Mutter überfährt ihren Sohn weil er nicht zur Schule will

Der Junge lag nach dem Unfall sogar im Koma.

Bei dem Versuch ihren Sohn abzuschütteln, kam er unter die Reifen. Die ganze Geschichte siehst du im Video. Das hatte die Mutter vor Gericht zu ihrer Verteidigung zu sagen.

Dein Kind hat Angst vorm ersten Schultag? Probiere diese Tricks

Viele Kinder können den ersten Schultag gar nicht abwarten – aber nicht alle! Für manche Kinder ist die Einschulung mit vielen Ängsten verbunden. Das ist auch ganz normal: Veränderungen können immer beängstigend sein. Was du tun kannst, um deinem Kind die Angst vor der Einschulung zu nehmen, erfährst du im Video.

Keine Angst vorm ersten Schultag

Viele neue Gesichter. Ein neues Umfeld. Und was, wenn es zu viele Hausaufgaben gibt, der Lehrer streng ist, oder die Kinder gemein sind? Nicht alle Kinder freuen sich auf den ersten Schultag. Manche sind nervös und haben Angst vor der Veränderung.

In unserem Video findest du Tipps, die deinem Kind helfen könnten. Schau rein ins Video und probier sie doch gleich mal aus.

Darum solltest du deinem Kind Dinosaurier-Spielzeug kaufen

Dinosaurier üben auf viele Kinder eine große Faszination aus. Wenn auch dein Zwerg von morgens bis abends über die verschiedenen Dino-Arten monologisiert, ist das laut dieser Studie ein gutes Zeichen.

Mutter und Sohn spielen mit Dinosaurier-Spielzeug
Warum Dinos dein Kind intelligenter machen ©Bigstock/LightField Studios

Warum Dinos dein Kind intelligenter machen

Der Velociraptor war 1,5 bis zwei Meter lang und war ein Fleischfresser. Er lebte vor etwa 85 bis 76 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit. Es gibt Kinder, die schütteln solche Fakten ganz locker aus dem Ärmel und finden nichts aufregender, als sich den lieben langen Tag über ihre Lieblingsdinos zu unterhalten. Auch der kleine Noel beeindruckt im Moment das Netz mit seinem geballtem Dino-Wissen:

Kid Has Impressive Dinosaur Knowledge

This kid's dinosaur knowledge is seriously impressive.

Gepostet von LADbible am Dienstag, 1. November 2016

Das ist nicht nur ziemlich beeindruckend, sondern – so eine neue Studie – ein Zeichen für erhöhte Intelligenz. Eine amerikanische Studie der Universitäten von Indiana und Wisconsin hat herausgefunden, dass Kinder mit einem ausgeprägten Interesse an Dinosauriern ein höheres Intelligenzniveau haben. Diese Faszination für die Urzeitechsen soll außerdem die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, ihre komplexen Denkfähigkeiten und die Art und Weise wie sie Informationen verarbeiten fördern.

Tsintaosaurus & Co helfen, kognitiven Fähigkeiten zu stärken

Die Erklärung der Wissenschaftler: Da Dinosaurier längst ausgestorben sind und somit nicht mehr in die natürliche Erlebniswelt der Kinder gehören würden, sei eine gründliche Auseinandersetzung notwendig, um sich das Fachwissen anzueignen. Außerdem würden Kinder durch das Merken von komplizierten Dinosaurier-Namen wie Ankylosaurus, Tsintaosaurus oder Saurornitholestes ihre kognitiven Fähigkeiten stärken.

Zusätzlich, so folgert das Forscherteam, könnten sich Kinder durch die Art und Weise, wie sie sich mit Dinosauriern auseinandersetzen, besser auf neue Situationen einstellen. Das Einfühlen in die Lebenswelt der Dinos hilft den Kindern dabei an neue Situationen reflektiert heranzugehen, was ihnen wiederrum später dabei helfen würde schwierige Probleme zu lösen.

Diese gezielte Auseinandersetzung würde den Kindern ganz automatisch dabei helfen, die oben genannten Kompetenzen zu entwickeln. Kompetenzen, die ihnen beispielsweise bei der Einschulung große Vorteile verschaffen können.

Video-Empfehlung

Jungs haben öfter ein „ausgeprägtes Interesse“

Die Studie ist zwar nicht neu und wurde bereits 2008 durchgeführt, aber erst kürzlich online veröffentlicht. Die Kinder, die für diese Studie untersucht wurden, waren zwischen vier und sechs Jahre alt.

Interessanterweise haben die Forscher auch herausgefunden, dass Jungs häufiger ein solch außergewöhnliches Interesse entwickeln als Mädchen. Das könnte daran liegen, dass Jungs es vorziehen würden Informationen und Fakten zu einem Wissensgebiet zu suchen, während sich Mädchen eher in kreative Themen wie Kunst oder Literatur vertiefen würden, so die Studie.

Außerdem sei es völlig normal, dass die Dino-Leidenschaft mit der Einschulung wieder abnimmt.

Die 6 besten Apps für Vorschulkinder

Es gibt viele Apps für Vorschulkinder. Gute und lehrreiche Apps zu finden, ist manchmal trotzdem schwerer als gedacht. In unserem Video findest du sechs Apps, die deinem Kind nicht nur Spaß machen werden, sondern ihm auch neue Fähigkeiten vermitteln.

Lehrreiche Apps, die Spaß machen

Über das Smartphone der Eltern kommen Kinder meistens schon früh in Berührung mit der digitalen Welt. Damit du deinem Kind ohne Sorge das Handy überlassen kannst, haben wir sechs Apps rausgesucht, die perfekt für Vorschulkinder geeignet sind. Im Video werden die Apps und ihre Funktionen vorgestellt.

Mehr App-Empfehlungen mit Bewertungen von Pädagogen gibt es auf der Datenbank „Apps für Kinder“ vom Deutschen Jugendinstitut.

Trichotillomanie: Was hilft, wenn Haare ausreißen zum Zwang wird?

Wer unter Trichotillomanie leidet, hat den Impuls, sich die Haare auszureißen. Aber woher kommt die Zwangsstörung und wie kann man sie behandeln? Lies hier alle Informationen über die Ursachen, die Folgen und wie das zwanghafte Haareausreißen therapiert werden kann.

Frau spielt mit ihren Haaren
Welche Ursachen hat Trichotillomanie? ©Bigstock/Quality Stock Arts

In diesem Artikel:

Trichotillomanie: Was ist das?

