Unerfüllter Kinderwunsch? Familienaufstellungen helfen weiter!

Trotz Kinderwunsch nicht schwanger zu werden – das ist der Albtraum vieler Paare. Neben den medizinischen Möglichkeiten, die viele Kinderwunschpraxen anbieten, gibt es eine sehr ungewöhnliche, aber durchaus einleuchtende Möglichkeit, sich dem Thema zu nähern…

Babyfüße in der hand der Mutter
Ein unerfüllter Kinderwunsch kann Paare belasten. Eine Familienaufstellung kann helfen. © Unsplash / Alex Pasarelu

Die Kinderwunsch-Aufstellung – eine Variante der klassischen Familienaufstellung

Dipl. Päd. Rica Rechberg, (Familientherapeutin und anerkannte Familienaufstellerin) hat über Jahre Erfahrungen mit Familienaufstellungen gesammelt und konnte inzwischen vielen Paaren mit Kinderwunsch helfen neue Einblicke und Lösungen zu finden.

Inzwischen ist sie überzeugt: Kinderwunsch-Aufstellungen können deinem Wunsch nicht nur nachhelfen – sie können sogar der erste Kontakt mit deinem Kind sein.

Sofort zu den Terminen für Kinderwunsch Aufstellungen >>

Eine Kinderwunschaufstellung kann ein erster Kontakt mit deinem Kind sein!

Dieser Kontakt wird möglich, indem du dich selbst, deinem Partner und das zukünftige Kind mithilfe von Stellvertretern oder Figuren sprichwörtlich in den Raum stellst.

Das Aufstellungsphänomen der stellvertretenden Wahrnehmung erlaubt den Stellvertretern (sobald sie sich auf den zugewiesenen Plätzen eingefunden haben) verblüffende Erfahrungen: Sie fühlen, agieren und kommunizieren fast identisch, wie die echten Personen, die sie repräsentieren.

Du oder dein Partner / deine Partnerin können von außen beobachten, wie eure eigenen Repräsentanten untereinander und/oder mit dem Kind Kontakt aufnehmen.

ABLAUF EINER AUFSTELLUNG – EIN PERSÖNLICHER ERFAHRUNGSBERICHT

Du kannst auch den Repräsentanten deines Kindes fragen, woran es liegt, dass es sich noch nicht eingefunden hat und ob du noch etwas tun kannst und wenn ja, was? Klingt „abgespaced“ – ist aber sehr wirkungsvoll:

Aufstellungen helfen, die aktuelle Situation viel besser zu verstehen und schaffen Platz für neue Sichtweisen und Einblicke, zum Beispiel über:

  • eventuell belastende Dynamiken in deiner Familie
  • die für dich und deinen Partner beste Strategie
  • zielführende und/oder entlastende Lösungen

Lösungsschritte können im Aufstellungsfeld erprobt und manchmal direkt vollzogen werden.

Wie läuft eine solche Aufstellung ab? Was erwartet mich?

Du kannst mit einer konkreten Fragestellung kommen, mehr bedarf es eigentlich nicht. Im Falle eines nicht erfüllten Kinderwunsches könnten das Fragen sein wie:

  • Fühlt sich unser Wunschkind eingeladen?
  • Können wir etwas tun, damit der Weg für unser Kind frei wird?
  • Welche Bedeutung hat ein Kind für die Partnerschaft oder für den Einzelnen?
  • Gibt es alternative Perspektiven und falls ja, welche?
  • Welche Behandlungsmethode kommt für uns infrage?
  • Sollen wir adoptieren?
  • Wie lange wollen wir es noch versuchen?
  • Können wir uns auch ein sinnstiftendes Leben ohne Kind vorstellen?
© Unsplash / Christiana Rivers

Wer wird „aufgestellt“ und warum?

Wenn du zum Beispiel wissen willst, welche Behandlungsmethode deinen Kinderwunsch unterstützen kann, kannst du nicht nur dich selbst, deinen Partner und das Wunschkind, sondern auch noch die unterschiedlichen Methoden in den Raum stellen.

Du wirst dich wundern, wie konkret das unbekannte Wunschkind den einzelnen Repräsentanten entgegentritt.

In der Kinderwunschaufstellung werden, genauso wie in Familienaufstellungen, komplexe Zusammenhänge und dynamische Wechselwirkungen in Beziehungen auf einfache Weise sichtbar.

Auch traumatische Verluste und Verstrickungen aus den jeweiligen Herkunftsfamilien, die im Zusammenhang mit deiner Kinderlosigkeit stehen, zeigen sich und können während des Aufstellungsprozesses direkt aufgelöst werden.

Mehr zur Methode erfahren >>

EIN ERFAHRUNGSBERICHT | Unsere Kinderwunschaufstellung

Mein Mann und ich waren schon seit 10 Jahren verheiratet und versuchten ungefähr seit vier Jahren schwanger zu werden. Zunächst optimistisch gestimmt, wurden wir mit der Zeit immer unsicherer.

Obwohl medizinische Gründe ausgeschlossen werden konnten, stellte sich unser Wunschkind nicht ein. Irgendwann hörten wir von einer Freundin, dass sie nach einer Familienaufstellung schwanger geworden sei und inzwischen mehrere Kinder habe.

Das Ganze erschien mir total unglaubwürdig, aber wenn man verzweifelt nach einer Lösung sucht greift man häufig nach jedem Strohhalm. Bevor ich mich schließlich anmeldete, informierte ich mich gründlich. Mehrere Freunde und Bekannte erzählten mir über ihre meist positiven Erfahrungen mit Familienaufstellungen.

Man empfahl uns eine erfahrene Aufstellerin von der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS), Rica Rechberg. In einem intensiven Vorgespräch erarbeiteten wir ein gemeinsames Anliegen. Wir wollten endlich Klarheit gewinnen und formulierten einen Satz, der unser Anliegen für die Aufstellung zusammenfasste.

Wir wollten herausfinden, ob es einen möglichen Zusammenhang mit der Kinderlosigkeit und nicht verschmerzten Verlusten oder traumatischen Erfahrungen in unseren Familien geben könnte. Wir wollten wissen, wie wir mit der Situation am besten Frieden schließen können.

Zum Ablauf

Wir konnten uns für eine Aufstellung im Einzelsetting oder auch in einer Gruppe entscheiden.  Wir wählten die Gruppe. Die Gruppe harmonierte von Anfang an sehr gut, obwohl die Thematik und die Anliegen der Teilnehmenden sehr unterschiedlich waren, nicht alle hatten das Thema „Kinderwunsch“.

Frau Rechberg hat den Verlauf unserer Aufstellung mit ihrem Online-Tool für diesen Artikel zum besseren Verständnis bebildert und nachgezeichnet.

Nach einigen Aufstellungen, in denen wir als Stellvertreter fungierten, gewannen wir immer mehr Vertrauen in die Methode und auch in die Leitung. Als wir an die Reihe kamen, wählte ich auf Vorschlag von Frau Rechberg eine Stellvertreterin für mich / sowie jeweils einen Stellvertreter für meinen Mann und unser Wunschkind. Zudem wählte ich auch eine Stellvertreterin für das hinter der Kinderlosigkeit vermutete  „eigentliche Thema“.

(Dieses war uns nicht bekannt – verwandelte sich aber im Verlauf der Aufstellung in eine vergessene Person aus meiner Familie deren Schicksal wegen ihres traumatisierenden Todes verdrängt worden war.)

© Rechberg

Ich stellte jeden einzelnen langsam im Inneren des Stuhlkreises auf. Anschließend setzte ich mich zu den anderen und beobachtete die Aufstellung von außen.

Nach einer kurzen Weile befragte Frau Rechberg alle Stellvertreter*innen, wie es ihnen gehe, und welche Gefühle oder Gedanken in ihnen aufsteigen würden. Die Stellvertreter*innen äußerten sich zu ihren Empfindungen und den emotionalen Beziehungen untereinander auf verblüffend stimmige Art und Weise.

Meine Stellvertreterin war ängstlich und verwirrt, weil sie – obwohl das Kind direkt vor ihr stand – keinen Blickkontakt aufnehmen konnte. Der Stellvertreter meines Mannes war vor allen Dingen auf mich ausgerichtet und machte sich Sorgen.

Unser Wunschkind stand uns direkt gegenüber, (mittig mit ca. 1,5 m Abstand) und schaute genau zwischen uns durch auf die Repräsentantin des hinter uns stehenden Themas. Diese hatten unsere Stellvertreter bislang gar nicht wahrgenommen.

Zunächst äußerte die Person, die das bislang ausgeschlossene Thema repräsentierte, dass sie anfangs ganz auf das Kind ausgerichtet gewesen sei.

Umso länger sie jedoch stand, richtete sich ihr Blick mehr und mehr nach oben hin zur Lampe, die ihr wie Licht spendend erschien. Sie fühle sich inzwischen schwankend, völlig entrückt und verloren – vielleicht auch verstorben?

Kompletten Artikel als PDF downloaden >>

© Unsplash / Kelly Sikkema

Was sind System-/bzw. Familienaufstellungen und wie funktionieren sie?

Allen Aufstellungsansätzen ist gemeinsam, dass ein spezifisches Anliegen entweder in der Gruppe mithilfe der Aufstellungsteilnehmer*innen oder in der Einzelberatung zum Beispiel mit Hilfe von Figuren im Raum aufgestellt werden. „Wildfremde“ Menschen repräsentieren also je nach Thematik beispielsweise dich selbst, deinen Ehepartner, dein Wunschkind, Mutter, Vater oder Geschwister. Man platziert sie selbst vorher achtsam im Raum.

Kaum gestellt, lässt sich ein erstaunliches Phänomen beobachten: Die Stellvertreter*innen verschmelzen so mit ihrer Rolle, dass sie erstaunlich präzise Gefühle erleben, kommunizieren, sich bewegen oder Symptome entwickeln. Quasi wie die reale Person, die sie eigentlich nur „repräsentieren“. Und das alles ohne vorherige Informationen!

Was in einer Kinderwunsch-Aufstellung beispielweise sichtbar werden kann:

  • dass einer der Partner sich ganz tief im Inneren noch nicht wirklich bereit für ein Kind fühlt
  • dass ein nicht ausgesprochener Vorwurf den Blick auf das Wunschkind verdeckt
  • dass das Kind nicht herbeigewünscht, sondern geradezu herbeigesehnt wird, um einen Verlust auszugleichen
  • dass ein Partner Angst vor der Geburt hat, weil die Großmutter bei der Geburt des ersten Kindes gestorben ist
  • etc…
© Unsplash / Priscilla du Preez

Entlastend: Es geht nicht um Schuld

In Familien wirken viele gute Kräfte, aber auch nicht verschmerzte Verluste oder Traumata, die die Lebensenergie einzelner blockieren können. Die Dynamik dieser unbewussten Ereignisse anzuschauen und zu würdigen setzt heilende Energien frei.

