Stress und Mama-Frust – warum es sich lohnt, das Negative zu genießen

Unsere Autorin Jenn Knott ist eine Mutter, die bei anstrengenden Situationen gern mal ausrastet. Doch kann man diese Momente auch genießen? Ihre neue Sichtweise auf Konflikte verrät sie hier.

Auch Frust-Momente sind kostbar
Kindererziehung ist ein Privileg. Wenn auch manchmal ein brüllendes. Bigstock / Nadezhda1906

Manchmal glaube ich, ich bin die einzige, die ihre Kinder aus reinem Frust anbrüllt, die außer sich gerät und eine Schimpftirade loslässt, die aus Wut sogar Sachen schmeißt. Die einzige, die sich eben genauso wie ein Kleinkind verhält, wenn es mir ab und zu einfach zu viel wird und ich meine Geduld nicht mehr finden kann.

Die einzige bin ich mit Sicherheit nicht – aber trotzdem wäre es besser, solche Wutausbrüche zu vermeiden. Wie macht man das?

Die Perspektive wechseln hilft!

Neulich hatte eine weise Freundin von mir eine interessante Idee: eine Umstellung der Einstellung bezüglich Konflikte überhaupt. Ich habe ihr – sie hat selbst ein 17-jähriges und 4-jähriges Kind – von einem Kraft-kostenden Konflikt mit meiner Tochter erzählt. Ich war seit Tagen allein mit Kindern zu Hause und ein nicht aufgeräumter Stapel von Büchern auf dem Sofa gab mir den Rest. Die Folge: lautes Schimpfen, ruppige Handhabung von Gegenständen, Vorwürfe von mir als Familien-Sklavin. Das volle Programm.

Statt mir Recht zu geben und meine Wut zu bestätigen hatte meine Freundin einen anderen Vorschlag: Ich könnte probieren, das ganze viel mehr zu genießen! Ich habe das Privileg, Kinder zu erziehen und eines Tages sind unsere lieben, nervigen, bedürftigen Kleinen eben nicht mehr da. Man sollte sich bemühen, seine Zeit einfach zu genießen, soweit es geht.

Mein erster Instinkt war spöttisch zu lachen. Von wegen ich sollte diesen Mist genießen! Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto klüger finde ich diese Einstellung.

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Raus aus den negativen Emotionen

In dem Moment, wo wir überfordert sind, ist es hart. Die Emotionen überwältigen uns und wir fokussieren uns auf die negativen Gefühle. Das erste Jahr mit meinem zweiten Kind – voller Tränen und ohne ausreichenden Schlaf – war eine echte Herausforderung, die ich für nichts wiederholen würde. Aber trotzdem bin ich froh, dass ich es mit ihm durchgemacht habe. Ich bin drangeblieben und habe meiner Tochter ein Jahr lang mein ganzes Selbst geschenkt, weil sie es gefordert hat. Ohne mich wäre sie nicht das fröhliche, selbstbewusste Kind von heute und darauf bin ich schon stolz.

Hätte ich die Zeit genießen können? Schwer, aber vielleicht nicht ganz unmöglich. Hätte ich das Jahr als Privileg betrachtet statt als Kampf ums Überleben, wäre es bestimmt einfacher gewesen. Das Ziel von so einer Sichtweise ist eben das Leiden zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden.

Es ist so leicht, sich im Alltag zu verlieren und den Überblick den Augen zu verlieren. Wenn wir das ganze Leben unserer Kinder als 60-Sekunden Film anschauen könnten, würden wir uns über alltägliche Herausforderungen wie Trotz, Unordnung und Geschrei nicht mehr so ärgern. Wir wären sogar dankbar, dass wir unsere Kinder für so eine relativ kurze Zeit begleiten dürfen.

Wir haben immer nur JETZT

Ich bemühe mich so oft wie möglich einzelne Momente mit meinen Kindern richtig wahrzunehmen. Wie schön ist es, zusammen ein Puzzle zu machen oder miteinander Abend zu essen oder einem schreienden Kind die Haare zu waschen! Wenn wir das als Gesamtpaket ansehen können, ist auch so etwas genießbar.

Es ist eine Kunst, dauernd präsent und dankbar zu sein und gleichzeitig alles nicht so ernst zu nehmen. Wenn wir Glück haben, haben wir ein ganzes langes Leben vor uns, eine Zukunft, wo Ruhe die Regel ist und Kinder vernünftig mit uns umgehen. Wir leben aber immer nur in der Gegenwart, und die ist auch – mit allen Komplikationen – schön.

Um unser Glück immer wieder finden zu können, sollten wir lernen, das magische „Jetzt“ als Geschenk anzunehmen. Auch, wenn es nicht besonders hübsch verpackt ist.

Zum Weiterlesen: 

 

“Warum ich nach meinem 2. Kind keine Kinder mehr kriegen will”

Wie viele Kinder dürfen es sein? Hier erzählt unsere Autorin Jenn Knott, warum sie sich entschieden hat, nach zwei Kindern Schluss zu machen – und wie sie gelernt hat, ihre kinderlose Schwester zu verstehen.

Ein Kinder, zwei Kinder und dann?
Ein Kind, zwei Kinder und dann - kein Drittes. Unsplash / Joshua Clay

Früher dachte ich: Ohne Kinder geht’s nicht!

„Die Entscheidung, überhaupt Kinder zu kriegen, ist eine ganz persönliche.“ Vor meinem ersten Kind hätte ich diesem Satz sofort zugestimmt. Nach meinem ersten Baby fand ich es aber total schade, wenn eine Freundin oder Verwandte mir das Geheimnis anvertraute, dass sie sich doch keine Kinder wünschte. „Wie kann das sein?“ dachte ich mir. „Sieht sie nicht, wie überglücklich ich bin, wie pflegeleicht Babys sind und was sie verpasst?!“

Meine Schwester will keine Kinder – ich konnte das nicht verstehen

Ich habe vor allem versucht, meine kinderwunschlose Schwester sanft zu überreden. Das gibt’s doch nicht, dass sie keine Kinder kriegen will – kommen wir nicht aus einer liebevollen Familie mit drei Geschwistern, die sich gut verstehen und zwei noch verheirateten Eltern? Was macht man sonst, wenn man älter wird? Soll man dann Weihnachten quasi alleine feiern? Findest du mein Baby nicht süß und wunderbar?! Tante zu sein ist doch nicht das gleiche wie Mutter zu sein!

Dann kam mein zweites Kind…

Mein Geheimplan war also, sie noch vor ihrem 35. Geburtstag auf die Seite von “Team Baby” zu bekommen. Und dann kam mein zweites Kind.

Dieses Baby war alles andere als pflegeleicht – sie war ein Baby mit wahnsinnig hohen Bedürfnissen. Lange konnte man sie nie ablegen, bevor sie begann zu schreien, also hatte ich sie normalerweise immer auf dem Arm. Sie wollte andauernd gestillt werden, vor allem als sie in den ersten Monate Probleme mit einem zu kurzen Zungenbändchen hatte. Also saß ich mit ihr auf dem Sofa fest. Ich habe so lang so unfassbar schlecht geschlafen, dass ich mich fast nicht mehr an ein gesundes, glückliches, ausgewogenes Leben erinnern konnte. Der Stress war kaum tragbar. Nach sieben Monaten zweifelte ich daran, ob ich überhaupt die richtige Mutter für dieses Kind war.

Endlich konnte ich meine Schwester verstehen

In dieser Zeit haben wir mit meiner Schwester Urlaub in Italien gemacht. Es war eine irgendwie schöne, aber irgendwie auch fürchterliche Mischung aus Unter der Sonne der Toskana und den Gremlins. Das tolle alte Haus mit dem grünen Garten und dem Pool konnten die schlimmen Nächte und den täglichen Schrei-Terror nicht aufwiegen. In dieser Woche habe ich mit meiner Schwester ganz offen und ehrlich über Kinder geredet. Ich habe ich sie gefragt, ob sie ihre Meinung geändert habe. Sie verneinte. Dieses Mal habe ich zum ersten Mal nur genickt. „Ich verstehe das.“, sagte ich. „Die letzten Monate waren die schwersten meines Lebens.“ Der unterstützende Präsenz meiner Schwester war das Einzige, was diesen Urlaub halbwegs erträglich machte.