Trichotillomanie ist die medizinische Bezeichnung für den Zwang, sich selbst die Haare auszureißen. Dieser Zwang ist eine psychische Krankheit und wird im ICD-10, dem offiziellen Diagnosemanual der Weltgesundheitsorganisation, in der Gruppe der „Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle“ (F63.0) aufgeführt.

Betroffene reißen sich dabei meist die Kopfhaare aus, aber auch Augenbrauen, Wimpern, Barthaare oder Schamhaare. Viele Betroffene haben zusätzlich die Angewohnheit nach dem Herausreißen mit den Haaren zu spielen. Manche lassen die Haare durch die Finger oder Lippen gleiten oder beißen die Haarwurzel ab, einige essen sogar das ganze Haar.

„Fast die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch Gedanken wie beispielsweise ‚bestimmte Haare müssen gefunden und entfernt werden oder durch Gedanken an Symmetrie zum Ausreißen gedrängt“, so die Experten der Neurologen und Psychiater im Netz. Schmerzen beim Ausreißen empfinden nur die wenigsten.

Die Störung tritt meistens in der frühen Pubertät auf, etwa im Alter von zwölf Jahren, und bildet sich oft nicht zurück. Trichotillomanie verläuft oft chronisch und kann über viele Jahre, zum Teil bis ins Erwachsenenalter, bestehen.

Wie häufig ist die Krankheit?

Die tatsächliche Häufigkeit von Trichotillomanie in Deutschland ist wegen der hohen Dunkelziffer unklar. Die „Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen“ schätzt aber, dass ca. 0,5 Prozent der Deutschen an Trichotillomanie leidet. Jungen und Mädchen sind im Vorschulalter gleich häufig betroffen. Im Jugend- und Erwachsenenalter leiden dagegen Mädchen beziehungsweise Frauen häufiger unter Trichotillomanie.

In Verbindung mit Trichotillomanie ist häufig auch Nägelkauen zu beobachten – häufig leiden die Betroffenen zusätzlich auch unter anderen psychischen Erkrankungen. So leiden „bis zu 63 Prozent der Betroffenen zusätzlich unter affektiven Störungen, bis zu 57 Prozent unter Angststörungen, bis zu 22 Prozent unter Substanzmissbrauch und bis zu 22 Prozent unter Zwangssymptomen“, so das „Ärzteblatt“ in ihren Artikel „Trichotillomanie: Rätselhafte psychische Erkrankung“.

Trichotillomanie: Symptome

Da Trichotillomanie-Patienten dem Impuls nicht widerstehen können, sich die Haare herauszureißen, ist die Krankheit durch einen sichtbaren Haarverlust gekennzeichnet – das können kahle Stellen am Kopf sein, aber auch das Fehlen von Augenbrauen und/oder Wimpern.

Vor dem Haareausreißen oder beim Versuch dem Zwang zu unterdrücken, fühlen sich Trichotillomanie-Patienten angespannt und empfinden eine innere Unruhe. Danach folgt ein Gefühl von Entspannung oder sogar Befriedigung.

Trichotillomanie: Ursachen

Warum genau die Betroffenen den Zwang verspüren sich die Haare auszureißen, ist immer noch unklar. Für Trichotillomanie gibt es außerdem kein einheitliches Krankheitsbild.

Meist setzt der Drang ein, wenn die Betroffenen unter Druck stehen oder eine innere Anspannung verspüren. Das Ausreißen ihrer Haare verschafft Entspannung, mitunter sogar ein Gefühl von Befriedigung. Danach folgen aber meist Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen, was den Druck wieder ansteigen lässt und zum erneuten Ausreißen führt.

Der wohl häufigste Grund ist Stress. Viele Betroffene erzählen aber auch von einem anderen auslösenden Erlebnis in der Kindheit. Das kann ein Missbrauchsfall sein, Vernachlässigung durch die Eltern, ein Todesfall eines nahen Verwandten, aber auch ein Schulwechsel und Mobbingerfahrungen.

Wissenschaftler gehen ebenfalls davon aus, dass Trichotillomanie zu einem gewissen Teil genetisch veranlagt ist. Aussagekräftige Studien gibt es aber hierfür noch nicht.

Trichotillomanie: Folgen

Da viele Patienten sich nicht nur die Haare ausreißen, sondern anschließend auch den Drang verspüren diese zu essen, kann es zu einer Trichophagie, dem sogenannten “Rapunzel-Syndrom” kommen. Da Haare für den Menschen nahezu unverdaulich sind, bildet sich als Folge im Magen der Betroffenen ein Haarknäuel. Das kann zu Oberbauchschmerzen, einem Darmverschluss oder sogar einem Darmdurchbruch kommen. Das Haarknäuel muss dann operativ entfernt werden.

Soziale Folgen von Trichotillomanie

Trichotillomanie hat aber nicht nur medizinische, sondern auch soziale Folgen. Betroffene schämen sich nicht nur für das Ausreißen und die fehlende Selbstkontrolle an sich, sondern auch für ihre kahlen Stellen. Daher haben Betroffene oft auch Schwierigkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen.

Video-Empfehlung

Trichotillomanie: Therapie

Psychologen empfehlen zur Behandlung von Trichotillomanie meist eine Verhaltenstherapie. Der Betroffene lernt so seine Auslöser, etwa Stress, Einsamkeit oder andere unangenehme Gefühle zu erkennen und zu beobachten. Zusätzlich erlernt er verschiedene Strategien, um das Haareausreißen einzudämmen oder ganz aufzugeben. Außerdem erlernen Trichotillomanie-Patienten verschiedene Entspannungstechniken, um besser mit dem im Vorfeld aufgebauten Spannungen umzugehen.

Leidet der Patient zusätzlich an Ängsten, Depressionen oder anderen Zwangsstörungen, „kann die zusätzliche Gabe von Medikamenten Serotoninwideraufnahmehemmer (SSRI) sinnvoll sein“, so das Kindernetzwerk e.V. in ihrer Informationszeitschrift „Kinder Spezial“.

Selbsthilfegruppen

Da aus Scham nur die wenigsten öffentlich über ihre Krankheit reden, haben viele Trichotillomanie-Patienten das Gefühl, mit ihrer Krankheit allein zu sein. Hier können Selbsthilfegruppen hilfreich sein. Die Betroffenen können mit anderen, die dasselbe durchmachen, über ihre Krankheit reden.

Auch im Internet gibt es Möglichkeiten sich in einer Community gegenseitig Kraft zu geben und zu motivieren. Auf Twitter zum Beispiel gibt es den Hashtag „#pullfree“. Hier posten Trichotillomanie-Patienten über ihre Erfahrungen.

