Bookmark

Wenn Babys zahnen: Hilfe für die ersten Zähne

Kein Spaß für Eltern und fürs Baby: Zahnen. Die ersten Zähne brechen meist unter Schmerzen durch und das Baby wird weinerlich. Aber ab wann bekommen Babys Zähne eigentlich und was hilft beim Zahnen?  Hier findest du Antworten auf deinen Fragen:

Daran erkennst du, ob dein Baby zahnt

In diesem Artikel:

Ab wann zahnen Babys?

Schon während der Schwangerschaft hat das Baby die Anlagen für die Milchzähne entwickelt. Sie müssen quasi nur noch durchbrechen.  Ab wann Babys zahnen ist ganz unterschiedlich. Für gewöhnlich zeigen sich die ersten Zähne im sechsten Lebensmonat. Manche Babys bekommen aber auch früher oder später ihre Zähnchen.

Erster Zahn mit 3 Monaten: Möglich, aber selten

Dadurch, dass schon ab der Geburt 20 kleine Milchzähne nur darauf warten, durchzubrechen, gibt es tatsächlich Kinder, die schon sehr bald erste Zähne bekommen: mit 3 Monaten oder jünger ist möglich, aber sehr selten. Das Zahen geht dann häufig in Schüben voran.

Welcher Zahn kommt bei Babys zuerst?

Die ersten Zähne sind in der Regel die unteren Schneidezähne. Kurz darauf kommen dann auch die mittleren und seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer. Um den 1. Geburtstag brechen die ersten der sogenannten Milchmahlzähne durch. Sie sind etwas breiter als die Schneidezähne und helfen dem Baby beim Kauen.

Danach kommen die Eckzähne. Um den zweiten Geburtstag brechen nach und nach auch das dritte und vierte Paar Milchmahlzähne durch. Mit spätestens drei Jahren wird dein Kind ein vollständiges Milchgebiss mit 20 Zähnen haben. Das sollte es mit deiner Hilfe auch schon selbst putzen – ein wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit.

Wie die richtige Zahnpflege für gesunde Milchzähne aussieht und wann es Zeit für den ersten Zahnarztbesuch ist, erfährst du hier: „Zähneputzen Kleinkind – die richtige Zahnpflege für Milchzähne“.

Ab wann bekommen Babys Zähne? Eine Schnellüberblick

Die nachfolgende Aufzählung entspricht allgemeinen ärztlichen Richtlinien. Allerdings kann es von Kind zu Kind natürlich verschieden sein, wann genau die Zähne durchbrechen. Hier siehst du eine Übersicht, nach welcher Reihenfolge Babys zahnen.

Oberkiefer Unterkiefer
mittlere Schneidezähne
zwischen 8 – 10 Monat
mittlere Schneidezähne
zwischen 6 – 8 Monat
seitliche Schneidezähne
zwischen 9 – 12 Monat
seitliche Schneidezähne
zwischen 10 – 14 Monat
Eckzähne
zwischen 16 – 23 Monat
Eckzähne
zwischen 16 – 23 Monat
erster Milchmahlzahn
zwischen 12 – 16 Monat
erster Milchmahlzahn
zwischen 12 – 16 Monat
zweiter Milchmahlzahn
zwischen 25 – 33 Monat
zweiter Milchmahlzahn
zwischen 20 – 31 Monat

Zahnkalender zum Ausdrucken

Ein Zahnkalender hilft dir nicht nur dabei, den Überblick zu behalten, welche Zähne schon durchgebrochen sind, er ist auch eine schöne Erinnerung für dein Kind. Hier findest du zwei verschiedenen Vorlagen für einen individuellen Zahnkalender – eine für Jungs und einen für Mädchen. Drucke die Vorlage einfach aus und notiere darauf, wann welcher Zahn herauskam! Zusätzlich kannst du auf das Deckblatt noch ein Bild von deinem zahnenden Schatz aufkleben.