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Es muss einem klar sein: Einfach wird das nicht.

Obwohl es inzwischen mit einer sechs- und einer dreijährigen Tochter viel besser geworden ist, kann ich ihre Entscheidung immer noch sehr gut verstehen. Kinder zu kriegen und zu erziehen ist ein oft undankbarer Job. Der mit so hohen körperlichen, seelischen und emotionalen Ansprüchen verbunden ist, dass nicht-Eltern sich das gar nicht vorstellen können.

Das heißt natürlich nicht, dass Kinder keine Vorteile mit sich bringen. Ich habe mir immer Kinder gewünscht, eins auf überraschende Weise gekriegt, das zweite geplant. Kinder sind entzückende, wunderbare, liebevolle Wesen, die das Leben auf jeden Fall verschönern. Ich bereue meine Kinder ganz und gar nicht. Aber es muss einem klar sein: Einfach wird das nicht.

Ich werde meine Familie nicht mit einem 3. Kind überlasten

Ich sehe meine Familienplanung inzwischen ziemlich pragmatisch: Wenn wir bei zwei Kindern fast den Verstand verloren hätten, wäre es wahrscheinlich unklug, die Familie mit einem dritten endgültig zu überlasten. Oft höre ich gut gemeinte Witzelein, dass ich mir später noch ein zusätzliches Kind wünschen werde, ich sei doch noch so jung (nur 35!), eins gehe noch und so weiter. Ich kann mir dann nur denken: „Mensch, ihr wisst offensichtlich nicht, wie sehr wir schon gelitten haben.“

Hut ab vor allen mit Kindern – und vor denen ohne!

Jeder darf sich natürlich so viele oder so wenige Kinder wünschen, wie er mag. Ein Kind liebevoll zu erziehen ist eine ernsthafte, große Aufgabe, die ein Leben für immer verändert. Obwohl ich den Weg für mich gewählt habe, „nur” zwei Kinder zu wollen, habe ich Respekt vor allen, die sich anders entscheiden.

Ich sage: Hut ab vor allen Eltern, die jeden Tag ihr Bestes für ihren Nachwuchs geben. Aber auch: Hut ab auch vor denen, die ohne Kinder durch’s Leben gehen. Kinder kriegen ist eben etwas sehr Persönliches. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt.

Zum Weiterlesen:

Das Umgangsrecht – und alles, was du darüber wissen solltest

Natürlich wollen alle Paare eine Ehe “Bis dass der Tod uns scheidet” – doch rund jede dritte Ehe scheitert in Deutschland. Damit Scheidungskinder nicht ein Elternteil ganz verlieren, gibt es das Umgangsrecht. Hier findest du alle Infos, was du darüber wissen solltest!

Umgangsrecht: Vater und Tochter im Wald
Damit Scheidungskinder nicht ein Elternteil ganz verlieren, gibt es das Umgangsrecht. © Pixabay/ StockSnap

Wer kann Umgangsrecht beantragen?

Als Umgangsrecht wird im Familienrecht der Anspruch unter Verwandten auf gegenseitigen Kontakt bezeichnet. Es bezieht sich also in den meisten Fällen auf Kinder von getrenntlebenden Elternteilen. In bestimmten Fällen ist es aber auch möglich, dass andere Verwandte, zum Beispiel Großeltern, die eine enge Beziehung zum Kind haben, ein Umgangsrecht beantragen können. Denn der Gesetzgeber nimmt an, dass der regelmäßige Umgang mit beiden Elternteilen, sowie mit anderen Personen, die dem Kind nahestehen, zum Kindeswohl beitragen. (§ 1626 Abs. 3 BGB).

Grundsätzlich hat das Umgangsrecht das Ziel, dass ein Kind die Trennung seiner Eltern besser verarbeiten kann und eine Bindung zu beiden Elternteilen behält. Damit das Kind außerdem nicht negativ gegen das abwesende Elternteil beeinflusst wird, haben beide Eltern „alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert.“ (§ 1684 Abs. 2 BGB).

Wie sieht es in Deutschland mit Sorgerecht, Unterhalt und Umgangsrecht aus?

Aus dem aktuellen Familienreport des Bundesfamilienministeriums geht hervor, dass in den meisten Fällen Mütter das Sorgerecht zugesprochen bekommen. Es gibt demnach in Deutschland 1,44 Millionen alleinerziehende Mütter und nur 182.000 alleinerziehende Väter. Das heißt konkret: In etwa neun von zehn Fällen erhalten Mütter das Sorgerecht und Väter zahlen Kindesunterhalt – erhalten dafür aber in den meisten Fällen auch das Umgangsrecht. Das Umgangsrecht ist jedoch grundsätzlich unabhängig vom Sorgerecht. Das bedeutet also, dass auch bei geteiltem Sorgerecht das abwesende Elternteil das Recht auf Umgang haben kann.

Umgangsrecht: Unterhaltsrechner und Düsseldorfer Tabelle

In vielen Eheverträgen wird der Kindesunterhalt schon vorab festgelegt. Oft werden dafür Unterhaltstabellen oder Unterhaltsrechner verwendet – das bekannteste Beispiel ist hier die Düsseldorfer Tabelle. Jedoch sieht die Realität oft anders aus. Laut einer Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung erhält rund die Hälfte der alleinerziehenden Eltern keinen Kindesunterhalt. Und von den Zahlungen, die beobachtet werden, decken sich nur etwa die Hälfte mit dem Mindestanspruch gemäß der Düsseldorfer Tabelle. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter erklärt aber, dass fehlende oder zu geringe Zahlungen nicht sofort zum Verlust vom Umgangsrecht führen.

Wie wichtig ist das Umgangsrecht für Kinder?

Die Auswirklungen, die Scheidungen auf Kinder haben können, sind mittlerweile gut untersucht. Es wird grundsätzlich angenommen, dass Scheidungen und damit möglicherweise eingehende Streitigkeiten um Unterhalt und Sorgerecht sehr belastend für Kinder sind. Außerdem wird häufig angenommen, dass der begrenzte Kontakt zu einem Elternteil – wie es beim Umgangsrecht meist der Fall ist – Kinder in ihrer Entwicklung beeinflusst.

Wie wirkt sich das Umgangsrecht auf das Kindeswohl aus?

Eine kleine Studie aus Norwegen hat die Auswirkungen von Scheidungen auf Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren untersucht. Ihre Eltern haben das Umgangsrecht nach dem sogenannten Wechselmodell gestaltet. Das heißt, dass die Betreuung zwischen den Eltern 50:50 aufgeteilt ist. Das Ergebnis: Kinder von Eltern, die das Umgangsrecht so umsetzen, haben weniger Verhaltensauffälligkeiten und psychische Probleme als Scheidungskinder, die hauptsächlich bei einem Elternteil leben.

Die Langzeitstudie „Familien in Entwicklung: Kinder und Jugendliche in Deutschland“ kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis. Demnach wäre auch ein anders geregeltes Umgangsrecht nicht sofort negativ zu sehen. Denn: Der entscheidende Faktor sei nicht die Häufigkeit der Besuche, sondern die Qualität der Beziehung zum getrennten Elternteil. Also können Kinder auch davon profitieren, wenn die im Umgangsrecht geregelten Besuche limitiert sind – solange eine gute Beziehung erhalten wird.

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Wie wird das Umgangsrecht geregelt?

Im Falle von getrenntlebenden Eltern müssen Umgangsregelungen getroffen werden, in denen zum Beispiel geklärt wird, an welchen Tagen und wie lange der Umgang stattfindet. Eine solche Umgangsvereinigung kann auf verschiedene Weisen zustande kommen. Die Eltern können selbst oder in Zusammenarbeit mit einem Anwalt für Familienrecht versuchen, sich zu einigen.

Umgangsrecht: Jugendamt kann helfen

Eine außergerichtliche Einigung mithilfe des Jugendamtes ist auch möglich. „Wenn sich die Eltern nicht über eine Umgangsregelung einigen können, soll das Gericht nach Möglichkeit eine vollständig konkrete Regelung über den Umfang und die Ausübung des Umgangs treffen“ erklärt Franziska Hasselbach. Die Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht betont auch, dass das Kindeswohl immer im Vordergrund stehen muss.

