Ich hasse den Muttertag! Ein Vater bekennt

Unser Autor Markus Kirschbaum kann den Muttertag nicht ausstehen. Was im ersten Moment wie ein Affront gegen all die tollen Mütter da draußen klingt, hat einen guten Grund.

Beim Gedanken an den Muttertag vergeht unserem Autor das Grinsen © Unsplash / Nathan Dumlao

Der Muttertag macht mir Stress

Wenn bereits Anfang April für den herannahenden Muttertag kräftig die Werbetrommel gerührt wird, treten mir die Schweißperlen auf die Stirn. Blumen, Schokolade oder andere kleine (und größere) Aufmerksamkeiten, die zum Ausdruck bringen sollen, wie wichtig Mama in unser aller Leben ist, lassen meine Hände zittern. Ich kann Muttertag eben nicht leiden, wirklich wahr! Und bevor jetzt Unmut laut wird: Mit dem Vatertag geht es mir komplett gleich – ein absolut unsinniger Konsumwahnsinn in meinen Augen!

Die Ursache? Liegt in der Kindheit begraben!

Die Abneigung begann ziemlich früh, ich war etwa zwölf Jahre alt. Meine liebe Mutter betonte, wie unsinnig der Muttertag sei. Ein Tag wie jeder andere! Geschenke? Nein, die bräuchte sie wirklich nicht. Ich naives Kind nahm das für bare Münze und verzichtete in diesem längst vergangenen Mai bewusst darauf, eine Kleinigkeit zum Muttertag zu besorgen. Was soll ich sagen? Meine Frau Mutter war – entgegen ihrer guten Vorsätze – zutiefst gekränkt und hielt mir den geschenklosen Muttertag noch viele Jahre vor.

Seit damals ist mein Verhältnis zu solchen „Man-muss-etwas-schenken-das-ist-Gesetz“-Anlässen ein sehr angespanntes, um nicht zu sagen grottenschlechtes! Das läuft aber in beide Richtungen: Weder möchte ich etwas schenken, weil sich das so gehört, noch werde ich selbst gerne mit Verlegenheitsgeschenken beglückt.

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Muttertag mit Kompromiss

Zu meinem Leidwesen haben meine Frau und meine Kinder zum Schenken einen ganz anderen Zugang. Die lieben solche Anlässe, kleine Aufmerksamkeiten und so weiter und so fort. Da wird gezeichnet, gemalt, gebastelt und das Geld mit beiden Händen zum Fenster rausgeworfen. Natürlich freue ich mich dann, aber ich gerate auch in ziemliche Bedrängnis, denn ich bin nun mal ein grauenhaft schlechter Schenker. Und unter Zwang und Druck geht überhaupt nichts, da sträubt sich alles in mir.

Aus diesem Grund haben wir mit den Jahren einen fairen Kompromiss ausgehandelt: Ich darf zum Muttertag getrost einen großen Bogen um liebliche Blumensträuße oder feine Schokolade machen, dafür steht eine tolle Familienunternehmung auf dem Programm. Mama darf aussuchen, was gemacht wird und alle ziehen mit! Das funktioniert wahnsinnig gut und nimmt mir und uns viel Druck.

Kein Vatertag im Hause Kirschbaum

Den Vatertag habe ich übrigens ganz und gar abgeschafft, der wird bei uns nicht gefeiert. Die Sache ist die: Ich kann mich einfach nicht gut verstellen und möchte meinen Kindern durchaus Authentizität vorleben. Die verstehen das gut und haben gar kein Problem damit. Die kleinen Geschenke, die in Kindergarten und Schule zwangsläufig gebastelt werden, die bekomme ich trotzdem ein paar Tage später. Und da freue ich mich dann natürlich von Herzen.

Vater verlangt: „Wenn meine Frau aufhört zu stillen, soll sie das Milchpulver auch selbst bezahlen“

Weil seine Frau beschließt, nicht mehr stillen zu wollen, verlangt ihr Ehemann, dass sie das Milchpulver aus eigener Tasche bezahlt. Ist er damit im Recht? Das Internet hat eine klare Meinung dazu.

