„Aber das ist doch ein Bub!“ – Wenn Stereotype einen (ver-)zweifeln lassen

Unser Autor Markus Kirschbaum wurde auf der Straße des Öfteren auf seine beiden entzückenden Mädchen angesprochen. Das Besondere an der Sache? Markus hat keine zwei Mädels, sondern einen Buben und ein Mädchen. Dass das manchmal für Verwirrung sorgte und stereotype Floskeln auf den Plan gerufen hat, kann er bis heute nicht verstehen.

Kleiner Junge spielt mit Puppenhaus
Offenbar ist es ein Problem, wenn sich Jungs für Puppen interessieren © Bigstock/ leadenpork

Typisch Mädchen, typisch Bub? Gibt’s nicht!

Für meine Frau und mich war eigentlich immer klar: Wenn es um Dinge wie Kleidung, Frisuren, Lieblingsspielzeug oder Hobbies geht, dann lassen wir unseren werten Nachwuchs einfach machen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und so hat eben jeder seinen eigenen. Und da ist es ja irgendwie auch völlig egal, ob man drei oder dreißig ist, oder?

Tja, das möchte man meinen: Die Realität sieht – sogar in der Großstadt, wo man in der Masse untergeht – anders aus, so viel kann ich euch verraten. Und wenn sich ein kleiner Bub so gar nicht für – Achtung, verallgemeinernde Floskel – typisches Bubenzeug interessiert, dann eckt man irgendwie dauern an.

Anscheinen ist es ein Problem, wenn sich dein Bub nicht für Jungszeug interessiert

Wir lassen die Kinder einfach machen, das ist für meine Tochter gleichbedeutend mit: langen Haaren, Nagellack, Glitzerspangen und pink/rosa/violett in allen Schattierungen. Gerne auch: Puppen, Prinzessinnen, Feen und Elfen.

Wir lassen die Kinder einfach machen, das war für meinen Sohn gleichbedeutend mit: langen Haaren, Nagellack, Glitzerspangen und pink/rosa/violett in allen Schattierungen. Gerne auch: Puppen, Prinzessinnen, Feen und Elfen.

Sein präzise ausgewählter Stil, in Verbindung mit seinem fein geschnittenen Gesicht, sorgte dafür, dass Sohnemann bis zum Alter von fünf Jahren tatsächlich nicht als Bub zu erkennen war. Und diese Tatsache sorgte für eine Menge überraschter Blicke und ungebetener Ratschläge.

Dieses Kind hat gar kein Geschlecht. Die Eltern erklären, warum

Gute Ratschläge? Nein, danke!

Am Spielplatz, beim Einkaufen, sogar beim Kinderarzt: Hätte ich für jedes erstaunte: „Das ist ein Bub? Wirklich?“ einen Euro bekommen, wäre ich jetzt reich. Das allein ist nicht schlimm, denn wie gesagt: Er sah ja wie ein Mädchen aus! Was aber tatsächlich seltsam anmutet: Viel zu oft wurden Ausrufe des Erstaunens durch gute Ratschläge ergänzt, wie man dieses gar nicht bubenhafte Aussehen wieder gerade biegen könne. Wohlgemerkt: Wir hatten um keinen einzigen der guten Ratschläge gebeten! Da sollten Haare abgeschnitten und Nagellack von Kinderfingern gewischt werden. Außerdem müsse man natürlich die Kleidung wechseln. Blau-, Schwarz- oder Rottöne wären ganz gut. Und Autos natürlich. Star Wars, Superman oder Spiderman passen auch.

Tja, mein Sohn sah das völlig anders. Der fand das ziemlich mühsam und hat sich rasch angewöhnt bei jedem: „Du bist aber ein liebes Mädchen!“ süß lächelnd zu nicken und anschließend weiter sein Ding durchzuziehen. Auf gute Ratschläge konnte er nämlich gut verzichten. Auf lange Haare, Glitzerspangen, Nagellack und rosa Regenjacke aber nicht.

Sprüche der anderen waren meinem Sohn egal. Er zog einfach sein Ding durch.

Irgendwann – kurz vor Schulbeginn – fielen die langen Haare übrigens der Schere zum Opfer und die kleine Schwester erbte die rosa Regenjacke. Superman und Spiderman findet mein Sohn aber immer noch blöd. Dafür liebt er Fußball. Und Feen sind auch voll okay!