Umgangsregelung: Tipps vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter

Weil die Rahmenbedingungen des Umgangs an die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Eltern und Kinder angepasst werden müssen, gibt es keine einheitliche Vorlage für die perfekte Umgangsregelung. Experten für Familienrecht raten vor allem zerstrittenen Ehepartnern, genauere Regeln festzulegen. Nur so können Missverständnisse und Unstimmigkeiten, die das Umgangsrecht betreffen, verhindert werden.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter nennt unter anderem folgende Punkte, die angesprochen werden sollten:

  • Wann, wie oft, und wie lange findet der jeweils Umgang statt?
  • An welchem Ort findet der Umgang statt?
  • Wer holt das Kind ab und wer bringt es wieder nach Hause?
  • Bei wem verbringt das Kind die Ferien, Feiertage und Geburtstage?
  • Können das Kind und das Elternteil mit Umgangsrecht durch Telefonate und Briefe in Kontakt bleiben?

Außerdem rät der Verband, die Regelung einmal im Jahr zu überprüfen. Denn mit dem Älterwerden des Kindes ändern sich auch die Bedürfnisse, zum Beispiel die erforderliche Dauer des Umgangs. Hier empfiehlt das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfahlen: „Sehr kleine Kinder brauchen einen häufigen Umgang mit dem Elternteil, bei dem sie nicht leben, da sie ein anderes Zeitempfinden haben als ältere Kinder.“

Kann das Umgangsrecht verweigert werden? Und wann?

Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, dann hat es auch das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht. Dieses Elternteil kann dann entscheiden, an welchen Orten und in welcher Wohnung das Kind dauernd oder auch vorübergehend sein darf.

Jedoch kann durch das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht das Umgangsrecht grundlos verweigert werden. Laut dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen ist das Elternteil mit Aufenthaltsbestimmungsrecht sogar dazu „verpflichtet, alles zu unterlassen, was den Umgang stören könnte, und darüber hinaus verpflichtet, die Durchführung des Umgangsrechts aktiv zu fördern.“

Nur in besonderen Fällen kann das Umgangsrecht entzogen werden. Das kann laut Hasselbach aber nur durch ein Gericht entschieden werden kann. Entzieht ein Elternteil dem anderen also ohne richterliche Erlaubnis das Umgangsrecht, kann ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht genommen werden. Außerdem können auch das Sorgerecht und der Unterhalt entzogen werden, wenn das Umgangsrecht mehrfach und dauerhaft gestört wird.

In dem Artikel „Wann darf die Mutter dem Vater das Umgangsrecht verweigern?“ nennt Hasselbach potenzielle Gründe, wieso ein Ausschluss vom Umgangsrecht beantragt werden kann:

  1. Körperliche Misshandlungen des Kindes oder des anderen Elternteiles
    Hier reicht der alleinige Verdacht nicht aus. Hier entscheidet das Gericht fallabhängig.
  2. Alkohol- und Drogensucht
    Kann deshalb die passende Betreuung des Kindes nicht gesichert werden kann, kann das Umgangsrecht entzogen werden.
  3. Auffälligkeiten des Kindes
    Wenn das Kind durch das Verhalten der umgangsberechtigten Person bestimmte Auffälligkeiten entwickelt, kann ein Gericht das Umgangsrecht ausgeschlossen, eingeschränkt oder überwacht werden.
  4. Wegen ansteckenden Krankheiten
    Nur, wenn eine Ansteckung nicht vermeidbar ist, kann das Umgangsrecht zeitweise eingeschränkt werden.
  5. Entführungsgefahr
    Der Elternteil muss allerdings konkrete Beweise vorgelegen, dass eine dringliche Gefahr besteht.


Quellen

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Familienreport (2017) https://www.bmfsfj.de/familienreport-2017 (Letzter Abruf: April 2019)
  • Bastian Hartmann: Unterhaltsansprüche und deren Wirklichkeit: wie groß ist das Problem nicht gezahlten Unterhalts? (2014) Auf: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.466463.de (Letzter Abruf: April 2019)
  • Bergström Malin, et. al.: Preschool children living in joint physical custody arrangements show less psychological symptoms than those living mostly or only with one parent (2017) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/apa.14004 (Letzter Abruf: April 2019)
  • Prof. Dr. Sabine Walper: Worunter Scheidungskinder leiden – Familienentwicklung nach der Trennung (2004) https://www.uni-muenchen.de/informationen_fuer/presse/presseinformationen/2004/927.html (Letzter Abruf: April 2019)
  • Franziska Hasselbach: Umgangsrecht: Eltern müssen Umgang fordern (2013) https://www.kanzlei-hasselbach.de/2013/umgangsrecht-eltern-muessen-umgang-foerdern/04/ (Letzter Aufruf: April 2019)
  • Deutsche Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e.V., Deutscher Kinderschutzbund e.V., Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (Hg.): Wegweiser für den Umgang nach Trennung und Scheidung (2015) 12. Auflage Berlin, S. 25-53.
  • Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfahlen: Umgangsrecht: Ein Überblick (2016) https://www.vaeter.nrw/umgangsrecht (Letzter Aufruf: April 2019)
  • Franziska Hasselbach: Wann darf die Mutter dem Vater das Umgangsrecht verweigern? (2017) https://www.kanzlei-hasselbach.de/2017/umgangsrecht-verweigern/06/ (Letzter Aufruf: April 2019)

Patchworkfamilie: Das sind dein Rechte und Pflichten als Stiefmutter

Im Märchen ist die Stiefmutter immer die Böse – im wahren Leben hat sie es aber auch nicht immer leicht. Eine Stiefmutter hilft ihrem Partner bei der Erziehung und Vorsorge seiner leiblichen Kinder. Aber welche Rechte und Pflichten hat sie dabei?

Stiefmutter mit ihrer Tochter
Eine Stiefmutter ist meistens gar nicht so böse, wie man es aus den Märchen kennt © Pexels/ Brett Sayles

Wie viele Patchworkfamilien gibt es?

Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2017 in Deutschland 153.500 Ehen geschieden. Aber jedes Ende kann auch ein neuer Anfang sein. Viele Menschen finden nach einer Scheidung neue Partner – manche heiraten auch wieder. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) heiraten knapp die Hälfte der geschiedenen Männer und Frauen in Deutschland wieder. Da bei der Hälfte aller Scheidungen minderjährige Kinder betroffen sind, ergeben sich immer mehr Patchworkfamilien – mit einem Stiefvater oder einer Stiefmutter.

Wann gilt man offiziell als Stiefmutter?

Frauen in einer Beziehung mit einem Partner, der Kinder aus einer früheren Beziehung hat, gelten rechtlich gesehen nicht als Stiefmutter der Kinder. Erst wenn das Paar verheiratet ist, wird man zum Stiefelternteil. Des gleiche gilt auch für eigene Kinder, die mitgebracht werden.

Die Rechte einer Stiefmutter

Stiefmütter haben nicht die gleichen Rechte wie der Vater oder die leibliche Mutter. Stiefeltern haben zum Beispiel kein Sorgerecht – sie sind demnach auch nicht erziehungsberechtigt.

Das kleine Sorgerecht

Im Falle eines „echten“ Stiefelternverhältnisses, also nach einer Eheschließung, gibt es das sogenannte ‚kleine Sorgerecht‘.

Eine Stiefmutter mit dem kleinen Sorgerecht kann bei gewissen Dingen, die das Kind betreffen, Entscheidungen treffen. Das geht aber nur im Einvernehmen des Elternteils mit dem eigentlichen Sorgerecht. Damit darf sie über Angelegenheiten entscheiden, „die häufig vorkommen und die keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben“, heißt es im § 1687 BGB.

