„SCHEI … BENKLEISTER!“ – Warum Fluchen bei uns okay ist!

Schimpfen und Fluchen wird bei Kindern meist gar nicht gerne gesehen. Viele Eltern geben sich die größte Mühe, damit ihnen ja kein Schimpfwort über die Lippen kommt – zumindest solange die Kinder noch klein sind. Warum das im Hause Kirschbaum etwas anders gehandhabt wird, verrät Papa Markus.

Mädchen hält sich die Hände vor den Mund
"Schei*e sagt man nicht!" - Diesen Satz hört man im Hause Kirschbaum nicht. © Unsplash / Jelleke Vanooteghem

Mit Kindern auf Schimpfen und Fluchen verzichten? Nicht immer so leicht!

Ich gebe es gerne zu: Wir sind Schimpfer! Es gibt Menschen, die brauchen in manchen Situationen dringend ein gepflegtes Schimpfkonzert als Ventil – und dann ist die Sache auch schon wieder gut. Fällt mir zum Beispiel beim Ausräumen vom Geschirrspüler ein Teller auf den Boden und zerbricht in Tausende Einzelteile, quittiere ich das zumindest mit einem herzhaften „Verdammter Dreck!“, meistens aber gleich mit einem saftigen „Scheiße!“.

Auch in anderen Situationen kann man mich fluchen und schimpfen hören: beim Autofahren, wenn ich zu spät dran bin oder wenn ich mir wehtue zum Beispiel. Und ganz ehrlich: Meine Frau ist kein bisschen besser als ich. Eher noch schlimmer! Grundsätzlich war das ja auch kein Problem! Bis wir eben Kinder bekommen haben… Eines weiß man ja: Vor Kindern, die alles nachplappern, sollte man nicht unbedingt mit Kraftausdrücken um sich werfen! Oder?

Solange die Kinder klein waren, haben wir uns wirklich zusammengerissen!

Als unsere beiden Sprösslinge im gefährlichen Alter waren, also jenem, in dem die lieben Kleinen alles freudig nachplappern, ohne zwingend die Bedeutung zu erfassen, haben wir wirklich unser Bestes gegeben!

Ein kleiner Knirps, der im Kindergarten derbe vor sich hinschimpft, das wäre uns nun doch ein wenig peinlich gewesen. Immer hat das aber nicht geklappt, zugegeben! So haben unsere Zwerge ab und zu breit grinsend ein gefluchtes „SCHEIIISE!“ von Papa wiederholt. Nachdem sie dabei natürlich keinen Plan hatten, was sie da von sich geben, folgte ein neutrales: Entschuldigung, mir ist das rausgerutscht. Ich mag aber nicht, dass du das sagst!“ und die Sache war geritzt!

Auch manche Kinder nutzen Schimpfen als Ventil

Doch Kinder werden älter und ihr Schimpfrepertoire erweitert sich stetig. Das war bei unseren auch nicht anders. Und manche Kinder brauchen das Fluchen, Schimpfen und Zetern eben genauso als Ventil wie wir Großen! Unsere beiden Sprösslinge dürfen mittlerweile schimpfen und fluchen, wenn sie das gerade ganz dringend müssen. Ich mache da keine große Sache draus!

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Wenn ich an meine Oma denke, der als kleines Mädchen der Mund mit Seife ausgewaschen wurde, wenn sie böse Wörter“ in ebendiesen genommen hatte, läuft es mir kalt den Rücken runter! Aber um eines klarzustellen: Schimpfen dürfen bedeutet eben lediglich schimpfen dürfen und keinesfalls BEschimpfen dürfen. Da herrschen im Hause Kirschbaum nämlich durchaus strenge Regeln.

Beschimpfen? Geht gar nicht!

Ein herzhaftes „verdammte Scheiße“ aus kindlichem Mund, wenn etwas wirklich Blödes passiert, damit kann ich mich arrangieren. Mit einem „hässlicher Depp“ oder „blöde Stinkkuh“ nicht! Das wissen meine Kinder und im Großen und Ganzen halten sie sich auch daran. In der Regel nutzen sie das Schimpfen so wie wir: als Ventil! Nicht mehr und nicht weniger! Und wenn einmal so richtig Dampf abgelassen wurde, dann ist auch bald wieder alles gut. Überstrapaziert wird das Schimpfendürfen übrigens nicht. Was muss, das muss und danach ist es auch schon wieder vorbei. Denn als Papa oder Mama weiß man ja: Wirklich spannend sind die Dinge nur, wenn sie verboten sind!

„Papa, darf ich mit dem Roller zum Spielplatz?“ – Endlich macht mir dieser Satz keine Sorgen mehr

Der Sohn unseres Autors Dominic Grzbielok hat einen großen Wunsch: Mit dem Roller zum Spielplatz fahren zu dürfen. Allerdings gibt es auf dem Weg jede Menge Straßen – eigentlich ist das dem Papa zu gefährlich. Was, wenn der Roller nicht gleich bremst?! Hier erzählt er, welches Rollermodell ihn überzeugt hat, seinem Sohn seinen Wunsch zu erfüllen…

Auch Lust auf sicheren Fahrspaß? Am Ende des Artikels hast du die Chance, den Papa-Lieblingsroller zu gewinnen.