Besonders wichtig ist, dass es in Aufstellungen nicht darum geht, einen Schuldigen für eine bestimmte Problematik auszumachen, sondern vielmehr die tiefer liegenden Hintergründe für ein bestimmtes Problem nachzuvollziehen und sich wertfrei mit den Ursachen auseinandersetzen zu können.

Interessant dabei: Zwar werden alle Emotionen von den Stellvertreter*innen als real erlebt, bleiben aber nur für die Aufstellung existent. Nach der Aufstellung kehren die Stellvertreter*innen wieder in ihre alltägliche Rolle zurück.

Du selbst als Aufstellender/Aufstellende kannst nach der Aufstellung noch eigene Fragen zum Verständnis der Aufstellung stellen und das Erlebte besprechen.

Allgemeine Erkenntnisse der Aufstellungsarbeit

Ans Licht gebracht verwandeln sich belastende Ereignisse, Verstrickungen und Blockaden auf eindrucksvolle Weise. Unterstützende Energien werden frei und ebnen den Weg für ihr Kind oder eine andere gute Lösung.

Im lebendigen Energiefeld des Aufstellungsprozesses können sich Empfindungen und Gefühle scheinbar langfristig verändern. Konflikte können beispielsweise stellvertretend gelöst, Streit geschlichtet und Versöhnungen herbeigeführt werden.

Eine nachhaltige Wirkung entfaltet sich, wenn die eigentlichen Auftraggeber diese Prozesse nachvollziehen können.

Jeder ist ein Glied einer langen Kette

Niemand kommt als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Inzwischen ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass die traumatisierende Erfahrungen und Ängste im Bauch der Mutter prägenden Einfluss auf das spätere Dasein des Kindes haben können (fetale Programmierung). Aber auch traumatische Erlebnisse der Eltern oder Großeltern können das Verhalten der folgenden Generationen nachhaltig prägen.

Was bisher nur Erfahrungswissen war, belegen inzwischen aktuelle Forschungen zur Stressverarbeitung und Epigenetik.

Gibt es heilsame Lösungen?

Rica Rechberg beschäftigt sich in ihrer Praxis seit 30 Jahren vor allem mit der Frage, wie seelische Wunden „vererbt“ werden und ob und wie diese Wunden heilbar sind.

Sie macht dabei die Erfahrung, dass selbst chronische körperliche Symptome verschwinden können, wenn das dahinter liegende traumatische Ereignis gefunden, gewürdigt, verschmerzt und verabschiedet werden kann. Vor allem Familienaufstellungen haben sich – auch aufgrund ihres rituellen Charakters – inzwischen als besonders erfolgversprechender Ansatz zur Therapie transgenerationaler Traumata etablieren können.

Systemaufstellungen sind nicht nur bei unerfülltem Kinderwunsch sinnvoll, sondern auch bei:

  • ständigen Problemen und Konflikten in Beruf oder Familie
  • Unfrieden mit Eltern, Geschwistern, Partnern, Kolleg/innen
  • Paarproblemen oder Partner*innen-Findungsschwierigkeiten
  • Sorgen um die Kinder oder andere nahestehende Personen
  • Entscheidungsschwäche
  • häufiger Krankheit oder Unfall-Anfälligkeit
  • Problemen den eigenen Platz einzunehmen
  • beruflichem Nicht-weiterkommen
  • Konfrontation mit Trennung, Krankheit oder Tod

Sofort zu den Terminen für Kinderwunsch Aufstellungen >>

© Rechberg

cyclotest® mySense – die smarte Art zu verhüten

Wusstest du, dass das Risiko, schwanger zu werden, nur an einigen Tagen im Zyklus besteht? Ja genau, und diese Tage sollte man kennen. cyclotest® mySense unterstützt dabei.

Mit cyclotest® mySense kannst du hormonfrei verhüten. © cyclotest®

Was ist cyclotest® mySense?

Einfach. Sicher. Ohne Nebenwirkungen. Hormonfrei.

cyclotest® mySense ist eine Zyklus-App, entwickelt für Frauen, die keine Lust auf Hormone haben und ohne viel Aufwand natürlich verhüten möchten. cyclotest® mySense besteht aus einer App und dem zugehörigen digitalen Basalthermometer mit Bluetooth-Funktion.

Mit dem Thermometer wird morgens die so genannte Basaltemperatur gemessen, das ist die Aufwachtemperatur. Deren Entwicklung im Zyklusverlauf gibt Aufschluss darüber, wann eine Frau fruchtbar ist und wann nicht. Jede Temperaturmessung wird automatisch per Bluetooth an die App übertragen, wodurch Eingabefehler ausgeschlossen sind und manueller Aufwand erspart bleibt.

In der App werden die wichtigsten Informationen auf einen Blick angezeigt. Details können in unterschiedlichen Darstellungsformen abgerufen werden – über eine Zykluskurve, den Kalender oder eine umfangreiche Zyklenübersicht. Und damit nicht genug – die App ermöglicht das Monitoring weiterer Faktoren, die dabei helfen können, den weiblichen Zyklus besser zu verstehen. Dazu zählen die Stimmung, sportliche Betätigungen oder das Hautbild.

Was unterscheidet cyclotest® mySense von anderen Zyklus-Apps?

Die cyclotest® mySense App ist ein Medizinprodukt, das zur Verhütung zugelassen ist. Die fruchtbaren Tage im Zyklus werden auf Basis des bewährten cyclotest® Algorithmus berechnet. Dieser basiert auf der Temperaturmethode bzw. der Symptothermalen Methode (NFP). Die Symptothermale Methode greift, wenn neben der Basaltemperatur auch Informationen zum Zervixschleim eingegeben werden.

Wo kann man cyclotest® mySense kaufen?

Für cyclotest® mySense gibt es kein Abo-Modell – einmal kaufen, keine Folgekosten. Die App steht zum kostenlosen Download in den jeweiligen App Stores zur Verfügung, das Thermometer ist im cyclotest® Shop erhältlich. Mit dem Gutscheincode „halloeltern“ erhältst du eine Rabattierung von 10 Euro. Der Gutschein ist gültig bis zum 15.5.2019 und nicht mit anderen Aktionen kombinierbar.

Noch unsicher?

#myBody #myRevolution #mySense

Jetzt googeln und selbstbewusst entscheiden!

Sichere dir jetzt einen Rabatt von 10 Euro beim Kauf deines cyclotest mySense mit dem Gutscheincode „halloeltern“

Schwanger werden nach Absetzen der Pille

Pille absetzen & schwanger werden: Wie lange das tatsächlich dauert ist eine knifflige Frage und nicht einfach zu beantworten. Klar ist, der Hormonhaushalt muss sich erst einmal wieder einpendeln, bis der Eisprung nach Pille und anderen hormonellen Verhütungsmitteln wieder regelmäßig passiert. Mit welcher Wartezeit du ungefähr rechnen solltest, erfährst du hier.

Paar liegt kuschelnd im Bett
Pille abgesetzt: Wie lange müsst ihr auf eine Schwangerschaft warten? © Unsplash/ Toa Heftiba

Pille abgesetzt: Eisprung nach Pille

Nach der Einnahme der letzten Pille ist es wieder möglich, dass eine Eizelle heranreift und somit kann auch ein Eisprung nach Pille – und anderen hormonellen Verhütungsmitteln – stattfinden. Die Gebärmutterschleimhaut kann sich vollständig aufbauen und auch der Schleim im Gebärmutterhals ist wieder durchlässig für Spermien. Da der Zyklus mit der Pille künstlich beeinflusst wurde, kann man nicht mit Sicherheit sagen, wann genau der erste Eisprung stattfindet, nachdem die Pille abgesetzt wurde.

Urinschwangerschaftstest

Bei manchen Frauen jedoch dauert es eine Weile, bis diese natürlichen Funktionsweisen des Körpers wieder eintreten. Das Heranreifen der Eizelle setzt die Produktion verschiedener Hormone voraus. Hat der Körper noch nicht auf die eigene Hormonherstellung umgestellt, kann dies eine Schwangerschaft hinauszögern.

Sicher ist jedoch, dass sich die Pille nicht langfristig auf die Fruchtbarkeit auswirkt, selbst wenn sie über Jahre genommen wurde. Das zeigt unter anderem eine Untersuchung des NFP-Studienzentrums an der Universität Düsseldorf mit 175 Frauen: In der Regel normalisierte sich der weibliche Zyklus in den ersten drei bis zwölf Monaten nach Absetzen der Pille. Schwanger werden können Frauen demnach theoretisch sogar recht bald wieder.

Pille absetzen & Kinderwunsch: Das musst du wissen

Das Szenario, dass man trotz Pille schwanger wird, ist für Frauen ohne Kinderwunsch eine echte Sorge. Falsche Einnahme, vergessene Einnahme, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Vieles kann die Wirkung der Pille reduzieren und somit eine Schwangerschaft ermöglichen. Wenn also das einmalige Vergessen der Pille schon für eine Schwangerschaft sorgen kann, dann wäre es doch auch diese Szenario möglich: Pille abgesetzt, schwanger nach dem ersten Zyklus? So einfach ist es meist jedoch nicht

Wie werde ich schnell schwanger?

Wie schnell kann man nach Absetzen der Pille schwanger werden?

Auch, wenn das Schwanger werden nach der Pille theoretisch problemlos klappen kann, ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Die Regelmäßigkeit des Zyklus vor der Einnahme der Anti-Baby-Pille spielt unter Umständen auch nach dem Absetzen eine Rolle. Wer generell einen unregelmäßigen Zyklus hatte, kann diese Situation auch nach dem Absetzen wieder vorfinden. Dies macht die Ermittlung des Eispungs und die Planung einer Schwangerschaft schwieriger.

Aktuelle Gegebenheiten, die den Zyklus beeinträchtigen könnten, müssen ebenfalls bedacht werden, etwa starkes Unter- oder Übergewicht, rauchen, ungesunde Ernährung und so weiter. All diese Faktoren sind natürlich zu berücksichtigen und sind ebenfalls mögliche Gründe, warum du nicht schwanger wirst. Jedoch habt eine aktuelle Studie der Universität Frankfurt gezeigt, dass ein Großteil der Frauen innerhalb der ersten drei Zyklen nach Absetzen der Pille schwanger werden.

Video-Empfehlung

Schwanger werden nach Pille: Zyklus beobachten

Eine Schwangerschaft noch im ersten Zyklus, nachdem die Pille abgesetzt wurde ist also eher die Ausnahme als die Regel. Sicherer ist es, die erste natürliche Regelblutung abzuwarten, dann bei den folgenden Zyklen die Zykluslänge zu ermitteln und sich daran zu orientieren. Zusätzlich kannst du deine Basaltemperatur messen, um zu kontrollieren wann genau dein Eisprung nach der Pille stattfindet. Die symptothermale Methode der NFP hilft ebenso dabei, seinen Zyklus wieder besser kennen zu lernen. Du kannst auch versuchen mit einem Eispungtest (Ovulationstest) deine fruchtbaren Tage zu ermitteln, wenn sie tatsächlich stattfinden.

