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Zähneputzen Baby & Kleinkind – die richtige Zahnpflege für Milchzähne

Gerade Milchzähne sind für die weitere Entwicklung der bleibenden Zähne enorm wichtig, daher gilt: Regelmäßig Zähneputzen. Babys & Kleinkinder haben hierbei unterschiedliche Bedürfnisse. Alles was du zur Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern wissen musst, findest du hier.

Die Zahnpflege ist besonders bei Kindern sehr wichtig
Die Zahnpflege ist besonders bei Kindern sehr wichtig
©pexels/ Ketut Subiyanto

Zähneputzen Baby: Warum Milchzahnpflege so wichtig ist

Milchzähne bilden die Grundlage für die nachfolgenden Zähne. Wenn du nachlässig bei der Pflege von ihnen bist, kann es zum Beispiel zu Verschiebung der bleibenden Zähne kommen. Auch wenn Milchzähne zu früh herausfallen, kann es zu schwerwiegenden Folgen wie Sprachproblemen kommen. Besonders hartnäckig ist Karies.

Karies ist schon bei Milchzähnen gefährlich

Befinden sich noch Essensreste im Mund, wird der darin enthaltende Zucker von Kariesbakterien abgebaut. Dabei entsteht ein Gärungsprozess aus dem Säuren entstehen. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an. Dadurch, dass Milchzähne eine viel dünnere Schicht Zahnschmelz aufweisen, kann Karies diese nachhaltiger schädigen. So besteht beispielsweise das Risiko, dass die Karies-Bakterien später auch die bleibenden Zähne befallen.

Mit diesen Tipps gibst du Karies schon von klein auf keine Chance:

  • Keine Flasche zum Einschlafen
    Der gesüßte Tee oder die Milchflasche zum Einschlafen mögen zwar ein gemütliches Ritual sein, jedoch werden Zucker, Milchzucker und Milchsäurebakterien nun die ganze Nacht Zeit haben, auf den Zahn einzuwirken. Die Folge ist das „Nursing-Bottle Syndrom“ (Karies der Milchfrontzähne).
  • Dauerhaftes nuckeln an der Flasche vermeiden.
    Das ständige Umspülen mit Flüssigkeit schädigt die Zähne (das gilt auch für Wasser!). Mit ca. 9 Monaten bzw. wenn das Baby sitzen kann, sollte der Umstieg auf den Trinklernbecher erfolgen und ab 12 Monaten keine Flasche mehr gegeben werden.

Wann muss man bei Babys Zähne putzen?

Sobald das erste Zähnchen zu sehen ist, solltest du bereits mit dem Zähneputzen beginnen. Anfangs wird das natürlich sehr spielerisch sein, da sich dein Baby erst einmal daran gewöhnen muss. Normalerweise dauert die Eingewöhnungsphase aber nicht lange, da Babys in ihrer oralen Phase sowieso alles gerne und gründlich mit ihrem Mund erkunden.

Welche Putztechnik sollte ich anwenden?

Ab dem ersten Zahn

Ca. mit einem halben Jahr startest du mit dem Zähne putzen bei Babys. Zunächst reicht es, die Schneidezähne zu bürsten, solange noch keine Backenzähne in Sicht sind. Zahnpasta kannst du schon verwenden, jedoch nur einen dünnen Film.

Ab 2 Jahren: KAI-Putztechnik

Putze die Zähne deines Kindes mindestens zwei Mal am Tag nach dem Frühstück und vor dem Schlafen gehen. Eine sehr beliebte Methode ist die KAI-Putztechnik. KAI steht als Abkürzung für die Worte:

  • Kauflächen
  • Außenflächen
  • Innenflächen

Man beginnt mit dem Putzen der Kauflächen. Mit Hin- und Herbewegungen werden die Kauflächen, insbesondere die Backenzähne, gründlich geputzt.
Danach sind die Außenflächen an der Reihe. Die Zähne liegen hierfür aufeinander. Mit kreisenden Bewegungen putzt du nun alle Außenflächen.
Zu guter Letzt sind die Innenflächen dran. Mit fegenden Bewegungen putzt du vom Zahnfleisch weg zu den Zähnen.

Die KAI-Putztechnik können sich Kinder leicht merken und später auch selbst anwenden.

Wie lange Zähne putzen bei Babys und Kleinkindern?

Bei Babys bis zu zwei Jahren reicht es, wenn du abends eine Minute lang putzt.