Symptome beim Zahnen: Daran erkennst du, ob dein Baby zahnt

Für viele Babys und Eltern ist die Ankunft der ersten Zähne leider kein großer Spaß. Doch wie erkennt man, dass die Zähne kommen? Dein Baby ist quengeliger als sonst und sein Zahnfleisch spannt, juckt und schmerzt. Andere Anzeichen sind:

  • Dein Baby hat einen stärkeren Speichelfluss und sabbert mehr als sonst.
  • Dein Baby wirkt gereizt und ist vielleicht anhänglicher als sonst.
  • Dein Baby schläft unruhig.
  • Dein Baby steckt sich alles in den Mund und kaut darauf herum.
  • Das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen.
  • Die Wangen des Babys wirken dicker und gerötet, vor allem auf einer Seite.
  • Eine leicht erhöhte Körpertemperatur ist möglich (max. 38°C).

Wichtig: Nicht alle Babys zeigen diese typischen Zahnen-Symptome. Bei einigen kommen die ersten Zähne auch völlig unkompliziert. Umgekehrt dürfen nicht automatisch alle Beschwerden, die dein Baby hat, auf das Zahnen geschoben werden.

Fieber beim Zahnen

Immer noch glauben viele Eltern, dass Fieber und auch Durchfall normal sind, wenn Babys zahnen. Das ist aber ein Irrglaube, denn die Symptome sind keine gewöhnlichen Begleiterscheinungen. Wenn dir dein Baby während des Zahnens krank vorkommt, steckt dahinter vermutlich ein Infekt und sollte von deinem Kinderarzt abgeklärt werden.

Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät:

„Beim Zahnen können Babys weinerlich werden und erhöhte Temperatur bekommen, sie sabbern mehr und reiben an ihrem gereizten Zahnfleisch. Doch Blasen im Mund, Appetitlosigkeit und Durchfall gehören nicht zu den Folgen des Zahndurchbruchs. Bei diesen Symptomen und auch bei Fieber sollten Eltern in jedem Fall mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt.“

Er bezieht sich dabei auf eine Langzeitstudie aus Amerika. Die Cleveland Clinic aus dem US-Bundesstaat Florida hat dafür über 19.000 zahnende Babys untersucht. Ihr Fazit lautet: Fieber über 38 Grad, Durchfall und Erbrechen, angeblich sogar Schlafstörungen, stehen in keinem direkten Zusammenhang damit, dass Babys zahnen.

Was hilft beim Zahnen bei Babys?

Du kannst das Zahnen leider nicht beschleunigen aber immerhin etwas tun, um die Zahnungsschmerzen etwas zu lindern. Diese Tipps helfen:

7 schnelle Hilfen bei Zahnungsschmerzen

  • Massagen
    Massiere sein Zahnfleisch vorsichtig mit einem sauberen Finger, um den Schmerz zu lindern. Zusätzlich kannst du einen Silikonfingerling benutzen.
  • Zahnungsmittel und Salben
    Hast du das Gefühl dein Baby leidet sehr unter seinen ersten Zähnen, kannst du auch zu schmerzstillenden und entzündungshemmenden Zahnungsgels greifen. Lass dich hier von deinem Kinderarzt beraten.
  • Globuli
    In der Apotheke gibt es außerdem Zahnungsmittel auf homöopathischer Basis (Osanit® Globuli, Viburcol-Zäpfchen®) die Babys das Zahnen erleichtern sollen.
  • Veilchenwurzel
    Von Hebammen wird häufig auch Veilchenwurzel empfohlen. Sie soll eine schmerzstillende Wirkung haben. Achte hier aber bitte besonders auf die Hygiene, da das Stück Holz aufweicht und rissig werden kann.
  • Komplikationen schnell erkennen
    Wenn das Baby Fieber bekommt, suche den Arzt auf, vielleicht hat das Baby eine Infektion oder eine andere Krankheit.
  • Für Ablenkung sorgen
    Auch Kuscheln kann jetzt helfen. Dein Baby braucht vielleicht mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung. Auch ein Spaziergang kann es etwas von seinen Schmerzen ablenken.
  • Beikost
    Hat dein Baby schon das Beikostalter erreicht, kannst du ihm auch feste Gemüse- und Obststückchen anbieten.
  • Beißringe & Co.
    Wenn Babys zahnen, hilft etwas, auf dem sie herumkauen können – zum Beispiel ein gekühlter Beißring oder ein feuchter Waschlappen. Durch das Kauen massiert das Baby sein Zahnfleisch und kühlt es gleichzeitig. Im Folgenden findest du eine kleine Auswahl an Beißringen, die andere Eltern weiterempfehlen.