Beeinflusst die Pille den Schwangerschaftstest?

Da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, wie lange der erste Zyklus nach Absetzen der Pille dauern wird, kann auch das „Ausbleiben der Regel“ nicht rechnerisch ermittelt werden. Wer vier Wochen nach Absetzen der Pille keine Menstruation hat, muss noch nicht gleich schwanger sein.

Typische Schwangerschaftsanzeichen können auftreten, jedoch sind sie denen eines PMS meist recht ähnlich: Spannende Brüste, Ziehen oder Druck im Unterleib, Stimmungsschwankungen – diese können Hinweise auf eine Schwangerschaft sein, oder aber auf eine bevorstehende Menstruation. Gerade wenn der Zyklus länger dauert, sind diese Symptome manchmal sehr stark ausgeprägt.

Wer also sein Glück von Beginn an versuchen will und möglichst schnell nach Absetzen der Pille schwanger werden will, sollte sich mit einigen Schwangerschaftstests wappnen, denn der richtige Zeitpunkt für das Testen lässt sich nur erraten. Ist der Test dann negativ, kann nicht unbedingt die Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Es bleibt immer der Zweifel, ob der Test zu früh durchgeführt wurde.

Funktionieren wird ein Schwangeschaftstest aber auf jeden Fall: Denn auch wenn oft behauptet wird, dass die Pille dem Körper eine Schwangerschaft vortäuscht, so stellt sie dennoch kein ß-HcG Hormon bereit. Ein Schwangerschaftstest jedoch prüft das Vorhandensein des Hormons ß-HcG, welches nur in der Schwangerschaft vorkommt. Somit kann also weder während, noch nach längjähriger Einnahme der Pille ein Test positiv anzeigen, ohne dass tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt.

Eisprung nach Pille: Mit Mönchspfeffer nachhelfen

Der unregelmäßige Zyklus, das bange Warten, die negativen Testergebnisse, das alles kann ganz schön an den Nerven zerren. Eine natürliche Möglichkeit den Zyklus wieder in den Griff zu bekommen kann in der Einnahme von Mönchspfeffer bestehen. Diese Dragees sind rezeptfrei in Drogerien oder Apotheken zu erhalten und wirken sich meist positiv auf den Zyklus aus. Mönchspfeffer spricht die Dopaminrezeptoren in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) an, was zu einem Absinken des Prolaktin-Spiegels führt. In der Folge steigt die Produktion anderer Hormone. Somit wird auch wieder FSH und LH gebildet – beide Hormone sind für den Eisprung nötig. Mönchspfeffer hilft außerdem bei einer Gelbkörperschwäche und bei Östrogenmangel. Viele Frauen berichten von guten Erfahrungen mit Mönchspfeffer.

Quellen:

Frank-Herrmann P, Gnoth C, Baur S, Schmoll A, Godehardt D, Strowitzki T, Freundl G: Zyklusverhalten nach Absetzen von oralen Kontrazeptiva, Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, Ausgabe 1, Seite: 54-57, 2006

Frauenärzte im Netz: Pille/ Anti-Baby-Pille, URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/pille-anti-baby-pille/ (Abrufdatum: 04.12.2018)

Gnoth, Christian, Johnson, Sarah, Strips of Hope: Accuracy of Home Pregnancy Tests and New Developments, erschienen in: Geburtshilfe Frauenheilkunde, Thieme, Stuttgart: 2014, Seite: 661–669, URL: https://www.researchgate.net/publication/264642795_Strips_of_Hope_Accuracy_of_Home_Pregnancy_Tests_and_New_Developments (Abrufdatum: 04.12.2018)

Warum werde ich nicht schwanger? 12 mögliche Gründe

Warum werde ich nicht schwanger? Manchmal wird auf der Suche nach der großen, alles erklärenden Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch ganz vergessen, auf die kleinen Ursachen zu schauen. Lies hier 12 mögliche Gründe, warum du nicht schwanger wirst – und schau dir im Video wichtige Tipps an, wie du doch noch schwanger werden kannst:

Ich werde nicht schwanger - Was tun?

Warum werde ich nicht schwanger?! – 12 Ursachen, weswegen der positive Schwangerschaftstest ausbleibt

Das Timing ist perfekt, alle Signale stehen auf grün, aber du wirst und wirst nicht schwanger? Hier findest du 12 mögliche Antworten auf die Frage: „Warum werde ich nicht schwanger?“

#1 Künstliches Licht in der Nacht

Künstliches Licht in der Nacht, zum Beispiel auch vom Handy oder Tablet, unterdrückt die Melatonin-Produktion. Das sogenannte „Schlafhormon“ regelt den Schlafrhythmus. Licht hemmt diese Produktion. Das ist nicht nur schädlich für einen ruhigen, gesunden Schlaf, sondern wirkt sich auch direkt auf die Fruchtbarkeit aus. Der Zellbiologe Ph.D. Russel J. Reiter von der University of Texas Health Science Center fand in neuen Forschungen heraus, dass Melatonon auch die zelluläre Gesundheit unterstützt, indem es schädliche Stoffe (auch) von der Eizelle fernhält. Dieses Hormon schützt also deine Eizellen vor „freien Radikalen“ – besonders während des Eisprungs. Schlafe also am besten in dunklen Räumen und halte künstliche Lichtquellen von deinem Bett fern.

#2 Schlechte Zahnhygiene

Frauen mit Empfängnisproblemen haben deutlich häufiger Zahnfleischbluten und Zahnentzündungen (Parodontose) als solche, die problemlos schwanger werden. Eine finnische Studie von 2017 fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, nicht schwanger zu werden, bei Frauen mit Parodontose drei Mal höher ist.

Der Kölner Gynäkologen Dr. Klinghammer rät daher in einem Interview mit dem Deutschen Zahnärzte Verband e.V. zu regelmäßigen Kontrollen bei einem Kinderwunsch: „Eine gestörte Mundflora hat vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Patientinnen. Insbesondere die Volkskrankheit Parodontitis, von der rund 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland mehr oder weniger ausgeprägt betroffen sind, birgt weitreichende gesundheitliche Risiken für den ganzen Körper. Sie wird häufig erst sehr spät in dann bereits fortgeschrittenem Stadium entdeckt, wenn eindeutige Symptome auftreten. Daher sind frühzeitige regelmäßige Kontrollen dringend angeraten!“

Aber nicht nur Frauen mit Kinderwunsch sollten auf eine gute Zahnhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche samt Prophylaxe achten. Parodontitis in der Schwangerschaft gilt nämlich auch als Risikofaktor für Frühgeburten, eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) und ein niedriges Geburtsgewicht.

#3 Hohes Cholesterin

US-amerikanische Forscher fanden heraus: Wer einen hohen Cholesterin-Wert hat, braucht deutlich länger, um schwanger zu werden. Insbesondere wenn beide Partner einen hohen Cholesterin-Spiegel aufweisen, reduziert dies die Fruchtbarkeit deutlich.

#4 Ungesunde Ernährung

Wenn dein Körper nicht die richtigen Inhaltsstoffe wie Zink, Vitamin D oder B-Vitamine erhält, dann kann dies die Produktion von Hormonen wie Progesteron, Testosteron und Insulin unterbinden. Diese Hormone sind jedoch für die Reproduktion notwendig. Zudem wird geraten, etwa die Hälfte der täglichen Kalorien in der ersten Tageshälfte zu sich zu nehmen, um die Fruchtbarkeit zu steigern. Ein ordentliches Frühstück kann also möglicherweise Wunder wirken.Die Medizinjournalistin und Autorin verschiedenener Bücher zum Thema Kinderwunsch Uta König empfiehlt überwiegend gegarte Speisen, Mahlzeiten, in denen alle fünf Geschmacksrichtungen enthalten sind und darauf zu achten, dass die Nahrungsmittel gerade Saison haben, da diese einen besseren Nährstoffgehalt haben.

Welche Nahrungsmittel die fruchtbarkeit fördern, erfährst du im Artikel 10 Nahrungsmittel für bessere Fruchtbarkeit.

Video-Empfehlung

#5 Stresshormone

Warum werde ich nicht schwanger? Vielleicht liegt es am Stress! Laut dem Deutschen Ärzteblatt Frauen mit einem hohen Wert an Alpha-Amylase (ein Stresshormon) haben Frauen mit einem hohen Alpha-Amylase-Wert eine fast 50 Prozent geringere Chance schwanger zu werden als Frauen mit niedrigem Stresslevel. Also öfter mal Beine und Seele baumeln lassen, Stress durch Bewegung abbauen und sich einfach mal nicht so leicht stressen lassen.

#6 Rauchen

„Ich kann ja dann immer noch aufhören …“ Keine gute Idee, denn Rauchen reduziert die Chance auf eine Schwangerschaft laut American Society of Reproductive Medicine um etwa 13 Prozent. Es braucht danach etwa ein Jahr, bis der Körper seine ursprüngliche Fruchtbarkeit zurück erhält. Auch das Passivrauchen kann sich auswirken: Frauen die dem Rauch anderer sechs oder mehr Stunden ausgesetzt sind, haben eine 36 prozentige Chance auf Empfängnisprobleme.

#7 Schilddrüsen-Funktionsstörung

Egal ob deine Schilddrüse eine Überfunktion oder eine Unterfunktion hat, dies ist ein häufig übersehener Faktor, der die Empfängnisfähigkeit reduziert. Laut Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren vom Schilddrüsenzentrum Köln sind etwa zehn Prozent der ungewollt kinderlosen Frauen von einer Schilddrüsenstörung betroffen. Zum Glück lässt sich dies mit Medikamenten leicht beheben. Lass also einfach mal beim Hausarzt deinen Schilddrüsen-Werte überprüfen.

#8 Übergewicht und Untergewicht

Sowohl starkes Übergewicht (BMI über 30) als auch Untergewicht (BMI unter 18) lassen den Eisprung verrückt spielen oder gar ganz ausbleiben. Versuche also, dein Gewicht möglichst nah an Normalgewicht zu bringen. Und auch dein Partner sollte auf sein Gewicht achten: Übergewicht bei Männern führt zu einer Überproduktion von Östrogenen in den Fettzellen zu einem niedrigen Testosteronspiegel, was die Samenproduktion und Spermaqualität verringert.

#9 Stillen

Wenn du noch ein Kind stillst, während du schon auf das nächste hin arbeitest, dann kommt dir vermutlich das Hormon „Prolaktin“ in die Quere. Das „Milchbildungshormon“ kann die Fruchtbarkeit erschweren kann, weil ein erhöhter Wert häufig zum Ausbleiben des Eisprungs führen kann. Aber Vorsicht! Das heißt nicht, dass Stillen ein sicheres Verhütungsmittel ist! Gib deinem Körper also noch etwas Zeit, bis du abgestillt hast.