Eine Stiefmutter kann zum Beispiel über folgende Dinge entscheiden:

  • Schulischer Alltag
    Entscheidung über Nachhilfe, Entschuldigung im Krankheitsfall, Abholen
  • Medizinische Versorgung
    Behandlung leichter Krankheiten, Vorsorgeuntersuchungen, Standartimpfungen
  • Tägliche Versorgung
    Nahrung, Hygiene, Kleidung, Schlafenszeit
  • Freizeitgestaltung
    Fernsehkonsum, Taschengeld, Hobbies

Entscheidungen von wichtiger Bedeutung – also solche, die nicht so einfach umkehrbar sind – fallen nicht in das kleine Sorgerecht. Das sind zum Beispiel:

  • Kindergarten- und Schulwahl sowie -wechsel
  • Taufe/Namensgebung oder Namensänderung
  • große Operationen (in einer Notfallsituation, in der kein leibliches Elternteil erreichbar ist, kann ein Stiefelternteil trotzdem entscheiden)

Das kleine Sorgerecht gibt es nur, wenn der Ehepartner das alleinige Sorgerecht hat. Wenn sich die Eltern die Sorge teilen, muss eine Vollmacht erteilt werden.

Kann die Stiefmutter im Todesfall das Sorgerecht erhalten?

Wenn ein Partner stirbt, unterscheidet das Gesetz zwischen leiblichen Kindern und Stiefkindern. Grundsätzlich hat die Stiefmutter in diesem Fall kein Recht darauf, die Kinder weiterhin versorgen zu dürfen. Denn ein Stiefelternteil ist kein Verwandter des Kindes. Das Jugendamt beauftragt in solchen Fällen den nächsten Blutverwandten mit der Betreuung der Kinder. Das ist meist der Ex-Ehepartner oder Großeltern. Verhindert werden kann das, wenn eine Sorgerechtsverfügung aufgesetzt wurde.

Durch eine sogenannte Verbleibensanordnung nach § 1632 Abs. 4 BGB kann ein Stiefkind auch bei seiner Stiefmutter bleiben, obwohl das andere leibliche Elternteil das Sorgerecht hat. Diese Anordnung ist meistens allerdings nicht dauerhaft und eher dafür gedacht, damit dem Kind der Umzug leichter gemacht wird. Wenn davon auszugehen ist, dass das Kindeswohl beim sorgeberechtigen Elternteil in Gefahr ist, kann sie allerdings verlängert werden.

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Wie sieht es mit dem Erbe aus?

Das deutsche Erbrecht hat die klassische Familie im Blick. Stiefkindern sind also leiblichen oder adoptierten Kindern nicht gleichgestellt. Nach §1924 BGB können nur die eigenen Kinder bei der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt werden. Eine Stiefmutter sowie ihre Kinder haben im Erbe also keinen Anspruch auf den Pflichtteil.

Deshalb ist ein Testament oder ein Erbvertrag in Patchworkfamilien auch so wichtig. Haben der leibliche Vater und die Stiefmutter nicht geheiratet, kann das Vermögen durch eine Schenkung dem Partner vermacht werden, erklärt die Notarkammer Schleswig-Holstein. Der Anspruch anderer auf den Pflichtteil wird hierdurch aber nicht ausgehebelt und sollte bedacht werden.

Die Pflichten einer Stiefmutter

Stiefmütter haben auch andere Pflichten als der Vater oder die leibliche Mutter. Stiefeltern müssen zum Beispiel keinen Unterhalt zahlen.

Müssen Stiefeltern auch Unterhalt zahlen?

Nein! Eine Stiefmutter oder ein Stiefvater muss rechtlich gesehen keinen Unterhalt zahlen. Stiefeltern geben meistens im Alltag trotzdem Geld für ihre Stiefkinder ab. Laut dem Familienportal des BMFSFJ können Stiefeltern dieses Geld des Elternteils, das Unterhalt zahlen muss, zurückfordern.

Im Falle einer Scheidung: Hat die Stiefmutter eine Umgangspflicht?

Ein Stiefelternteil hat keine Pflicht zum Umgang mit dem Kind. Wenn die Frau wirklich im Leben des Kindes involviert war, kann ihr ein Besuchsrecht zugesprochen werden. (§ 1685 Abs. 2 BGB) Vor allem, wenn sie eine enge Bindung zum Kind aufgebaut hat, wird das Besuchsrecht oft wegen dem Kindeswohl erlaubt.

Wie sieht es mit der Versicherung in einer Patchworkfamilie aus?

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind nur leibliche Kinder mitversichert. Die eigenen Kinder der Stiefmutter bleiben bei dem Elternteil versichert, bei dem sie davor versichert waren.

Sollten Stiefeltern ihr Stiefkind adoptieren?

Durch eine Adoption wird die Stiefmutter rechtlich gesehen zu der vollwertigen Mutter des Kindes. Sorge- sowie Umgangsrecht, Unterhaltpflicht und Angelegenheiten zum Erbrecht gehen auf die sie über (§ 1754 BGB). Das heißt, dass die leibliche Mutter alle Rechte gegenüber dem Kind verliert. Deshalb ist auch die Einstimmung der leiblichen Mutter für eine Adoption nötig. Bei größeren Kindern muss das Kind selbst auch zustimmen.

Bisher war eine Adoption nur für verheiratete Paare erlaubt. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts sollen ab März 2020 auch Unverheiratete Stiefkinder adoptieren dürfen.

Der schlechte Ruf: die böse Stiefmutter

Abweisend, herzlos, nachlässig, unliebenswürdig – das alles sind Synonyme, die der Duden für das Wort „stiefmütterlich“ nennt. Woher kommt der schlechte Ruf? Aus den Märchen! Die Eine versucht, Schneewittchen mit einem Apfel zu vergiften – die Andere benutzt Aschenputtel als Putzkraft. Die böse Stiefmutter ist immer noch ein Klischee, das in den Köpfen der Menschen besteht.

Auch die Forschung ging lange Zeit vom „Aschenputtel-Effekt“ aus. Demnach sogt eine Stiefmutter oder ein Stiefvater schlechter für Stiefkinder, weil sie nicht die gleichen Gene haben. Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung wiederlegte das aber 2013. Demnach hängt die „Fürsorge der Eltern von mehr ab als von der biologischen Verwandtschaft.“

Das Klischee der bösen Stiefmutter ist also ziemlich veraltet. Denn Stiefmütter (und Stiefväter) lieben ihre Stiefkinder meistens so, als wären es ihre eigenen. Übrigens gibt es in Amerika mittlerweile schon einen Stepmother’s Day. Seit 2000 wird da am Sonntag nach dem Muttertag der Stiefmuttertag gefeiert. Auch in Deutschland feiern seit 2015 immer mehr Menschen ihre Stiefmütter – weil sie es verdient haben!


Quellen:

  • Statistisches Bundesamt: Deutlich weniger Ehescheidungen im Jahr 2017 (10.07.2018). Auf: Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2018/07/PD18_251_12631.html (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Familienreport 2017: Leistungen, Wirkungen, Trends (2017). Unter: https://www.bmfsfj.de/familienreport-2017 (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Michael Coester: Die Rechtsbeziehung zwischen Stiefelternteil und Stiefkind (1994) In: Horstmann, Johannes (Hrsg.): Stieffamilie/Zweitfamilie. Reflexionen über einen an gesellschaftlicher Bedeutung zunehmender Familientypus. Familienbund der Deutschen Katholiken/Landesverband Nordrhein-Westfalen, S. 133-148
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Können Kinder von ihren Stiefeltern Unterhalt bekommen? (Stand 2019) Auf: familienportal.de https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/unterhalt/koennen-kinder-von-ihren-stiefeltern-unterhalt-bekommen-/125224 (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Marion Küfer: Rückkehr oder Verbleib: Eine Analyse der Rechtssprechung zu Herausgabekonflikten bei Pflegekindern (18.08.2008). In: Deutsches Jugendinstitut e.V. https://www.dijuf.de/tl_files/downloads/2010/pflegekinderhilfe_deutschland/081023_Pflegekinderhilfe_RechtsprechungsanalyseHerausgabekonflikte_18-08-2008.pdf (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Louisa Maria Giersberg: Sorgerechtsverfügung im Todesfall: Das ist wichtig (14.10.2016) Auf: NDR.de https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Sorgerechtsverfuegung-im-Todesfall-Das-ist-wichtig,sorgerechtsverfuegung100.html (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Schleswig-Holsteinische Notarkammer: Erben in der Patchworkfamilie – Nachlass individuell Regeln (20.04.2016) Unter: https://www.notk-sh.de/rechtstipps/20-04-2016-erben-in-der-patchworkfamilie-nachlass-individuell-regeln/ (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Gilbert Häfner: Patchworkfamilie: Welche Rechte und Pflichten haben Eltern und Kinder? (08.10.2018) In: Mitteldeutscher Rundfunk. https://www.mdr.de/mdr-um-4/leichter-leben/patchworkfamilie-rechte-und-pflichten-eltern-kinder-100.html (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Klaus Hempel: Adoption von Stiefkindern – auch ohne Trauschein (02.05.2019) Auf: Tagesschau. https://www.tagesschau.de/inland/bundesverfassungsgericht-stiefkindadoption-unverheiratete-101.html (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Max-Planck-Gesellschaft: Stiefeltern sind nicht immer böse (12.11.2013). Unter: https://www.mpg.de/7592899/stiefeltern (Letzter Zugriff: Mai 2019)