Ab 2 Jahren solltest du die KAI-Putzechnik zwei Minuten lang anwenden. Besonders wenn die ersten Backenzähne zu sehen sind. Denn auf den Kauflächen setzt sich Nahrung besonders stark ab. So entfernst du gründlich alle Essensreste und schenkst Karies keinen Angriffspunkt.

 

Welche Zahnpasta eignet sich bei Babys und Kleinkindern?

Grundsätzlich ist es besser zu Fluorid-Zahnpasta zu greifen, da diese die Zähne besser schützen. Eine Ausnahme gilt, wenn der Arzt aus medizinischen Gründen Fluoridtabletten verordnet hat. Hier sollte dein Kind oder Baby auf fluoridhaltige Zahnpasta verzichten, da es sonst zur Überdosierung kommen kann.

Die Menge der Zahnpasta bestimmst du einfach nach der Größe des Kindes. Du orientierst dich dabei an der Fingernagelgröße des kleinen Fingers deines Kindes. Um unnötiges Schlucken der Zahnpasta zu vermeiden, solltest du außerdem auf neutrale Geschmackssorten zurückgreifen.

Bei Kindern unter 2 Jahren gilt: Mit fluoridhaltiger Zahnpasta nur einmal, statt zweimal am Tag die Zähne putzen.

Welche Zahnbürste ist für mein Baby/Kleinkind geeignet?

Ein guter Anfang für‘s Zähneputzen bei Babys bietet die Fingerzahnbürste. Die stülpt man sich einfach auf die Fingerkuppe und kann somit sehr genau den Druck dosieren, der auf die Zähne wirkt. Bei den „richtigen“ Zahnbürsten ist auf die Altersempfehlung des Herstellers zu achten.

Wichtige Kriterien für eine gute Kinderzahnbürste sind:

  • Sehr weiche Borsten
  • Dicker, rutschfester Griff
  • Kurzer Bürstenkopf
  • Viele einzelne Borstenbüschel
  • Abgerundete Borsten

Elektrische Zahnbürste für Kleinkinder

Im Prinzip gelten bei einer elektrischen Zahnbürste die gleichen Kriterien wie bei einer herkömmlichen. Sind diese gegeben, steht dem Kauf einer elektrischen Zahnbürste ab 3 Jahren nichts mehr entgegen.

Wann sollten Babys das erste Mal zum Arzt?

Es mag dir zunächst etwas früh erscheinen, mit deinem Baby und seinen vielleicht gerade mal fünf Zähnchen beim Zahnarzt vorstellig zu werden. Aber es gibt gute Gründe für einen Zahnarztbesuch vor dem ersten Geburtstag.

Bereits jetzt können Schädigungen der Zähne bestehen und – früh erkannt – behoben, sowie bei den folgenden Zähnen verhindert werden. Empfehlenswert sind besonders Kinderzahnarzt-Praxen. Hier wird für die kleinen Patienten genug Zeit eingeplant, sowie spielerisch und mit passendem Zubehör gearbeitet. Ein zusätzlicher Schutz vor Karies durch Versiegelung und eine kleine Belohnung am Ende gehören dort meist zum Standardprogramm und vermitteln Kindern ein positives Zahnarzt-Erlebnis. So wird ihnen die Angst vor Zahnarztbesuchen genommen. Übrigens: Dein Kind hat einen Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen, die von der Krankenkasse abgedeckt werden.

Wie Eltern durch ihr Verhalten zur Zahnpflege beitragen:

  • Konsequenz: Wenn Kinder damit aufwachsen, dass ohne Ausnahme die Zähne geputzt werden, ist die Chance groß, dass sie diese Gewohnheit ein Leben lang beibehalten.
  • Vorbild sein: Du solltest als gutes Beispiel voran gehen, denn Kariesbakterien können von den Eltern auf das Kind übertragen werden, z.B. wenn diese den Schnuller „sauber lutschen“, vom gleichen Löffel essen und sogar beim Küsschen geben auf den Mund. Sorge also dafür, dass auch deine Zähne frei von Karies und die Zähne regelmäßig geputzt sind.

Wichtiger Tipp: Nachputzen

Auch wenn dein Kind schon selber Zähne putzen will: Putze unbedingt weiterhin gründlich nach, da Kinder erst im Grundschulalter in der Lage sind, alle Zähne korrekt zu reinigen (etwa wenn sie flüssig schreiben können).

Quellen