Beißringe: Unsere Kaufempfehlungen

1.) MAM Cooler

Mit Wasser gefüllter Beißring MAM Cooler: Der Ring kann im Kühlschrank gekühlt werden, das beruhigt das gereizte Zahnfleisch.

MAM 816620 Cooler Beißring

 

2.) Beißring aus Naturkautschuk von Hevea

Der weiche und biegsame Kautschuk fördert die natürliche Kaubewegung des Babys, die strukturierte Oberfläche massiert das schmerzende Zahnfleisch.
Hevea Natural Rubber Panda Teether

3.) Cactus Teething von Mr. Van
Beißring und Zahnbürste in einem: So werden Babys spielerisch vom ersten Zahn an, an das Zähneputzen herangeführt.

Beißring Cactus Teething

Bernsteinkette als Alternative zum Beißring?

Viele Mütter schwören auch auf die Kraft von Bernsteinketten, wenn Babys zahnen. Durch das Beißen oder durch längeren Kontakt auf nackter Haut sollen ätherische Öle freigesetzt werden und die Schmerzen lindern. Außerdem soll die Bernsteinkette die Wundheilung beschleunigen, für Erholung und einen gesunden Schlaf sorgen. Kann eine Bernsteinkette also wirklich Hilfe beim Baby-Zahnen sein? Wissenschaftlich bewiesen ist diese Wirkung nicht, die meisten Mediziner raten wegen der Verletzungsgefahr sogar vor der Verwendung von Bernsteinketten ab. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. bezeichnet sie als „wissenschaftlich unhaltbar, überflüssig und sogar gefährlich“.

Mehr zu dem Thema, die wichtigsten Argumente beider Seiten und wichtige Sicherheitsmaßnahmen findest du in unserem Ratgeberartikel „Bernsteinkette Baby: Sanfte Hilfe beim Zahnen oder gefährlich?“.

Hebammen Tipps: Wenn Babys zahnen

Baby zahnt nicht: Wann sollte ich besorgt sein?

Wie bereits erwähnt, gibt es keinen vorgeschriebenen Fix-Termin ab wann ein Baby zahnen muss. Bei Frühgeborenen kann das Zahnen eventuell ein paar Monate später eintreten. Wie bei jedem Wachstumsschub, den dein Kind macht, sind die angegebenen Zeiträume nur Richtwerte und gehen auf statistische Auswertungen zurück.

Wenn das erste Lebensjahr schon zu Ende geht, sich die ersten Zähne aber immer noch nicht blicken lassen, besprich die Situation bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung mit dem Kinderarzt. Ebenso solltest du mit dem Kinderarzt sprechen, wenn die Schmerzen beim Zahnen ungewöhnlich stark sind. Ein guter Anhaltspunkt dafür ist ein Kind, das sich nicht trösten und beruhigen lässt. Es kann nicht aufhören zu schreien.

Zusammenfassung: Wenn Babys Zahnen

  • Bereits in der Schwangerschaft entwickelt das Ungeborene die Anlagen für die Milchzähne.
  • Die meisten Babys bekommen ihre ersten Zähne mit sechs Monaten.
  • Der letzte Zahn wächst für gewöhnlich im dritten Lebensjahr.
  • Ein vollständiges Milchzahngebiss hat 20 Zähne.
  • Ein früh entwickeltes Kind zeigt seinen ersten Zahn unter Umständen bereits mit drei Monaten, während ein Spätentwickler vielleicht bis zu seinem ersten Geburtstag warten muss.
  • Babys zahnen meist nach einer festen Reihenfolge: zuerst kommen die mittleren Schneidezähne im Unterkieferder zuletzt der zweite Milchmahlzahn im Oberkiefer.
  • Fieber über 38°C ist kein Symptom beim Zahnen, ebenso wenig wie Durchfall oder Erbrechen.
  • Massagen und gekühlte Gegenstände, auf denen dein Baby herumkauen kann, verschafft Linderung bei Zahnungsschmerzen.
  • Zahnungsgels und – mittel sollten nur sparsam verwendet werden.

Quellen