Auch auf YouTube gibt es zahlreiche Videos von Betroffenen, die über ihre Symptome sprechen, Trichotillomanie erklären und anderen mit der Krankheit Tipps geben. Eines dieser vielen Videos ist das hier:

 

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Quellen:

Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz: Trichotillomanie, https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/glossar/?tx_mksglossary_pi1%5BshowUid%5D=42&cHash=fcac35029802e4e52de262d3b2835285 (letzter Zugriff: März 2019)

Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.(2018): Trichotillomanie – Mein Kind reißt sich die Haare aus, http://www.zwaenge.de/presse/media/Kinder_Spezial_Tricho.pdf, (letzter Zugriff: März 2019)

Sonnenmoser, Marion (2004): Trichotillomanie: Rätselhafte psychische Erkrankung, https://www.aerzteblatt.de/archiv/40479/Trichotillomanie-Raetselhafte-psychische-Erkrankung, (letzter Zugriff: März 2019)

Böhm, Klaus Amadeus (2014): Trichotillomanie: Eine Übersicht und die Frage nach einer Impulskontrollstörung bei Trichotillomanie, Diplomica Verlag, S. 9 – 14

Fuhrmann, Pia; von Gontard, Alexander (2018): Trichotillomanie bei Kindern und Jugendlichen: Informationen zum krankhaften Haareausreißen für Eltern und Betroffene, Hogrefe Verlag, S. 10 – 12

Keuchhusten: Kinder zeigen erst keine typischen Symptome

Krampfartige Hustenanfälle und keuchendes Luftholen sind typische Anzeichen für Keuchhusten. Kinder sind dabei besonders betroffen. Alles über Ansteckung, Behandlung und Impfung, erfährst du hier.

Blondes Kind wird mit Stethoskop untersucht
Keuchhusten: Kinder zeigen oft keine eindeutigen Symptome ©Bigstock/Gajus

In diesem Artikel:

Keuchhusten: Kinder sind besonders betroffen

Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute Infektion der Atemwege, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst wird. Dieser Erreger bildet Giftstoffe, die eine Schleimhautentzündung verursacht.

Keuchhusten beim Kind zählt nach wie vor weltweit zu einer der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wurden 2018 in Deutschland 1.2827 Keuchhustenfälle gemeldet. Insbesondere sind dabei Säuglinge betroffen. 2016 starben vier Menschen an Keuchhusten, darunter drei Babys.

Das problematische beim Keuchhusten: Kinder zeigen oft keine eindeutigen Symptome, sind aber trotzdem hochansteckend.

Keuchhusten ist meldepflichtig

Seit dem März 2013 besteht gemäß §§ 6, 7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für Ärzte und Labore eine Meldepflicht für Keuchhusten oder deren Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter (wie auch Mumps, Röteln, und Windpocken).

Keuchhusten Kinder: Symptome schwer zu erkennen

Keuchhusten beim Kind verläuft typischerweise in drei Phasen. Hat sich dein Kind angesteckt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man ihm das zunächst gar nicht anmerkt. Die Symptome sind in der ersten Phase noch untypisch, dass heißt das sie eher denen einer Erkältung ähneln. Erst später zeigen sich typische Keuchhusten-Symptome.

#1 Erkältungsphase (Stadium catarrhale)

Die Erkältungsphase beginnt ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung. So zeigen bei Keuchhusten Kinder anfangs – wie der Name schon verrät – Anzeichen einer gewöhnlichen Erkältung. Also beispielsweise:

  • Schnupfen
  • gelegentlich leichter Husten und Heiserkeit
  • leichtes Fieber
  • gerötete Bindehäute
  • Halsschmerzen

Das Problem hier: Dein Kind ist bereits jetzt hochansteckend! Deswegen ist es wichtig erste Keuchhusten-Symptome richtig zu deuten.

#2 Anfallphase (Stadium convulsivum)

Währen der nächsten vier bis sechs Wochen kommt es zum charakteristischen krampfartigem Husten. Diese typischen, abgehackten Hustenattacken (Stakkato-Husten) treten vor allem nachts auf. Da sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, atmen Kinder danach mit einem juchzenden Geräusch ein.

Ein Hustenanfall kann oft einige Minuten dauern und sich bis zu 50-mal am Tag wiederholen. Oft wird er begleitet von Erbrechen oder Auswürgen von zähem Schleim. Auch leiden beim Keuchhusten Kinder unter Appetitlosigkeit und können wegen der Hustenanfälle kaum oder gar nicht schlafen. Fieber ist in diesem Stadium untypisch.

Achtung: Babys zeigen oft keine charakteristischen Beschwerden, so dass bei ihnen Atemaussetzer als Hinweis für Keuchhusten gelten.

#3 Erholungsphase (Stadium decrementi)

Die letzte Phase dauert sechs bis zehn Wochen. In der Erholungsphase nehmen die Hustenattacken deines Kindes allmählich ab. Allerdings kann das Ausheilen der Krankheit bis zu drei Monate dauern.

Kann es beim Keuchhusten zu Komplikationen kommen?

Bei den teils heftigen Hustenanfällen kann es zur Atemnot kommen. Außerdem können durch den enormen Druck kleine Blutgefäße unter dem Augenweiß platzen. Manchmal kann es auch zu Nasenbluten oder sogar Leisten- oder Rippenbrüchen kommen.

Ernste Folgeerkrankungen sind beim Keuchhusten keine Seltenheit. Dazu gehören Lungen- und Mittelohrentzündungen. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Gehirnhautentzündung die Folge von Keuchhusten. Kinder bekommen als Folge Krämpfe und können sogar bewusstlos werden.

Als Spätfolgen des Keuchhustens sind allergische Erkrankungen oder Asthma bekannt.

Keuchhusten Kind: Ansteckung und Übertragung

Keuchhusten wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, also durch husten, niesen oder sprechen. Der Erreger befällt Nase, Rachen, Luftröhre, Lunge und reizt die Schleimhäute. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt sieben bis 20 Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt am Ende der Inkubationszeit und dauert etwa fünf bis sechs Wochen.

Die Keuchhusten-Bakterien werden sehr leicht weitergegeben und „die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erkrankter alle anderen ungeschützten Familienmitglieder ansteckt, liegt bei fast 100 Prozent“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf dem unabhängigen Informationsportal impfen-info.de.