Mutter hält ihr Neugeborenes
Vater erhofft sich Unterstützung und erntet Shit-Storm ©Unsplash/Zach Lucero

„Sie produziert doch noch genügend Milch“

Ja, Muttermilch ist die geeignetste Nahrung für Neugeborene. Aber manchmal kann oder will eine Mutter ihrem Kind einfach nicht die Brust geben. Stillen ist und bleibt eine sehr persönliche Entscheidung. Dieser Vater und Ehemann sieht das allerdings etwas anders. Auf der Online-Plattform „Reddit“ fragt er: „Bin ich ein Ar***loch, wenn ich denke, dass meine Frau den Muttermilchersatz selbst bezahlen sollte?“

In dem Post beschwert sich der Vater, der den Beitrag anonym verfasste, darüber, dass sich seine Frau „ohne offensichtlichen Grund“ dafür entschieden habe abzustillen und stattdessen auf einen Muttermilchersatz zurückzugreifen wolle. Seine Frau hätte doch ihr Kind auch die ersten sechs Monate gestillt und produziere noch genügend Milch.

Es gäbe zwar ein gemeinsames Familien- bzw. Lebensmittel-Budget, doch nachdem das sowieso schon ziemlich knapp sei und sich seine Frau lediglich aus persönlichen Gründen dafür entschieden habe nicht mehr zu stillen, soll sie auch selbst für das Milchpulver bezahlen.

 Spoiler-Alarm: Das Internet war nicht sehr glücklich

Der Vater hat wohl im Internet auf ein wenig Unterstützung gehofft. Es dauerte auch nicht lange bis die ersten Reddit-Nutzer antworteten und sie waren sich alle einig: Ja, er sei ein Ar***loch. Die Online-Community kritisierte den Vater scharf und nannten ihn egoistisch und kleinlich.

Ein Nutzer schrieb:

„Wenn das echt ist, dann heilige Sch***e bist du ein Ar***loch. Ihr solltet beide zu gleichen Teilen für euer gemeinsames Kind finanziell verantwortlich sein! (…)“

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Ein anderer Nutzer schrieb:

„Ja, du bist ein Ar***loch. Sie kann nicht ewig stillen. Sie ist wahrscheinlich wund und hat Schmerzen. Soll sie später die feste Baby-Nahrung auch alleine bezahlen?“

Ein dritter User kommentierte:

„Stillen kann sehr schmerzhaft sein. Es ist auch dein Kind und du bist genauso dafür verantwortlich, dass es ihm gut geht.“

Wegen zu viele negative Kommentare: Post wurde mittlerweile gelöscht

Die Reddit-Nutzer sind sich also mehr als einig. Der Vater hat so viele negative Kommentare unter seinem Beitrag erhalten, dass der Original-Post mittlerweile gelöscht wurde. Allerdings vergisst das Internet nie. Ein paar Nutzer konnten einen Screenshot des Posts machen, bevor der Vater beschloss ihn zu löschen.

Revolution für die Verhütung – können bald auch Männer die Pille nehmen?

Schluss mit Spirale, Verhütungspflaster und Kupferkette? Abgesehen vom Kondom waren Männer von jeglichen Verhütungsmethoden befreit – bis jetzt. Denn ein neuer Wirkstoff könnte die Anti-Baby-Pille für den Mann möglich machen.