#10 Alter

Sämtliche Eier einer Frau sind bereits bei der Geburt vorhanden: Mit Eintritt der Pupertät sind das etwa 300.000. Doch ihre Anzahl nimmt im Laufe der Jahre ab. Dr. James T. Breeden, Präsident der American Congress of Obstetrics and Gynecology sagt: “Each month you probably lose a thousand or so. There’s just a natural death of them.” Außerdem verschlechtert sich die Qualität. Das beginnt etwa ab dem Alter von 32 Jahren, mit 35 und mit 40 Jahren sinkt die Fruchtbarkeit noch einmal jeweils deutlich. Jedoch werden auch noch viele Frauen in diesem Alter auf natürlichem Weg schwanger: Laut dem Statistischen Bundesamts liegt das durchschnittliche Alter von Müttern bei der Geburt ihres ersten Kindes bei 31,2 Jahren. Ein Frauenarzt kann die Menge und Qualität deiner Eizellen untersuchen.

#11 Scheidenflora

Warum werde ich nicht schwanger? Der Schleim in deiner Scheide ist möglicherweise zu dickflüssig und erschwert es dadurch den Spermien zum Ei zu gelangen. Auch eine zu trockene Scheide kann es den Spermien schwer machen, da hilft dann ein Gleitmittel für Kinderwunsch, um die Schwimmer auf den rechten Weg zu bringen. Lass dich von deinem Frauenarzt zu möglichen Medikationen beraten.

#12 Folsäure-Mangel

Dein Körper braucht Folsäure für die Herstellung roter Blutkörperchen. Du findest Folsäure in Spinat, Getreide und Eiern, jedoch wird die Einnahme von Folsäurepräparaten vor und während der Schwangerschaft dringend empfohlen – auch um dem „offenen Rücken“ beim Fötus vorzubeugen.

Weitere Lesetipps zur Frage: „Warum werde ich nicht schwanger?“

10 Nahrungsmittel für bessere Fruchtbarkeit

Diese Nahrungsmittel helfen den Hormonhaushalt zu regulieren, Eizellen und Spermien zu schützen, entgiften und sogar Spermienanzahl und -qualität verbessern.

Die Schwangerschaft planen, den Körper vorbereiten

Wer eine Schwangerschaft plant, sollte für eine Empfängnis optimale Voraussetzungen schaffen und den Körper auf die kommende Schwangerschaft vorbereiten.

Schnell schwanger werden

Hier findest du Tipps, wie du schnell das Ziel des Babyglückes erreichst.


Quellen:

Cari Nierenberg: Stay Up Late? How It Could Hurt Your Fertility (letzter Abruf: Oktober 2018)

Susanna Paju: Porphyromonas gingivalis may interfere with conception in women. Journal of Oral Microbiology (letzter Abruf: Oktober 2018)

American Society for Reproductive Medicine, Birmingham, Alabama: Smoking and infertility: a committee opinion. (letzter Abruf: Oktober 2018)

Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren: Schilddrüse und Kinderwunsch. Macht eine Schilddrüsenstörung unfruchtbar?(letzter Abruf: Oktober 2018)

Junge oder Mädchen berechnen: Geht das?

Junge oder Mädchen? Hauptsache ein Kind! Für manche Eltern ist das aber nicht ganz so egal und sie versuchen das Geschlecht zu beeinflussen. Aber gezielt einen Jungen oder ein Mädchen zeugen, geht das überhaupt? Angeblich lässt sich mit einem Eisprungkalender tatsächlich das Geschlecht berechnen. Diese Theorie steckt dahinter.

Bruder und Schwester stehen im Wald
Könnt ihr gezielt ein Mädchen zeugen? © Unsplash/ Annie Spratt

Junge oder Mädchen berechnen mit dem Eisprungkalender

„Jungs machen Jungs und Männer machen Mädchen!“ – dieser Spruch oder auch die Idee, dass man mit bestimmten Nahrungsmitteln oder bei Zeugung mit Gummistiefeln die Chancen auf ein bestimmtes Geschlecht des Kindes erhöhen kann, befinden sich meist im Bereich des Humors. Wissenschaftler haben sich dennoch damit auseinandergesetzt, ob sich das Geschlecht beeinflussen lässt.

Der amerikanischen Arzt Dr. Landrum Shettles hat als einer der Erstern untersucht, ob sich gezielt ein Junge oder ein Mädchen zeugen lässt. Er veröffentlichte seine Ergebnisse in dem Buch „How to Choose the Sex of Your Baby“, das bereits 1970 erschien. Darin beschreibt er eine Theorie, nach der es tatsächlich möglich sein soll, das Geschlecht – Junge oder Mädchen – berechnen beziehungsweise planen zu können. Und zwar nur mit Hilfe eines Eisprungrechners: Mädchen werden laut Shettles nämlich mehrere Tage vor dem Eisprung gemacht, Jung am Tag des Eisprungs.

In einer 2006 veröffentlichten Neuauflage von Shettles Buch sprechen die Autoren von einer Erfolgsquote von 75 Prozent, gezielt ein Mädchen zeugen zu können. Bei Jungs läge die Quote sogar bei 80 Prozent. Allerdings konnte die Shettle-Methode durch keine andere wissenschaftliche Studie bestätigt werden. Die meisten modernen Studien zweifeln seine Theorie sehr stark an.

Geschlecht berechnen nach Shettle-Methode: Chromosomen und Genetik

Unbestritten ist: Spermien, die ein Y-Chromosom tragen, zeugen Jungs, während X-Chromosomen Mädchen zeugen. Was die Shettles Methode besagt ist im Grunde Folgendes: Weibliche Spermien sind langsamer als männliche, bleiben aber dafür länger am Leben. Das richtige Timeing spielt seiner Meinung nach also die entscheidende Rolle, wie sich das Geschlecht beeinflussen lässt.

Kannst du so ein Mädchen zeugen?

Nach der Theorie von Shettle sind Spermien mit einem X-Chromosom langsamer. Das bedeutet, dass bei Geschlechtsverkehr einige Tage vor dem Eisprung die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass die männlichen Spermien bis zum Eisprung bereits gestorben sind, dies macht ein Mädchen.

Beischlaf direkt am Tag des Eisprungs verschafft jedoch den männlichen Spermien den Schnelligkeitsvorsprung und macht somit einen Jungen wahrscheinlicher. Kann also die Ovulation durch einen Eisprungkalender bestimmt werden, kann dies für das richtige Timing nützlich sein. Oder anders ausgedrückt: Shettle war sich sicher, mit Hilfe eines Eisprungrechners Mädchen oder Junge berechnen zu können.

Was die Erfahrung uns sagt:
Es ist natürlich auch immer noch eine große Portion Zufall im Spiel. Der genaue Zeitpunkt des Eisprungs ist auch mit einem Eisprungkalender oft schwer zu ermitteln, Verschiebungen im Zyklus können immer mal stattfinden und somit gibt es auch genügend Paare, bei denen die Shettle-Methode in der Praxis kein entsprechendes Ergebnis liefern konnte.

Weitere Faktoren, die Einfluss nehmen:
Unabhängig von der Frage, ob es möglich ist Junge oder Mädchen berechnen zu können, gibt es aus biologischer Sicht einige Einflussfaktoren auf die Befruchtung. So spielt das Milieu in der Vagina für Spermien immer eine Rolle. Ja nachdem wie sauer es ist, kann es die Beweglichkeit von Spermien fördern oder hemmen beziehungsweise ihre Lebensdauer beeinflussen. So ist beispielsweise der Zervixschleim an unfruchtbaren Tagen grundsätzlich sauer und stellt eine lebensfeindliche Umgebung dar. Erst zum Zeitpunkt des Eisprungs wird es weniger sauer.

Auch die Position beim Geschlechtsverkehr kann eine Rolle spielen. Grundsätzlich sind Stellungen, bei denen eine tiefe Penetration möglich ist, förderlich für eine Befruchtung – egal ob ihr einen Jungen oder ein Mädchen zeugen wollt.

Video-Empfehlung

Junge oder Mädchen berechnen? Was die moderne Forschung ermittelt hat

Ohne dass Studien unter der Kernfrage stehen „Lässt sich das Geschlecht, Junge oder Mädchen, berechnen und planen?“ geben sie Hinweise darauf, dass verschiedene Faktoren das Geschlecht beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehören: Das Alter von Vater und Mutter, die Ernährung, Stress vor der Schwangerschaft (Bluthochdruck), die Jahreszeit.

Hier sind exemplarisch ein paar Studien vorgestellt.

  • Das Alter der Eltern
    Sowohl das Alter der Mutter als auch das Alter des Vaters nehmen offenbar Einfluss auf das Geschlecht des Kindes. Es gibt einige Belege, dass Frauen mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher ein Mädchen bekommen. Auch bei Männern sinkt die Wahrscheinlichkeit einen Jungen zu zeugen mit dem Alter.
  • Die Ernährung: Mehr Jungen durch mehr Kalorien
    Anhand einer britischen Studie mit 740 Erstgebärenden wurden die Ernährungsweisen vor und während der Empfängnis ermittelt, sowie in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Dabei konnte festgestellt werden, dass 56 Prozent der Frauen die einen Jungen bekamen sich energiereich ernährt haben. Im Vergleich dazu hatten 46 Prozent der Frauen mit Mädchen die geringste Energiezufuhr in der Ernährung.Hinzu kam, dass die Mütter von Söhnen durch ihre Ernährung zuvor, mehr Kalium, Calzium, Vitamin C, E und B12 zu sich genommen hatten. Ähnliches wird übrigens in der Tierwelt beobachtet: Tiere die (etwa durch eine höhere Position im Rudel) bessere Ernährung erfahren, haben häufiger männlichen Nachwuchs.
    Obwohl also das Geschlecht durch die Spermien des Mannes bestimmt wird, scheint die Ernährung der Frau dennoch einen gewissen Einfluss zu haben. Offenbar erhöht ein höherer Blutzuckerspiegel bei Frauen die Chance auf einen Jungen. In Industrienationen entscheiden sich viele Frauen für eine kalorienarme Ernährung, dies könnte den Rückgang der männlichen Geburten erklären.

 

  • Die Jahreszeit: Im Herbst werden mehr Jungs gezeugt
    Offenbar vertragen männliche Spermien Hitze schlechter als weibliche. Zwei unabhängige Studien konnten dieses Phänomen beobachten. Kristen Navara von der Universität von Georgia in Athens berichtet in den Biology Letters der britischen Royal Society, dass sie feststellen konnte, dass in warmen Ländern grundsätzlich mehr Mädchen zur Welt kommen. Dr. Angelo Cagnacci von der Universität Modena in Italien konnte das sogar auf Jahreszeiten herunterbrechen. Seine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Paare eine größere Chance haben, einen Sohn zu bekommen, wenn sie das Kind im Herbst zeugen; umgekehrt stehen die Chancen auf eine Tochter im Frühjahr besser.
  • Das Stresslevel der Mutter vor der Schwangerschaft
    Forscher aus Kanada und China haben herausgefunden, dass ein hoher Blutdruck der Frau vor der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit einen Jungen zu bekommen erhöht. Laut ihrer Studie konnten die Wissenschaftler angeblich nur anhand des Blutdrucks die Wahrscheinlichkeit für einen Jungen oder Mädchen berechnen. Gegenüber dem „deutschen Ärzteblatt“, das Fachmagazin der Bundesärztekammer und der Kassenärztliche Bundesvereinigung, äußern Experten wie Bernhard Krämer von der Universitätsklinik Mannheim jedoch große Bedenken. Er hält es nicht für möglich, das Paare ein Mädchen zeugen können, indem die Frau vor der Schwangerschaft versucht ihren Blutdruck zu senken. Es handle sich bei der Studie um rein statistische Aussagen, die für Frauen im Alltag nicht anwendbar seien.