In der Regel betrifft Keuchhusten Kinder, tritt aber auch bei ungeimpften  Erwachsenen auf. Für Babys kann eine Keuchhusten-Infektion lebensgefährlich sein. Säuglinge haben weder eigene Abwehrstoffe gegen Keuchhusten noch einen sogenannten Nestschutz (Antikörper, die vor der Geburt durch die Mutter vermittelt wird). Dadurch können sich Babys theoretisch ab dem ersten Lebenstag mit Keuchhusten anstecken.

Keuchhusten Kind: Diagnose und Behandlung

Falls dein Kind länger als eine Woche hustet, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen – wegen der Ansteckungsgefahr aber vorher anrufen. Dein Baby zeigt erste Erkältungsanzeichen? Dann gehe gleich zum Arzt.

Die Diagnose erfolgt meistens anhand der beschriebenen Symptome. Sicher nachweisen können Keuchhusten Kinder- oder Jugendärzte durch einen Nasenabstrich. Er kann deinem Kind dann Antibiotika verschreiben. Dadurch wird der Verlauf der Krankheit oft leichter und dein Kind ist kürzer ansteckend. Zusätzlich können schleimlösende Medikamente zum Inhalieren verschrieben werden.

Aber: Aufgrund des komplexen Krankheitsverlaufs bei Keuchhusten wirkt Hustensaft hier meistens nicht.

Hat der Arzt bei deinem Baby Keuchhusten festgestellt, muss es stationär behandelt werden. Da Säuglinge den Schleim noch nicht selber aushusten können, muss dein Baby ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort wird der Schleim aus den Atemwegen abgesaugt, um eine Atemnot zu vermindern und die Erstickungsgefahr zu reduzieren. Zusätzlich wird es mit einem Atemmonitor überwacht.

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Impfung gegen Keuchhusten schützt

Vor Keuchhusten kann man sich mit einer Impfung schützen. Die Immunität gegen diese Erreger besteht allerdings nicht lebenslang und so kann es auch Erwachsene treffen, die schon einmal Keuchhusten hatten. Regelmäßige Auffrischungsimpfungen sind also wichtig. Säuglinge haben keinen Nestschutz gegen die Erreger, daher gilt für den Schutz gegen Keuchhusten: Kinder schon im frühen Alter impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt folgenden Impfplan:

  • Erste Keuchhusten-Impfung nach Vollendung des zweiten Lebensmonats
  • Zwei weitere Impfungen im Alter von drei und vier Monaten
  • Auffrischungsimpfung im Alter zwischen elf und 14 Monaten. Damit ist die so genannte Grundimmunisierung abgeschlossen
  • Auffrischung im Alter von fünf bis sechs Jahren mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff (Tetanus-Diphtherie-azelluläre Pertussis). Die letzte Tetanus/Diphtherie-Impfung sollte dabei mehr als fünf Jahre zurückliegen.
  • Nochmalige Auffrischung zwischen neun und 16 Jahren.

Bei der Keuchhusten-Impfung wird ein sogenannter Totimpfstoff verabreicht. Dieser enthält im Unterschied zum Lebendimpfstoff keine lebenden Bakterien, sondern einzelne Zellbestandteile der Bakterien. Diese sogenannten Antigene können dein Kind nicht krank machen. Sie regen lediglich das Immunsystem an, spezifische Antikörper zu bilden.

Mit der Grundimmunisierung gegen Keuchhusten werden Babys normalerweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Bei dieser Impfung wird gleichzeitig auch gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B geimpft.

Hat die Keuchhusten-Impfung Nebenwirkungen?

In der Regel vertragen Kinder Keuchhusten-Impfungen gut. Sehr häufig kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr allerdings zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann.

Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an. Ebenso kann dein Kind Symptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizbarkeit oder Magen-Darm-Beschwerden zeigen. Hohes Fieber ab 39°C ist häufig, ebenso Infektionen der oberen Atemwege (Bronchitis).

Diese Nebenwirkungen klingen aber ein bis drei Tage nach der Impfung wieder ab.

Keuchhusten-Kind? Das kannst du selbst tun

Du hast nun ein Keuchhusten-Kind zuhause? Hier sind sechs Tipps, damit es ihm schnell wieder besser geht:

  1. Achte darauf, dass dein Kind genügend trinkt
  2. Heize das Kinderzimmer nicht – das trocknet die Schleimhäute aus. Ziehe dein Kind lieber wärmer an
  3. Auf Toben und Sport solltet ihr verzichten, aber Spaziergänge an der frischen Luft tun gut
  4. Inhalieren mit Meersalz kann die Beschwerden ein wenig lindern. Ein weiteres Hausmittel: Ein warmer Brustwickel mit Zitronensaft
  5. Achte darauf, dass dein Kind während der Hustenanfälle aufrecht mit leicht vorgebeugtem Kopf sitzt

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Quellen: 

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (2019): Keuchhusten (Pertussis),
    https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/keuchhusten-pertussis/was-ist-keuchhusten-pertussis/, (letzter Zugriff: März 2019)
  • Keicher, Ursula (2016): Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist. Gräfe Und Unzer, Seite 101 – 102
  • Robert Koch Institut (2017): Keuchhusten (Pertussis). RKI-Ratgeber,
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Pertussis.html, (letzter Zugriff: März 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2018): Keuchhusten. Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Impfen schützt!,
    https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/keuchhusten/, (letzter Zugriff: März 2019)

Experten-Rat: So schützt du dein Kind vor Kindergarten-Mobbing

Natürlich möchte niemand, dass sein Kind von anderen im Kindergarten geärgert wird. Welche Anzeichen dein Kind zeigt, wenn es gemobbt wird und was Experten raten, wenn es Opfer von Mobbing im Kindergarten wird, erfährst du hier.

Mädchen geht alleine auf einer Straße
Mobbing im Kindergarten? Das kannst du tun! ©Unsplash/Caroline Hernandez

Die Folgen von Mobbing können gravierend sein

Der Duden beschreibt Mobbing als „wiederholtes und regelmäßiges, vorwiegend seelisches Schikanieren, Quälen und Verletzen eines einzelnen Menschen durch eine beliebige Art von Gruppe“. Von Mobbing spricht man also, wenn dein Kind über einen längeren Zeitraum von anderen Kindern erniedrigt oder von Gruppen ausgeschlossen wird. Dabei unterscheidet man zwischen körperlichem, verbalem und indirektem Mobbing. Die Einseitigkeit ist hierbei entscheidend und unterscheidet Mobbing von anderen Konflikten.