Papa im Erziehungsdilemma: „Warum manchmal nur Bestechung hilft“

Erziehung schön und gut – doch was, wenn man die Pädagogik nach allen Regeln der Kunst angewendet hat und trotzdem einfach nichts fruchtet? Was, wenn einem der geschätzte Nachwuchs schlicht und einfach ein resolutes Nein an den Kopf knallt? Papa Markus Kirschbaum hat da manchmal etwas „andere“ Wege…

Kind mit einer Mütze sitzt auf der Straße
"Wenn du jetzt ganz brav, bist gibt's später ein Eis!" Unser Autor Markus Kirschbaum kommt manchmal an seine pädagogischen Grenzen. © Unsplash / Celine Preher

Pädagogik nach Lehrbuch: Und dann kam die Praxis!

Ich habe mich stundenlang mühevoll in die modernsten Pädagogen eingelesen. Jesper Juul, und wie sie alle heißen mögen – kann ich alle im Schlaf zitieren! In der grauen Theorie bin ich also bestens gewappnet für all die Situationen, die auf mich als Papa so zukommen können. Ich habe so viele Ideen und Visionen gehabt:

Einfühlsam werde ich sein, aber dennoch deutlich meinen Erziehungsmaximen folgen. Mit einer ordentlichen Portion Empathie, Fingerspitzengefühl und Reflexion ausgestattet, werde ich den Nachwuchs querfeldein durch den steinigen Pfad der Kindheit und Jugend führen. Sie zu glücklichen, wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft formen. Und dann …

… waren die Kinder da! Und die Realität holte mich mit Riesenschritten ein.

Selbst Pädagogik stößt an ihre Grenzen

In meiner bisherigen Laufbahn als Papa – und das sind ab heute stolze acht Jahre! – fand ich mich in der einen oder anderen Situation wieder, in der Erziehungsprinzipien definitiv noch weniger als gar nichts brachten. Egal wie wertschätzend oder empathisch ich mich den Kindern gegenüber gab, den werten Nachwuchs scherte das wenig.

Wie gerne hätte ich an so manchen Tagen Jesper Juul auf einen schnellen Kaffee in unser Badezimmer eingeladen, damit er sich ein Bild von meinen kleinen erzieherischen Härtefällen machen kann. Ein Beispiel: Meiner Tochter sitzt in der Wanne und verteidigte ihre fast hüftlange Lockenpracht vehement gegen Wasser und Shampoo.

„Jesper“, hätte ich gesagt und auf das tobende, trotzende, nicht Haare waschen wollende Bündel Mensch gezeigt, „Jasper, mach mal!“

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Mein Ausweg? Bestechu … ähm … Kompromisse!

Aber: Nachdem Herr Juul niemals Gast in unserem heimischen Bad war, musste ich da ganz alleine durch! Was ich in solchen Situationen (manches Mal) gemacht habe? Sämtliche erzieherische Grundsätze über Bord geworfen und meinen werten Goldschatz knallhart bestochen.

Statt: „So, jetzt werden die hübschen Haare gewaschen, damit du gesund und munter bleibst und überdies gut riechst. Das ist wichtig für dich, glaube mir, mein Kind!“ klang das so: „Ich zähle bis drei und dann werden die Haare gewaschen. Ende der Diskussion! Dafür darfst du hinterher ausnahmsweise zwei Extrafolgen Caillou schauen!“

Das wirkte meistens und war meist die kürzeste und schmerzloseste Variante für mich und mein Kind.

Ende gut, Erziehung gut!

Unter uns gesagt: Selbst wenn man ab und zu von Prinzipien abrückt und Kompromisse aushandelt (klingt doch gleich viel besser als „Bestechung“): Kinder halten das gut aus und wissen trotzdem instinktiv, wann es keinen Sinn macht, sich zu verweigern. Zumindest auf unsere zwei Dickköpfe trifft das zu!

Zwillinge, die auf Ziegen starren: Ein Papa geht mit seinen Jungs in den Zoo

Im Urlaub wollten unser Autor Thomas Breves und seine Freundin ihren Zwillingen etwas ganz besonderes bieten: Wilde Tierwelten, die die Kinder zum Staunen bringen sollten. Die tatsächlichen Höhepunkte fielen allerdings ganz anders aus, als die beiden sich das vorgestellt hatten…

Junge streichelt eine Ziege in einem Zoo
Elefanten, Zebras, Löwen? Für Thomas Breves Jungs waren die Ziegen der wahre Star im Zoo. © Bigstock / Nata Zhekova

Kinder wollen etwas erleben. Das zumindest denke ich mir immer wieder, wenn ich sehe, wie unsere Jungs auf Entdeckungstour gehen, mit ihren neuen Laufrädern üben oder den Weg auf die Rutsche im Garten eben nicht über die kleine Plastiktreppe versuchen. So lag es dann auch in unserem Kurzurlaub nahe, dass wir einen Ausflug machen. Der Erlebnis-Zoo in Hannover war das erklärte Ziel von meiner Freundin und mir. Elefanten, Löwen, Eisbären – wenn das nicht für große Augen und offene Kindermünder sorgt, was denn dann bitte schön?

