfacht dargestellt. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass bei der Entstehung der individuellen Augenfarbe mindestens 16 Gene beteiligt sind. Deswegen bleibt Babys Augenfarbe am Ende doch eine große Überraschung.

Mehrfarbige Augenfarbe: Babys mit Iris-Heterochromie

Viele Menschen haben aber nicht nur eine reine Augenfarbe. Manche Menschen haben beispielsweise grüne Augen, die braune Flecken aufweisen oder blaugraue Augen oder viele weitere Farbkombinationen. Tatsächlich steht bei manchen Kindern die endgültige Augenfarbe erst am Ende der Pubertät fest.

Iris-Heterochromie meist harmlos

Bei einer Iris-Heterochromie sind viele verschiedene Schattierungen und Musterungen also normal für die Augenfarbe. Babys beziehungsweise Kinder können sogar unterschiedlich farbige Augen haben, wie zum Beispiel das Mädchen auf diesem Bild:

© Unsplash / Karl Fredrickson
© Unsplash / Karl Fredrickson

Diese Erscheinung wird auch als Iris-Heterochromie bezeichnet. Beim Menschen kommt diese Störung der Pigmentierung jedoch relativ selten vor. In der Regel ist eine Iris-Heterochromie ungefährlich und einfach eine Laune der Natur. Sie kann aber auch durch eine seltene Erbkrankheit hervorgerufen werden, dem sogenannten Waardenburg-Syndrom. In diesem Fall geht die Augenfarbe-Vererbung mit unterschiedlichen Farben auch mit Gehörlosigkeit einher.

Augenärzte empfehlen bei einer späteren Veränderung der Augenfarbe unbedingt einen Arzt aufzusuchen, um andere seltene Erkrankungen, die dafür Ursache sein könnten, auszuschließen: wie zum Beispiel das Heterochromie-Zyklitis (Fuchs-Uveitis-Syndrom), einer chronischen Entzündung der Regenbogenhaut oder eine Erkrankung des Nervus sympathicus.

Neugeborene Augenfarbe: Babys haben zunächst blaue Augen

Hellhäutige Babys, vor allem aus dem europäischen Raum, werden meist mit blauen Augen geboren. Das liegt daran, dass der Farbstoff Melanin, der für die Färbung auf der Hinterseite der Iris zuständig ist, noch kaum vorhanden ist. „Die Melanozyten sind zwar bei Geburt bereits vorhanden, aber sie fangen mit der Pigmentbildung erst um den sechsten Lebensmonat an“, erklärt Prof. Martin Spitzer, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem NDR. Das heißt erst nach einem halben Jahr entwickelt sich Babys Augenfarbe nach und nach. Neugeborene mit einem dunkleren Hautton kommen oft schon mit braunen Augen zur Welt.

Melanin schützt die Augen

Forscher gehen davon aus, dass eine dunkle Augenfarbe Babys aus asiatischen oder afrikanischen Regionen gleich von der Geburt an vor schädlicher Sonneneinstrahlung schützen soll. Daher sind blaue Augen in diesen Ländern sehr selten. Die Augenfarbe-Vererbung schützt so die Neugeborenen.


Quellen:

  • Seidemann, Christine: Welche Augenfarbe bekommt mein Kind?, In: Das Erste,
    https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/augenfarbe-102.html (letzter Abruf Juli 2019)
  • Augenärzte Bern – Zentrum Marktgasse: Heterochromie, In: augenaerzte-bern.ch
    https://www.augenaerzte-bern.ch/heterochromie/ (letzter Abruf Juli 2019)
  • Olalde, Iñigo; Allentoft, Morten E. et al.: Derived immune and ancestral pigmentation alleles in a 7,000-year-old Mesolithic European, In: Nature, Ausgabe 507, Seite 225–228, Januar 2014
  • Laeng, Bruno: Why do blue-eyed men prefer women with the same eye color?, In: Behavioral Ecology and Sociobiology, Ausgabe 61, Seite 71–384, Januar 2007