Mobbing sollte auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Ein Kind, das permanent gemobbt wird, fühlt sich frustriert, ist traurig oder zieht sich zurück. Manche Kinder reagieren als Folge auch selbst mit gesteigerter Aggressivität. Im schlimmsten Fall bekommt dein Kind ein gestörtes Selbstwertgefühl und hat keine Lust mehr mit anderen Kindern zu spielen. In vielen Fällen kommen oft noch psychosomatische Folgen wie Angstattacken, Bettnässen oder Alpträume hinzu.

Gibt es im Kindergarten überhaupt schon Mobbing?

Oft dauern Konflikte unter Kindergartenkindern gar nicht lange genug, um wirklich als Mobbing zu gelten. Trotzdem können die Grundformen bereits in der Kita auftreten. Diese Formen sind subtiler – dazu zählt beispielsweise die soziale Erpressung und die beliebte Drohung „Dann bin ich nicht mehr dein Freund“. Aber auch das Verstecken oder Zerstören von Eigentum und das Auslachen sind Formen von Mobbing und können auch schon im Kindergarten auftreten.

Kleines fiktives Beispiel, das aber sehr real sein kann:
Als Anna aus dem Bällebad in der Kita kommt, sind ihre Hausschuhe verschwunden. Sie ist sich sicher, dass sie sie vor den Raum mit dem Bällebad abgestellt hat. Anna fängt an ihre Hausschuhe zu suchen, aber niemand hilft ihr. Linda, Laura und Mia lachen Anna aus, während sie ihre Schuhe verzweifelt sucht. Nico stellt Lilly ein Bein, als sie suchend an ihm vorbeigeht. Danach lachen die Kinder noch lauter. Mia sagt hämisch zu Anna: „Selbst schuld! Hättest du Hausschuhe an, wärst du jetzt nicht ausgerutscht.“

Nur Kinder, die eben Kinder sind? Nicht immer!

Wie erkenne ich, dass mein Kind gemobbt wird?

Die meisten Kinder wollen mit ihren Eltern nicht über die Mobbing-Attacken sprechen, „weil die Kinder sich schämen oder ihre Eltern schonen wollen“, erklärt Dr. Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in den Artikel „Wenn Kinder in der Schule ausgegrenzt und gemobbt werden – Kinder- und Jugendärzte geben Eltern Tipps“. Daher ist es wichtig, selbst auf die Signale zu achten, die auf potenzielles Mobbing hinweisen. Diese können beispielsweise sein:

  • Dein Kind will nicht mehr in den Kindergarten gehen
  • Es klagt abends vor dem Schlafengehen häufig über Bauch- und Kopfschmerzen
  • Dein Kind hat wenig Kontakt zu gleichaltrigen Kindern und spielt häufig allein
  • Es ist ängstlich, bedrückt oder sogar depressiv
  • Dein Kind hat keinen Appetit
  • Es leidet unter Schlafstörungen und/oder Albträumen

Wichtig: Nur weil einer dieser Punkte auf dein Kind zutrifft, heißt es nicht, dass es automatisch im Kindergarten gemobbt wird. Dafür kann es auch andere Gründe geben.

Video-Empfehlung

Was tun, wenn mein Kind gemobbt wird?

Hast du den Verdacht, dass dein Kind im Kindergarten von anderen Kindern gemobbt wird, ist es wichtig zeitnah zu reagieren und das Gespräch mit deinem Kind zu suchen. Dabei gilt: Sei geduldig!

Die Experten der Neurologen und Psychiater im Netz raten:

„Eltern können ihr Kind ermutigen, von seinen Gefühlen und den Vorkommnissen zu erzählen.“

Dabei sei die emotionale Unterstützung von den Eltern und eine positive Rückmeldung über die Stärken deines Kindes sehr wichtig, „um das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken.“ Tausche dich am besten zusätzlich mit den Erziehern deiner Kita aus. Bitte sie darum, bei Mobbingfällen dazwischen zu gehen und Mobbing-Situationen sofort zu beenden.

Wichtig: Unternimm nichts, ohne vorher mit deinem Kind darüber gesprochen zu haben, sonst kann es sein, dass es sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Hilfreich können auch Freundschaften außerhalb des Kindergartens sein.

Gib deinem Kind aber vor allem zu verstehen, dass du bedingungslos hinter ihm stehst, ihm glaubst und zeige ihm, dass es mit seinen Problemen jederzeit du dir kommen kann. Kinder, die gemobbt werden, müssen erst das Vertrauen haben, nicht als „Petze“ oder „Loser“ gesehen zu werden, wenn sie jemanden von ihren Mobbern erzählen.

Was du NICHT tun solltest

Dein Kind leidet und du möchtest ihm so schnell wie möglich helfen – das ist völlig verständlich. Wichtig ist aber, nicht vorschnell zu handeln. Folgendes solltest du also auf jeden Fall vermeiden:

#1 Die Mobber oder deren Eltern wütend zur Rede stellen
Das könnte die Situation noch verschlimmern, etwa weil die Tätereltern ihr Kind in Schutz nehmen. Außerdem sollte so ein Gespräch nicht vorwurfsvoll, sondern konstruktiv geführt werden.

#2 „Dann schlag doch zurück“
Diese Aufforderung ist kontraproduktiv und könnte die Lage noch verschlimmern. Außerdem vermittelst du deinem Kind damit eine falsche Botschaft: Du wirst nur gemobbt, weil du ein Weichei bist. Und Gewalt sollte nie eine Antwort auf irgendetwas sein.

#3 Dem Kind sagen, das werde schon wieder, es solle sich mal zusammenreißen.
Dein Kind reißt sich wahrscheinlich schon sehr zusammen – aber aus so einer Situation kann es nicht alleine herauskommen, sondern braucht deine Hilfe.

 

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Kinder im Internet: So schützt du sie vor Gefahren

Eine Welt ohne digitale Medien wäre heutzutage kaum noch denkbar. Klar, dass sie dementsprechend auch deine Kinder beeinflussen. Einerseits ist es wichtig, sie frühzeitig im Umgang mit diesen zu schulen. Denn nur so haben sie später exzellente Karrierechancen und lernen zugleich, sich vor Gefahren im World Wide Web zu schützen. Andererseits kann sich ein zu exzessiver Medienkonsum nachteilig auf die kindliche Entwicklung auswirken. Wie also sieht der goldene Mittelweg aus?