Kinder mit Hudora Roller
"Papa, ich will auf den Spielplatz!" - Doch der Weg dorthin ist nicht immer ungefährlich... © HUDORA

Jedes Kind hat diesen einen Spielplatz, auf dem es am liebsten spielt. So auch bei uns. Der liegt schön in der Sonne und hat für jedes Alter das richtige Gerät. Das Problem ist nur der Weg dahin. Wir müssen sieben Straßen überqueren. Sieben Straßen und es gibt keine Ampeln!! Das heißt sieben Mal besonders aufpassen. Fußgängerüberwege gibt es auch keine. Und da wollen meine Jungs mit den Rollern hinfahren?!

Ich will mich auf den Roller verlassen können

Jedes Mal Bremsen, vom Bordstein herunterrollern, vorsichtig an den Straßenverkehr herantasten – das erfordert eine Menge Konzentration von den Kids und eine Menge Vertrauen in die Qualität des Rollers von mir. Deswegen war für mich klar: Ich will mich als Gluckenpapa auf das Material beim Roller absolut verlassen können. Ohne den richtigen Roller dürfen die Jungs nicht einfach so herumfahren.

„Papa, darf ich damit zum Spielplatz fahren?“

Zu Weihnachten im ersten Schuljahr haben meine Frau und ich dann unseren beiden Jungs den HUDORA BigWheel 205 Roller geschenkt. Und siehe da: Als der Große dann das Aufsteigen und Losfahren konnte, sah es fast so aus, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Selbstverständlich mit Helm und Handschuhen, weil nur sicher ganz sicher ist. Das Gefühl fürs Bremsen mit dem Schutzblech (das ist aus Plastik, aber Schutzplastik ist kein schönes Wort) hinten musste er sich noch er-fahren, hatte den Dreh aber schnell raus. Und dann kam natürlich die zu erwartende Frage: „Papa, darf ich damit zum Spielplatz fahren?“ Etwas mulmig war uns schon, aber genau deswegen hatten wir den Roller ja gekauft. Also holten wir unsere Jacken und zogen los.

Der HUDORA-Roller: Für alle, die täglich Spaß an Bewegung haben

Sofort wurde klar: Der Roller ist ein voller Erfolg

Schon auf den ersten Metern wurde klar: Der Roller ist ein Volltreffer! Der Große rollerte die Straße entlang, sicher, selbstbewusst und voller Vorfreude. Was mir als ängstlicher Papa besonders gefällt: Wenn er bremsen muss, halten die leicht laufenden Rollen sofort an. Was meinem Sohn als kleinem Adrenalinjunkie besonders gefällt: Mit ein paar kräftigen Schritten hat er den Schwung auch wieder ganz schnell drauf, dafür sorgen die Kugellager aus Chrom. Den rutschigen Blättern und Pfützen ausweichen – ganz easy. Sicherheit ist mir wichtig, daher mag ich auch die großen Reflektoren auf dem Trittbrett und dem Lenker. Die großen Rollen mit 205 Millimetern Durchmesser, die dem HUDORA BigWheel 205 seinen Namen geben, machen auch Kopfsteinpflaster mit und kleinere Fahrfehler gleichen sie schnell aus.

Seitdem ist der Roller fester Bestandteil der Freizeitgestaltung meines Großen. Noch nie ist es ihm passiert, dass ihm das Gefährt unter den Füßen wegrutscht. Mein Sohn hat den Scooter immer kontrollieren können. Selbst auf nassem Belag, auf dem man damit eigentlich nicht fahren soll, hält der Scooter seine Spur.

Der Roller macht es mir einfacher, etwas zu entspannen

Noch ein Vorteil: Man kann ihn auch ganz klein zusammenklappen. Das macht der Große zum Beispiel dann wenn er vom Spielplatz mit den Geschwistern nach Hause laufen will. Dann findet das zusammengeklappte Gefährt ganz leicht unter dem Kinderwagen Platz. Die vier Kilogramm Gewicht lassen sich leicht verschmerzen. Auch die Griffe lassen sich herausziehen, sie hängen an Gummibändern. Damit ist der Scooter dann wirklich richtig flach und passt auch unter unseren Buggy.

Was kann ich sagen? Ich bin eben ein echter Gluckenpapa, aber dieser Roller macht es mir einfacher, auch etwas zu entspannen. Aber jetzt müssen wir wirklich los – zum Spielplatz!

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Einsendeschluss ist der 15.12.2018.

Viel Glück!

© HUDORA

„Ich will keine Kinder mehr!“

Papa Markus Kirschbaum hat immer von einer großen Familie geträumt: Drei Kinder – mindestens! Warum das mittlerweile ganz anders ist und was seine Frau dazu sagt erzählt er hier.

Vater mit Mütze sitzt im Wald
Die Frage, ob man noch ein Kind will, ist sehr persönlich. Der zweifache Papa Markus Kirschbaum hat sie für sich mit "Nein" beantwortet. © Unsplash / Rob

Ich wollte immer eine ganze Fußballmannschaft

Ich bin ein Einzelkind! Und was soll ich sagen? Für mich persönlich hat das eigentlich nie wirklich gepasst. Ich weiß, es gibt Kinder, die sind sich selbst genug. Ich war kein solches Kind. Als ich klein war, habe ich mir immer ganz unbedingt Geschwister gewünscht. Manchmal sogar vom Christkind. Geklappt hat das nicht und noch heute vermisse ich die Geschwister, die ich nie hatte, irgendwie. Hört sich komisch an, ist aber so…Für mich war immer klar, dass ich mindestens drei Kinder haben möchte. Für meine Frau passte das auch. Sie kommt aus einer großen Familie, viele Kinder war sie gewohnt. Doch dann…