 

Geschlecht beeinflussen: Gängige Annahmen

Fernab der Wissenschaft gibt es noch einen großen Bereich der Mythen und Annahmen, was euch helfen soll, das Geschlecht des Kindes zu beeinflussen. Da tatsächlich viele Paare davon überzeugt sind, dass einer oder mehrere der nachfolgend aufgeführten Punkte ihnen geholfen haben soll, wollen wir sie nicht ungenannt lassen. Aber bitte bedenkt, am wahrscheinlichsten ist immer noch eine 50:50-Chance , ob ihr ein Mädchen oder einen Jungen bekommt.

Ihr erhöht die Chancen einen Jungen zu zeugen, wenn

  • ihr eine Woche vor dem Eisprung keinen Verkehr hattet und dann nur einmalig am Tag des Eisprungs.
  • der weibliche Partner zuerst zum Orgasmus kommt. Dabei wird eine alkalische Flüssigkeit ausgeschüttet, welche die männlichen Spermien besser vertragen.
  • eine tiefe Penetration stattfindet, etwa beim Verkehr von hinten.
  • der Mann über eine hohe Spermienzahl verfügt.
  • der Mann seine Genitalien kühl hält, zum Beispiel indem er leichte Shorts oder lockere Hosen trägt.
  • der weibliche Partner Fisch, Fleisch, Pasta, frisches Obst und salzige Nahrung zu sich nimmt, jedoch auf Milchprodukte verzichtet.

Ihr erhöht die Chancen ein Mädchen zu zeugen, wenn

  • ihr schon einige Tage vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr habt.
  • ihr eine geringe Penetration habt.
  • der männliche Partner zuerst zum Orgasmus kommt.
  • ihr häufig Sex habt, so dass die Spermienanzahl verringert ist.
  • der Mann seine Genitalien durch enge, warme Kleidung warm hält.
  • der weibliche Partner sich salzarm, kalorienarm und mit vielen Milchprodukten ernährt.

Einflussnahme aufs Geschlecht moralisch betrachtet

Früher waren männliche Nachkommen als „Stammhalter“ wichtig. Heute können Paare ihren Namen bei der Eheschließung beibehalten oder frei wählen, Mädchen beerben ihre Eltern genauso wie Jungen und die Idee des Stammhalters ist längst überholt – auch wenn Männer bei der Geburt eines Sohnes immer noch gern dieses Wort benutzen.

Die medizinische Selektion des Geschlechts ist in den meisten Ländern nur erlaubt, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Zum Beispiel, wenn die jeweils männlichen oder weiblichen Nachkommen von einer Erbkrankheit betroffen wären.

Spricht man im Freundeskreis über sein „Wunschgeschlecht“, so kann dies sogar zu hitzigen Debatten führen, dass man sich doch bitte auf ein „gesundes“ Kind konzentrieren solle, statt zwanghaft Junge oder Mädchen berechnen zu wollen. Sicher hat jeder Standpunkt seine Berechtigung, dennoch darf es erlaubt sein, ein wenig zu träumen und zu wünschen. Ist das Baby auf der Welt, spielt das alles keine Rolle mehr und Eltern lieben ihr Kind, egal, ob der Wunsch in Erfüllung gegangen ist oder nicht.

Quellen: 

Shettles, Landrum B.; Rorvik, David M.: How to Choose the Sex of Your Baby: Fully revised and updated; Harmony 2006

Raith-Paula, Elisabeth; Frank-Herrmann, Petra; Freundl, Günter; Strowitzki, Thomas; Sottong, Ursula: Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung, Aufl. 5, Springer 2013

Cagnacci, Angelo: The male disadvantage and the seasonal rhythm of sex ratio at the time of conception; Human Reproduction, Band 18, Ausgabe 4, 1 April 2003, Seiten 885–887, https://doi.org/10.1093/humrep/deg185

Retnakaran, Ravi; Wu Wen, Shi; Tan, Hongzhuan; Zhou, Shujin; Ye, Chang; Shen, Minxue; Smith, Graeme N.; Walker, Mark C.: Maternal Blood Pressure Before Pregnancy and Sex of the Baby: A Prospective Preconception Cohort Study, American Journal of Hypertension, Band 30, Ausgabe 4, 1 April 2017, Pages 382–388, https://doi.org/10.1093/ajh/hpw165

Navara, Kristen J.: Humans at tropical latitudes produce more females, Biology Letters, Band 5, Ausgabe 4, Royal Society Publishing 1. April 2009 

Mathews, Fiona; Johnson, Paul J; Neil, Andrew: You are what your mother eats: evidence for maternal preconception diet influencing foetal sex in humans, Proceedings of the Royal Society B, Band 275, Ausgabe 1643, Royal Society Publishing 22. Juli 2008

Blutdruck beeinflusst Geschlecht des Babys noch vor der Schwangerschaft, URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72428/Blutdruck-beeinflusst-Geschlecht-des-Babys-noch-vor-der-Schwangerschaft (Abrufdatum: 28.09.2018)

Bartens, Werner: Müsli macht Männer, URL: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/geschlecht-und-ernaehrung-muesli-macht-maenner-1.210120 (Abrufdatum: 28.09.2018) 

Stang, Michael: Der frühe Kampf der zwei Geschlechter, URL: http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/junge-oder-maedchen-der-fruehe-kampf-der-zwei-geschlechter-1895837.html (Abrufdatum: 28.09.2018) 

Schwangerschaftstest: Ab wann kann man ihn machen?

Ein Schwangerschaftstest: Ab wann kann man damit herausfinden, ob man schwanger bin? Und welcher Test ist der richtige für mich? Hier klären wir die wichtigsten Fragen zum richtigen Zeitpunkt für ein sicheres Ergebnis, zu den verschiedenen Test-Methoden und wie du richtig testest.

Im Video bekommst du einen schnellen Überblick über alle Infos zum Urinschwangerschaftstest.

Urinschwangerschaftstest

#1 Schwangerschaftstest: Ab wann kann ich ihn machen?

Der beste Zeitpunkt für einen Schwangerschaftstest ist, wenn du erste körperliche Veränderungen spürst. Schwangerschaftsanzeichen wie Heißhunger, Morgenübelkeit oder spannende Brüste können schon vor dem Ausbleiben der Periode Schwangerschaftssymptome sein.

Viele herkömmliche Tests können bereits ab dem Ausbleiben der Periode ein sehr sicheres Ergebnis anzeigen. Das setzt aber voraus, dass man ganz genau weiß, wann die Menstruation einsetzen würde. Nicht alle Frauen haben einen solch präzisen Zyklus. Im Zweifel sollte man also ein wenig länger warten und erst drei bis fünf Tage nach dem erwarteten Einsetzen der Periode zum Schwangerschaftstests greifen. Laut Dr. med. Lisa Demel ist die Verlässlichkeit von Schwangerschaftstests mit Urin zu diesem Zeitpunkt zwischen  90 bis 99 Prozent.

Nun ist aber tatsächlich für viele Frauen der Zeitpunkt für einen Test gekommen – auch weil das Ausbleiben der Periode ein erstes Schwangerschaftsanzeichen ist. Die hCG-Konzentration im Urin ist nun so hoch, dass es gut im Urin nachgewiesen werden kann. Aber was genau ist hCG?

hcG Konzentration

Ein Schwangerschaftstest überprüft, ob in deinem Körper eine größere Menge des Hormons ß-hCG (sprich: beta-hCG = eine Untereinheit des humanen Choriongouadotropin) vorhanden ist. Dieses Hormon wird nach der Befruchtung einer Eizelle vom weiblichen Körper produziert und ist nur selten ohne eine Schwangerschaft im Körper nachweisbar. Es sorgt für die Erhaltung der Schwangerschaft und ist im Blut und Urin nachweisbar. Hier siehst du eine Übersicht über die hcG-Werte in den ersten Schwangerschaftswochen:

© TargetVideo

Das ß-hCG-Hormon verdoppelt sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft pro Tag und erreicht den maximalen Wert in der 10. Schwangerschaftswoche. Jetzt ist theoretisch die ideale Zeit für einen Schwangerschaftstest. Ab wann du ihn machen solltest, orientiert sich also an diesem Maximum. Danach sinkt der Wert nämlich wieder ab.

#2 Verschiedene Arten: Schwangerschaftsfrühtest und Bluttest

Schwangerschaftstfrühtest: Ab wann liefert er ein Ergebnis?

Es ist aber auch möglich, sich mit einem speziellen Frühtest Schwangerschaft und Befruchtung schon bis zu sechs Tage vor Ausbleiben der Periode anzeigen zu lassen. Schwangerschaftsfrühtests reagieren sehr sensibel auf das ß-hCG. So können manche Tests schon bis zu zwei Tage vor der erwartenden Periodenblutung ein Ergebnis liefern.

Allerdings ist die Fehlerquote solcher Frühtests auch höher. Ist der Urin etwa durch reichliche Flüssigkeitsaufnahme zum Testzeitpunkt stark verdünnt, könnte ein falsch negatives Ergebnis angezeigt werden. Grundsätzlich können auch Frühtests das hCG erst ab einer Konzentration von 10 mIU/ml im Urin anzeigen. Diese wird erst zwischen dem neunten und zehnten Tag nach dem Eisprung erreicht. „Sogenannte Frühtests, die bereits einige Tage vor der erwarteten Regelblutung angewandt werden können, haben eine geringere Aussagekraft. Ein sehr früher Test sollte daher nach einer Woche wiederholt werden.“, erklärt auch das Informationsangebot familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Und aufgepasst, denn Frühtest ist nicht gleich Frühtest: Manche Produkte nennen sich zwar Frühtest, können jedoch erst ab dem Zeitpunkt des Ausbleibens der Menstruation verwendet werden.

Blut-Schwangerschaftstest: Ab wann ist der Nachweis hier möglich?

Der Bluttest beim Frauenarzt ist ebenfalls eine sehr frühe Art von Schwangerschaftstest. Ab wann ist er möglich? Der Frauenarzt kann etwa sechs bis neun Tage vor Ausbleiben der Periode Blut zur Untersuchung entnehmen, um das Schwangerschaftshormon nachzuweisen. Neben dem reinen Vorhandensein des Hormons wird bei diesem Test auch die Menge des Hormons mitbestimmt.