Sterilisation Frau: Verhütung bei abgeschlossener Familienplanung

Ist die Familienplanung abgeschlossen und wollen Paare keine weiteren Kinder, ist die Sterilisation als dauerhafte Verhütung oft ein Thema. Alles rund ums Thema „Sterilisation Frau“, findest du hier.

Zwei Figuren aus Steckdosen
Eine Sterilisation sollte keine Spontan-Entscheidung sein! ©Unsplash/Michael Prewett

In diesem Artikel:

Sterilisation Frau: So läuft der Eingriff ab

Die Sterilisation wird in der Regel in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus, also vor dem Eisprung, vorgenommen. So kann eine Schwangerschaft möglichst sicher ausgeschlossen werden. Die Eileiter werden hier verschlossen oder seltener teilweise oder ganz entfernt. Die Sterilisation kann ambulant, aber auch stationär durchgeführt werden. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und kann in einer frauenärztlichen Tagesklinik oder im Krankenhaus vorgenommen werden.

Wie wird er Eingriff durchgeführt?

Um die Eileiter zu verschließen, gibt es verschiedenen Möglichkeiten:

  1. Eine Bauchspiegelung (häufigste Methode)
    Es wird ein kleiner Schnitt in der Nähe des Bauchnabels gesetzt. Bei dem Eingriff werden die Eileiter entweder über eine Länge von einem Zentimeter elektrisch verödet, mit einem Clip verschlossen oder durchtrennt.
  2. Ein Bauchschnitt
    Wenn eine andere Operation im Unterbauch geplant ist, kann während des Eingriffs auch eine Sterilisation vorgenommen werden
  3. Schnitt an der Hinterwand der Scheide
    Durch einen kleinen Schnitt an der Hinterwand der Scheide wird der Bauchraum eröffnet. Von dort aus werden die Eileiter mit einem Instrument gefasst und verschlossen. Bei dieser Methode ist das Infektionsrisiko etwas erhöht.

Bei allen drei Methoden ist eine Vollnarkose notwendig. Danach solltest du dich eine Weile schonen. Wann du wieder Sex haben kannst, hängt von deinem persönlichen Befinden ab.

Sterilisation Frau: Mögliche Komplikationen

Wie bei jeder Operation im Bauchraum können auch bei der Sterilisation Komplikationen auftreten. Diese können sein:

  • Blutungen und Verletzungen von Blutgefäßen oder inneren Organen
  • Störungen der Wundheilung und Entzündungen
  • Narkoserisiken (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Störungen)
  • erhöhtes Thromboserisiko (vor allem direkt nach einer Geburt)

Außerdem ist nach einer Sterilisation das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft erhöht. Mehr Informationen und wie es dazu kommen kann, findest du in unserem Ratgeberartikel „Eileiterschwangerschaft: Was passiert in meinem Körper?“.

Sterilisation Frau: Was verändert sich bei dir?

In den meisten Fällen verändert sich nur der Umstand, dass man nicht mehr schwanger werden kann. Da die Sterilisation keine direkten hormonellen Auswirkungen hat, verändert sich auch der Zyklus nicht.

Aber: Ganz ausschließen kann man eine Störung des Hormonhaushaltes durch den Eingriff nicht zu hundert Prozent, da bei der Verödung der Eileiter die Blutgefäße des umliegenden Gewebes verletzt werden können. „Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung der Eierstöcke, was in seltenen Fällen ihre Funktion und damit auch die Hormonproduktion beeinträchtigen kann“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem Artikel „Die Sterilisation der Frau“. Stimmungsschwankungen, eine verringerte Libido, Hitzewallungen und Schlafstörungen sind dann keine Seltenheit.

Was passiert mit der Eizelle?

Beim Eisprung gelangt die Eizelle wie bisher in den Eileiter. Dort kommt sie aber nur bis zur verschlossenen Stelle. Die Eizelle wird dann von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen, löst sich auf, sie wird „recycelt“.

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Sterilisation: Frau muss nicht mehr an Verhütung denken

Sie gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Der Pearl-Index der Sterilisation bei er Frau liegt bei 0,2–0,3. Dieser Index gibt die Sicherheit einer Verhütungsmethode an: Je kleiner die Zahl, desto sicherer die Methode.

Für diese seltenen „Ausrutscher“ gibt es verschiedene Gründe. Einige Frauen sind zum Zeitpunkt der Operation bereits schwanger – das lässt sich vermeiden, wenn die Sterilisation in der ersten Zyklushälfte vorgenommen wird. „Oder es hat sich an der verschlossenen Stelle ein neuer Kanal gebildet. In diesem Fall kommt es eher zu einer Eileiterschwangerschaft“, so pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V in ihrer Informationsbroschüre „Sterilisation. Verhütungsmethoden“.

Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl Index von 2 bis 12. Die Antibabypille liegt bei 0,1 bis 0,9.

Hat die Sterilisation Auswirkungen auf das Sexleben?

Die Sterilisation ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Sie ist aber auch dauerhaft. Viele Frauen sehen den Eingriff als Befreiung und genießen ihr Sexleben unbeschwerter, da sie nicht mehr über Verhütung nachdenken müssen. Bei anderen wiederrum kann es zu unerwarteten seelischen Problemen, sexueller Lustlosigkeit und Schwierigkeiten in der Partnerschaft kommen. Außerdem kann das Wissen, nicht mehr schwanger werden zu können, das sexuelle Verlangen zusätzlich negativ beeinflussen – auch wenn grundsätzlich gar keine Kinder (mehr) geplant waren.

Kann die Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Die Sterilisation (Frau oder Mann) ist grundsätzlich als dauerhafter Eingriff vorgesehen. Nur wenn du eine endgültige Verhütungsmethode wünscht, solltest du über eine Sterilisation nachdenken.

Durch eine mikrochirurgische Operation ist es aber theoretisch möglich, die Sterilisation wieder rückgängig zu machen (Refertilisierung). Dabei werden die verschlossenen Eileiter-Enden wieder durchgängig gemacht. Die Chancen auf einen Erfolg sinken allerdings mit zunehmendem Alter. Eine Refertilisierung ist außerdem eine komplizierte Operation und mit den gängigen Operationsrisiken verbunden. Da es außerdem ziemlich unsicher ist, ob die Refertilisierung wirklich funktioniert, sollte diese Möglichkeit bei deiner Entscheidung für eine Sterilisation keine Rolle spielen.

Sterilisation Frau: Kosten und Gesetzliche Voraussetzungen

Die Kosten der Sterilisation mit der Narkose liegen je nach Methode zwischen 600 und 1.000 Euro. Seit der Gesundheitsreform 2004 muss eine Sterilisation selbst bezahlt werden.

Unter eng begrenzten Voraussetzungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine (weitere) Schwangerschaft ein Risiko für die Gesundheit wäre und wenn die Frau aus gesundheitlichen Gründen keine andere sichere Verhütungsmethode anwenden kann.

Für die Sterilisation gelten in Deutschland dieselben gesetzlichen Voraussetzungen wie für jede andere Operation: Du musst rechtzeitig und umfassend über die Art des Eingriffs, seine Folgen und mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen aufgeklärt werden. Außerdem muss die Einwilligung für den Eingriff  aus freien Stücken erfolgen. Das heißt, dass die niemand zu der Sterilisation drängen darf.