Verhütung mit der Pille - aber bald für den Mann?
Mit dem neuen Wirkstoff könnten auch Männer die Anti-Baby-Pille nehmen. © Pexels/ Pixabay

So können Männer hormonal verhüten

Die Pille wird als Verhütungsmittel bei Frauen immer unbeliebter. Vor allem wegen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen und Libidoverlust entscheiden sich immer mehr Frauen dazu, die Pille abzusetzen, alternative Verhütungsmethoden zu nutzen oder die fruchtbaren Tage zu berechnen. Forscher versuchen deshalb schon seit Jahren, eine sichere und effektive Version der Anti-Baby-Pille für Männer mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Die Ergebnisse waren jedoch immer eher ernüchternd. Das könnte sich jetzt aber ändern: Ein amerikanisches Forscherteam hat nämlich einen hormonellen Wirkstoff gefunden, der die körpereigene Testosteronproduktion in den Hoden und somit die Spermienproduktion stoppen kann.

Die Forscher der University of Washington haben den Wirkstoff mittlerweile auch schon erfolgreich auf Sicherheit und Verträglichkeit getestet. Die Ergebnisse der ersten Studie mit dem Wirkstoff wurden Ende März beim Jahrestreffen der Endocrine Society präsentiert.

Komplizierter Name – aber große Wirkung

Der Inhaltsstoff der Pille heißt 11-beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodecylcarbonat (11-beta-MNTDC). Das hört sich jetzt erstmal sehr kompliziert an, ist aber einfach ein modifiziertes Testosteron, das die Spermienproduktion reduziert und gleichzeitig die Libido nicht beeinflusst. In einer Mitteilung erklärt Studienleiterin Dr. Christina Wang vom Los Angeles Biomed Research Institute, dass durch den Wirkstoff die Spermienproduktion nicht dauerhaft reduziert wird. Das bedeutet, dass sich der Effekt nach dem Absetzen der Pille auch wieder normalisieren würde, selbst wenn der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum eingenommen wurde. Aus diesem Grund müsste die Pille für den Mann dann auch täglich und ohne Pause genommen werden.

Die Studie: 40 Männer, 28 Tage

Die Pille wurde bisher in einer Studie mit 40 gesunden Männern im Alter zwischen 18 und 50 getestet. Darin haben 30 Männer den Wirkstoff an 28 Tagen einmal täglich eingenommen – die restlichen 10 Männer erhielten ein Placebo. Das Ergebnis: Bei allen 30 Probanden sank der durchschnittliche Testosteronspiegel deutlich. Weil der Wirkstoff aber zwischen 60 und 90 Tage braucht, bis er die Spermienproduktion wirklich beeinflusst, sind 28 Tage zu kurz, um die optimale Reduktion zu beobachten, erklärt Wang in der Mitteilung. Die Studie hat aber zumindest schon gezeigt, dass der Wirkstoff sicher zu konsumieren ist. Der nächste Schritt ist dann eine Studie mit einer längeren Testphase, damit auch die Wirksamkeit der Pille bestätigt werden kann.

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Wie sehen die Nebenwirkungen aus?

In Bezug auf Nebenwirkungen zeigt sich, dass Effekte wie Kopfschmerzen oder Akne bei den Teilnehmern fast gar nicht auftraten. Fünf Männer meldeten eine leichte Reduktion der Lust – und zwei Teilnehmer gaben an, eine leichte Erektionsstörungen erlebt zu haben. Die Nebenwirkungen waren jedoch bei keinem Mann so stark, dass die Teilnahme an der Studie abgebrochen wurde. Deshalb stufen die Forscher die Nebenwirkungen grundsätzlich als mild ein.

Wann kommt die Pille auf den Markt?

Der Wirkstoff 11-beta-MNTDC ist bereits das zweite vielversprechende Verhütungsmittel für Männer, das in den vergangenen Jahren getestet wurde. Die Ergebnisse des anderen Wirkstoffes waren letztes Jahr aber deutlich schlechter. Diese Verbesserung deutet offensichtlich auf eine positive Entwicklung in Richtung Anti-Baby-Pille für den Mann hin.