#3 Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Ein Schwangerschaftstest funktioniert meist mit einem Teststreifen aus saugfähigem Gewebe. Oft ist er von einer Plastikhülle umgeben. Auf dem Teststreifen befinden sich Enzyme, die auf das Hormon ß-hCG im Urin reagieren. Und wie zeigt dieser Test an, ob du schwanger bist oder nicht?

Schwangerschaftstest positiv

Ist das Hormon vorhanden, zeigt der Test je nach Hersteller ein + beziehungsweise einen Strich, das Wort „schwanger“ oder mehrere farbige Streifen an. Somit sagt ein positiver Schwangerschaftstest aus, dass sehr wahrscheinlich eine Befruchtung stattgefunden hat – nicht jedoch, ob auch eine Einnistung im Uterus korrekt erfolgt ist. Er kann keine Auskunft geben, ob es sich um eine Zwillingsschwangerschaft oder gar eine Eileiterschwangerschaft handelt. In seltenen Fällen wird das hCG-Hormon sogar durch einen Tumor produziert und führt zu einem falsch positiven Schwangerschaftstest (siehe weiter unten).

Schwangerschaftstest negativ

Fehlt das Hormon oder ist die Konzentration im Körper zu niedrig, bleibt das Feld leer oder es erscheint ein Minus-Zeichen () beziehungsweise „nicht schwanger“ auf dem Teststreifen. Zusätzlich gibt es auf dem Schwangerschaftstest meist ein Kontrollfeld, welches anzeigt, ob der Test korrekt durchgeführt wurde. Im Kontrollfeld sollte sich auch bei einem negativen Testergebnis eine Veränderung zeigen, welche bestätigt, dass der Test funktioniert hat.

Video-Empfehlung


#4 Wie zuverlässig sind Schwangerschaftstests für zu Hause?

Immer wieder hört man von Frauen, die trotz negativem Ergebnis des Schwangerschaftstests schwanger waren. Selbst bei korrekter Anwendung bleibt bei einem herkömmlichen Test ein Restrisiko von circa einem Prozent, dass das Ergebnis falsch ist. Das heißt, etwa einer von einhundert Tests zeigt ein falsches Ergebnis an. Solche Ergebnisse kommen jedoch überwiegend durch eine fehlerhafte Anwendung zustande. Daher an dieser Stelle ein paar Hinweise, die das Ergebnis sicherer machen:

  1. Richtiger Zeitpunkt für den Schwangerschaftstest: Ab wann?

    Wie bereits erwähnt: Drei bis fünf Tage nach dem Ausbleiben der berechneten Menstruation (siehe auch Eisprungkalender) ist ein Schwangerschaftstest recht zuverlässig. Wer ihn früher macht und ein negatives Ergebnis erhält, wird oft das Gefühl haben, dass ein weiterer Test zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht ein anderes Ergebnis bringen wird – und könnte damit Recht behalten.

  2. Richtige Tageszeit für den Schwangerschaftstest

    In den Herstellerangaben herkömmlicher Tests ist oft zu lesen, dass diese zu jeder Tageszeit angewendet werden können. Wer die Zuverlässigkeit des Tests aber erhöhen möchte, sollte den Morgenurin (erster Urin nach dem Aufwachen) verwenden. Das bestätigen auch die Frauenärzte im Netz: „Dabei ist der Test nur dann zuverlässig, wenn er bei einer konzentrierten Morgenurinprobe positiv ausfällt. (…) Der Nachweis gelingt nur mit dem Test aus konzentriertem Morgenurin, der die höchste HCG Konzentration hat, sicher.“
    Auch kann es sinnvoll sein, den Mittelstrahl des Urins zu verwenden: Du lässt zunächst ein wenig Urin ungetestet in die Toilette ab und verwendest den Urin, der danach aus der Blase kommt, zum Testen.

  3. Richtige Anwendung

    Bei einigen Schwangerschaftstests soll der Urin in einem sauberen Gefäß aufgefangen werden, andere Test kannst du direkt in den Urinstrahl halten. Bei einigen Tests musst du eine Minute auf das Ergebnis warten, bei anderen wiederum länger.
    Jeder Hersteller hat seine eigenen Anwendungsrichtlinien, die sich auf das Ergebnis auswirken. Wichtig ist, sich wirklich ganz genau an die Anleitung des jeweiligen Herstellers zu halten und bei Unklarheiten die Hersteller-Hotline anzurufen (siehe Packungsbeilage).

#5 Welcher Schwangerschaftstest ist der richtige für mich?

Wer sich einen Schwangerschaftstest kaufen will, der steht vor einer großen Auswahl. Verschiedene Hersteller bieten verschiedene Produkte an. Und welcher ist der Beste? Hier ist ein kurzer Überblick über die verschiedenen Arten von Schwangerschaftstests:

Günstig oder teuer: Gibt es Qualitätsunterschiede?

Prinzipiell beziehen sich Preisunterschiede der verschiedenen Schwangerschaftstests bei idealem Anwendungszeitpunkt (wie im ersten Absatz des Artikels beschrieben) nicht auf die Sicherheit des Ergebnisses, sondern vielmehr auf die Ausstattung des Tests und die Empfindlichkeit des Teststreifens. Ein Test mit Wochenbestimmung wird in der Regel teurer sein als ein einfacher Teststreifen ohne Plastik-Ummantelung. Das Wirkprinzip beider Tests ist allerdings in der Regel dasselbe.

Sensibilität des Teststreifens

Grundsätzlich gilt: Je sensibler ein Schwangerschaftstest ist, desto eher zeigt er die Schwangerschaft an. Die Sensibilität wird gemessen in mIU/ml und wird manchmal auf der Packung mit angegeben. Ein Test der bereits bei 10 mIU/ml das Hormon hCG nachweisen kann, ist sensibler als ein Test mit 50 mIU/ml.

Digital oder analog? Welcher Test ist der richtige für mich?

Welcher Schwangerschaftstest der richtige für dich ist, beruht schlicht und ergreifend auf individuellen Vorlieben. Ein „+“ sagt das gleiche aus wie das Wörtchen „schwanger“ in einem digitalen Ergebnisfenster. Einige Frauen fürchten vor lauter Nervosität das Ergebnis misszudeuten und möchten daher das Ergebnis ganz eindeutig in Worten ablesen, andere möchten einen positiven Test als Erinnerung aufbewahren und greifen daher zum Test mit analogem Ergebnisfenster.

Schwangerschaftstest mit Wochenbestimmung

Bei einem solchen Test wird – sofern er positiv ist – angezeigt, wie lange die Befruchtung etwa zurückliegt. Dies ist nicht zu verwechseln mit der Schwangerschaftswoche, die immer vom ersten Tag der letzten Periode gezählt wird.

Schwangerschaftstest kaufen: Worauf muss ich außerdem achten?

Wer bereits einige Schwangerschaftstests verwendet hat, sollte beachten, dass sich die Anwendung je nach Hersteller unterscheiden kann. Die Packungsbeilage sollte daher immer genau beachtet werden.

Bei Tests, die direkt in den Urinstrahl gehalten werden, besteht nicht die Gefahr, dass Rückstände im Uringefäß das Ergebnis verfälschen. Die Tests gibt es in der Apotheke, in der Drogerie beziehungsweise in der Drogerieabteilung von gut sortieren Supermärkten und inzwischen auch online. Die Preise können variieren und liegen meist zwischen 2 und 10 Euro. Meist werden die Tests mit einem Plastikgehäuse verkauft.

Etwa günstiger sind die Tests, die nur aus dem Teststreifen bestehen. Die werden in der Regel nicht einzeln, sondern nur in größerer Stückzahl verkauft.

Frühtests zur Anwendung vor dem Ausbleiben der Menstruation sind meist etwas teurer. Sie kosten rund 10 Euro.

Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass das Verfallsdatum nicht überschritten ist!

#6 Schwangerschaftstest positiv oder negativ – und jetzt?

Wenn der Schwangerschaftstest negativ ist…

  • …aber die Regelblutung weiter ausbleibt, dann solltest du deinen Frauenarzt aufsuchen und die Ursache klären lassen.
  • …du aber deutliche Anzeichen einer Schwangerschaft (ohne oder vor dem Ausbleiben der Menstruation) spürst, dann solltest du auch andere Ursachen in Betracht ziehen und einen Arzt aufsuchen.
  • …du aber bereits einen gerundeten Babybauch wie eine Schwangere hast oder meinst, Kindsbewegungen zu spüren, dann könnte der hCG-Wert bereits abgesunken und nicht mehr nachweisbar sein, weil die Schwangerschaft schon mehr als 20 Wochen vorangeschritten ist. Gehe zum Arzt und lasse eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

Wenn der Schwangerschaftstest positiv ist…

  • …wird in den meisten Fällen tatsächlich eine intakte Schwangerschaft vorhanden sein. Dennoch solltest du den Frauenarzt aufsuchen und dir die Schwangerschaft bestätigen lassen. Es kann auch sein, dass sich die befruchtete Eizelle nicht an der richtigen Stelle eingenistet hat.
  • …und dennoch eine etwas verspätete Menstruation kommt, kann es sein, dass es sich um einen sehr frühen Abort (= Fehlgeburt) handelt, der häufig vorkommt und normalerweise ohne Test unbemerkt bleibt. Sicherheitshalber solltest du hierbei zum Frauenarzt gehen.
  • …und dennoch eine leichte Blutung stattfindet, kann es sich um eine Einnistungsblutung oder eine Störung der Schwangerschaft handeln. Auch in diesem Fall solltest du dich von einem Frauenarzt untersuchen lassen.
  • …besteht in sehr seltenen Fällen vielleicht ein Tumor, der hCG-Hormone produziert. Darum muss eine Schwangerschaft immer durch einen Arzt bestätigt werden.

#7 Schwangerschaftstest positiv – Termin beim Frauenarzt

Wer einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält, wird es kaum erwarten können, beim Frauenarzt eine Ultraschalluntersuchung machen zu können. Ab wann ist aber diese Untersuchung sinnvoll? Meistens bekommt man einen Termin erst in ein bis zwei Wochen, sofern keine (anderen) besonderen Umstände vorliegen. Und das hat seinen Grund: Wer nämlich schon in der 5. oder 6. SSW einen Termin bekommt, wird manchmal enttäuscht. Oft ist die Schwangerschaft dann noch nicht im Ultraschall zu sehen.

Um dennoch einen sicheren Nachweis der Schwangerschaft zu erhalten, kann in einem solchen Fall ein Bluttest durchgeführt werden. Im Blut kann das betreffende hCG-Hormon noch sicherer nachgewiesen werden. Es wird dann nicht nur das Vorhandensein des Hormons bestimmt, sondern auch die Höhe des Wertes. Die Ultraschalluntersuchung wird dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Wichtig: Frauen, die ungeplant schwanger wurden und sich in einer Konfliktsituation befinden, finden beim Frauenarzt ebenfalls Rat und Hilfe.

Hat der Schwangerschaftstest versagt?