Staunen bei Zebras? Nö! Die einheimischen Enten sind viiiel spannender…

Nachdem wir den Eingang hinter uns gelassen hatten, schipperten wir mit einer kleinen Bootstour über das Wasser, vorbei an Zebras, Giraffen und Nilpferden. Toll – für meine Freundin und mich. Die Jungs interessierten sich eher für die einheimischen Enten, die gemächlich am Boot vorbei paddelten oder im Nest brütend müde ein Auge öffneten. Egal, sie blieben wider Erwarten ruhig sitzen und genossen sichtlich das Treiben. Ein guter Einstieg.

Doch der eigentliche Höhepunkt: Ziegen!

Der Weg führte uns weiter und schon nach wenigen Metern sollten wir zum ersten Höhepunkt für die Zwillinge kommen: Ziegen. Die kennen sie nämlich schon aus anderen kleinen Tierparks. Ziegen kann man streicheln und füttern – super! Im Nachhinein betrachtet hätte das für die beiden schon fast gereicht. Wir hätten nur immer weiter Tierfutter kaufen müssen. Ziegen sind unersättlich und daran hatten die Jungs sichtlich Freude.

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Selbst der Tumult, der bei den Paarhufern ausbricht, wenn sie sehen, dass jemand mit einem Päckchen Futter das Streichelgehege betritt, schockte die beiden nicht. Inmitten der wilden Horde reckten sich uns immer wieder ein paar kleine Hände entgegen, die Tierfutter forderten. Nach gefühlten zwei Stunden Ziegenfüttern und -streicheln konnten wir die beiden doch irgendwie loseisen. Vielleicht war es auch die Aussicht auf Eiscreme. Bestechung funktioniert auch schon bei Zweijährigen.

Ziegenfüttern macht müde. Und während die Jungs langsam im Croozer einnickten, hatten auch Mama und Papa endlich wieder Gelegenheit, in Ruhe die Anlagen im Zoo zu genießen. Wir sind dann etwas essen gegangen. Das in Ruhe tun zu können, ist eine Wohltat.

Elefanten MÜSSEN doch begeistern – doch es war etwas anderes, das faszinierte…

Pünktlich bei den Eisbären waren die Jungs wieder am Start. Zweiter Höhepunkt, ganz klar. Da war er dann auch: der offene Mund. Meine Freundin und ich gaben uns ein zufriedenes High-Five: Plan aufgegangen. Die Elefanten allerdings – und auf die hätte ich einiges gesetzt! – waren gänzlich uninteressant. Denn am Dschungelpalast der Rüsseltiere gab es etwas viel Spannenderes: Mehrere Brunnen!! Und da war es um die Jungs und die trockenen Klamotten geschehen…

Fazit: Noch reichen wohl Wasser und Ziegen aus, um einen kompletten Tag zum Erlebnis werden zu lassen. Aber der Zoo wird uns wiedersehen. Und dann werden die anderen Tiere bestimmt nicht nur Mama und Papa begeistern.

„Ich lach‘ dir ins Gesicht, Gefahr!“ – Vom Zusammenleben mit einem unerschrockenen Kind

Das Leben mit einem Kind, dem kein Baum zu hoch, keine Schlucht zu breit und keine Gefahr zu groß sein kann? Manchmal definitiv eine Zitterpartie! Wie man damit umgeht und warum Verbote nur wenig helfen? Unser Autor Markus Kirschbaum erzählt von seinem kleinen furchtlosen Entdecker.

Kinder klettern auf einem Baum
"Nicht so hoch, du tust dir noch weh!" Besorgete Eltern haben bei ihrem furchtlosen Nachwuchs mit Verboten oft keine Chance. © Unsplash / Annie Spratt

Wo ist der Zwerg denn jetzt schon wieder?

Unser Großer war schon immer ein motorischer Überflieger, ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Wagemut. Sobald er vorwärts kam, was nebenbei bemerkt recht früh der Fall war, bewegte er sich meist in eine Richtung: der Gefahr entgegen! Bereits im zarten Alter von acht Monaten musste man den Knirps regelmäßig aus luftigen Höhen klauben. Möbelstücke und freistehende Leitern übten eben eine magische Anziehungskraft auf ihn aus!

Schmerzen? Kennt dieses Kind nicht!

