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Windelsoor beim Baby – Windelpilz erkennen und behandeln

Leichte Rötungen und wunde Stellen am Babypo können schon mal vorkommen und heilen meistens auch schnell wieder ab. Kommen weitere Beschwerden hinzu, kann es sich um Windelsoor handeln. Hier liest du, wie du den Windelpilz erkennst und richtig behandelst.

Windelsoor richtig behandeln: Wann sollte mein Kind zum Arzt?
Windelsoor richtig behandeln: Wann sollte mein Kind zum Arzt?
© Bigstock/nd3000

Wie entsteht ein Windelpilz? Ursachen und Risikofaktoren

Als Windelsoor bezeichnet man einen Pilzbefall im Windelbereich. Die Ursache ist Candida albicans. Hierbei handelt es sich um einen Hefepilz, der auch Soorpilz genannt wird. Er kann nicht nur den Windelsoor, sondern auch den Mundsoor auslösen.

Bei fast allen Menschen lässt sich dieser Pilz im Darm, Mund, Rachen, den Geschlechtsorganen sowie an den Fingern nachweisen. Symptome bekommen die meisten Menschen jedoch keine, da das Immunsystem eine starke Vermehrung des Pilzes bekämpfen kann.

Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V (BVKJ) kommen Hauterkrankungen wie Windelsoor und Windeldermatitis bei Säuglingen und Kleinkindern zwischen neun und 12 Monaten besonders häufig vor. Babys neigen zum Windelsoor, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist.

Außerdem ist die Haut im Windelbereich öfters wund: Der Urin bildet nach einiger Zeit Ammoniak, das die Haut reizt und wund werden lässt. Bakterien und Pilze, die durch Kot und Urin ausgeschieden werden, können sich so leichter an der Haut festsetzen. Ist die Haut deines Kindes bereits von Windeldermatitis befallen ist das Risiko eines solchen Pilzbefalls größer.

Wie kommt der Erreger an den Babypo?

Der Hefepilz kann über verschiedene Wege an den Babypo kommen:

  • Über die Finger der Eltern beim Wickeln.
  • Der Erreger befindet sich auf der Wickelunterlage.
  • Der Erreger ist auf der Windel.
  • Der Hefepilz ist schon im Darm vom Baby vorhanden und vermehrt sich im Bereich des Afters zum Windelsoor.

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Wie erkenne ich Windelsoor? Symptome

Die Symptome bei Windelpilz sind relativ ähnlich wie bei einem Windelausschlag. Die Haut am Babypo wirkt wund und gereizt. Diese Rötungen können sich über den ganzen Intimbereich bis zu den Oberschenkeln ausbreiten. Ein deutliches Anzeichen für den Windelsoor sind gerötete Pusteln und schuppiger Ausschlag.

Windelsoor ist für dein Baby unangenehm – der Pilz kann sogar sehr schmerzhaft sein. Wenn dein Baby Anzeichen für Schmerzen zeigt, unruhig ist und oft weint, solltest du aufmerksam werden.

Viele Eltern sind sich nicht sicher, ob es nun ein Windelpilz oder doch eine Windeldermatitis ist.

Windelsoor oder Windeldermatitis? Unterschied erkennen

Hier findest du ein paar generelle Unterschiede zwischen den beiden Hauterkrankungen. Bedenke aber immer: Eine definitive Diagnose kann nur ein Arzt stellen:

  • Bei der Windeldermatitis ist der Ausschlag meist stark begrenzt – die Hautveränderungen beim Windelpilz können weit ausgebreitet sein, es bilden sich oft sogenannte Streuherde.
  • Bei einem Windelpilz bilden sich auf der Haut am Po deines Babys oft zusätzlich weiße Beläge und Schuppen. Die treten bei einer Dermatitis nicht auf.
  • Bei Windelsoor können sich auch weiße Pusteln am Rand der Hautrötung bilden.

Ist Windelsoor ansteckend?