Dann kam das erste Kind …

Unser Sohn war wirklich kein Anfängerbaby. Der hat uns hart an unsere Grenzen gebracht und erst kurz vor seinem ersten Geburtstag wurde es langsam leichter. Es ist nicht falsch zu behaupten, dass Sohnemann unser rosarotes Bild vom Kinderhaben ein wenig zurechtgerückt hat. Und das ist auch gut so! Egal, was man sich in der Theorie erträumt, die Praxis schaut halt manchmal doch ganz anders aus. Aber eines war trotzdem sonnenklar: Einzelkind würde er keines bleiben! Wir blieben unserem Wunsch von der großen Familie also zunächst treu. Und bald kündigte sich ein zweites Baby an…

Ein Schwesterchen für unseren Sohn

Unsere Kinder sind 17 Monate auseinander. Das ist im Grunde für alle Beteiligten super, bedeutete in der ersten Zeit mit beiden Zwergen aber natürlich ganz schön viel Stress. Ehrlich gesagt haben wir in diesen Monaten und Jahren gar nicht mehr weiter über eine Familienvergrößerung nachgedacht. Wahrscheinlich, weil stillschweigend klar war: Ein weiteres Kind würde uns nervlich an den Rand des Zumutbaren bringen. In den ersten Jahren mit zwei so kleinen Kindern waren wir stark gefordert. An Schlaf war lange nicht zu denken. So schön es als Familie ist: Diese Zeit glich einer Mischung aus Akkord- und Nachtarbeit. Die Großfamilie war also ganz von selbst in weite Ferne gerückt…

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Und dann war es plötzlich so einfach!

Die Jahre zogen ins Land und kaum merklich veränderte sich unser Alltag. Die Kinder legten beide die Windeln ab, schliefen verlässlicher, wurden selbständiger. Auf einmal war Kinderhaben richtig einfach geworden! Tolle Ausflüge, erste Radtouren, mit den beiden ins Schwimmbad oder ins Museum, ein Kinonachmittag: Alles kein Problem mehr und so entspannt! Noch dazu sind unsere beiden Kids wirklich sehr harmonisch miteinander. Und wenn es notwendig ist, können wir uns ganz leicht aufteilen: Jeder schnappt sich ein Kind und verbringt Exklusivzeit mit ihm. Unsere Kinder lieben das! Langer Rede, kurzer Sinn: Wir hatten es uns in unserem Leben mit Kindern wirklich gemütlich eingerichtet!

Die Frage nach einem dritten Kind stellte sich irgendwann doch noch

Die Jahre zogen ins Land und irgendwann kam das Thema Familienplanung natürlich doch noch einmal auf. Nach dem ersten Kind war die Frage nach einem weiteren Sprössling eigentlich überhaupt keine Frage, sondern im Grunde eine längst getroffene Entscheidung. Nun war alles verworren. Noch einmal von vorne anfangen? Schlaflose Nächte, Windeln wechseln, dieses Gefühl des Angebundenseins? Würde ein drittes Kind nicht automatisch bedeuten, neugewonnene Freiheiten wieder abgeben zu müssen? Da war kein drängender Kinderwunsch mehr, eher Skepsis. Dennoch haben wir darüber gesprochen und kamen zu dem Schluss, dass wir uns zu viert absolut komplett fühlen.

Unsere ganz persönlichen Gründe gegen ein drittes Kind

Mag sein, dass unsere Gründe gegen ein drittes Kind egoistisch anmuten, aber für uns waren und sind sie essentiell für die Entscheidung gewesen. Ich führe sie gerne kurz an:

  • Finanzieller Aspekt
    Kinder kosten Geld! Bis ins Erwachsenenalter hinein!
  • Nervlicher Aspekt
    schon zwei Kinder sind dahingehend manchmal eine Belastungsprobe
  • Im Beruf müssten wir wieder zurückstecken
  • Schon gewonnene Freiheiten müssten wieder aufgeben werden
  • Freizeitverhalten müsste adaptiert werden
  • Einen Babysitter für drei Kinder zu finden wird schwieriger
  • Drei Kinder brauchen viel Platz und passen außerdem nicht in unser Auto

Rückblickend muss ich aber sagen, dass diese Gründe bloß eine vom Herzen her längst getroffene Entscheidung besiegelten. Denn ich bin sicher: Hätten wir uns tatsächlich noch nicht komplett gefühlt und uns ein weiteres Kind gewünscht, hätten wir das bekommen! Freiheiten, Berufliches, Freizeit, unser Auto oder Babysitter wären dann wahrscheinlich kein Thema gewesen! Wer will, findet nämlich Lösungen – wir wollten eben nicht…

Ab wann sollten wir unseren Kindern ein Handy schenken?

Ab einem gewissen Alter stehen sie ganz oben auf den Wunschlisten: Handys! Oder besser gesagt: Smartphones! Aber ab kann man guten Gewissens ein Handy schenken? Unser Autor Markus Kirschbaum hat sich damit auseinandergesetzt, ab wann Medienpädagogen ein eigenes Smartphone empfehlen und was sie zur richtigen Nutzung empfehlen – nicht zuletzt, weil seine eigenen Kinder in naher Zukunft ins entsprechende Alter kommen.