Garniert ist das ganze bis heute mit einer nahezu unheimlich anmutenden Schmerzunempfindlichkeit. Niemals werde ich vergessen wie Söhnchen – damals knapp drei Jahre alt – auf dem Spielplatz barfuß in eine Glasscherbe getreten ist. Eine gigantische Blutspur hinter sich herziehend, kam er lachend zu mir gehumpelt und meinte lapidar: „Hab‘ ein kleines Aua!“ Er ist wohl auch das einzige Kind, das sich auf die Impfungen beim Kinderarzt freut. (O-Ton: „Das kitzelt so schön!“)

Hörst du mich, Gefahr? Ich lach‘ dir ins Gesicht!

Und Sohnemann ist eben auch das Kind, das anderen Kindern aus meterhohen Baumkronen zuwinkt, in der Boulderhalle aufgrund seiner Waghalsigkeit Kletterer zum Staunen bringt und im Freizeitpark mit den Betreibern diskutiert, warum er denn nicht in die Achterbahn mit den fünf Loopings einsteigen darf. Das ist doch völlig egal, dass die erst ab 16 Jahren ist erlaubt ist!

Nein, mit einem solchen Kind hat man es nicht immer leicht. Vor allem, weil der Kleine felsenfest davon überzeugt ist, dass ihn nichts und niemand stoppen kann. Gefahr ist eben da, um ihr ins Gesicht zu lachen!

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Verbote? Zwecklos!

Wieso also nicht zehn Meter hoch klettern? Er fällt bestimmt nicht runter! Warum beim Bouldern in luftiger Höhe keine gewagten Sprünge üben? Da ist doch sowieso eine Matte drunter! Weshalb keinen Handstand in der Badewanne machen? Milchzähne sind überbewertet, die fallen ja doch bald aus!

Ich habe gemerkt: Verbote sind zwecklos! Schließlich kann ihn niemand besser einschätzen, als er sich selbst. Und in dieser Hinsicht ist er stur wie ein Esel. Wenn er überzeugt ist, dass er etwas schafft, dann ist er von nichts und niemandem vom Gegenteil zu überzeugen!

Manchmal kommt die Einsicht – wenn auch nur für kurze Zeit…

Was eher klappt, auch wenn es im wahrsten Sinne des Wortes wehtut: Situationen, in denen es eben nicht reibungslos gelaufen ist! Wenn wir gerade in der Unfallstation im Krankenhaus sitzen, um nach einem gewagten Sprung den Ellenbogen röntgen zu lassen zum Beispiel. Oder wenn wir ein Coolpack aufs Auge drücken, weil die Landung vom Birnenbaum im Garten nicht ganz so sanft war.

Dann – und nur dann – erkennt der kleine Wilde kurzzeitig, dass körperliche Unversehrtheit eben doch keine Selbstverständlichkeit ist. Dann sind Vereinbarungen und Kompromisse, wie zum Beispiel eine maximale Höhe beim Klettern, möglich.

So lange zumindest, bis der Höhenrausch wieder zuschlägt. Ich fürchte, das ist bei ihm genetisch. Aber von mir hat er DAS nicht!

Zum ersten Mal Papa: Meine vielen kleinen „ersten Male“

Der Nachwuchs stellt das Leben völlig auf den Kopf und plötzlich ist nichts mehr so wie es früher einmal war. Stattdessen gibt es unzählige Momente, die zelebriert, erwartet, befürchtet und ob ihrer Einmaligkeit erinnert werden möchten. Papa Markus Kirschbaum plaudert aus dem Nähkästchen und lässt an seinen ganz persönlichen „ersten Male als Papa“ teilhaben.

VAter und Tochter sitzen auf einem Steg
Die Magie der "ersten Male" ist für Eltern immer ein ganz besonderer Moment. Daran ändert sich auch nicht, wenn die Kinder größer werden. © Unsplash / Caleb Jones

Das erste Mal wickeln

Unter uns gesagt: Wie das bei wahrscheinlich vielen Vätern der Fall ist, war meine größte Sorge vor Ankunft des ersten Sprösslings: Wie zum Geier werde ich das mit dem Wickeln auf die Reihe bekommen? Und dann lag er da, der kleine Zwerg, und das erste Windelwechseln war fällig! Da stand ich nun, die Windel in der Linken, die Feuchttücher in der Rechten und das wickelbedürftige Würmchen direkt vor mir. Also Augen zu, tief Luft geholt und …

… Was soll ich sagen? Es war einfacher als erwartet und gar nicht so eklig wie befürchtet (Ok, manches Mal schon…!!). Bereits am zweiten Tag war die Sache mit der Windel Routine. Dass die Wickelzeiten bei uns Vergangenheit sind, betrübt mich aber dennoch nicht!