Mutter spielt zusammen mit ihrem Kleinkind und ihrem Baby mit dem Tablet
Gehen die Kinder im Web auf Reisen, sollten Eltern ein Auge darauf haben, was die Kleinen gerade so machen. © Unsplash/ Alexander Drummer

Deine Kinder sind „Digital Natives“ – ob du willst oder nicht

Du selbst bist vermutlich noch größtenteils ohne Smartphone & Co aufgewachsen. Vielleicht durftest du als Kind hin und wieder fernsehen oder erinnerst dich noch an die Zeiten, als das Internet teuer war und pro Minute abgerechnet wurde. Dementsprechend streng waren die Eltern oft bei der Internetzeit ihrer Kinder. Seither hat sich viel verändert.

Die heutigen Kinder und Jugendlichen werden auch als „Digital Natives“ bezeichnet. Sie wachsen also von Geburt an mit dem Internet und virtuellen Technologien auf. Eine Welt ohne digitale Medien kennen sie hingegen nicht mehr. Sie sind sozusagen „Eingeborene“ im World Wide Web und den zugehörigen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets.

Digitale Medien prägen den modernen Alltag

Tatsächlich können schon viele Drei- oder Vierjährige heutzutage das Handy ihrer Eltern intuitiv bedienen. Serien auf YouTube anzuschauen oder Lernprogramme auf dem Tablet zu absolvieren, gehört die meisten Kinder mittlerweile zum ganz normalen Alltag. Später kommen das eigene Smartphone oder ein unbegrenzter Internetzugang hinzu – schließlich wird dieser mittlerweile als Flatrate abgerechnet und ist somit deutlich kostengünstiger.

Umgang von Kindern mit Medien ist umstritten

Wenn es dir bei dieser Schilderung die Nackenhaare aufstellt, bist du damit nicht alleine: Viele Eltern sehen diese Entwicklung äußerst skeptisch und versuchen, ihre Kinder so lange wie möglich von den digitalen Medien fernzuhalten. Das ist allerdings ein zweischneidiges Schwert, schließlich spielen das Internet & Co mittlerweile nicht nur im Berufsleben, sondern bereits in der Schule eine tragende Rolle.

Zahlreiche Lehrer setzen es als selbstverständlich voraus, dass das Kind für seine Hausaufgaben im Internet recherchieren kann. Im Studium müssen Hausarbeiten mittlerweile immer häufiger direkt online auf eine entsprechende Plattform hochgeladen werden. Und im Berufsleben spielen Clouds, Datenbanken und andere digitale Software eine unverzichtbare Rolle.

Kinder vom Internet fernzuhalten ist unmöglich

Es ist daher wichtig, dass Kinder schon in jungem Alter mit solchen Technologien in Berührung kommen und deren Anwendung erlernen. Denn, dass Schulbücher bald durch eBooks ersetzt werden oder die Kinder mit dem Laptop in die Schule kommen – das sind Szenarien, welche schon in naher Zukunft real werden könnten.

Deinen Nachwuchs vollständig von der digitalen Welt abzuschotten, ist also weder sinnvoll noch möglich, schließlich werden sie damit spätestens konfrontiert, wenn ihre Freunde das erste Mal mit dem Smartphone in die Schule kommen oder beim Spielenachmittag die PlayStation auspacken. Wie so oft im Leben, gibt es also auch beim Thema Kinder im Internet nicht nur Schwarz oder Weiß.

Kleiner Junge spielt mit Smartphone
Kinder wird man sie kaum komplett vom Internet abschotten können. © Unsplash/ Hal Gatewood

Ein Blick auf die Wissenschaft

Ob du diese Entwicklung als positiv oder negativ erachtest, spielt dabei leider keine Rolle. Denn der technologische Fortschritt legt ein rasantes Tempo an den Tag und lässt sich schon längst nicht mehr aufhalten. Ein Stück weit gilt es also, dich den Geschehnissen zu fügen und zu akzeptieren, dass das Internet beziehungsweise digitale Medien im Allgemeinen eine große Bedeutung im Leben deiner Kinder haben werden.

Eine gesunde Skepsis ist dennoch angebracht, denn wissenschaftliche Studien zum Thema gibt es mittlerweile in großer Anzahl und diese kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • Der Konsum gewalthaltiger Medien kann das Risiko von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen erhöhen. Das gilt beispielsweise für Filme oder Computerspiele.
  • Werden digitale Medien in zu jungem Alter intensiv genutzt, kann das zu einer gestörten Sprachentwicklung, verminderten Konzentrationsfähigkeit und Hyperaktivität führen.
  • Sitzt ein Kind viel vor dem Fernseher, Tablet, Smartphone & Co, so bewegt es sich weniger und neigt dementsprechend eher zu Übergewicht und anderen Folgen eines Bewegungsmangels.
  • Beobachtet wurden zudem Haltungsschäden sowie eine verminderte Alltagsmotorik und Körperwahrnehmung.

Diese sind nur einige Studienergebnisse, welche die nachteiligen Effekte einer übermäßigen Nutzung von digitalen Medien im Kindesalter aufzeigen. Vermutet wird zudem, dass Kinder, welche viel Zeit im Internet, vor dem Fernseher, einem Computerspiel & Co verbringen, schlechtere soziale Kompetenzen entwickeln, weniger kreativ sind und ein vermindertes Langzeitgedächtnis haben.

Schwierig ist der Nachweis solcher Effekte aber, da die Einflüsse von digitalen Medien auf das Kind auch stark von dessen Alter, seiner Persönlichkeit, der Nutzungsdauer, dem familiären Umfeld und weiteren Faktoren abhängen.

Lernen im und durch das Internet – ja oder nein?

Befürworter plädieren hingegen dafür, das Internet gezielt zum Lernen zu nutzen. Denn hier können die Kinder nicht nur den Umgang mit den digitalen Medien selbst erlernen, sondern auch weitere Fähigkeiten, beispielsweise über spielerisch gestaltete E-Learning-Kurse. Auch hierbei gibt es kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“.

Als Zwischenfazit lässt sich somit festhalten, dass die Internetnutzung per se Kindern in ihrer Entwicklung nicht schadet. Es kommt jedoch auf das richtige Maß an. Kommt dein Nachwuchs zu früh in zu exzessivem Ausmaß mit den digitalen Medien in Berührung, kann das durchaus zahlreiche negative Effekte nach sich ziehen.

Richtig genutzt, kann das Internet die Kinder hingegen auch fördern und sie somit auf ein erfolgreiches (Berufs-) Leben in der digitalisierten Welt vorbereiten. Die Antwort lautet also: Jein!