Ja, Windelpilz kann ansteckend sein. Du kannst den Erreger beim Windelwechseln auf deine Hand übertragen. Wickelst du dann ein anderes Baby, kannst du den Pilz an das Kind weitergeben. Ob sich dann bei diesem Kind auch Windelsoor bildet, hängt unter anderem von Immunsystem und von der Babyhaut ab.

Weil Windelsoor ansteckend ist, ist Hygiene sehr wichtig!

Windelsoor richtig behandeln: Wann sollte mein Kind zum Arzt?

Beim Verdacht auf Windelpilz ist es immer ratsam, einen Kinderarzt aufzusuchen. Nur eine Untersuchung beim Arzt kann sicher zwischen Windelsoor und Windeldermatitis unterscheiden – beide Erkrankungen werden unterschiedlich behandelt.

Ein Windelpilz kann eigentlich schnell kuriert werden. Wenn er aber lange ignoriert wird, kann er sich verbreiten. Das macht die Behandlung natürlich schwerer. Also mit dem Arztbesuch am besten nicht zu lange warten.

Dein Arzt kann dir auch Salben und Cremes empfehlen oder verschreiben, die die Wundheilung beschleunigen können.

Was hilft sonst noch gegen Windelpilz?

Neben verschriebenen Medikamenten und Cremes gibt es auch noch ein paar andere Dinge, die Eltern gegen Windelsoor tun können:

  • Wasche dir vor dem Windel-Wechseln immer die Hände und achte auch auf Hygiene beim Wickeln.
  • Wechsle die Windeln deines Babys öfter.
  • Wenn dein Kind in die Windel macht, solltest du sie sofort wechseln.
  • Beim Windelwechseln den Po mit Wasser säubern und mit einem Baumwolltuch abtrocknen.
  • Lass dein Baby immer wieder ohne Windel rumkrabbeln – so kann sich dich Haut regenerieren.
  • Desinfiziere Wickelauflagen regelmäßig – auch hier kann sich dein Kind anstecken.
  • Milde Bäder können der Babyhaut auch sehr guttun. Hafer-, Öl- und Weizenkleie-Bäder gelten als antientzündlich.

So kannst du Windelpilz vorbeugen

Es gibt ein paar Dinge, die Eltern tun können, um das Risiko für Windelsoor gering zu halten:

  • Wechsle die Windeln deines Babys oft genug – vor allem bei Durchfall: der BVKJ empfiehlt bei Neugeborenen ein Windel-Wechseln alle zwei Stunden – später alle drei bis vier Stunden.
  • Benutze, wenn möglich, atmungsaktive und saugfeste Windeln. Wenn dein Baby öfters Windelsoor und Windeldermatitis bekommt, wechsle mal die Windelmarke. Das kann helfen.
  • Tupfen statt Rubbeln: Tupfe mit einem Tuch den Babypo sanft trocken – Rubbeln irritiert die Haut.
  • Achte immer auf Hygiene am Wickeltisch.
  • Benutze keine Seifen oder Pflegeprodukte, die die Haut deines Kindes reizen.
  • Sei besonders vorsichtig, wenn dein Baby wunde Haut oder offene Stellen hat. Hier solltest du besonders auf Sauberkeit und Trockenheit achten.
  • Vermeide sehr süße oder sehr stark gewürzte Babynahrung, wenn dein Baby gereizte Haut am Po hat.

Natürlich kann es trotz jeglicher Vorsichtsmaßnahmen sein, dass dein Kind an Windelsoor erkrankt – 100 Prozent wirksame Vorbeugungsmaßnahmen gibt es nämlich nicht. Wenn dein Kind einen Windelpilz bekommt, brauchst du dir keine Vorwürfe machen – viele Babys leiden nämlich irgendwann einmal daran.

Wichtiger ist immer, dass du die ersten Anzeichen und Symptome kennst, damit du den Windelpilz schnellstmöglich behandeln kannst.

Quellen