Aber nicht zu früh gefreut: Die Experten nehmen an, dass je nach Verlauf der weiteren Tests, die Pille für den Mann erst in etwa 10 Jahren auf den Markt kommen könnte. 10 Jahre erscheint jetzt erstmal sehr lange, dieser Zeitraum ist aber nötig, damit auch bestätigt werden kann, dass die Pille nicht nur sicher zu konsumieren, sondern auch effektiv gegen ungewollte Schwangerschaft wirkt!

Vater wird angezeigt, weil seine Tochter nicht schlafen will

Ein mehr als fragwürdige Erziehungsmethode…

Damit seine Tochter sehe „wie gut sie es hat“, greift ein Vater aus Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern zu einer mehr als fragwürdigen Erziehungsmethode. Aber der Vater unterschätzt seine 9-Jährige und seine „Bestrafung“ geht gewaltig nach hinten los. Die ganze Geschichte siehst du im Video.

Der Tag, an dem ich meine Tochter im Indoor-Spielplatz verloren habe

Es gibt ja immer wieder diese lustigen Anekdoten, dass Kinder am Spielplatz vergessen werden. Bei unserem Autor Markus Kirschbaum wurde dieser Alptraum Wirklichkeit. Hier erzählt er davon.

Mädchen klettert auf einem Spielplatz
"Wo ist meine Tochter?!" © Unsplash / Annie Spratt

Indoor-Spielplätze: Des einen Freud‘, des anderen Leid!

Wer Kinder hat, kennt Indoor-Spielplätze! Für alle, die sie nicht kennen: Das sind überdimensionierte Freudenburgen, die genügend Auslauf auch in der kalten und nassen Jahreszeit garantieren. Was sie alle gemeinsam haben: Sie sind heillos überfüllt und wirken immer ein bisschen schmierig. Man merkt schon: Ich bin nicht unbedingt ein großer Fan von Indoor-Spielplätzen! Meine beiden Augensternchen sehen das – sehr zu meinem Leidwesen – anders. Deshalb kommt es alle heiligen Zeiten einmal vor, dass ich wertvolle Stunden dort verbringe. Ohne Ohrenstöpsel und Laptop ertrage ich das sehr schwer. Und dann war da der Tag, an dem ich Töchterchen in genau solch einem Spielplatz verloren habe. Tja, Karma lässt grüßen…

Mit Kindern am Indoor-Spielplatz? Flöhe hüten ist einfacher!

Die Kinder waren noch recht klein, als ich mich an einem Wintertag mit ihnen in den Indoor-Wahnsinn begab. Mit einem ungestümen Vierjährigen und einer furchtlosen Dreijährigen am Sonntagnachmittag einen Indoor-Spielplatz unsicher machen? Einen Sack Flöhe zu hüten ist ein Kinderspiel dagegen!

Und dann war plötzlich das Kind weg!

Es kam schließlich, wie es kommen musste: Gerade war Töchterchen noch da, plötzlich war sie wie vom Erdboden verschluckt! Wer sein Kind schon einmal inmitten gefühlter drei Milliarden wuselnder Zwerge verloren hat, kann erahnen, wie ich mich fühlte. Mir wurde erst heiß, dann kalt, dann wieder heiß! Mein Rufen ging in ohrenbetäubendem Kindergeschrei unter. Ich zerrte meinen Sohn durch den Spielplatz, in der Hoffnung, die Kindermasse würde sich teilen und mein Mädchen mir entgegenschreiten. Von Schuldgefühlen war ich förmlich aufgefressen! Irgendwo hier stand meine Tochter, verzweifelt, vaterseelenallein und Tränen überströmt.

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Alles halb so schlimm! Es gibt doch Schokolade!