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Eltern müssen ihre eigene Mediennutzung hinterfragen

Interessant an den aktuellen Studienergebnissen ist auch, dass sich nicht nur die Mediennutzung der Kinder selbst nachteilig auf deren Entwicklung auswirken kann, sondern auch jene der Eltern. Denn gerade in den jungen Lebensjahren ist eine intensive Beschäftigung der Eltern mit ihrem Kind wichtig. Die Kinder lernen durch diese Eltern-Kind-Kommunikation – welche über Augenkontakt, die Stimme, die Körpersprache und Berührungen geschieht.

Das Kind merkt jedoch, ob du körperlich sowie geistig voll anwesend bist oder nicht. Beschäftigen sich die Eltern stattdessen hauptsächlich mit dem Smartphone oder anderen digitalen Medien, kann das die Entwicklung im betreffenden Alter verzögern und wirkt sich zugleich nachteilig auf die Eltern-Kind-Beziehung aus. Du solltest daher erst einmal bei dir selbst ansetzen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Digitale Medien sprechen nicht alle Sinne an

Ganz ersetzen kann das digitale Lernen ganzheitliche Erlebnisse zudem nicht. Du weißt aus eigener Erfahrung, dass Kinder gerne alles anfassen oder je nach Lebensalter sogar in den Mund stecken. Das hat den einfachen Grund, dass sie mit allen Sinnen lernen und ihre Fähigkeiten entwickeln. Das reine Sehen und Hören, wie es im Internet der Fall ist, reicht dafür nicht aus. Stattdessen spielen auch andere Sinneseindrücke wie die Haptik, das Riechen und Schmecken eine Rolle. Es macht somit keinen Sinn, das Internet schönzureden und die Kinder fortan guten Gewissens mit digitalen Medien ruhig zu stellen – mit der Ausrede, sie würden etwas Sinnvolles lernen.

Mädchen sitzt vor einem Computer und lacht in die Kamera
Auch im Schulischen ist das Internet ein zweischneidiges Schwert für die Kinderentwicklung. © fotolia.com/ Rido

Medienverbote sind nicht die richtige Lösung

Die bisherigen Erkenntnisse machen deutlich: Digitale Medien sollten im Leben deiner Kinder vor allem in jungen Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ganz vermeiden kannst du aber nicht, dass deine Kinder früher oder später mit dem Internet in Berührung kommen. Musst du auch überhaupt nicht, denn in geringen Mengen – sowohl bei deinem eigenen Konsum als auch jenem deiner Kinder – sowie mit den richtigen Inhalten wirkt es sich nicht unbedingt nachteilig auf deren Entwicklung aus.

Medienverbote sind demnach nicht die richtige Lösung und es stellt sich nicht die Frage nach dem „Ob“, sondern es bleiben jene nach dem „Wann“ und „Wie“. Ab wann also solltest du deine Kinder langsam an das Internet heranführen, wie lange dürfen sie sich darin bewegen, welche Inhalte können sie konsumieren und wie kannst du sie vor eventuellen Gefahren schützen?

Das Internet birgt zahlreiche Gefahren

Denn neben den eventuellen negativen Einflüssen der digitalen Medien auf die Entwicklung deines Kindes, sind es vor allem die Gefahren im Internet, welche vielen Eltern Bauchschmerzen bereiten. Dazu gehören Inhalte, welche nicht für Kinder geeignet sind, beispielsweise Gewaltdarstellungen. Aber auch der mögliche Kontakt zu gefährlichen Personen oder der Einfluss von Werbebotschaften gehören zu den häufigsten Sorgen, wenn es um das Thema Kinder im Internet geht.

Kinder im Internet: Tipps für Eltern

Einerseits solltest du deine Kinder also ab einem gewissen Alters ins Internet lassen und kannst sie dort durch gezielte Lerninhalte sogar fördern. Andererseits ist eine gesunde Portion Vorsicht dabei sehr wichtig. Schlussendlich musst du deinen eigenen Umgang mit der Thematik finden. Folgende Tipps können dir aber als Anhaltspunkte dienen.

Zeitbegrenzung für digitale Medien nach Lebensalter

Eine wichtige Frage, welche sich viele Eltern stellen, ist jene nach dem Zeitpunkt, ab welchem die Kinder mit digitalen Medien in Berührung kommen sollten. Passiv geschieht das zwar häufig schon als Baby, wenn also die Eltern fernsehen oder ihr Smartphone nutzen. Aktiv zeigen sie aber ebenfalls früh Interesse an den blinkenden Bildschirmen, sobald sie sich ausreichend bewegen und ihre Umwelt entsprechend wahrnehmen können. Ab wann und für wie lange dürfen Kinder also ins Internet?

  • Kinder unter drei Jahren sollten nicht länger als fünf Minuten pro Tag mit digitalen Medien spielen. Oft können sie die Inhalte noch gar nicht bewusst wahrnehmen, sondern ahmen nur die Bewegungen ihrer Eltern nach.
  • Zwischen etwa vier und sechs Jahren können sie für 20 bis 30 Minuten täglich im Internet mit Lernsoftware spielen, welche kindgerecht sowie dem Alter entsprechend gestaltet ist.
  • Im Grundschulalter liegt der Richtwert bei etwa einer Stunde pro Tag, welche die Kinder vor digitalen Medien verbringen können.
  • Spätestens ab einem Lebensalter von rund zehn Jahren, wird der sichere Umgang der Kinder mit dem Internet von den Lehrern oft vorausgesetzt, sprich sie brauchen es eventuell für die Hausaufgaben. Dennoch sollten sie nicht mehr als 90 Minuten pro Tag im World Wide Web beziehungsweise vor digitalen Medien im Allgemeinen verbringen.

Kinder sollten im Internet immer überwacht werden

Wie bereits erwähnt, kommt es aber nicht nur darauf an, wie lange dein Kind ins Internet darf. Stattdessen musst du kontrollieren, welche Inhalte es dort konsumiert. Viele Eltern sehen es nämlich als kleine Auszeit zum Entspannen, für ein Nickerchen oder wichtige Haushaltstätigkeiten an, wenn das Kind eine halbe, ganze Stunde oder mehr – je nach Lebensalter – mit dem Internet beschäftigt ist.

Ein Irrtum, denn gerade, wenn die Kinder im Internet unterwegs sind, solltest du besonders aufmerksam bleiben. Du musst genau kontrollieren, was dein Kind im Netz macht, was es sieht, auf welchen Seiten es unterwegs ist & Co. Gerade in jungen Jahren gilt es deshalb, stets gemeinsam mit deinem Kind ins Internet zu gehen, es darin zu schulen und auf die gewünschten Seiten zu lenken. So behältst du zugleich die volle Kontrolle über die Zeit, welche dein Kind online verbringt.