Nur wenn der Schwangerschaftstest richtig angewendet wird, zur richtigen Zeit und nach Packungsanleitung, kann er auch ein sicheres Ergebnis liefern. Lies hier alle Infos zum Thema falsch negativem Schwangerschaftstest.

Quellen:

Frauenärzte im Netz: Anzeichen einer Schwangerschaft & Schwangerschaftstest, URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsanzeichen-schwangerschaftstest/#c68 (Abrufdatum: 29.11.2018)

familienplanung.de Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:Bin ich schwanger?, URL: https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/bin-ich-schwanger/ (Abrufdatum: 29.11.2018)

Uhl, Bernhard: Gynäkologie und Geburtshilfe compact: Alles für Station, Praxis und Facharztprüfung, Thieme 2017

Gnoth, Christian, Johnson, Sarah, Strips of Hope: Accuracy of Home Pregnancy Tests and New Developments, erschienen in: Geburtshilfe Frauenheilkunde, Thieme, Stuttgart: 2014, Seite: 661–669, URL: https://www.researchgate.net/publication/264642795_Strips_of_Hope_Accuracy_of_Home_Pregnancy_Tests_and_New_Developments (Abrufdatum: 29.11.2018)

Dieses Foto kostete die Eltern vier Jahre und 35.000 Euro

Seine starke Symbolik macht es zum Hoffnungsträger für Millionen Paare.

Mutter hält gepucktes Neugeborenes im Arm
Wie ein Baby-Shooting zum Symbolbild kinderloser Paare wurde © Bigstock/ Saulich

Der Weg zum Wunschkind ist nicht immer ein leichter. Fast jedes zehnte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Immer mehr brauchen also medizinische Hilfe – in Form einer Hormontherapie oder einer künstlichen Befruchtung -, um sich den Traum von einer eigenen Familie erfüllen zu können.

Wie hart eine Kinderwunschbehandlung sein kann und wie viele Jahre sie dauern kann, zeigt kaum ein anderes Bild eindrucksvoller als dieses von der Fotografin Samantha Packer. Ein Neugeborenes, behutsam eingewickelt in einem Regenbogen-bunten Tuch, umringt von tausenden von Spritzen.

This is the first time I have been asked to do a photo like this! I was honored and wanted to create something...

Gepostet von Packer Family Photography am Freitag, 10. August 2018

Vier Jahre, sieben Versuche, drei Fehlgeburten und 1.616 Spritzen

So lange hat es gedauert, bis die Eltern endlich ihr Wunschkind in den Händen halten konnten. Eigentlich wollten Patricia and Kimberly O’Neill mit diesem Foto nur für sich privat den Abschluss ihres schweren Weges dokumentieren. Doch mit über 65.000 Shares auf Facebook wurde es inzwischen zum Symbolbild der Hoffnung für viele andere, ungewollt kinderlose Paare.

„Ich hoffe, es gibt da draußen ein Paar, das gerade durchmacht, was wir durchmachen mussten und sieht, dass am Ende des Tunnels Hoffnung ist. Da ist ein Licht und du musst nur dorthin kommen.“, sagt Mutter Patricia gegenüber des CNN.

Video-Empfehlung

Das Ziel ist, ein Kind lieben zu dürfen

Insgesamt investierten die O’Neills 40.000 Dollar, also rund 35.000 Euro, in ihre Kinderwunschbehandlung. Eine immense finanzielle Last. Doch schwerer wiegt der Verlust von drei Kindern, die gestorben sind, bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten. Daher auch die bunten Regenbogenfarben: Sie symbolisieren die Hoffnung nach Sternenkindern und erinnern still an sie.

„Das Herz soll zeigen, dass diese ganze schmerzvolle Reise das Ziel hat, ein Kind lieben zu dürfen.“

So erklärt die Fotografin Packer dem CNN ihre Idee, die Spritzen in Herzform um das Neugeborene anzuordnen. Eine Reise, die sich für die O’Neills am Ende gelohnt hat, egal, wie viele tausende Spritzen sie sich selbst dafür setzen mussten.

Ovulationstest: Diese Tests gibt es und so funktionieren sie!

Ein Ovulationstest kann dir zuverlässig dabei helfen, schneller schwanger zu werden, indem er dir deine fruchtbaren Tage und deinen Eisprung anzeigt. Wie ein Ovulationstest funktioniert, kannst du in diesem Video ansehen. Eine genaue Anleitung und eine Übersicht, welche Tests es gibt, findest du im Artikel darunter.

Ovulationstest

Ovulationstest zur Zyklusbestimmung

Es kann viele Gründe geben, wieso es mit dem Babywunsch nicht auf Anhieb funktionieren will. Einer davon: Du kennst die günstigste Zeit, um schwanger zu werden, nicht und verpasst sie. Die größten Chancen bestehen am Tag des Eisprungs sowie am Tag davor. Wer schnell schwanger werden will, sollte seinen Zyklus genau kennen. Dabei kann der Ovulationstests (LH-Test, Eisprungtest) helfen. Er misst die hormonellen Veränderungen in deinem Körper, die in jedem Monatszyklus passieren.

Wie funktioniert ein Ovulationstest überhaupt?

Die Funktionsweise eines Ovulationstests ist so einfach wie genial: Er misst das sogenannte luteinisierende Hormon (LH), das in deinem Körper den Eisprung auslöst. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung steigt daher der LH-Spiegel stark an – bis auf das zehnfache. Daher lässt sich das Hormon auch gut im Urin nachweisen. Ein Ovulationstests erkennt diesen rapiden Anstieg und sagt dir damit den Eisprung voraus und ihr könnt den günstigsten Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr planen. LH-Test wird daher oft als Synonym verwendet.

Grafik: Monatszyklus mit hormoneller Veränderung

© Bigstock/ designua

Wichtig: Es gibt auch Tests, die neben dem LH auch den Östrogen- beziehungsweise den Östradiolspiegel messen. Das Östradiol steigt noch etwas eher an als das LH und sinkt dann kurz vor dem Eisprung abrupt ab. Das bedeutet, dieser Ovulationstest kann mehr fruchtbare Tage bestimmen, weil seine Teststreifen schon einige Zeit vor dem Eisprung regieren. Richtig angewendet, lässt sich so die Chance auf die erwünschte Schwangerschaft deutlich erhöhen.

Ovulationstest: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Testen?

Bevor du mit der Anwendung eines LH-Tests beginnen kannst, musst du noch die eigene Zykluslänge bestimmen, damit du weißt, wann du den Test zum ersten Mal anwenden solltest. Schließlich kann der Eisprungtest nur rund um deinen Eisprung ein Ergebnis liefern. An den übrigen Tagen des Zyklus ist die Konzentration des LH beziehungsweise des Östradiols zu niedrig.

Am besten schaust du dafür auf die letzten Menstruationszyklen zurück. Ein Zyklus beginnt immer mit dem Einsetzen der Blutung und endet am letzten Tag vor der nächsten Periode. Dein Eisprung findet etwa in der Mitte des Zyklus statt: „Eine Faustregel sagt, dass dieser Zeitpunkt normalerweise etwa 12 bis 16 Tage nach dem Beginn der letzten Menstruationsblutung erreicht ist“, erklärt Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in einem Info-Artikel zu natürlichen Verhütungsmethoden auf der Website des Berufsverbandes der Frauenärzte. Bei einem Zyklus von beispielsweise 28 Tagen, wird empfohlen, am elften Zyklus-Tag mit dem Ovulationstest zu beginnen – also ein paar Tage vor dem erwartetet Eisprung. Den genauen Tag für den Testbeginn kannst du auch der Gebrauchsanweisung entnehmen. Die Hersteller machen nämlich zum Teil auch eigene Angaben, wann du mit dem Testen beginnen sollst.

Wichtig: Auch bei einem regelmäßigen Zyklus kann der Zeitpunkt des Eisprungs durchaus variieren. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. erklärt: „Die Zykluslänge und der Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulation) und damit des fruchtbaren Fensters schwanken stärker als gemeinhin angenommen. Es gibt keine“ Durchschnittsfrau“ mit einem 28 Tage Zyklus und einem Eisprung konkret am 14. Zyklustag. Studien haben gezeigt, dass in der überwiegenden Zahl der Zyklen eine hohe Prozentzahl an Zyklen zwischen 25 und 35 Tagen liegen und zu mehr als 80% die Zyklen schwanken.“

Das bedeutet, du solltest jeden Monat aufs Neue auch auf andere körperliche Anzeichen achten, etwa die Basaltemperatur oder den Zervixschleim, um den perfekten Testbeginn für den Ovulationstest abzupassen.

Video-Empfehlung

Ovulationstest Anleitung: So bestimmst du die fruchtbaren Tage

Die Anwendung eines Eisprungtests ist ebenso einfach, wie bei einem Schwangerschaftstest. Testen kannst du zu jeder Tageszeit, aber unbedingt immer zur ungefähr gleichen Uhrzeit. Da du mindestens vier Stunden vorher nicht uriniert haben solltest, empfiehlt es sich, den Ovulationstest immer nach dem Aufstehen mit dem Morgenurin durchzuführen. Eine Packung enthält mehrere Teststäbchen.

Entnimm eines der Stäbchen und tauche die Testspitze wie auch bei einem Schwangerschaftstest in deinen Urin – entweder direkt in den Strahl oder in ein Behältnis mit aufgefangenem Urin. Halte aber unbedingt die Dauer des Eintauchens ein, die in der Beschreibung angegeben ist!

Richtige Auswertung des Ovulationstests

Nach etwa drei Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Es gibt zwei Linien: Die Referenzlinie zeigt, ob der Test korrekt funktioniert hat. Die Ergebnislinie sagt dir, wie hoch die Konzentration des LH (luteinisierenden Hormons) im Urin ist. Je farbintensiver das Ergebnis, desto höher der Hormonspiegel. Kein oder nur ein sehr schwacher Streifen sagt aus, dass der Wert noch nicht gestiegen ist. Nun muss der Test jeden Tag zur gleichen Zeit wiederholt werden. Färbt sich die Ergebnislinie genauso deutlich oder stärker als die Referenzlinie, hat der Ovulationstest einen Anstieg des LH erkannt. Somit ist der Test positiv und die fruchtbarste Zeit in diesem Zyklus hat begonnen. Jetzt heißt es binnen 48 Stunden mit dem Partner Geschlechtsverkehr zu haben, denn in diesem Zeitfenster sind die Erfolgschancen am größten.

Wird der Test nach allen fünf beziehungsweise sieben Stäbchen noch immer nicht positiv, dann teste mit einer zweiten Packung weiter. Es könnte sich um einen sehr späten Eisprung oder einen Zyklus ohne Eisprung handeln. Das ist prinzipiell nicht ungewöhnlich, sollte aber mit dem Arzt besprochen werden, wenn es häufiger vorkommt.