Kind liegt am Boden und schaut auf ein Handy
Ab wann ist ein Handy für Kinder sinnvoll? Medienpädagogen haben eine klare Empfehlung. © Unsplash / Hal Gatewood

„Aber ALLE haben eines!“

Oft wünschen sich schon Sieben- oder Achtjährige Smartphones mit dem Argument: „Aber wirklich alle haben eines!“ Zum Glück ist es bei meinem Großen noch kein Thema, aber ich würde solche Argumente sowieso nicht gelten lassen. Statistiken zeigen, dass im Grundschulalter nur circa 18 Prozent der Kinder ein eigenes Smartphone besitzen. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so! Unsichere Eltern können das Thema auch beim Elternabend ansprechen, dann bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, wie andere Eltern im Hinblick auf Handynutzung eingestellt sind. Und im Zweifelsfall kann man dem Sprössling dann mit fundierten Gegenargumenten den Wind aus den Segeln nehmen. Eben, dass nicht alle anderen ein eigenes Smartphone ihr Eigen nennen! Aber ab wann ist ein eigenes Handy sinnvoll? Medienpädagogen haben eine klare Empfehlung.

Ab welchem Alter ist ein Smartphone sinnvoll?

Vom Gefühl her haben meine Frau und ich immer gemeint, vor der 5. Klasse kommt ein Smartphone für unsere Kinder nicht in Frage. Dieses Gefühl deckt sich mit der Empfehlung von Medienpädagogen: Kristin Langer, Diplom-Pädagogin mit Schwerpunkt Medien arbeitet für die Initiative „Schau hin!“ und schätzt Kinder im Alter von elf bis dreizehn Jahren in der Regel als kompetent genug ein, um ein Smartphone verantwortungsvoll zu nutzen. Dann seien Kinder in der Regel gefestigt genug, um verantwortungsvoll mit Inhalten umzugehen, die im Netz oder bei WhatsApp kursieren. Was man dabei nicht vergessen darf: Medienkompetenz muss im Vorfeld sowie begleitend von uns Erwachsenen vermittelt werden.

Smartphone im Grundschulalter? Muss nicht sein!

Meine Frau und ich beobachten immer wieder Grundschüler auf ihrem Schulweg, das Smartphone in der Hand. Die Krux an der Sache: Das Smartphone, das zur Sicherheit mitgegeben wird, damit das Kind erreichbar ist oder im Zweifelsfall seine Eltern anrufen kann, wird so schnell zum Sicherheitsrisiko! Einmal haben wir ein Mädchen, etwa acht oder neun Jahre alt, beobachtet, das voll Karacho in die Straßenlaterne gelaufen ist, weil es vom Smartphone abgelenkt war. Zum Glück war’s kein Auto!

Nachdem unser Sohn angefangen hat, seinen Schulweg (der dauert über eine halbe Stunde) alleine zu meistern, haben wir kurz überlegt, ihm zur Sicherheit ein altes Tastenhandy mitzugeben.

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Den Gedanken haben wir aber rasch wieder verworfen. Wir sind viel mehr dazu übergegangen, Situationen, die passieren können, mit ihm durchzusprechen. Was macht er, wenn er versehentlich zu weit mit dem Bus fährt? Wen bittet er um Hilfe, wenn es ein Problem gibt? Zusätzlich kennt er unsere Telefonnummern und hat sie zur Sicherheit auch auf einem Notizzettel dabei. Bisher lief alles reibungslos und ich bin sicher, passiert einmal etwas Unvorhergesehenes, dann weiß er sich auch ohne Handy zu helfen.

Möchte man sein Grundschulkind für den Schulweg zur Sicherheit mit einem Handy ausstatten, dann tut’s auf jeden Fall ein altes Tastenhandy! Aber auf was sollte man achten, wenn man seinem Kind dann ein Smartphone kauft?

Medienkompetenz will gelernt sein: Der richtige Umgang mit Handys

Ist es nun aber so weit und der Sprössling bekommt sein heißersehntes Smartphone, ist es mit dem Schenkvorgang allein aber noch nicht erledigt. Die meisten Kinder sind technisch versiert, gehen mit einem Smartphone also geschickter um, als so mancher Erwachsene. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie auch richtig damit umgehen. Medienkompetenz will eben gelernt sein! Und am besten gelingt das durch das entsprechende Vorbildverhalten, regelmäßige Gespräche sowie klare Absprachen. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Prepaid-Karte
    Zunächst macht eine Prepaid-Karte sicherlich Sinn. Ist das Datenvolumen aufgebraucht, dann ist es für diesen Monat eben vorbei! So lernen Kinder auch, sich Smartphone-Konsum einzuteilen.
  • Sicherheitseinstellungen für kostenpflichtige Apps und Jugendschutz
    Über kostenpflichtige Apps und unliebsame Inhalte aus dem Netz, die gerne auch verschickt werden, muss unbedingt gesprochen werden. Bei ganz jungen Smartphone-Nutzern ist es sinnvoll, diesbezüglich Sicherheitseinstellungen zu aktivieren. Es gibt übrigens auch sogenannte Jugendschutz-Apps.
  • Datenschutz geht vor!
    Und das sollte auch dem Sprössling vermittelt werden. Ein entsprechendes Passwort und Datenverschlüsselung sind sinnvoll. Außerdem sollte dem Kind bewusst sein, dass es mit privaten Informationen und Fotos sorgsam umgehen muss.
  • Feste Regeln bei der Handy-Nutzung
    Die Nutzung des Smartphones sollte mit dem Kind detailliert besprochen werden und auch schriftlich festgehalten. Werden die Vereinbarungen nicht eingehalten, muss mit Handyentzug gerechnet werden. Wesentlich ist hier meiner Ansicht nach: Im Straßenverkehr hat das Smartphone nichts verloren!
  • Zeit am Smartphone begrenzen
    Weiters sollte man die tägliche Smartphone-Zeit (also Spiele und Co.) begrenzen. Auch beim Essen, Schlafen oder während direkter Sozialkontakte hat das Smartphone Sendepause.