Der erste Schritt

Sobald die Knirpse durch die Gegend düsen und überall drauf und dran sind (vor allem dort, wo sie nicht sollen), kann man sich kaum mehr vorstellen, dass das jemals anders war. Doch welcher Elternteil erinnert sich nicht an den so herbeigesehnten ersten Schritt? Wenn sich die kleinen Räuber unbeholfen vom Vierfüßler in den halbwegs sicheren Stand manövrieren und vorsichtig die ersten Wackelschrittchen wagen, ist man so stolz auf sie, als hätten sie gerade einen Marathon absolviert. Eines ist also absolut klar: Der erste Schritt der kleinen Großen bleibt Mama und Papa auf ewig im Gedächtnis!

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Die erste schlimme Verletzung

Hand in Hand mit dem Mobilwerden unseres Nachwuchses, hielten sie Einzug im Hause Kirschbaum: gröbere Verletzungen! Ich weiß es noch ganz genau: Als Sohnemann das erste Mal mit einer bösen Schürfwunde vor mir stand, ist mir vor Schreck das Herz in die Hose gerutscht. Literweise Blut schien über sein sonst so makelloses Bein zu laufen.

Ich dachte, er würde wahrscheinlich eine Transfusion brauchen, zumindest aber einen Krankenwagen – tatsächlich brauchte er nur ein wenig Desinfektionsspray und ein Pflaster. Heute – viele, viele Verletzungen und so manchen Besuch in der Unfallambulanz später – sehe ich aufgeschlagenen Knien und blauen Flecken übrigens deutlich gelassener entgegen!

Der erste Schultag

Gerade gestern noch hielt ich ihn nach seiner Geburt staunend im Arm, nun stand er da und grinste in die Kamera (drei Zahnlücken inklusive). Seine prall gefüllte Schultüte hielt er fest umklammert. Wo bitte waren die vergangenen sechs Jahre hin? Als der kleine Abc-Schütze kein bisschen schüchtern hinter der Tür zum Klassenzimmer verschwand, platzte ich fast vor Stolz. Und schon heute freue ich mich auf den ersten Schultag meiner Tochter im Herbst!

„Darf ich das googeln, Papa?“: Unser Nachwuchs und das Internet

Ab einem gewissen Alter kann man seine Kinder nicht mehr vom Internet fernhalten. Wie das im Hause Kirschbaum aussieht und warum seine Kinder das Internet verwenden dürfen, erzählt Papa Markus.

Kind spielt an einem Tablet
Ab einem gewissen Alter kann man seine Kinder nicht mehr von der Technik fernhalten - aber wie lehrt man den richtigen Umgang mit den neuen Medien? © Unsplash / Annie Spratt

Unreflektierter Umgang mit neuen Medien ist out!

Kennt ihr diesen schrecklichen Anblick von Kleinstkindern im Buggy mit dem Smartphone in der Hand? Zum Schweigen gebracht mit fragwürdigen Youtube-Videos? Beim Shoppen, im Supermarkt oder im Restaurant – man begegnet ihnen überall! Ein recht unheimlicher und zudem fragwürdiger Anblick, wie ich finde. Uns war immer klar, dass wir sowas für unsere Kinder nicht wollen.

Was ist mit „sowas“ gemeint? Nun ja, ein unreflektierter Umgang mit neuen Medien und technischem Schnickschnack, würde ich sagen. Kinder, die mit fünf Jahren auf der Konsole zocken, mit sieben Jahren ihr eigenes Smartphone besitzen und sich mit zehn Jahren ohne Filter im WWW herumtreiben. Ich gebe gerne zu, dass ich in dieser Beziehung ausgesprochen oldschool unterwegs bin.

Smartphone, Internet und Co? Alles zu seiner Zeit…

Aber natürlich wäre es blauäugig, anzunehmen, dass unser Nachwuchs immun gegen jede Technik ist. Schließlich sehen sie Mama und Papa am Laptop tippen und das Internet ist für sie ebenso keine unbekannte Sache aus einer völlig fremden Welt.

Meine Devise dabei: Alles zu seiner Zeit! Und der richtige Zeitpunkt ist frühestens dann gekommen, wenn das Kind danach fragt. Zumindest ist das meine Meinung! Und ich persönlich glaube ja nicht, dass die vor dem Smartphone geparkten Babys danach gefragt haben…

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Computer für Kinder? Kein Buch mit sieben Siegeln…

Als unser damals Sechsjähriger also zum ersten Mal reges Interesse am Textverarbeitungsprogramm von Mama und Papa gezeigt hat, habe ich es ihm erklärt. Und ich muss zugeben: Ich bin beeindruckt, wie gut und selbstverständlich sich Kinder in der komplexen Welt der Technik zurechtfinden. Mein Zwerg war innerhalb kürzester Zeit Profi des Schreibprogramms – und nutzt es für die tollsten Sachen, wie zum Beispiel um eigene Geschichten abzutippen und sie zu speichern. Richtig Spaß macht ihm das – und solche kreativen Entwicklungen wollen wir natürlich födern!