Zusätzlich muss es für den Arzt ersichtlich sein, dass du dir der Folgen der Sterilisation bewusst bist. Hat er den Eindruck, dass dies nicht der Fall ist, kann er sich weigern den Eingriff bei dir durchzuführen.

Mehr Informationen zum Thema Verhütung findest zu hier:

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Quellen:

  • pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V.: Sterilisation. Verhütungsmethoden, https://www.profamilia.de/publikationen.html?tx_pgextendshop_pi1%5Baction%5D=show&tx_pgextendshop_pi1%5Bcontroller%5D=Item&tx_pgextendshop_pi1%5Bproduct%5D=70&cHash=07a4b9586894d242a4ac2db277ecbc30 (letzter Zugriff: 17.04.2018)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Sterilisation/Vasektomie – Dauerhafte Unfruchtbarkeit,
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/sterilisation-vasektomie/ (letzter Zugriff: 17.04.2018)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Die Sterilisation der Frau,
    https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/sterilisation/frau/ (letzter Zugriff: 17.04.2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Eileiter-Schwangerschaft, https://www.familienplanung.de/lexikon/eileiter-schwangerschaft/ (letzter Zugriff: 17.04.2019)
  • Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V.: Sterilisation der Frau (Eileiterdurchtrennung)
    https://www.operieren.de/e3224/e10/e886/e898/e995/ (letzter Zugriff: 17.04.2019)
  • Onmeda: Pearl-Index: Wie sicher ist Verhütung?
    https://www.onmeda.de/verhuetung/pearl_index.html (letzter Zugriff: 17.04.2019)

Knaus Ogino: Verhütung durch Tage zählen

Mithilfe der Knaus-Ogino-Methode lässt sich der ungefähre Zeitpunkt deiner fruchtbaren Tage bestimmen. Wie die Kalendermethode genau funktioniert und wie sicher sie ist, erfährst du hier.

Frau hält Kalender und zählt Tage
Wie funktioniert die Kalendermethode? ©Pexels/Rawpixels.com

In diesem Artikel:

Die Knaus-Ogino-Rechenmethode (auch Kalendermethode oder Tagezählen genannt) ist nach ihren Erfindern benannt, den beiden Ärzten Knaus und Ogino und eine Form der natürlichen Verhütung bzw. Familienplanung. Mithilfe dieser Methode lässt sich der ungefähre Zeitpunkt der fruchtbaren Tage bestimmen. Eisprungkalender basieren auf der gleichen Methode.

Knaus Ogino: Wann ist der Eisprung?

Die Knaus-Ogino-Methode beruht auf der Tatsache, dass eine Frau nicht an allen Tagen ihres Zyklus fruchtbar ist, sondern nur um die Zeit des Eisprunges. Dieser findet etwa zwölf bis 16 Tage vor dem ersten Tag der nächsten Blutung statt. Allerdings sind die Zyklen der meisten Frauen nicht immer exakt gleich lang.

Deswegen muss bei der Knaus-Ogino-Methode zunächst der Menstruationszyklus über einen längeren Zeitraum – sechs Monate bis zu einem Jahr – beobachtet und protokolliert werden. Danach werden der längste und der kürzeste Zyklus ermittelt. Auf der Basis dieser beiden Werte werden dann deine unfruchtbaren und fruchtbaren Tage errechnet.

So berechnest du deine fruchtbaren Tage

Wenn du zwölf Monate lang deinen monatlichen Zyklus protokolliert hast, kannst du mit der Berechnung der unfruchtbaren und fruchtbaren Tage starten. Entnehme zunächst deinen Notizen den kürzesten Zyklus und ziehe davon 18 Tage ab. Das ist dann dein erster fruchtbarer Tag. Um den letzten fruchtbaren Tag zu bestimmen, ziehe von deinem längsten Zyklus elf Tage ab.

Beispiel:
Dein kürzeste Zyklus betrug 26 Tage: 26 – 18 = 8
Dein längster Zyklus betrug 30 Tage: 30 – 11 = 19

Deine fruchtbaren Tage wären dann also rein rechnerisch vom achten bis zum 19. Tag deines Zyklus. In diesem Zeitraum wäre eine Schwangerschaft bei ungeschütztem Sex am wahrscheinlichsten. Im Umkehrschluss wären deine unfruchtbaren Tage vor dem achten und nach dem 19. Zyklustag liegen.

Zu kompliziert? Dann kannst du ganz einfach unseren Eisprungkalender verwenden. Er rechnet dir deine fruchtbaren Tage aus und zeigt dir den voraussichtlichen Tag deines Eisprungs für die kommenden Monate an.

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Wie sicher ist die Kalendermethode?

Der Pearl-Index der Knaus-Ogino-Methode liegt (je nach Literaturquelle) zwischen 9 und 30. Dieser Index steht für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden. Er gibt an, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto sicherer also das jeweilige Verhütungsmittel.

Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl-Index von 2 – 12, die Pille liegt bei 0,2 – 0,5.

Die Knaus-Ogino-Methode gilt damit also als ein sehr unsicheres Verhütungsmittel, vor allem deswegen, weil es viele Faktoren gibt, die den Menstruationszyklus und damit auch den Eisprung beeinflussen können. Der Hormonhaushalt der Frau ist sehr sensibel. Durch Stress, Krankheiten, Diäten oder Reisen mit Zeitverschiebung kann es zu großen Abweichungen kommen. Die Folge: Der Eisprung kann unerwartet früher oder später auftreten.

„Deshalb ist die Berechnung der unfruchtbaren Tage eine sehr unsichere und nicht empfehlenswerte Methode“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Auch Apps, die nur auf Basis von Zyklusdaten fruchtbare Tage anzeigen, sind zur Verhütung ungeeignet.“

Der Berufsverband der Frauenärzte warnt ebenfalls davor sich einzig auf das Tagezählen zu verlassen:

„Im europäischen Kulturkreis gehören heute Kalendermethoden und zahlreiche selbst erdachte Varianten nicht mehr zu den seriösen Verfahren.“

Wer trotzdem mit der Knaus-Ogino-Methode verhüten möchte, sollte diese mit anderen natürlichen Verhütungsmethoden kombinieren. Die modernere symptothermale Methode nimmt den Grundgedanken auf und verfeinert die Bestimmung der fruchtbaren Tage durch die Beobachtung von Basaltemperatur und Veränderungen des Zervixschleims. Das kann den Pearl-Index deutlich verbessern.

Mehr Informationen und wie genau die symptothermale Methode funktioniert, findest du in unserem Ratgeberartikel  „NFP: Die natürliche Methode der Familienplanung“.

Für wen ist Knaus Ogino geeignet?

Die Knaus-Ogino-Methode ist nicht für jede Frau geeignet. Dein Zyklus muss bei dieser Verhütungsmethode sehr regelmäßig sein. Außerdem musst du deinen Menstruationskalender sehr sorgfältig führen und an deinen fruchtbaren Tagen entweder gänzlich auf Sex verzichten oder auf ein anderes Verhütungsmittel zurückgreifen (beispielsweise mit Kondom).

Die Knaus-Ogino-Methode eignet sich also vor allem für Paare, bei denen eine Schwangerschaft kein Problem wäre. Bei Paaren mit einem bestehenden Kinderwunsch kann die Kalendermethode verwendet werden, um den potenziell besten Zeitpunkt für die Familienplanung zu errechnen.

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Quellen: 

  • pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V.: Pearl Index,
    https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/pearl-index.html (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Unsicher: Coitus interruptus und Knaus-Ogino-Methode
    https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/unsichere-methoden/#c614 (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Onmeda: Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode)
    https://www.onmeda.de/verhuetung/knaus_ogino_methode.html (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Fruchtbare Tage selbst bestimmen: Methoden
    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/fruchtbare-tage-selbst-bestimmen-methoden/#c645 (letzter Zugriff: Mai 2019)

„Alleinerziehende Mütter sind selbstsüchtig!“ – Streit im britischen TV

Mit Samenspenden und künstlicher Befruchtung geht Elternschaft mittlerweile ganz ohne Partner. Frauen, die sich dafür entscheiden und eine Single-Mutterschaft wählen sind aber selbstsüchtig – findet Lottie Daley.