Es gibt übrigens entsprechende Initiativen, die im Hinblick auf Medienkonsum und Medienkompetenz bei Kindern, mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Deutschland hat sich diesbezüglich SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht. einen Namen gemacht!

„Ich bin der Papa, der in der Vergiftungszentrale anrufen musste!“

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert! Vor Unglücksfällen sind eben kein Papa und keine Mama gefeit! Und dann passiert der worst case… Wie Papa Markus Kirschbaum darauf reagiert hat und warum er denkt, dass man sich nicht dafür schämen muss, erzählt er hier…

Kind spielt mit Reinigungsmittel
Eigentlich dachte man, dass der Haushalt kindersicher wäre - doch das ist nicht immer der Fall... © Bigstock / Ekaterina Mo

Vergiftung? Das passiert uns doch nicht!

Als unser Erstgeborener mobil wurde, hat meine Frau die Nummer der Vergiftungszentrale in unsere Handys eingespeichert. Ziemlich übertrieben fand ich das damals. Die würden wir doch sowieso nicht brauchen! Solch ein dummer Unfall könne uns nämlich nicht passieren. Schließlich waren wir informiert und hatten alle nötigen Vorkehrungen getroffen: Sämtliche Medikamente waren sicher weggeschlossen und alle Putzmittel in luftige Höhen gewandert. Für unseren Sohn gab es schlicht und ergreifend keinerlei Möglichkeit, sich zu vergiften. Alles war gut!

Um meiner Frau aber einen Gefallen zu tun, ließ ich die Nummer eingespeichert in meinem Handy! Und was soll ich sagen? Gott sei Dank, wie sich bald herausstellte…

Und dann war da dieser Tag…

Ich war mit beiden Nachwüchsen allein. Töchterchen war noch im Babyalter, Sohn etwa zwischen anderthalb und zwei Jahre alt. An diesem Tag ging alles schief, was nur schiefgehen konnte. Sohn war erkältet und entsprechend unleidlich, Tochter wollte partout keine abgepumpte Muttermilch, sondern viel lieber die Mama und tat das ziemlich lautstark kund. Zudem war Mittag und ich sollte irgendetwas Nahrhaftes auf den Tisch bringen. Außerdem hatte ich Kopfschmerzen.

Ich war also leicht gestresst. Gut, leicht ist untertrieben. Ich war extrem gestresst! Dann füllte Töchterchen auch noch ihre Windel randvoll. Das Mittagessen musste also warten… Ich wickelte sie am Boden, den Rücken zur offenen Küche. Da hörte ich hinter mir ein zartes Kinderstimmchen: „Mmmh! Guuut!“

 

… da brauchte ich die Nummer der Vergiftungszentrale doch!

Arglos drehte ich mich um und blickte geradewegs ins genussvoll verzogene Gesicht meines Sprösslings. In gefühlten Sekunden hatte der einen Stuhl in die Küche geschoben, war draufgeklettert und hatte sich seinen Hustensaft geschnappt. Den hatte ich nur kurz zuvor ganz hinten auf der Küchenarbeitsplatte abgestellt. Im Glauben nämlich, dass Sohn dort ganz sicher nicht rankommen würde…

Tja, eindeutig hatte ich die sportlichen Fähigkeiten meines Nachwuchses unterschätzt! Und bis heute weiß ich nicht genau: Ist mein Sohn ein feinmotorisches Genie, der die Kindersicherung des Hustensaftes in Sekundenbruchteilen geknackt hat, oder hat Papa den Saft nicht richtig zugemacht? Im Endeffekt ist es egal! Mein Sprössling stand jedenfalls grinsend in der Küche und der vormals volle Hustensaft war nur noch halb voll.

Mir wurde schlecht! Zitternd riss ich ihm den Hustensaft aus der Hand. Gleichzeitig fingerte ich in meiner Hosentasche nach dem Handy. Da war sie ja, die Nummer der Vergiftungszentrale! Ich schickte Stoßgebete zum Himmel und wählte.

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Zum Glück war ich noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen!

Der Experte am anderen Ende hat bestimmt ganz oft Eltern am Telefon, die so durch den Wind sind, wie ich das damals war! Verzweifelt stammelte ich in den Hörer. Er beruhigte mich und bat mich, den Namen des Hustensaftes durchzugeben.

Das tat ich und schon sagte er die erlösenden Worte: „Ach, das ist halb so schlimm, keine Sorge!“ Dann erklärte er mir, dass die Inhaltsstoffe von diesem „kindertauglichen“ Hustensaft auch in großen Mengen völlig unbedenklich seien. Bloß auf Durchfall müsse ich mich einstellen, denn die Menge könne abführend wirken. Aber sogar das sei unwahrscheinlich. (So war es dann auch! Sohn reagierte gar nicht auf seine „Zwischenmahlzeit“.)

Ziemlich sicher hörte der Vergiftungs-Experte am anderen Ende der Leitung den Stein, der mir vom Herzen plumpste. Ich bedankte mich tausendfach und konnte mein Glück kaum fassen. Da war ich tatsächlich noch einmal mit dem Schreck davongekommen! Und selbst diesen Schreck wünsche ich echt niemandem! Unnötig zu erwähnen, dass mir sowas nie wieder passiert ist. Fortan habe ich nämlich wirklich doppelt und dreifach aufgepasst!