Schließlich tat ich das, was ein Vater tun musste: Ich machte mich auf die Suche nach dem Info-Schalter, um um Hilfe zu bitten! Gott, war mir das peinlich… Ich war noch einige Meter vom Schalter entfernt, als ich meinen Augen nicht traute: Da saß mein Töchterchen – quietschvergnügt – zwischen den Mitarbeitern, einen Schokoriegel in der Hand. Sie lachte und scherzte und schien sich bestens zu unterhalten. So viel zu „vaterseelenallein“…

„Können wir das nochmal machen?“

Ich eilte ihr die letzten paar Schritte entgegen und hauchte entkräftet: „Mein armer Schatz!“ Die Angestellten grinsten und meinten, jetzt sei ich ja da, da müssten sie mich nicht mehr ausrufen lassen. Viel Spaß habe man außerdem gemeinsam gehabt… Und Töchterchen? Die presste ihren schokoverschmierten Mund an mein Ohr und flüsterte: „Ich hab Süßes gekriegt! Das war so toll! Können wir das nochmal machen?“

Vater warnt: Darum solltet ihr immer die Lebensmittel-Etiketten lesen

Warum dieser Vater aus den USA Eltern dazu aufruft immer die Lebensmittel-Etiketten zu lesen, erfährst du im Video.

„Lest die Etiketten.“ Diese Botschaft hat Justin Morrice aus den USA an Eltern weltweit. Wieso er Eltern warnt, immer die Lebensmittel-Etiketten zu lesen, erfährst du im Video.

Ein Vater gesteht: Manchmal stelle ich meine Kinder ruhig!

Zweifelsohne bringen Kinder Segen ins Haus, aber gleichzeitig auch jede Menge Lärm! Manchmal sehnen sich Papa und Mama einfach nur nach ein wenig Ruhe. Im Fall der Fälle greift unser Autor Markus Kirschbaum zu unlauteren Mitteln. Welche das sind und wie er sich dabei fühlt, erzählt er hier.

Kind schaut fern
Manchmal braucht Papa Markus auch mal ein paar Minuten für sich - dann babysittet der Fernseher. © Bigstock / Romrodinka

Wo Kinder sind, ist Lärm

Wovon hat man während der Schwangerschaft der Partnerin keinen blassen Schimmer? Richtig: von der Lautstärke, mit der man mit einem Mal konfrontiert ist! Da wird geschrien, geheult, gelacht, gesungen, geplappert, gestritten und getrampelt. Manchmal, da wird auch Ball gespielt (Obwohl Papa das im Haus verboten hat!), vom Hochbett gesprungen (Ich hasse dieses Geräusch!) oder metallene Gegenstände werden fröhlich aneinander geschlagen (Was macht die Brut da bloß?!)!

Kurzum: Als Elternteil ist man mit Geräuschen unzumutbarer Frequenz und Dezibelanzahl konfrontiert. Die Kleinen sind da gnadenlos! Es gibt kein Entrinnen – oder etwa doch?

Der Fernseher, dein Freund und Helfer

Als unsere Kinder Minis waren, da waren wir noch vorbildliche Eltern. Kein TV unter drei Jahren, so lautete die Devise. Und auch danach sollte es natürlich nur ausgewähltes Programm spielen! Und ja, wir haben uns daran gehalten…

Doch irgendwann wurden die Kinder größer und der Fernseher zum geschätzten Freund. Es war einmal das Leben, Tao Tao oder spannende Naturdokus – super für die Kinder und noch besser für mich! Denn es gilt folgende Gesetzmäßigkeit: Sitzen die Kids vorm TV, dann sitzen die Kids vorm TV. Und dort rühren sie sich erfahrungsgemäß nicht weg! Die einzige Bewegung ist jene ihrer Augenlider. Denn ab und zu muss man halt einfach einmal blinzeln!

Doch sonst: kein Getrampel, kein Gejohle, kein Gezanke und keine Bälle, die gegen Wände donnern! Stattdessen: wohldosierte Fernsehgeräusche! Ein Segen – für alle Beteiligten!

Kein Fall fürs Jugendamt

Bevor nun rügende Stimmen laut werden oder demnächst das Jugendamt bei uns klingelt: Nein, nein, ich lasse meinen Nachwuchs selbstverständlich nicht von früh bis spät vor der Flimmerkiste sitzen! Aber ja, ich gebe zu, dass ich die beiden schon mal vor Mary Poppins, Micky Maus und Co. parke, um mir eines zu sichern: ungestörte Momente, erfüllt von Ruhe und Frieden!