Tipp: Außerhalb dieser Nutzungszeiten sollte der Internetzugang außerhalb der Reichweite des Kindes liegen. Smartphones, Tablets und Laptops werden also entsprechend unzugänglich verstaut und zur Sicherheit bestenfalls mit einem Passwort beziehungsweise Code geschützt. Ebenso unbewegliche Endgeräte wie ein Rechner, damit die Kinder nicht in einer unbeobachteten Minute ins Internet gehen können.

Internet „kindersicher“ machen: Wie geht das?

Kinder ab etwa zehn Jahren sowie in der Pubertät kannst du vermehrt auch alleine ins Internet lassen. Das bedeutet aber immer noch nicht, gänzlich die Kontrolle abzugeben. Stattdessen gilt es, das Endgerät sowie vor allem das Internet selbst „kindersicher“ zu machen. Hierfür stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Spezielle Software in Form von Sicherungsprogrammen können dabei helfen, Inhalte zu sperren, welche nicht für Kinder geeignet sind. Sie funktionieren als eine Art Filter, welche beispielsweise Werbung sperren oder den Zugang zu gefährlichen Websites verhindern.
  • Teilweise ist es sogar mögliche, spezielle Keywords zu sperren, sodass das Kind nicht nach gewissen Seiten suchen kann. Ältere Kinder lernen aber leider schnell, solche Wörter zu umgehen, weshalb diese Maßnahme eher in jüngerem Alter sinnvoll ist.
  • Viele Provider bieten die Möglichkeit, das Surfen im Internet für Kinder sicherer zu machen. So können selbst Jugendliche, welche bereits wissen, wie die Sicherheitsvoreinstellungen am Rechner bearbeitet werden können, nicht auf eigene Faust den Jugendschutz aufheben oder umgehen.
  • Es gib spezielle Endgeräte wie Tablets, die speziell auf die Nutzung durch Kinder ausgelegt sind. Sie bieten neben den praktischen Sicherheitsvorkehrungen oft bereits den Vorteil, dass spezielle Lernsoftware vorinstalliert ist.
  • Zuletzt gibt es auch Suchmaschinen für Kinder, welche im Gegensatz zu Google und anderen namhaften Anbietern die Inhalte kindgerecht filtern. Es ist daher ein sinnvoller Schritt in die richtige Richtung, solche kindersicheren Suchmaschinen als Startseite festzulegen.

Konkrete Anweisungen und Spielregeln

Auch im Internet sollten für die Kinder klare Regeln gelten. Es ist daher wichtig, dass du diese gemeinsam mit deinem Kind festlegst, bevor du ihm Zugang zum Tablet, Smartphone & Co gewährst. Diese Regeln können für die Zeit der Nutzung gelten. Besser also, wenn du direkt von Anfang an sagst, du darfst zwei Folgen deiner Serie anschauen oder eine halbe Stunde spielen. Zwar wird das Kind vermutlich dennoch versuchen, seine Medienzeit auszudehnen. Trotzdem solltest du diese Regel dann auch durchsetzen, das Kind lernt die Zeitbegrenzung zu akzeptieren und du sparst dir eine Menge Nörgeleien.

Solche Spielregeln können auch die Regelmäßigkeit betreffen, sprich das Kind darf beispielsweise immer nach dem Mittagessen für 20 Minuten ins Internet – oder so ähnlich. Auch damit verhinderst du Ärger sowie die ständigen Fragen deiner Sprösslinge, ob sie jetzt dürfen.

Natürlich müssen solche Anweisungen und Regeln aber auch den konkreten Umgang mit dem Internet betreffen. Was also darf das Kind hier machen und was nicht? Je früher es einen Sinn für Gefahren entwickelt und lernt, diese zu umgehen, desto weniger Sorgen musst du dir machen, wenn dein Kind im Internet surft. Erziehe dein Kind daher zu Selbstverantwortung!

Mutter sitzt mit ihren zwei Kindern vor Laptop
Vor allem wenn die Kinder jünger sind, empfehlen sich feste Internetzeiten – beispielsweise nach dem Essen. © fotolia.com/ fizkes

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser…

…, so lautet dennoch dein Motto. Behalte also während der Internetnutzung dein Kind im Blick. Ist es schon etwas älter und du gewährst ihm alleine den Zugang zum „kindersicheren“ Internet, kontrolliere anschließend, was es dort gemacht beziehungsweise welche Seiten es besucht hat.

Hierfür kannst du einerseits einen Blick in den Verlauf werfen. Andererseits gibt es spezielle Tools – sozusagen Tracking-Tools – für Eltern, um das Surfen des Kindes transparenter zu machen. Viele Eltern sträuben sich gegen solche Maßnahmen, da sie diese mit Überwachung assoziieren. Mach dir aber bewusst, dass es dabei um die Sicherheit deines Kindes geht und die bessere Alternative ist als ein komplettes Medienverbot.

Offen mit dem Kind über das Internet sprechen

Ist dir etwas Komisches aufgefallen, so sprichst du bestenfalls offen mit deinem Kind darüber. Selbiges gilt, wenn es Fragen zum Internet hat oder ihm etwas Angst gemacht hat. Wichtig ist somit in erster Linie ein Vertrauensverhältnis. Dein Kind muss das Gefühl haben, jederzeit sowie über alles mit dir sprechen zu können.

Fazit: Den goldenen Mittelweg finden

Wie du siehst, ist das Thema Kinder und Internet komplex. Einerseits können Kinder über digitale Medien gezielt gefördert werden und es ist wichtig für ihr späteres Schul- sowie Berufsleben, schon früh den Umgang mit dem Internet zu lernen. Andererseits lauern hier viele Gefahren und ein übermäßiger Konsum solcher Medien kann die Entwicklung des Kindes nachteilig beeinflussen. Für dich als Mutter beziehungsweise Vater gilt es daher, selbst den „goldenen Mittelweg“ zu finden.

Erst einmal solltest du deinen eigenen Umgang mit dem Smartphone & Co reflektieren sowie gegebenenfalls ändern, um als gutes Beispiel voranzugehen. Ab einem bestimmten Lebensalter kannst du dein Kind dann Schritt für Schritt an das Surfen im Internet heranführen und ihm dabei über die Schulter blicken. Übertriebene Angst ist also zwar nicht die richtige Devise, eine gesunde Vorsicht solltest du aber stets walten lassen, wenn dein Kind mit dem Internet in Berührung kommt.