Was ich gelernt habe: Das kann jedem passieren – und ich bin deshalb kein schlechterer Vater. Aber: Speichert euch die Telefonnummer der nächsten Vergiftungszentrale im Handy ein. Das dauert nicht lange und schenkt euch im Zweifelsfall wertvolle Minuten!

Eine Übersicht aller Notrufnummern und Adressen findest du hier: Vergiftungszentralen in Deutschland

Dad-Goals: 5 Instagram-Väter, denen du folgen solltest

Diese fünf Insta-Dads haben eine große Fangemeinde und sind im Netz der totale Renner. Dabei teilen sie neben super süßen Familienfotos auch Schnappschüsse aus ihrem Familienalltag. Da gibt es nur noch eins zu sagen: #dadgoals!

Vater und Kind spazieren im Wald
Diese Väter sind #dadgoals ©Unsplash/ Daiga Ellaby

#1 Daddy_co.ol

Matthias ist mit über 46.000 Abonnenten der erfolgreichste deutsche Instagram-Papa. Und bezeichnet sich selbst als den „Daddy unter den Mamabloggern“. Auf seinem Instagram-Profil zeigt er seinen Alltag als Zweifach-Papa und bei solch schnuckeligen Bildern, können wir auch verstehen warum so viele Leute dem Magdeburger folgen.

#2 Father_of_daughters

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Did anyone else get the memo to inform all parents that its international opposites day today? No? Me neither but Apparently all children have been informed it's totally ok to do the exact opposite of what all overbearing full grown humans tell them to do. Case in point – this evening's Bathtime – I said "please stop splashing! mummy will kill me when I forget to tidy this up later". What they heard was "please go ahead & start up a toddler induced wave machine the scale of which could be used to test war ships, soak the floor & then flail about like a confined depressed killer whale which will eventually eat it's trainer". Turns out it's fine though as the water has now drained through the cracks in the floor boards & has seeped through the ceiling downstairs. This only even happens when I'm in charge on my own. Coincidence? #bathtimetusnami #theyremakingmelookbad #ineedflooddefences #imadeadman #thewaterisnowdownstairs #Fatherofdaughters #fod #dadlife #instadad

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Auf dem Profil von Simon findet man keine perfekt in Szene gesetzten Familienportraits, sondern Szenen aus dem echten Leben. Der Papa von vier Töchtern zeigt auf seinem Instagram-Profil seinen turbulenten Alltag als Vaters, ob der Zoff beim Baden oder Stress beim Hausaufgaben machen. Über seine Erfahrungen als Vierfach-Papa hat er sogar ein Buch geschrieben. Simons Profil ist erfrischend ehrlich und das finden auch seine knapp 890.000 Fans.

#3 Travelmaddad

Süße Schnappschüsse seiner Kinder zwischen atemberaubenden Landschaftsaufnahmen: Genau das ist wohl das Erfolgsgeheimnis von Shaun Edwards. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern bereist der Travelblogger die Welt und teilt seine Abenteuer als Reise-Papa mit seinen Abonnenten im Netz. Zum neidisch werden!

#4 Notsofunnydad

Der Name ist hier nicht Programm, denn das Instagram-Profil dieses Papas ist vollgepackt mit lustigen Schnappschüssen. Wem einfache Familienfotos zu langweilig sind, sollte unbedingt bei Nigel vorbeischauen. Der Zweifach-Papa postet ausgefallene und kreative Fotos mit und von seinen Kindern. We like!

#5 Papa_pukka

Matt Farquharson und seine Frau sind ein wahres Instagram-Power-Pärchen. Beide sind mega erfolgreich in der Blogger-Szene und haben 2017 sogar ein Buch über ihre Erfahrungen als Eltern geschrieben. Auf Instagram findet man neben süßen Pärchenfotos auch witzige Schnappschüsse des Vaters, die zeigen wie es wirklich ist, wenn man Papa ist.

„Aber das ist doch ein Bub!“ – Wenn Stereotype einen (ver-)zweifeln lassen

Unser Autor Markus Kirschbaum wurde auf der Straße des Öfteren auf seine beiden entzückenden Mädchen angesprochen. Das Besondere an der Sache? Markus hat keine zwei Mädels, sondern einen Buben und ein Mädchen. Dass das manchmal für Verwirrung sorgte und stereotype Floskeln auf den Plan gerufen hat, kann er bis heute nicht verstehen.

Kleiner Junge spielt mit Puppenhaus
Offenbar ist es für viele immernoch ein Problem, wenn sich Jungs für Puppen interessieren. Papa Kirschbaum kann das nicht verstehen. © Bigstock/ leadenpork

Typisch Mädchen, typisch Bub? Gibt’s nicht!

Für meine Frau und mich war eigentlich immer klar: Wenn es um Dinge wie Kleidung, Frisuren, Lieblingsspielzeug oder Hobbies geht, dann lassen wir unseren werten Nachwuchs einfach machen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und so hat eben jeder seinen eigenen. Und da ist es ja irgendwie auch völlig egal, ob man drei oder dreißig ist, oder?

Tja, das möchte man meinen: Die Realität sieht – sogar in der Großstadt, wo man in der Masse untergeht – anders aus, so viel kann ich euch verraten. Und wenn sich ein kleiner Bub so gar nicht für – Achtung, verallgemeinernde Floskel – typisches Bubenzeug interessiert, dann eckt man irgendwie dauern an.