Der Fernseher, mein Freund und Helfer! Im wahrsten Sinn des Wortes… Und ja, es gibt Tage, da kann es schon mal ein bisschen mehr Medienkonsum werden. Wenn die Zwerge krank sind zum Beispiel. Oder wenn ich selbst krank bin. Auch bei wichtigen Telefonaten oder dringenden Abgabeterminen ist der Fernseher ein wahrer Segen.

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Und die Moral von der Geschicht‘ …

Und die Moral von der Geschicht‘? Als schlechter Elternteil fühle ich mich deshalb noch lange nicht! Im Gegenteil handelt es sich um eine klassische Win-win-Situation, würde ich behaupten. Zum Glück überwiegen außerdem nach wie vor jene Tage, an denen wir von früh bis spät draußen unterwegs sind. Und nach unserem geschätzten Freund und Helfer, dem TV-Gerät, wird dann kein einziges Mal gefragt!

Der lange Kampf mit meiner Tochter um das Daumenlutschen

Die Tochter unseres Autors Markus Kirschbaum lutscht(e) am Daumen. Welch eine Qual es war, ihr das abzugewöhnen und warum das bis heute noch nicht völlig geglückt ist, erzählt er hier.

Kind lutscht am Daumen
Manche Angewohnheiten sind aus Kindern einfach nur schwer wieder herauszubringen. © Bigstock / Rafael Ben Ari

Von Anfang an war die Kleine eine Nuckelkönigin

Es gibt Kinder mit Saugbedürfnis, Kinder mit noch stärkerem Saugbedürfnis – und meine Tochter! Schon als Mini-Winzling war sie Meisterin im Nuckeln. Madame akzeptierte keinen Schnuller und nuckelte stattdessen an allem, was ihr so in die Quere kam: Mamas Brust, die Zipfel von Mullbinden, Papas kleinem Finger und irgendwann auch am eigenen Daumen.

Noch waren wir recht entspannt…

Ewig lang probierten wird, ihr einen Schnuller schmackhaft zu machen. Von überallher tönten Weissagungen, wie schwierig es werden würde, dem Kind das Daumenlutschen wieder abzugewöhnen. Schnuller könne man konfiszieren, bei einem Finger sind die Möglichkeiten beschränkt. Doch allen Horrormeldungen zum Trotz: Töchterchen blieb bei ihrem guten alten Freund – dem rechten Daumen!

Noch waren wir aber recht entspannt, sie war ja noch ein Frischling. Und wer darf nuckeln, wenn nicht ein Baby? Außerdem entspannte und beruhigte der Daumen dieses kleine Wesen so ungemein…

Wie gewöhnt man den Daumen bloß wieder ab?

Doch die Jahre zogen ins Land und der Finger blieb im Mund. Leider reden wir hier nicht von ab und zu, sondern von ständig. Bloß wenn sie redete, aß oder zwingend beide Hände brauchte, gönnte sie ihrem Daumen Erholung. Kinder- und Zahnärztin waren aber noch entspannt. Bis zum dritten Geburtstag sollte die Kleine aber unbedingt aufgehört haben, so die Empfehlung. Tja, kurz vorm dritten Wiegenfest waren wir mit unserem Latein am Ende. Wie gewöhnt man einem Zwerg den Daumen ab? Zu diesem Zeitpunkt beschränkten wir uns darauf zu erinnern, gut zuzureden, zu ermahnen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit zogen wir ihr den Finger aus dem Mund. (Dieses PLOPP-Geräusch verfolgte mich heute noch in meinen Träumen!)

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Langsam sah man schon einen Schiefstand der Zähne!