Kinder und Internet: Fluch und Segen zugleich!

Auch das Internet ist natürlich kein Geheimnis. Vor allem Youtube und Google sind den Kindern spätestens nach Schuleintritt ein Begriff. Und schlecht sind die beiden Seiten nicht, immerhin findet man dort kleine nette Videosequenzen und Antworten auf die vielen Kinderfragen, die Mama und Papa irgendwann nicht mehr aus dem Stegreif beantworten können.

Darf ich das gooooogeln…????

Trotzdem lässt mich ein frohgemutes: „Papaaa? Darf ich das schnell googeln?“ aus dem Mund meines gerade Achtjährigen nicht ganz kalt. Großartig natürlich, dass es diese Möglichkeit gibt, sich Wissen anzueignen. In meiner eigenen Kindheit musste man dazu noch dicke Lexika wälzen. Fortschritt ist durchaus etwas Tolles. Fein also, dass pfiffige und wissbegierige Kinder davon profitieren können.

Aber wir Erwachsenen sind uns eben auch der Schattenseiten des WWW bewusst. Jener Internetseiten nämlich, die alles andere als kindgerecht sind und den Nachwuchs rückwirkend sogar traumatisieren können.

Surfen im Netz? Nur mit Mama und Papa gemeinsam

Deshalb ist bei uns zuhause klar: Internet ja, aber nur mit Mama oder Papa gemeinsam! Das klappt bisher noch ganz gut. Dabei vermitteln wir dem Großen (die Kleine interessiert es noch kaum) nebenbei, dass nicht alles „gut“ ist, was im Netz zu finden ist und dass es hier zu differenzieren gilt. Wie im echten Leben eben auch…

„Nicht enttäuscht sein, Papa, aber den Osterhasen gibt’s nicht!“

Als Elternteil scheut man keine Kosten und Mühen, um den lieben Kleinen eine Welt voll Zauber und Magie zu schaffen. Man denkt sich beeindruckende Geschichten von Osterhase, Christkind und anderen Wunderwesen aus und fiebert wochenlang strahlenden Kinderaugen entgegen. Doch manchmal kommt alles anders! Papa Markus Kirschbaum erinnert sich …

Ein kleiner Junge mit Hut schaut in die Kamera
"Papa, der Osterhase bist doch du!" © Unsplash / Jeremy Mcknight

Magische Kinderwelt: eine schöne Erinnerung

Schon als sie in Mamas Bauch im warmen Fruchtwasser vor sich hin planschten, beneidete ich meine Kinder um das, was sie erwarten würde: Viele, viele Jahre, gefüllt mit zauberhaften Geschichten und Figuren. Pure Magie eben! Nikolaus, Osterhase, Christkind oder Zahnfee – als Kind habe ich sie alle geliebt. Ganz so, als wären es gute Freunde. Und irgendwie waren sie das ja auch! Bei mir haben sich erst sehr spät leise Zweifel über deren tatsächliche Existenz eingeschlichen.

Kein Wunder also, dass mir sehr daran gelegen ist, den Zauber meiner eigenen Kindheit auch an meinen Nachwuchs weiterzugeben. Da werden wundervolle Geschichten gesponnen, Nikolausstiefel vor die Tür gestellt, Eier bunt bemalt – das volle Programm eben!

Osterhase, Christkind und Co. – Wenn der Nachwuchs nicht mitspielt

Was ich bei all dem Zauber und der Magie nicht bedacht habe, das ist die analytisch-nüchterne Wesensart meines Älteren. Mit fünf Jahren schaute der mich mit großen Augen an und meinte in ernstem Tonfall: „Papa, ich will nicht, dass du enttäuscht bist, aber den Osterhasen gibt’s nicht! Das Christkind auch nicht, ihr macht das doch alles. Das weiß ich übrigens schon ganz lange! Eigentlich schon immer!“ Zu behaupten, dass ich an diesem Moment kurz schlucken musste, wäre stark untertrieben …

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Wenigstens glaubt eines meiner Kinder an magische Fantasiewesen

Nach einem Gespräch von Mann zu Mann konnten wir uns aber zumindest darauf einigen, dass der fantasielose Knirps den Zauber weiterhin aufrecht hält. Für seine kleine Schwester nämlich, denn zu meiner grenzenlosen Erleichterung ist ihre Welt (noch) voll Wunder und Magie. Ganz selbstverständlich tummeln sich dort Feen, Einhörner oder böse Drachen. Und die Existenz von Nikolaus und Osterhase wird bestimmt nicht angezweifelt…