Mutter mit ihren Baby
Sind Single-Mütter wirklich selbstsüchtig? © Unsplash/ Humphrey Muleba

„Du kannst dir keine Kinder kaufen!“

Single-Elternteil zu sein ist eine schwere Aufgabe – das wird wohl auch keiner bestreiten wollen. Alleinerziehende Mütter und Väter haben oft viel um die Ohren und zu wenig Freizeit. Aber es gibt immer mehr Frauen, die Single-Mütter sein wollen. Samenspender und künstliche Befruchtung machen es möglich! Weil alleinstehende Frauen (sowie gleichgeschlechtliche Paare) in Deutschland keine Samenspende bekommen dürfen, reisen sie dafür oft ins Ausland.

Aber ist es selbstsüchtig, die Entscheidung zu treffen, sein Kind allein zu erziehen? Ja! Das findet Lottie Daley. Sie ist selbst Mutter und findet es moralisch falsch, das Single-Elterndasein zu wählen.

Samenspende bei single-Kinderwunsch?

In der Morning-Show Good Morning Britain ging es um die Sängerin und Mutter Cheryl. Sie hat bereits ein Kind – wünscht sich jetzt aber ein zweites. Das Problem: Sie ist mittlerweile wieder single. Cheryl hat angedeutet, dass sie sich ihren Kinderwunsch mit einer Samenspende erfüllen will. Lottie Daley ist absolut gegen das Vorhaben: „Cheryl, du bist so jung, du hast alle Zeit der Welt, um einen neuen Mann kennenzulernen. Letztendlich kannst du dir keine Kinder kaufen“, sagt sie in der Show.

Ein Paar trennt sich und die Mutter kümmert sich allein um das Kind – eine Frau will ein Kind, will aber nicht auf den richtigen Mann warten und wird durch eine Samenspende schwanger. Beides sind alleinerziehende Mütter – wo liegt der Unterschied?

Daley, die selbst auch alleinerziehend ist, sieht hier einen klaren Unterschied: Wenn sich ein Paar trennt, waren die Intentionen anfänglich gut. Frauen wie Cheryl seien selbstsüchtig, wie sie einem Kind von vornherein den Vater vorenthalten. „Ich habe einen Freund, der das Produkt einer Samenspende ist – er ist absolut miserabel. Er ist so erschüttert, dass er selbst keine Kinder haben will. Er sucht nach seinem Vater.“

Ihre Erklärung scheint logisch. Es gibt viele Kinder, die verzweifelt nach einem Elternteil suchen – aber ist es denn wirklich selbstsüchtig, das Single-Elterndasein vorher zu wählen?

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Die Moderatoren versuchen, Daley umzustimmen

Moderatorinnen Trisha Goddard und Kate Garraway sehen das anders. Frauen, die sich verlieben, ein Kind bekommen und dann verlassen werden, sind plötzlich allein und oft in einer schlechten finanziellen Situation. Frauen, die sich für das Solo-Elterndasein entscheiden, sind darauf gut vorbereitet. Bezüglich Cherly könne man argumentieren, „dass sie dem potenziellen Schmerz aus dem Weg geht, der mit einer schlechten Beziehung einhergehen kann.“ Daley hält aber an ihrer Meinung fest: „Ja, aber alles, was wir immer noch hören ist ich, ich, ich, ich.“

Die Online-Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten

Nach kontroversen Aussagen wie der von Daley dauert es meist nicht lange, bis das Internet reagiert. Und Twitter-User melden sich schnell zu Wort:

„Ich kenne viele Kinder mit zwei ‚Eltern‘ – ich kenne auch Kinder mit alleinerziehenden Eltern, die eine viel bessere Erziehung mit mehr Liebe und Sicherheit genossen haben. Zwei Elternteile zu haben garantiert keine bessere Kindheit und heißt auch nicht, dass Kinder mehr geliebt sind!“, schreibt eine Nutzerin.

Auch die Tatsache, dass bei gleichgeschlechtlichen Paaren immer eine Vaterfigur oder Mutterfigur ‚fehlt‘, wurde von einer Userin angesprochen: „Was – also ist ein lesbisches Paar mit Kind auch selbstsüchtig, weil es keine ‚männliche Vaterfigur‘ gibt?? Sind schwule Paare selbstsüchtig, weil keine Mutter da ist?? Benimm dich!! Solange ein Kind geliebt und gut erzogen ist, ist es doch egal???“

Andere User stimmen ihren Statements zu!

Aber natürlich gibt es auch Stimmen, die Daley zustimmen. Unter dem Argument zu gleichgeschlechtlichen Paaren findet sich zum Beispiel der Kommentar: „Nicht alles dreht sich nur um ‚Liebe‘. Man braucht einen Vater und eine Mutter.“

„Lottie hat schon Recht […], traurigerweise ist da ein bisschen Selbstsüchtigkeit bei manchen entfremdeten oder ledigen Frauen dabei“, schreibt ein anderer Twitter-User.

Stillen UND Alkohol? Mutter postet Bild und muss dafür heftige Kritik einstecken

Einige Instagram-Nutzer waren NICHT happy mit dem Beitrag von Ex-Bachelor-Kandidatin Bekah Martinez. Die Amerikanerin postete auf ihrem Account ein Bild von sich beim Stillen ihrer Tochter – mit einem Glas Wein in der Hand.

Frau mit einem Glas Rotwein
Können stillende Mütter Alkohol trinken? © Unsplash/ Burst

Das Baby in der einen Hand – den Wein in der anderen

2018 haben viele Amerikaner Bekah Martinez ins Herz geschlossen. Sie entwickelte sich in der US-Version von „Der Bachelor“ schnell zum Publikumsfavoriten. Seit ihrem Ausscheiden in Woche sieben macht Martinez immer mal wieder Schlagzeilen – vor allem mit ihren Instagram-Posts. Da zeigt die 24-Jährige nämlich gerne intime Einblicke aus ihrem Leben.

Mit einem neuen Instagram-Post erregt die junge Mutter wieder Aufsehen. Das Bild zeigt Martinez beim Stillen ihrer Tochter. Dabei hält sie ein Glas Weißwein in der Hand. Sie schien schon zu ahnen, was für einen Shitstorm dieses Bild auslösen würde. Deshalb schrieb Martinez im Post: „Ich habe geduldig darauf gewartet, dass sie mit dem Stillen fertig ist, bevor ich anfange mein (einziges!) Glas Wein zu trinken“.

 

Es hagelte Kritik – berechtigte?

Kurz nach dem Post finden sich die ersten negativen Kommentare unter dem Bild. „Es ist selbstsüchtig und dumm, zu trinken, wenn man stillt“, schreibt ein Nutzer. „Wo ist ihre Moral und ihre Selbstachtung? Selbstsüchtig und ignorant – sowas macht mich krank!“, regt sich ein anderer auf. Kritiker nahmen kein Blatt vor den Mund:

  • „Wieso riskierst du die Gesundheit und das Leben von deinem Baby?“
  • „Wie dumm bist du? Ich würde sowas nie meinen Kindern antun.“
  • „Sie muss boykottiert werden. #selbstsüchtig“

Andere User zweifeln an den Beweggründen für das Foto. „Die will doch nur Aufmerksamkeit und Kommentare!“, schreibt ein Instagram-Nutzer. Das findet auch ein anderer User: „Sie macht das alles nur um zu schockieren und relevant zu bleiben. Ihre 15 Minuten Ruhm sind seit Jahren vorbei!“

Martinez selbst hat dazu noch kein Statement abgegeben – und wird es wohl auch nicht tun, denn in den Kommentaren finden sich neben den Kritikern noch mehr Unterstützer.

Vor allem Mütter verteidigen Martinez

„Wenn du Autofahren kannst, dann kannst du auch Stillen. Prost!“, schreibt eine Userin. „Fun Fact: Die beste Zeit für einen Drink ist während dem Stillen. Bis der Alkohol ins Blut aufgenommen ist, ist das Baby nämlich schon fertig. Und bis zum nächsten Stillen ist dann der Alkohol schon ganz verarbeitet.“

Viele Mütter in den Kommentaren sprechen aus Erfahrung: Ihnen wurde von Ärzten und Hebammen erlaubt, hin und wieder ein Glas Wein zu trinken.