Wir waren leider eher mäßig erfolgreich. Einem Daumenjunkie den heiligen Finger abzugewöhnen, ist vergleichbar mit dem sprichwörtlichen Kampf gegen Windmühlen. Nur dass unsere „Windmühle“ bald ihren vierten Geburtstag feiern würde und sich langsam aber sicher einen leichten Schiefstand der Zähne ernuckelte. Nun machten auch Zahn- und Kinderärztin Druck. Eine zündende Idee, wie man das Daumenlutschen abgewöhnen könnte, hatten die aber auch nicht auf Lager. Und Töchterchen – mit dem man ja inzwischen vernünftig reden konnte – verstand das Problem zwar grundsätzlich, der Daumen wanderte in unzähligen Alltagssituationen jedoch ganz automatisch in den Mund.

Von grauslichem Lack und Fäustlingen im Sommer

Wie baten also unseren guten Freund, Mr. Google, um Hilfe. Ein weit verbreiteter Ratschlag gegen Daumenlutschen: bitterer Spezialnagellack aus der Apotheke für tagsüber, Fäustlinge für nachts. Ich besorgte diesen Wunderlack also, kostete davon und war entsetzt über den Geschmack. Das konnte ich meiner Tochter doch nicht antun! Oder? Das Ausmaß des Nuckelns allerdings war wirklich extrem, es musste etwas passieren. Ich bereitete mein Kind also darauf vor, was ihr blühen würde, wenn sie nuckelt und bestrich den rechten Daumennagel vorsichtig mit dem Lack. Was soll ich sagen? Sie nuckelte trotzdem! So ein bisschen Bitterstoff, das konnte doch meinen kleinen Junkie nicht stoppen…

Und plötzlich…

Fäustlinge in der Nacht allerdings, die waren ein Teilsieg. Die Dinger hielten tatsächlich, was sie versprachen. Zumindest eine kleine Schlacht war gewonnen. Und plötzlich, im letzten Kindergartenjahr trat dann völlig unverhofft tatsächlich eine kleine Besserung ein. Die Kindergartenpädagogen und wir zogen an einem Strang. Immer, wenn wir den Finger im Mund erblickten, wurde deutlich ermahnt. Gut möglich, dass das dem Töchterchen irgendwann zu blöd wurde…

Manchmal heilt die Zeit auch Daumenlutscher

Ganz vorbei war die Daumenlutscherei aber nicht und sie ist es bis heute – Töchterchen ist gerade sieben Jahre alt geworden – leider nicht. Bei Alpträumen oder beim Fernsehen wandert der Finger manchmal immer noch ganz automatisch in den Mund. Verhindern können wir es nicht, aber wir unterbinden es natürlich sofort, wenn wir es sehen.

Mein Fazit nach insgesamt fünf harten Jahren der Daumen-Abgewöhn-Tragödie: Es gibt Situationen, da beißen sich Eltern die Zähne aus und wenn sie sich noch so große Mühe geben! Selbst Experten haben dann durchaus keine hilfreichen Tipps auf Lager. Tja, manchmal muss es eben reichen, der Sache ihre Zeit zu geben und das zu tun, was man tun kann.

„Meine Tochter hat im Supermarkt geklaut!“

Für die eigenen Kinder legt man die Hand ins Feuer. Recht wohlgeraten, würden sie doch niemals etwas tun, das nicht rechtens wäre. Oder etwa doch? Dass manche „Schandtaten“ in den besten Familien vorkommen, weiß unser Autor Markus Kirschbaum seit seine Tochter im Sommer geklaut hat. Wie er darauf reagiert hat, erzählt er hier.

Gang eines Supermarkts
Im Supermarkt gibt es viele Verführungen - doch was, wenn da etwas in die Tasche wandert? © Bigstock / Fascinadora

Alleine einkaufen gehen? Kein Problem!