Anscheinen ist es ein Problem, wenn sich dein Bub nicht für Jungszeug interessiert

Wir lassen die Kinder einfach machen, das ist für meine Tochter gleichbedeutend mit: langen Haaren, Nagellack, Glitzerspangen und pink/rosa/violett in allen Schattierungen. Gerne auch: Puppen, Prinzessinnen, Feen und Elfen.

Wir lassen die Kinder einfach machen, das war für meinen Sohn gleichbedeutend mit: langen Haaren, Nagellack, Glitzerspangen und pink/rosa/violett in allen Schattierungen. Gerne auch: Puppen, Prinzessinnen, Feen und Elfen.

Sein präzise ausgewählter Stil, in Verbindung mit seinem fein geschnittenen Gesicht, sorgte dafür, dass Sohnemann bis zum Alter von fünf Jahren tatsächlich nicht als Bub zu erkennen war. Und diese Tatsache sorgte für eine Menge überraschter Blicke und ungebetener Ratschläge.

Dieses Kind hat gar kein Geschlecht. Die Eltern erklären, warum

Gute Ratschläge? Nein, danke!

Am Spielplatz, beim Einkaufen, sogar beim Kinderarzt: Hätte ich für jedes erstaunte: „Das ist ein Bub? Wirklich?“ einen Euro bekommen, wäre ich jetzt reich. Das allein ist nicht schlimm, denn wie gesagt: Er sah ja wie ein Mädchen aus! Was aber tatsächlich seltsam anmutet: Viel zu oft wurden Ausrufe des Erstaunens durch gute Ratschläge ergänzt, wie man dieses gar nicht bubenhafte Aussehen wieder gerade biegen könne. Wohlgemerkt: Wir hatten um keinen einzigen der guten Ratschläge gebeten! Da sollten Haare abgeschnitten und Nagellack von Kinderfingern gewischt werden. Außerdem müsse man natürlich die Kleidung wechseln. Blau-, Schwarz- oder Rottöne wären ganz gut. Und Autos natürlich. Star Wars, Superman oder Spiderman passen auch.

Tja, mein Sohn sah das völlig anders. Der fand das ziemlich mühsam und hat sich rasch angewöhnt bei jedem: „Du bist aber ein liebes Mädchen!“ süß lächelnd zu nicken und anschließend weiter sein Ding durchzuziehen. Auf gute Ratschläge konnte er nämlich gut verzichten. Auf lange Haare, Glitzerspangen, Nagellack und rosa Regenjacke aber nicht.

Sprüche der anderen waren meinem Sohn egal. Er zog einfach sein Ding durch.

Irgendwann – kurz vor Schulbeginn – fielen die langen Haare übrigens der Schere zum Opfer und die kleine Schwester erbte die rosa Regenjacke. Superman und Spiderman findet mein Sohn aber immer noch blöd. Dafür liebt er Fußball. Und Feen sind auch voll okay!

Papa im Erziehungsdilemma: „Warum manchmal nur Bestechung hilft“

Erziehung schön und gut – doch was, wenn man die Pädagogik nach allen Regeln der Kunst angewendet hat und trotzdem einfach nichts fruchtet? Was, wenn einem der geschätzte Nachwuchs schlicht und einfach ein resolutes Nein an den Kopf knallt? Papa Markus Kirschbaum hat da manchmal etwas „andere“ Wege…

Kind mit einer Mütze sitzt auf der Straße
"Wenn du jetzt ganz brav bist, gibt's später ein Eis!" Unser Autor Markus Kirschbaum kommt manchmal an seine pädagogischen Grenzen. © Unsplash / Celine Preher

Pädagogik nach Lehrbuch: Und dann kam die Praxis!

Ich habe mich stundenlang mühevoll in die modernsten Pädagogen eingelesen. Jesper Juul, und wie sie alle heißen mögen – kann ich alle im Schlaf zitieren! In der grauen Theorie bin ich also bestens gewappnet für all die Situationen, die auf mich als Papa so zukommen können. Ich habe so viele Ideen und Visionen gehabt:

Einfühlsam werde ich sein, aber dennoch deutlich meinen Erziehungsmaximen folgen. Mit einer ordentlichen Portion Empathie, Fingerspitzengefühl und Reflexion ausgestattet, werde ich den Nachwuchs querfeldein durch den steinigen Pfad der Kindheit und Jugend führen. Sie zu glücklichen, wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft formen. Und dann …

… waren die Kinder da! Und die Realität holte mich mit Riesenschritten ein.

Selbst Pädagogik stößt an ihre Grenzen

In meiner bisherigen Laufbahn als Papa – und das sind ab heute stolze acht Jahre! – fand ich mich in der einen oder anderen Situation wieder, in der Erziehungsprinzipien definitiv noch weniger als gar nichts brachten. Egal wie wertschätzend oder empathisch ich mich den Kindern gegenüber gab, den werten Nachwuchs scherte das wenig.

Wie gerne hätte ich an so manchen Tagen Jesper Juul auf einen schnellen Kaffee in unser Badezimmer eingeladen, damit er sich ein Bild von meinen kleinen erzieherischen Härtefällen machen kann. Ein Beispiel: Meiner Tochter sitzt in der Wanne und verteidigte ihre fast hüftlange Lockenpracht vehement gegen Wasser und Shampoo.

„Jesper“, hätte ich gesagt und auf das tobende, trotzende, nicht Haare waschen wollende Bündel Mensch gezeigt, „Jasper, mach mal!“

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Mein Ausweg? Bestechu … ähm … Kompromisse!