„Bei der Geburt meiner Zwillinge wäre ich fast gestorben!“

Immer wenn sich der Geburtstag seiner Jungs nähert, kommt unser Autor Thomas Breves nicht umhin, einen Blick zurück zu werfen. Denn dieser Tag hat ihm nicht nur schöne Erinnerungen geschenkt, sondern ihn auch fast sein Leben gekostet. Hier erzählt er die ganze Geschichte…

Mann hält sich an einer Brücke fest
Dass sich Thomas Breves an dem Tag der Geburt seiner Zwillinge überschätzte, hätte ihn fast das Leben gekostet. © Unsplash / William Randles

Dieser Tag hat alles verändert….

Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre, in denen sich mein Leben recht tiefgreifend geändert hat. Gut, das war zu erwarten und ist erst einmal keine tiefschürfende Erkenntnis. Aber die Geburt der Zwillinge und das, was in den Stunden danach passiert ist, hat etwas beeinflusst, woran ich überhaupt nicht gedacht habe: meinen Auto-Fahrstil. Das klingt ziemlich unspektakulär, doch birgt die Geschichte, einen lebensgefährlichen Kern und eine nicht minder ernsthafte Warnung.

Dann platze die Fruchtblase.

Schon die Fahrt in die Klinik war anders als erwartet. Ich bin dem Rettungswagen gefolgt. Eigentlich wollten meine Freundin und ich an diesem Tag zu einem gemeinsamen Wellness-Wochenende starten. Immerhin war es ja auch noch zwei Monate hin bis zum geplanten Geburtstermin. Die Sachen waren gepackt, die Stimmung super, das dynamische Duo bereit zum Aufbruch in die Niederlande. Dann platzte die Fruchtblase.

Und dann schlief ich ein. Am Steuer meines Autos.

Ich habe sofort den Rettungsdienst angerufen, das weiß ich noch. Danach wird die Erinnerung ein wenig bruchstückhaft. Kurz darauf jagte ich dem Rettungswagen mit umsortiertem Tasche in die 65 Kilometer entfernte Klinik hinterher und kam auch kurz nach dessen Ankunft in der Klinik selbst an. Es war später Nachmittag, einige Stunden später, um 02:34 Uhr, hielt ich völlig verliebt meinen ersten Sohn in den Händen, um 02:50 Uhr den zweiten und um 06:30 Uhr fuhr ich die 65 Kilometer nach Hause. So weit ist es ja nicht. Um sieben Uhr schlief ich ein. Am Steuer meines Autos. Bei Tempo 100.

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Ich hätte schlafend in den Gegenverkehr steuern können!

Mit einem lauten Krachen schlug der Wagen in die Leitplanke ein und ich war sofort hellwach. Adrenalin pumpte durch meinen Körper, ich riss das Lenkrad rum und brachte den Wagen unter Kontrolle und zurück auf die Straße. Drei Minuten später rollte ich zu Hause vor, stellte den Motor ab und ging, ohne mir das Desaster anzuschauen, direkt ins Haus und legte mich ins Bett. Es war nicht mehr weit gewesen und es hätte so viel Schlimmeres passieren können als ein unwichtiger Blechschaden. Ich hätte auch schlafend in den Gegenverkehr steuern können.

Männer: Überschätzt euch nicht!

Es hat nicht viel gefehlt und meine Jungs hätten Stunden nach ihrer Geburt keinen Vater mehr gehabt, meine Freundin wäre auf sich alleine gestellt gewesen. Und das nur, weil ich mich maßlos überschätzt habe. Ein Hotelzimmer hätte in Krankenhausnähe wohl kaum die Welt gekostet. Man kann alles besser nach einer Mütze voll Schlaf regeln, auch eine sichere Heimfahrt. Also Männer: Lasst das Auto stehen, auch wenn ihr glaubt, das bisschen Heimfahrt, das geht schon noch. Das Risiko ist es wahrlich nicht wert.

Was ich als Papa im Laufe der Jahre von meinen beiden Kindern lernen durfte

Kinder erteilen einem so manche Lektion im Leben. Außerdem erweitern sie unseren Horizont. Was er als Vater im Laufe der letzten acht Jahre von seinen beiden Sprösslingen gelernt hat, verrät unser Autor Markus Kirschbaum.