Ovulationstest kaufen: Diese Arten bieten Clearblue & Co. an

In Apotheken, Drogerien und online erhältst du von mehreren Herstellern wie Clearblue oder TestaMed verschiedene Arten von Ovulationstests, die sich im Grunde in ihrer Funktionsweise kaum unterscheiden: einfache LH-Tests messen den Anstieg des LH im Urin. Hier unterscheidet sich lediglich die Handhabung.

  • Ovulation-Teststreifen: Eine ganz einfache Form des Ovulationstests sind LH-Teststreifen.
  • Kassettensystemen: Bei den Kassettensystemen werden einige Tropfen Urin mit einer Pipette auf ein Testfeld geträufelt.
  • Digitaler Ovulationstest: Bei einem digitalen Eisprungtest soll eine Fehlinterpretation beim Ablesen des Ergebnisses vermieden werden. Auf dem Display wird zum Beispiel ein eindeutiges Ei-Symbol oder ein Grinse-Gesicht angezeigt, falls ein LH-Anstieg ermittelt wurde. So bleibt kein Zweifel, wann der relevante Zeitraum beginnt.

Daneben gibt es außerdem noch Ovulationstest, welche neben dem LH-Anstieg auch den Östradiolspiegel messen. Sie haben also eine duale Hormonanzeige.

  • Duale Ovulationstests: Diese Eisprungtests messen nicht nur die LH-Konzentration im Blut, sondern registrieren auch den Anstieg des Östradiolspiegels. Damit wird die Vorhersage des Eisprungs noch genauer.

Egal für welche Art von Test du dich auch entscheidest, kostenfrei ist der Kinderwunsch nach Plan natürlich nicht: Je nach Test musst du pro Zyklus mit etwa drei bis 20 Euro rechnen. Unbenutzte Teststreifen können im nächsten Zyklus wiederverwendet werden.

Sonderform des Ovu-Test: Fertilitätsmonitor und Zykluscomputer

Frauen, die das Thema Kinderwunsch noch strukturierter angehen möchten oder sich generell für eine natürliche Familienplanung (NFP) interessieren, könnten anstelle des gewöhnlichen Ovulationstests auch zu einem Zykluscomputer oder einem Fertilitätsmonitor greifen. Diese kleinen Computer erfassen deinen Zyklus anhand regelmäßiger Messungen der Basaltemperatur (z.B. die Zykluscomputer Daysy oder cyclotest myWay) oder der Hormonkonzentration deines Urins (z.B. der Clearblue Fertilitätsmonitor) und zeigen dir so an, an welchen Tagen du schwanger werden kannst. Zykluscomputer gehen sogar noch darüber hinaus und können nach erfülltem Kinderwunsch zur Verhütung weiterverwendet werden. Zudem entstehen bei ihnen durch die Messung der Temperatur keine Folgekosten in den folgenden Zyklen. Einige der Computer und auch der Fertilitätsmonitor zeigen dir sogar an, ob du tatsächlich schwanger geworden bist. Der Nachteil an den kleinen Geräten: Du musst deutlich tiefer in die Tasche greifen – zwischen 90 und 300 Euro kosten dich Fertilitätsmonitor oder Zykluscomputer.

Kann der Eisprungkalender eine Alternative zum LH-Test sein?

Stellt sich noch die berechtigte Frage: Kann ich nicht auch kostenfrei meine fruchtbaren Tage bestimmen? Hierfür bietet sich der Eisprungkalender an. Mit seiner Hilfe kann man den Zeitraum der fruchtbaren Tage schon recht gut eingrenzen. Die Zykluslänge sowie der genaue Zeitpunkt des Eisprungs können allerdings von Monat zu Monat variieren. Einfluss darauf haben zum Beispiel Faktoren wie Stress, ein höheres Alter der Frau oder jahrelanges Einnehmen der Pille, was das Berechnen der fruchtbaren Tage recht schwierig machen kann. Für Frauen mit unregelmäßigen Menstruationszyklen bietet sich daher eher der beschriebene Ovulationstest an. Nicht zuletzt, weil sich damit auch erkennen lässt, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet.

Trotz Kinderwunsch und Ovulationstest bloß nicht den Spaß im Bett verlieren

Was tut man nicht alles für die Erfüllung des Kinderwunsches? Doch achtet auch darauf, euch als Paar unter all dem Testen und Planen nicht aus den Augen zu verlieren. Liebt euch auch, wenn der Ovulationstest gerade keine fruchtbare Zeit anzeigt und setzt euch gegenseitig nicht zu sehr unter Druck. Denn sonst kann sich schnell Ernüchterung einstellen und der Geschlechtsverkehr auf Kommando wird zum notwendigen Akt, an dem beide keinen Spaß mehr haben. Ob das dann zum ersehnten Baby führt, ist fraglich. Also bewahrt euch die Lust aufeinander und respektiert es, wenn der Partner am Tag des Eisprungs mal überhaupt keine Lust auf Zärtlichkeiten hat. Allen Paaren, die auf ein Baby „hinarbeiten“, wünschen wir viel Spaß und Erfolg, sodass sich der Kindersegen schon bald einstellt!

________________

Quellen:

  • Arbeitsgruppe NFP: Natürlich und sicher – Das Praxisbuch. Familienplanung mit Sensiplan. Trias Verlag, S. 21-35
  • Redaktion „Frauenärzte im Netz“, Dr. Scharrel, Doris: Natürliche Familienplanung – Fruchtbare Tage selbst bestimmen: Methoden. In: Frauenärzte im Netz
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/fruchtbare-tage-selbst-bestimmen-methoden/ (letzter Aufruf April 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Natürliche Verhütung – warum sie nie ganz sicher ist. http://www.bvf.de/presse_info.php?s=0&artid=535 (letzter Aufruf April 2019)
  • Raith-Paula E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Heidelberg, Springer 2008
  • Dr. Med. Struck, Dorothee: Natürlich verhüten: Sicher, pillenfrei, gefühlsecht, Gräfe und Unzer Verlag, S. 106-107
  • Baur, Siegfried: Wissenschaftliche Grundlagen der Natürlichen Familienplanung
    in: Imago Hominis, Band 17, Heft 4, S. 275; Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik

 

Wann kann man schwanger werden?

Wann kann man schwanger werden? Vielen Menschen ist der weibliche Zyklus ein Rätsel: Da ist die Rede von Eileitern, Follikeln und Hormonen, von Schleimhäuten und Menstruation – doch was das eine mit dem anderen zu tun hat und wann im Körper was passiert, bleibt meist unverstanden. Was genau geschieht im Körper einer Frau innerhalb eines Zyklus und wann kann man schwanger werden? Hier findest du alle Antworten!

Wann kann man schwanger werden? Frau hält eine Uhr
Wann kann man schwanger werden? Der Eisprung ist der Schlüssel! © Unsplash / Rachael Crowe

Wann kann man schwanger werden?

Ungefähr alle 28 Tage löst sich eine unbefruchtete Eizelle vom Eierstock ab. Diese Phase nennt man Eisprung oder Follikelsprung. In dieser Zeit wird die Eizelle in den Eileiter aufgenommen, wo sie zwölf bis 24 Stunden lang von einem Spermium befruchtet werden kann. Spermien können zwischen 72 Stunden und bis zu fünf Tagen im weiblichen Körper überleben. Also: Wann kann man schwanger werden? Maximal sieben Tage pro Zyklus. Am fruchtbarsten sind Frauen in der Zeitspanne von 72 Stunden vor dem Eisprung bis 12 Stunden danach. Wenn du schwanger werden willst, ist das der perfekte Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr! Und was passiert bei einem Follikelsprung?

Wann kann man schwanger werden? Der Follikelsprung auf Video

Die Wissenschaftler Stephan Gordts and Ivo Brosens des Leuven Institute for Fertility & Embryology in Belgien haben zum ersten Mal überhaupt den Vorgang des Eisprungs auf Video aufgezeichnet. Dafür haben sie eine transvaginale Laparoskopie (kleiner Einschnitt in die Scheidenwand) durchgeführt und sind mit einem Endoskop, also einer kleinen Kamara, der Frage: „Wann kann man schwanger werden und was passiert beim Eisprung?“ auf den Grund gegangen. Hier siehst du das faszinierende Videomaterial:

Die Frage: „Wann kann man schwanger werden?“ ist also geklärt. Doch was passiert eigentlich bei einer Befruchtung? Vereinfacht kann man den weiblichen Zyklus als eine Art „Reise mit Chance auf Schwangerschaft“ erklären und besser verstehen, denn der weibliche Zyklus nichts anderes als eine Art biologischer Kettenreaktion. Und das passiert:

Wann kann man schwanger werden und wie?

#1 Reisevorbereitung: Die Ovarien

Die Ovarien sind zwei etwa pflaumengroße Organe, die sich rechts und links etwas oberhalb der Gebärmutter befinden. In den Ovarien sind schon bei der Geburt alle Eizellen vorhanden. Kommt ein Mädchen in die Pubertät, beginnt nach und nach jeden Monat je eine Eizelle heranzureifen. Ein herangereiftes Ei wird zunächst von einer Kapsel umgeben, dem sogenannten Follikel. Der Follikel platzt und das Ei wird von einem kleinen Flüssigkeitsstrom in die Eileiter gespült – der Eisprung.

Der geplatzte, leere Follikel verbleibt im Ovar und wird zum Gelbkörper, der große Mengen der Hormone Östrogen und Progesteron produziert.

Video-Empfehlung

#2 Die Reise: In den Eileitern

Die Eileiter sehen ein wenig wie altmodische Grammofon-Trichter aus und nehmen an ihrem weiten Ende das Ei auf. Eileiter haben innen eine Oberfläche, die das Ei durch Bewegungen weiter transportiert in Richtung Gebärmutter. Während das Ei in den Eileitern transportiert wird, kann es durch die Samen des Mannes befruchtet werden. Kommt es zu einer solchen Befruchtung, beginnt auf dem Weg zur Gebärmutter bereits die Zellteilung. Am 4.-5. Tag nach der Befruchtung erreicht das befruchtete Ei die Gebärmutter.

Kommt es zu keiner Befruchtung, beginnt der Gelbkörper nach einigen Tagen Oxytocin zu produzieren, verkümmert und löst damit einen Abfall des Werts des Hormons Progesteron aus. Dieser Abfall von Progesteron löst dann die Menstruationsblutung aus.

#3 Reiseziel: In der Gebärmutter

Erreicht eine befruchtete Eizelle die Gebärmutter, so schwimmt sie in dem dort befindlichen Sekret zunächst herum, bis sie sich in einem Stadium befindet, in dem sie sich an der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Ist die Eizelle nicht befruchtet, kommt es durch den oben bereits erwähnten Abfall des Progesteron-Wertes zur Menstruation. Die Menstruation bewirkt, dass sich die gut durchblutete Schleimhaut in der Gebärmutter löst und abblutet, sodass sich im nächsten Zyklus eine neue Schleimhaut bilden kann, die wieder bereit ist, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Dann verzögert sich die Frage: „Wann kann man schwanger werden?“ wieder um einen Monat.