Aber: Nachdem Herr Juul niemals Gast in unserem heimischen Bad war, musste ich da ganz alleine durch! Was ich in solchen Situationen (manches Mal) gemacht habe? Sämtliche erzieherische Grundsätze über Bord geworfen und meinen werten Goldschatz knallhart bestochen.

Statt: „So, jetzt werden die hübschen Haare gewaschen, damit du gesund und munter bleibst und überdies gut riechst. Das ist wichtig für dich, glaube mir, mein Kind!“ klang das so: „Ich zähle bis drei und dann werden die Haare gewaschen. Ende der Diskussion! Dafür darfst du hinterher ausnahmsweise zwei Extrafolgen Caillou schauen!“

Das wirkte meistens und war meist die kürzeste und schmerzloseste Variante für mich und mein Kind.

Ende gut, Erziehung gut!

Unter uns gesagt: Selbst wenn man ab und zu von Prinzipien abrückt und Kompromisse aushandelt (klingt doch gleich viel besser als „Bestechung“): Kinder halten das gut aus und wissen trotzdem instinktiv, wann es keinen Sinn macht, sich zu verweigern. Zumindest auf unsere zwei Dickköpfe trifft das zu!

Zwillinge, die auf Ziegen starren: Ein Papa geht mit seinen Jungs in den Zoo

Im Urlaub wollten unser Autor Thomas Breves und seine Freundin ihren Zwillingen etwas ganz besonderes bieten: Wilde Tierwelten, die die Kinder zum Staunen bringen sollten. Die tatsächlichen Höhepunkte fielen allerdings ganz anders aus, als die beiden sich das vorgestellt hatten…

Junge streichelt eine Ziege in einem Zoo
Elefanten, Zebras, Löwen? Für Thomas Breves Jungs waren die Ziegen der wahre Star im Zoo. © Bigstock / Nata Zhekova

Kinder wollen etwas erleben. Das zumindest denke ich mir immer wieder, wenn ich sehe, wie unsere Jungs auf Entdeckungstour gehen, mit ihren neuen Laufrädern üben oder den Weg auf die Rutsche im Garten eben nicht über die kleine Plastiktreppe versuchen. So lag es dann auch in unserem Kurzurlaub nahe, dass wir einen Ausflug machen. Der Erlebnis-Zoo in Hannover war das erklärte Ziel von meiner Freundin und mir. Elefanten, Löwen, Eisbären – wenn das nicht für große Augen und offene Kindermünder sorgt, was denn dann bitte schön?

Staunen bei Zebras? Nö! Die einheimischen Enten sind viiiel spannender…

Nachdem wir den Eingang hinter uns gelassen hatten, schipperten wir mit einer kleinen Bootstour über das Wasser, vorbei an Zebras, Giraffen und Nilpferden. Toll – für meine Freundin und mich. Die Jungs interessierten sich eher für die einheimischen Enten, die gemächlich am Boot vorbei paddelten oder im Nest brütend müde ein Auge öffneten. Egal, sie blieben wider Erwarten ruhig sitzen und genossen sichtlich das Treiben. Ein guter Einstieg.

Doch der eigentliche Höhepunkt: Ziegen!

Der Weg führte uns weiter und schon nach wenigen Metern sollten wir zum ersten Höhepunkt für die Zwillinge kommen: Ziegen. Die kennen sie nämlich schon aus anderen kleinen Tierparks. Ziegen kann man streicheln und füttern – super! Im Nachhinein betrachtet hätte das für die beiden schon fast gereicht. Wir hätten nur immer weiter Tierfutter kaufen müssen. Ziegen sind unersättlich und daran hatten die Jungs sichtlich Freude.

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Selbst der Tumult, der bei den Paarhufern ausbricht, wenn sie sehen, dass jemand mit einem Päckchen Futter das Streichelgehege betritt, schockte die beiden nicht. Inmitten der wilden Horde reckten sich uns immer wieder ein paar kleine Hände entgegen, die Tierfutter forderten. Nach gefühlten zwei Stunden Ziegenfüttern und -streicheln konnten wir die beiden doch irgendwie loseisen. Vielleicht war es auch die Aussicht auf Eiscreme. Bestechung funktioniert auch schon bei Zweijährigen.

Ziegenfüttern macht müde. Und während die Jungs langsam im Croozer einnickten, hatten auch Mama und Papa endlich wieder Gelegenheit, in Ruhe die Anlagen im Zoo zu genießen. Wir sind dann etwas essen gegangen. Das in Ruhe tun zu können, ist eine Wohltat.

Elefanten MÜSSEN doch begeistern – doch es war etwas anderes, das faszinierte…

Pünktlich bei den Eisbären waren die Jungs wieder am Start. Zweiter Höhepunkt, ganz klar. Da war er dann auch: der offene Mund. Meine Freundin und ich gaben uns ein zufriedenes High-Five: Plan aufgegangen. Die Elefanten allerdings – und auf die hätte ich einiges gesetzt! – waren gänzlich uninteressant. Denn am Dschungelpalast der Rüsseltiere gab es etwas viel Spannenderes: Mehrere Brunnen!! Und da war es um die Jungs und die trockenen Klamotten geschehen…

Fazit: Noch reichen wohl Wasser und Ziegen aus, um einen kompletten Tag zum Erlebnis werden zu lassen. Aber der Zoo wird uns wiedersehen. Und dann werden die anderen Tiere bestimmt nicht nur Mama und Papa begeistern.