Unsere Kinder sind ganz schön selbständig. Das kommt nicht von ungefähr, denn wir haben sie bewusst so erzogen. Ich persönlich kann es nämlich kaum mitansehen, wie manche Eltern ihrem Nachwuchs alles hintertragen – das kann doch nur schädlich für die Entwicklung sein! Unsere Kinder haben also Aufgaben und Pflichten, dafür aber auch viele Freiheiten. Alles auf Augenhöhe, würde ich behaupten.

Dass die beiden seit letztem Sommer ab und zu gemeinsam ein paar Kleinigkeiten einkaufen gehen, ist also nicht ungewöhnlich. Der Supermarkt liegt am Ende der Straße, die Kinder machen es gerne und nebenbei lernen sie den richtigen Umgang mit Geld. Learning by doing sozusagen. Manchmal bekommen sie auch einen Euro extra mit, damit sie sich etwas für sich selbst aussuchen können.

Was kaut das Kind denn da?

Das mit dem Einkauf hat den ganzen Sommer über bestens geklappt und die beiden waren auch ziemlich stolz auf sich. Alleine einkaufen gehen? Das darf von ihren Freunden kaum jemand! Ich persönlich finde das spannend, denn als ich in dem Alter war, war das ganz normal. Aber egal, zurück zum Einkauf: Für Töchterchen ist jeder Supermarkt ein wahres Schlaraffenland. Sie ist nämlich total auf Süßes fixiert und wenn sie könnte, dann würde sie ohne Ende naschen. Darf sie aber natürlich nicht! Dass man im Supermarkt nichts nehmen darf, ohne zu bezahlen, weiß sie mit ihren sechs Jahren natürlich auch.

Kaugummi – aber sie hatte doch gar kein Geld dabei?!

Und dann stand sie eines Tages nach solch einem kleinen Einkauf versteckt in einer Ecke des Gartens und kaute ziemlich verdächtig auf etwas herum. Ziemlich verdächtig deshalb, weil sie kein Geld für den Eigenbedarf dabei hatte. Und das Restgeld hatte ich abgezählt. Ich rief die kauende Prinzessin also zu mir. Sie kam angetrabt. Gleichzeitig versuchte sie – ziemlich erfolglos – zu vertuschen, dass da etwas Großes und Klebriges in ihrem Mund weilte: Kaugummi! Das hat Sherlock Papa gleich erkannt!

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Geklaut? Das darf doch nicht wahr sein!

Das Corpus delicti war eine Packung quietschrosa Kaugummi. Der, mit dem man die allergrößten Blasen machen kann! Töchterchen konnte einfach nicht widerstehen. Also hat sie gewartet bis niemand hinsieht und sich die Packung blitzschnell in die Hosentasche gesteckt. Sie WUSSTE SCHON, dass das falsch ist, gestand sie schluchzend unter (Krokodils-)Tränen, aber der Kaugummi war SOOO einladend. Tja, was soll ich sagen? Ich war stocksauer! Klauen, das geht überhaupt nicht! Und schon gar nicht in unserem kleinen Supermarkt an der Ecke, in dem die Kinder bekannt sind wie die bunten Hunde.

Ehrlich währt am längsten!

Nachdem die Tränen versiegt und der Kaugummi ausgespuckt war, tat ich das, was ein Papa in solch einer Situation eben tun muss…

Ich würde euch jetzt liebend gerne erzählen, dass ich Hand in Hand mit Töchterchen zum Supermarkt marschiert bin, wir den Diebstahl gebeichtet und den Kaugummi bezahlt haben. Lektion fürs Leben uns so… Aber: Das wäre mir schlicht zu peinlich gewesen! Also habe ich den restlichen Kaugummi konfisziert, eine mächtige Standpauke gehalten und die Sache dabei bewenden lassen…

Noch monatelang habe ich ganz genau nachkontrolliert, wann immer Töchterchen einkaufen war. Geklaut hat sie nie wieder etwas – zumindest, soweit ich das weiß. Die Hand lege ich seit der Situation damals aber lieber nicht mehr ins Feuer! Könnte heiß werden…