Vater und Sohn spielen Gitarre
Die Verbindung zwischen Vätern und ihren Kindern ist etwas ganz Besonderes - bei der beide Seiten viel voneinander lernen können... © Bigstock / Fizkes

#1 Müßiggang ist ein guter Anfang

Höher, schneller, weiter: Das Leben eines berufstätigen Papas gleicht häufig einem Hindernislauf. Ich bin da bestimmt keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil: Eigentlich bin ich sogar noch eine Spur schlimmer dran. Immerhin bin ich mit einer wahren Trödelliese als Tochter geschlagen … ähm … ich meine natürlich gesegnet! Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch meinen Beitrag dazu gelesen…

Weil ich meine Tochter also nicht bis kaum ändern kann, versuche ich es auf einem anderen Weg und sehe einfach, was ich von ihr lernen kann. Und das ist eben, dass Müßiggang manchmal durchaus eine gute Sache ist. Druck und Tempo rausnehmen hilft einem nämlich dabei, bei sich zu bleiben und den Blick fürs Wesentliche nicht zu verlieren. In diesem Sinne: Danke, Töchterchen!

#2 Nichts ist so schlimm, wie es aussieht

Acht Jahre des Zusammenlebens mit einem kleinen Stuntman haben mich eines gelehrt: Nichts ist so schlimm, wie es im ersten Moment scheint!

Spektakuläre Stürze, verdrehte Arme, Blut, das aus offenen Wunden fließt: Was Papa anfangs vor Schreck noch hyperventilieren ließ, ist mittlerweile Routine. Meine Erfahrung der letzten Jahre: Solange Tränen fließen und das Geschrei groß ist, ist wahrscheinlich weniger passiert als man anfangs glaubt! Eher ist es gespenstische Stille, die einen aufschrecken lassen sollte…

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#3 Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Wenn mich meine Oma vor gefühlten 100 Jahren mit ebendiesem Kleidungsspruch genervt hat, habe ich innerlich die Augen verdreht und gedacht: „Schwachsinn! Sicher gibt’s schlechtes Wetter! Schau doch raus, da hilft auch keine Kleidung mehr!“

Heute, zwei bewegungsfreudige Kinder später, wohnhaft in einem Land, in dem eben nicht pausenlos die Sonne scheint, sehe ich die ganze Sache ein bisschen differenzierter. Ob es nämlich regnet, schneit oder friert: Meine Kinder, die wollen raus! Und ausgestattet mit Outdoorjacke, Regenschuhen und Regenmütze (früher hätte ich sowas nur über meine Leiche getragen) folge ich heutzutage eben dem Credo der lieben Oma und bin ebenfalls der Meinung, dass es echt kein schlechtes Wetter gibt, sondern: bloß schlechte Kleidung…

#4 Kindermund tut Wahrheit kund

Nichts schmeichelt einem so sehr wie die Worte des lieben Nachwuchses. Oder aber sie landen punktgenau unter die Gürtellinie. Weil man eben ganz genau weiß: Kindermund tut Wahrheit kund! Soll heißen: Je kleiner die Zwerge sind, desto eher kann man sich auf ihr Urteil verlassen! Weil sie eben noch nichts beschönigen oder dazu neigen, sozial Erwünschtes vor sich hinzuplappern. Zum Glück! Oder: leider! Je nachdem…

Meine Kinder sind da natürlich keine Ausnahme und so weiß ich heute nach acht Jahren ganz sicher, dass ich ein lieber, kluger und cooler Papa bin. Eben der beste Papa der Welt! Aber tragischerweise bin ich eben auch ein alter, stinkender und peinlicher Papa. Eben der blödste Papa der Welt! Danke, liebe Kinder!

#5 Lachen ist die beste Medizin

Kinder lachen viel, viel öfter als große Menschen. Und davon sollte man sich unbedingt eine Scheibe abschneiden! Meistens ist Lachen nämlich tatsächlich die beste Medizin! (Okay, unter uns Eltern: Manchmal ist ein Glas Wein auch ganz gut…) Mit wenig Aufwand schüttet man beim Lachen nämlich tolle Hormone aus. Und das entspannt ungemein!

Ein ordentlicher Lachanfall hat uns schon in so mancher Situation gerettet. Es gibt auch Zeiten, da hilft überhaupt nur noch Galgenhumor! Ist einfach so! Was also habe ich von meinen beiden Lieblings-Kichererbsen gelernt? Dass man zerbrochene Teller, Missgeschicke auf dem Weg zum Klo, verpatzte Hausaufgaben oder ein verschüttetes Glas Saft ruhig so richtig herzhaft weglachen kann!

Was habe ich also als Vater gelernt? Kinder sind das Anstrengendste, Lauteste, Verrückteste und Wunderbarste, was uns Männern passieren kann. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Danke, ihr Rabauken!