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Wie wir von zu vielen Geschenken fürs Baby die Nase voll hatten

Ein neuer Erdenbürger wird liebend gerne reich beschenkt. Auch danach reißt die Geschenkeflut meist nicht ab. Das sorgt manchmal für Überforderung bei Eltern und Kindern gleichermaßen. Wie das Thema Geschenke bei Familie Kirschbaum geregelt ist, erzählt unsere Autorin Daniela.

Was machen wir nur gegen die Geschenkeflut?
Was machen wir nur gegen die Geschenkeflut?
© Bigstock/ Nadezhda1906

Großfamilie = VIELE Geschenke

Ich stamme aus einer Großfamilie. Man kann sich also ausmalen, was geschenkemäßig nach der Geburt unseres Großen los war. Wie gut, dass meine Mama mir damals verschwörerisch zuraunte, fürs Baby bloß nicht zu viel anzuschaffen. Alleine mit den ganzen Mitbringseln beim „Babyschauen“ kamen wir locker durchs erste Jahr. Spielzeug mussten wir lange Zeit überhaupt keines anschaffen (sowieso leben wir eher nach dem Prinzip „weniger ist mehr“).

Bitte spenden statt schenken!

Anfangs ist es natürlich super, nichts extra kaufen zu müssen. Aber bald waren wir bestens versorgt und unser zweites Kind kündigte sich an. Wie also der lieben Familie beibringen, dass dieses Baby einfach nichts brauchte? Es war schließlich noch alles vom Bruder vorhanden. Wir hatten eine geniale Idee: In den Einladungskarten zu Töchterchens Willkommensfest baten wir darum, von Geschenken zur Geburt abzusehen und stattdessen für ein gemeinnütziges Projekt zu spenden, das uns sehr am Herzen liegt. Beim Fest stellten wir extra ein Sparschwein dafür auf. Geschickt eingefädelt also! Hätte man zumindest meinen können, wäre da nicht die liebe Familie gewesen. Die füllte zwar klimpernd das Sparschwein, konnte sich aber ein zusätzliches Geschenk einfach nicht verkneifen. So zogen wir nach den Festlichkeiten also erst wieder mit Bergen von Geschenken von dannen.

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Zu viele Geschenke für zu wenig Platz

Das erste Jahr mit zwei Kindern machte deutlich: Es gibt VERDAMMT VIELE Anlässe, zu denen man Kindern eine Freude machen kann! Bald wussten wir vor lauter Klamotten, Spielzeug und Süßigkeiten nicht mehr ein und aus. Manche kleine Aufmerksamkeit hätten wir unseren Kindern übrigens im Leben nicht zugemutet. Wir sagten trotzdem brav danke und ließen sie anschließend heimlich verschwinden. Nicht gerade die feine englische Art, aber nach Chemie stinkende Synthetik-Kleidung Made in China oder die schaurig grinsende Riesenpuppe, deren Augen auf Knopfdruck rot leuchten – das war nun wirklich nicht unser Geschmack!

Wie sagt man bloß, dass man keine Geschenke möchte?

Befriedigend war diese Lösung aber ganz und gar nicht. Schließlich wurde viel Geld für Geschenke ausgegeben, die wir gar nicht brauchen konnten. Was also tun? Wie sagt man die Wahrheit, ohne jemanden zu beleidigen? Das ist gar nicht so einfach. Erst versuchten wir es subtil. Ganz beiläufig erwähnten wir, dass wir vor Spielzeug und Kinderklamotten übergehen und wie großartig Gutscheine oder diverse Jahreskarten für Museen doch seien. Leider fruchtete das nicht, subtil kam irgendwie nicht richtig an. Es brauchte also den Holzhammer.

Ich fasste mir ein Herz und bei nächster Gelegenheit nannte ich das Kind beim Namen. Ganz ohne heißen Brei. Meine Schwester war die Auserwählte und – oh Wunder – ihr ging es im Hinblick auf den eigenen Nachwuchs ganz ähnlich. Und dann passierte, was in Großfamilien eben ständig passiert: Die ganze Sache verbreitete sich wie ein Lauffeuer! Von einen Tag auf den anderen wurden wir plötzlich gefragt, was wir denn für die Kinder brauchen könnten. Und am Gabentisch fand sich obendrein der eine oder andere Gutschein. Die Geschenkeflut wurde dürftiger und dürftiger und irgendwann war sie nur noch eine sanfte Welle!

Natürlich gibt es auch heute noch das eine oder andere Geschenk, das wir selbst vermutlich nicht gekauft hätten. Aber ganz ehrlich: In Maßen ist das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, so kommt wenigstens Abwechslung ins Kinderzimmer!