„Die wissen alle gar nicht, wovon sie sprechen. Der Experte zum Thema Stillen, Dr. Jack Newman, hat Berichten zufolge gesagt, dass du trinken und stillen kannst. Es darf nur nicht deine Fähigkeit, das Baby zu halten, beeinflussen“, schreibt eine Instragram-Nutzerin

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Stillen und Alkohol: Das sagen die Experten

Die Userin hat Recht: Dr. Jack Newman, der sich auf Stillunterstützung spezialisiert hat, sieht kein Problem mit einem Gläschen Wein ab und zu. In seinem Handout zu Mythen über Stillen schreibt er: „Mütter können kleine Mengen Alkohol zu sich nehmen und trotzdem normal Stillen. Das Verbot von Alkohol ist einfach nur eine weitere unnütze Beschränkung für stillende Mütter.“

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR) empfiehlt Frauen in der Stillzeit trotzdem, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Mütter, die aber noch auf ein Glas Wein ab und zu verzichten wollen sollen laut der Empfehlung trotzdem nicht gleich aufhören zu Stillen. Dafür sind die Vorteile von Muttermilch zu groß.

Es gibt einige Handlungsempfehlungen, die Mütter beachten können:

  • Das Kind sollte gestillt werden, bevor der Alkohol konsumiert wird. Eingeplant werden sollen ein bis zwei Stunden, „damit der Alkohol in Ihrem Blut und in der Milch größtenteils abgebaut ist“, heißt es in der Empfehlung des BfR.
  • Wenn Kinder noch ausschließlich gestillt werden, sollten keine Stillpausen eingelegt werden, weil lange Pausen Stillprobleme begünstigen können.
  • Wenn Mütter ihre Kinder ins Elternbett nehmen wollen, sollten beide Elternteile keinen Alkohol trinken. Denn Alkohol verlangsamt das Reaktionsvermögen. Dadurch kann es vorkommen, dass „Sie möglicherweise nicht adäquat auf kindliche Signale reagieren können.“

Spaßfaktor, Lernfaktor, Sicherheit? Schwimmhilfen im Alltagstest

Kinder beim Schwimmen lernen unterstützen ohne ihnen die ganze „Arbeit“ abzunehmen? Ob die Zoggs Schwimmhilfen dieses Versprechen halten können und dabei auch noch Spaß machen, das hat Mama Rosalie mit ihren vier Kindern für uns getestet.

So macht Schwimmen lernen Spaß
So macht Schwimmen lernen Spaß © Zoggs

Die Osterferien mit unseren vier Kindern waren dieses Jahr ein großes Abenteuer. Denn es ging mit einem Camping Car auf einen Bauernhof. Der erste Tag war ziemlich hektisch, alles musste verstaut werden und sechs Menschen einen Platz zum Schlafen finden. Am nächsten Tag waren die Kinder sehr zufrieden, aber ganz schön schmutzig von ihren Erkundungen durch Kuhstall, Heuschober und Felder. Die Dusche in einem Campingmobil ist allerdings nicht sehr geräumig. Was gibt es also Besseres, als ins Schwimmbad zu gehen?

Unsere Kinder lieben das Wasser und dank eines Testpakets der Firma Zoggs waren wir alle gespannt darauf, nicht nur mit den üblichen Schwimmflügeln loszuziehen, sondern verschiedenste Schwimmhilfen auszuprobieren. Los ging’s! Mit im Gepäck: Schwimmanzüge, -bustiers, -westen, -flügel und -bretter. Die Kinder sind vor Freude ausgeflippt, denn das Design entspricht genau ihren Vorstellungen: sehr bunt und cool bedruckt. Für mich als Mutter heißt das: Die Kinder sind auch gut im Wasser zu erkennen. Plus: Alles ist sehr gut verarbeitet und mit weichem Neopren überzogen.

Unterstützung mit Lerneffekt und Spaßfaktor

Der Spaßfaktor ist enorm, denn die Schwimmhilfen sind darauf ausgelegt, die Kinder in ihren natürlichen Aktivitäten im Wasser zu unterstützen. Sie geben zwar Auftrieb, schränken aber die Bewegungsfreiheit nicht so stark ein, wie die klassischen, oftmals etwas starren Schwimmflügel. Eine kleine Umstellung also, denn die Kinder müssen im Wasser erst wieder die richtige Balance finden.

Mit ein bisschen Unterstützung geht's gleich viel besser
Mit ein bisschen Unterstützung geht's gleich viel besser © Zoggs

Und das ist gewollt, denn die Zoggs Schwimmhilfen sind dafür konzipiert, Schwimmen zu lernen und sich nicht nur auf dem Wasser treiben zu lassen. Das ist enorm wichtig, denn die Zahl der Kinder, die nicht richtig schwimmen können, steigt. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ertranken in Deutschland 2018 elf Kinder im Grundschulalter und 15 im Vorschulalter – das sind jeweils fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

In den Anzügen sind die Polster an Bauch, Rücken und den Armen verteilt. Sie helfen auf dem Wasser zu liegen und verbessern besonders die Kopfhaltung.

Schwimmen lernen mit Unterstützung und ohne Frieren © Zoggs

Aber Achtung: Wenn die Kinder nur gewohnt sind Schwimmflügel zu tragen, oder sich an einer Poolnudel festzuhalten, dann muss man sie am Anfang stärker dabei unterstützen, Schwimmbewegungen zu machen. Danach aber fühlen sie sich pudelwohl und vor allem gibt es dank Neopren keine blauen Lippen und Zitteralarm mehr.

Nie mehr Schwimmflügel aufpusten!

Das An- und Ausziehen ist wirklich angenehm und einfach, die Kinder schlüpfen allein hinein, die Eltern schliessen die stabilen Reißverschlüsse hinten und prüfen nochmals den Sitz. Egal, wie oft die Kinder vom Beckenrand springen, ich muss keine Angst haben, dass ihre Schwimmhilfen platzen oder einfach abrutschen. Was mir alles schon passiert ist in der Vergangenheit! Vor allem in Kombination mit Sonnencreme sind die Anzüge, Bustiers und Westen sicher die bessere Wahl.

Ehrlicherweise sollte man erwähnen, dass sie mehr Platz in der Tasche brauchen als Schwimmflügel ohne Luft. Aber hey, dafür entfällt es für mich auch, vier Paar Schwimmflügel aufzupusten und dann erstmal völlig fertig am Beckenrand zu sitzen!

Multi-Talent Jet-Pack

Ein echtes Multitalent ist für mich das Jet-Pack von Zoggs, denn in Kombination mit einer Schwimmweste kann mein fünfjähriger Sohn ihn als Schwimmbrett nutzen, um auf dem Wasser zu gleiten. Mein älterer Sohn hingegen kann ihn umschnallen, wir entfernen noch eine Lage, so dass er etwas weniger Auftrieb hat. Und – zack – schon kann er fast allein durchs Becken kraulen. Für die beiden Wasserratten sind auch gut sitzende Schwimmbrillen unerlässlich, auch die hatten wir mit dabei. Einfach zu verstellender Verschluss, geringes Ziepen an den Haaren und vor allem schön dicht, ohne danach Druckränder an den Augen zu haben.

Multitalent Jet-Pack © Zoggs

Nach schier endlosem Outfit-Tauschen und nochmal springen und nochmal tauchen war es nicht leicht, die Kinder wieder an Land zu locken. Ihre neuen Schwimmsachen lieben sie jetzt so sehr, dass sogar jeder mitgeholfen hat, seine Ausrüstung auszuwaschen und zum Trocknen zu legen.

Schade eigentlich, dass sie die Schwimmhilfen wahrscheinlich gar nicht mehr lange brauchen werden, wenn sie weiterhin so große Fortschritte beim Schwimmen lernen machen! Zum Glück gibt’s für später noch eine tolle Auswahl Zoggs Spielsachen, wie Bälle und Tauchspiele.

Neugierig geworden? Wenn du die Zoggs Sachen auch ausprobieren möchtest, hier kannst du sie kaufen: