Präeklampsie: Wie gefährlich ist eine Schwangerschaftsvergiftung wirklich?

Die Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) zählt zu den gefährlichsten Schwangerschaftserkrankungen. Unerkannt führt sie oftmals zu schweren Komplikationen und kann für Mutter und Baby ein lebensgefährlich werden.

Ein Krankenhaus, in dem Präeklampsie/ Schwangerschaftsvergiftung behandelt wird
Präeklampsie ist eine der Haupttodesursachen in der Schwangerschaft. © Unsplash / Daan Stevens

Was ist eine Präeklampsie?

Die Präeklampsie (auch Schwangerschaftsvergiftung, Schwangerschaftstoxikose, Spätgestose oder früher EPH-Gestose genannt) zählt zu den gefährlichsten Schwangerschaftskomplikationen für Kind und Mutter und tritt meist im letzten Schwangerschaftsdrittel, also nach der 20. SSW, auf.

Die Präeklampsie zählt zu den hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen, das heißt, der Blutdruck der Mutter ist chronisch erhöht. Besonders gefährlich wird eine Schwangerschaftsvergiftung, wenn auch noch andere Organe betroffen sind, wie die Leber oder die Durchblutung der Plazenta gestört wird. Laut Dietmar Schlembach, Chefarzt der Klinik für Geburtsmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln, ist die Präeklampsie die gefährlichste Komplikation in der Schwangerschaft: Sie ist eine der Haupttodesursachen in der Schwangerschaft in Deutschland.

Warum ist eine Präeklampsie so gefährlich?

Eine Präeklampsie ist deshalb so gefährlich, weil sie sich sowohl auf den Organismus der werdenden Mama als auch auf die Versorgung des Babys nachhaltig negativ auswirkt. Die mütterlichen Gefäße verengen sich, der Blutdruck steigt an. Dadurch wird die Plazenta nicht mehr ausreichend durchblutet, die Versorgung des Babys ist eingeschränkt. Mehr Abbauprodukte als üblich gelangen in den mütterlichen Blutkreislauf. In weiterer Folge können Nieren und Leber Schaden nehmen.

Risiken für Mutter und Kind

Bei einer Schwangerschaftsvergiftung steigen die Risiken für Gehirnblutungen bei der Mutter sowie für eine frühzeitige Plazentaablösung an. Ebenfalls kommt es vermehrt zu Frühgeburten, denn in den allermeisten Fällen müssen die Babys vor dem errechneten Geburtstermin entbunden werden.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Präeklampsie erkennen

Was eine Präeklampsie mitunter so gefährlich macht, ist, dass ihre Anzeichen oftmals übersehen oder falsch gedeutet werden. Aus diesem Grund ist eine entsprechende Schwangerenvorsorge unumgänglich. Laut Sabine Föhl-Kuse, Gründerin der Arbeitsgemeinschaft „Gestose-Betroffene e.V.“, sind etwa fünf bis acht Prozent aller Schwangerschaften von einer Gestose betroffen.

An diesen drei Symptomen erkennst du eine Schwangerschaftsvergiftung:

  1. Erstmalig Bluthochdruck nach der 20.SSW
  2. Mehrfache Blutdruckerhöhung mit Werten 140/90 oder einmalig über 160/100
  3. Ausscheidung hoher Eiweißmengen über den Urin (mindestens 300 Milligramm innerhalb von 24 Stunden)

Präeklampsie: Symptome richtig deuten

Da diese Werte nur von einem Arzt festgestellt werden können, ist es wichtig selbst auf Anzeichen und Symptome zu achten, die auf eine Schwangerschaftsvergiftung hindeuten können. Wenn du folgende Anzeichen bei dir wahrnimmst, solltest du unbedingt deinen behandelnden Arzt zu Rate ziehen:

  • Du legst deutlich sprunghaft an Gewicht zu (mehr als 500 Gramm pro Woche)
  • Du leidest vermehrt an Wassereinlagerungen
  • Du hast immer wieder Kopfschmerzen, Schwindelanfälle oder das Gefühl, schlechter zu sehen oder zu hören
  • Im Bereich des rechten Oberbauches verspürst du Schmerz oder Druckgefühl
  • Du hast das Gefühl, weniger oft die Blase entleeren zu müssen als sonst

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Schwere Schwangerschaftsvergiftung

In seltenen Fällen kann es auch zu besonders schweren Verlaufsformen der Schwangerschaftshypertonie kommen. In diesen Fällen sollte das Kind laut Dr. Gudrun Frey ab der 34. Schwangerschaftswoche mit einem Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden.

Eklampsie

Vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen kann es bei einer schon vorhandenen Präeklampsie zu einer Eklampsie mit Krampfanfällen mit Schaum vor dem Mund, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Krämpfen in der Kehlkopfmuskulatur kommen.

Eklampsie tritt zwar laut Dr. Gudrun Frey nur bei etwa 0,1 Prozent aller Schwangerschaften auf, allerdings endet eine Eklampsie bei 20 Prozent der betroffenen Frauen tödlich.

HELLP-Syndrom

Bei bis zu 14 Prozent aller Frauen mit Präeklampsie tritt zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche das HELLP-Syndrom auf. Schmerzen im rechten Oberbauch sind laut Dr. Gudrun Frey das wichtigste Warnsignal: „Oft ist allein dieses Leitsymptom richtungsweisend für die Diagnose. Laborchemisch zeigt sich das HELLP-Syndrom als typischer Dreiklang von Gerinnungsstörungen, pathologischen Leberenzymwerten und Thrombozytenabfall. Niereninsuffizienz, intrazerebrale Blutungen und Leberruptur sowie eine vorzeitige Plazentaablösung mit Atemstillstand des Feten gehören zu den schwersten Komplikationen.“ Eine Leberruptur, also einen Riss in der Leber, überleben nur etwa 50 Prozent der Betroffenen.

Schwangerschaftsvergiftung: Behandlung

Leider lässt sich Präeklampsie nicht heilen, die Behandlung beschränkt sich auf die Stabilisierung von Mutter und Kind bis zur Entbindung, meist durch Einnahme blutdrucksenkender Medikamente. Hier wird dein Arzt Nutzen und Risiken sorgsam gegeneinander abwägen und dir bei Bedarf ein geeignetes Mittel verschreiben. Außerdem sind bei bestehender Schwangerschaftsvergiftung engmaschige ärztliche Kontrollen angezeigt. Mit Hilfe des Doppler-Ultraschalls wird die Versorgung des Babys genau überprüft. In so gut wie allen Fällen bedingt die Präeklampsie eine frühzeitige Entbindung.

Präeklampsie: Ursachen

Wie eine Schwangerschaftsvergiftung entsteht, ist noch unklar. „Bekannt ist, dass es insbesondere bei einer frühen Präeklampsie zu Beginn der Schwangerschaft zu einer schlechteren Einnistung der Plazenta kommt.“, so Stefan Verlohren, Leiter der Arbeitsgruppe Präeklampsie an der Klinik für Geburtsmedizin der Berliner Charité. Im Hinblick auf Ursachen und Therapiemöglichkeiten ist die Schwangerschaftsvergiftung noch recht wenig erforscht. Es gibt allerdings einige Faktoren, die das Auftreten einer Präeklampsie wahrscheinlicher machen. Wichtig ist, dass diese im Hinblick auf die Schwangerenvorsorge berücksichtigt werden.

Ursachen für Präeklampsie

  • Schon vor der Schwangerschaft bestand Bluthochdruck
  • Bereits in einer vorhergegangenen Schwangerschaft wurde eine Präeklampsie diagnostiziert beziehungsweise gibt es familiäre Häufungen
  • Adipositas (Krankhaftes Übergewicht)
  • Nährstoffmängel
  • Diabetes mellitus
  • Mehrlingsschwangerschaft oder eine späte Schwangerschaft
  • Erkrankungen des Immunsystems, Gerinnungsstörungen
  • Stress und ungesunde Lebensweise

Präeklampsie vorbeugen: Das kannst du tun

Um einer Präeklampsie vorzubeugen, kannst du versuchen, Risikofaktoren so weit wie möglich zu minimieren. Dazu gehören eine gesunde Lebensweise, sowie die Vermeidung von Übergewicht. Die Arbeitsgemeinschaften Gestose-Betroffener in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen ausdrücklich auf die positive Wirkung einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise mit Fokus auf eiweißreiche Lebensmittel hin. Auf keinen Fall sollte Salz im Speiseplan fehlen! Entwässernde Nahrungsmittel oder Arzneiprodukte sind dagegen absolut tabu!


Hier findest du Anlaufstellen bei Verdacht auf bzw. diagnostizierter Präeklampsie:


Quellen:

• Rath, W., Friese, K., Erkrankungen in der Schwangerschaft. Thieme Verlag, Stuttgart 2005, S. 525.
• Dr. Gudrun Heyn: Präeklampsie und Infektionen bedrohen Mutter und Kind. In: Pharmazeutische Zeitung (2006). https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312006/praeeklampsie-und-infektionen-bedrohen-mutter-und-kind/?type=0 (letzter Abruf: Februar 2019)
• Arbeitsgemeinschaft Gestose-Betroffene e.V.: GESTOSE = Präeklampsie (2017). https://gestose-betroffene.de/krankheitsbilder/praeeklampsie
• Frey, Carina: Präeklampsie-Erkrankung „Die gefährlichste Komplikation in der Schwangerschaft“ In: Spiegel Online (2015). http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/praeeklampsie-die-gefaehrlichste-schwangerschaftskomplikation-a-1064129.html (letzter Abruf: Februar 2019)
• Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (WMF): Diagnostik und Therapie hypersensiver Schwangerschaftserkrankungen, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-018l_S1_Diagnostik_Therapie_hypertensiver_Schwangerschaftserkrankungen_2014-verlaengert.pdf (letzter Abruf: Februar 2019)
• Frauenärzte im Netz: Schwangerschaftshochdruck/Präeklampsie, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/schwangerschaftshochdruck-praeeklampsie/ (letzter Abruf: Februar 2019)

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Schwangerschaftsvitamine: Diese Nährstoffe brauchst du in der Schwangerschaft wirklich

Schwangerschaftsvitamine finden reißenden Absatz: Weil wir unseren Babys den bestmöglichen Start ins Leben schenken wollen, greifen wir beherzt zu. Doch ist das immer nötig? Lies hier, welche Vitamine und Mineralstoffe während der Schwangerschaft wirklich brauchst und was du bei der Einnahme beachten solltest.

Schwangerschaftsvitamine als bunte Pillen
Das Angebot an Schwangerschaftsvitaminen ist groß © Bigstock/ Iryna Imago

Schwangerschaftsvitamine: Wie sinnvoll sind sie?

Als werdende Mama steigt dein Bedarf an Nährstoffen an. Vielleicht machst du dir Sorgen, ob dein Baby auch wirklich alle Vitamine erhält, die es braucht – schließlich werben Erzeuger von Schwangerschaftsvitaminen mit tollen Kombi-Präparaten, die dich und dein Baby rundum gut versorgen! Also einfach zugreifen? Hier raten Verbraucherschützer wie etwa die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zur Vorsicht.

Zu viele Vitamine für Schwangere: Experten warnen

Die baden-württembergische Verbraucherzentrale hat in einem großen Marktcheck 2017 die Zusammensetzung und Dosierung verschiedener Produkte untersucht. Das Ergebnis: Die meisten Produkte überschritten sogar die empfohlene Tagesdosis an den Vitaminen. Das bedeutet, die Präparate, die als Schwangerschaftsvitamine angeboten werden, tragen nicht zu einer sinnvollen Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft bei, sondern verursachen eine Überversorgung. Das kann im schlimmsten Fall sogar schändlich für das Ungeborene sein. Forscher der französischen Gesundheitsbehörde Anses konnten zum Beispiel bei neugeborenen eine sogenannte Hyperkalzämie feststellen. Das bedeutet, dass die Babys einen erhöhten Kalzium-Pegel im Blut haben, weil ihre Mütter Vitamin-D-Tabletten genommen hatten. Das kann bei den Kleinen zu Gewichtsverlust oder Dehydrierung führen. Daher warnt die Gesundheitsbehörde Anses schon seit einigen Jahren vor den Vitaminen für Schwangere.

Auch das Bundeszentrum für Ernährung sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V haben klare Empfehlungen zu Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft. Ein differenzierter Blick lohnt sich also in jedem Fall!

Brauche ich Schwangerschaftsvitamine? Zum Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft

Über neun Monate versorgst du das neue Leben in dir. Klar, dass dein Nährstoffbedarf ansteigt. Mutter Natur hat hier entsprechend vorgesorgt. Durch den erhöhten Energiebedarf isst du automatisch mehr. Sofern du auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtest, gelingt dir eine ausreichende Aufnahme der meisten wesentlichen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente problemlos – ganz ohne Schwangerschaftsvitamine.
Doch es gibt Ausnahmen, die eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen in der Schwangerschaft notwendig machen.

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Vitamine Schwangerschaft: Jod und Folsäure immer zusätzlich einnehmen

Offizielle Handlungsempfehlungen wie etwa jene von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) weisen darauf hin, dass du als werdende Mama in jedem Fall Jod und Folsäure supplementieren – also ergänzen – musst. Der Bedarf an diesen beiden Nährstoffen ist in der Schwangerschaft nämlich so weit erhöht, dass er im Rahmen der Ernährung nicht ausreichend gedeckt werden kann. Ein Mangel von Folsäure und Jod kann sich deutlich negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung deines Zwergs im Babybauch auswirken. Zusätzlich Schwangerschaftsvitamine sind in diesem Fall also sinnvoll!

Schwangerschaftsvitamine: Empfehlung der DGE

  • Folsäure
    Idealerweise solltest bereits bei einem konkreten Kinderwunsch Folsäure einnehmen. Gerade in der Frühschwangerschaft ist Folat ganz besonders wichtig, da es maßgeblich an Zellteilung und Wachstum beteiligt ist. Der Bedarf steigt um ganze 50 Prozent an. Nachdem viele kindliche Fehlbildungen wie beispielsweise der Neuralrohrdefekt („offener Rücken“) auf einen Folsäuremangel zurückgehen, macht eine Einnahme von 400 µg Folsäure pro Tag durchaus Sinn. Parallel dazu kannst du auch auf natürliche Folsäure-Quellen wie grünes Gemüse, Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte zurückgreifen.
  • Jod
    Auch Jod ist maßgeblich an einer gesunden Entwicklung deines Babys beteiligt. Bei einem Mangel steigt außerdem das Risiko für Fehlbildungen sowie Fehlgeburten. Ohne Schwangerschaftsvitaminen ist dem erhöhten Jodbedarf kaum beizukommen. Zusätzlich zur entsprechenden Ernährung (jodiertes Salz verwenden, regelmäßig Meeresfisch und Milchprodukte in den Speiseplan integrieren) werden daher aktuell 100-150 µg Jodid pro Tag in Form von Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen. Solltest du Probleme mit deiner Schilddrüse haben, ist die Jodeinnahme immer mit deinem behandelnden Arzt zu besprechen!

Weitere wichtige Vitamine für Schwangere: Eisen und Vitamin D im Auge behalten

Zwar ist dein Eisenbedarf in der Schwangerschaft erhöht, parallel dazu kommt es aber zu einer verbesserten Aufnahme von Eisen im Blut und deine Periode bleibt aus. Es ist also in vielen Fällen gut möglich, dem erhöhten Eisenbedarf ohne zusätzliche Schwangerschaftsvitamine beizukommen. Allerdings sollte der Eisenwert regelmäßig ärztlich kontrolliert werden, damit du bei Bedarf mit Nahrungsergänzungsmitteln supplementieren kannst. Vor allem, wenn du dich vegetarisch oder vegan ernährst, ist die Überprüfung des Eisenwertes wichtig. Natürliche Eisenquellen sind Fleisch, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie grünes Gemüse. In Kombination mit Vitamin C wird Eisen vom Körper übrigens besser aufgenommen.

Auch Vitamin D hat in der Schwangerschaft eine wichtige Bedeutung. Es wirkt auf die Knochenentwicklung deines Babys. Ein Mangel kann sich beispielsweise in einem verzögerten Fontanellenschluss zeigen. Um das Depot zu füllen, benötigen wir direkte Sonneneinstrahlung. Dann bildet unser Körper Vitamin D zum Teil selbst. In nördlichen Regionen sowie der kälteren Jahreszeit ist ein Mangel durchaus nicht unwahrscheinlich. In der Schwangerschaft solltest du deinen Vitamin D Spiegel also im Auge behalten und bei Bedarf entsprechende Schwangerschaftsvitamine nehmen. Natürliches Vitamin D findet sich in fettem Fisch, Ei, Milchprodukten, Pilzen oder Avocado. „Schwangeren, die nicht (regelmäßig) fettreichen Meeresfisch verzehren, wird daher empfohlen, DHA zu supplementieren, um die in den D-A-CH-Referenzwerten für Schwangere empfohlene Zufuhrmenge von durchschnittlich 200 mg DHA/Tag zu erreichen.“, empfiehlt die DGE in ihrer aktualisierten und erweiterten Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft.

Schwangerschaftsvitamine vorsichtig dosieren

Zusätzliche Aufnahme von Nährstoffen durch Schwangerschaftsvitamine ist also nur bedingt sinnvoll! Vor allem Kombinationspräparate solltest du mit Vorsicht genießen, enthalten sie doch möglicherweise Vitamine für Schwangere, die du gar nicht benötigst. In manchen Fällen kann ein Vitaminüberschuss in der Schwangerschaft sogar gefährlich für dein Baby werden. Bestes Beispiel hierfür ist Vitamin A.

Doch auch eine zusätzliche Aufnahme von Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B, Kalzium oder Magnesium ist oftmals nicht zwingend notwendig. Ausgenommen sind hier allerdings Mehrlingsschwangerschaften oder spezielle Ernährungsgewohnheiten wie etwa Veganismus. In jedem Fall gilt jedoch: Die Einnahme von Schwangerschaftsvitaminen solltest du stets mit deinem behandelnden Arzt abklären!

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Quellen:

Bundeszentrum für Ernährung (2018): Folsäure, Jod und Co.: Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft. In: Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie. https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/nahrungsergaenzungsmittel-29420.html (letzter Zugriff: 08.02.2019)

Peterson-Sperlich, Birte: Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft aktualisiert und erweitert. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/ (letzter Zugriff: 08.02.2019)

Immel-Sehr, Annette: Wie sinnvoll sind Supplemente? In: Pharmazeutische Zeitung online. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-372012/wie-sinnvoll-sind-supplemente/ (letzter Zugriff: 08.02.2019)

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Mehr drin als nötig: Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere. https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mehr-drin-als-noetig-nahrungsergaenzungsmittel-fuer-schwangere-11633 (letzter Zugriff: 08.02.2019)

Anses French Agency for Food, Environmental and Occupational Health & Safety (2017): Food supplements for pregnant women – Avoid combining multiple sources of vitamins and minerals, in the absence of an identified need. https://www.anses.fr/en/content/food-supplements-pregnant-women (letzter Zugriff: 08.02.2019)

Neues Ultraschall-Gesetz: „Baby-TV“ wird verboten

Es ist beschlossene Sache: Anfang des Jahres ist eine neue Strahlenschutzverordnung in Kraft getreten. Diese schiebt auch dem beliebten „Baby-TV“ einen Riegel vor. Bis 2021 sollen der 3D- und 4D-Ultraschall verboten werden.

Ein Ultraschallgerät auf einem Babybauch.
Neues Ultraschall-Gesetz: gefährliche Strahlungen für dein Baby? © Anna Om / Bigstock

Warum wird der 3D-Ultraschall verboten?

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat im vergangenen Jahr eine Modernisierung des Strahlenschutzes auf den Weg gebracht. Diese ist zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Darin geregelt ist auch, welche Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft durchgeführt werden dürfen. Das BMU erklärt in einer offiziellen Stellungnahme: „Nach der am 31. Dezember 2018 in Kraft getretenen Modernisierung des Strahlenschutzrechtes durch die ‚Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen‘ sind Untersuchungen, die nicht der Diagnostik dienen, also nicht durchgeführt werden, um medizinische Fragestellungen zu beantworten, künftig verboten.“

Das heißt konkret: Wenn der Arzt einen 3D-Ultraschall als notwendig für die Diagnostik befindet, dann ist dieser weiterhin erlaubt. Wenn er das allerdings nicht tut, dann werden werdende Eltern in Zukunft keine Vorschau ihres kleinen Engels mehr sehen. Warum dieser drastische Schritt? Kann ein 3D-Ultraschall dem Baby etwa doch ernsthaft schaden?

Ungeborene sollen vor Strahlung Geschütz werden

Bisher galt der 3D-Ultraschall als frei von ernsthaften, gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind. Einige Experten gehen jedoch inzwischen davon aus, dass durch eine höheren Bildauflösung, die Strahlung dem Ungeborenen durchaus schaden kann, vor allem seiner Knochenbildung. Das gilt besonders dann, wenn ungeschultes Personal die Ultraschallaufnahmen machen. Und eben hier setzt auch die Neuregelung des Strahlenschutzgesetzes an.

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Es soll den profitorientierten Anbietern von „Baby-TV“ einen Riegel vorschieben. „Man kann zwar dem sogenannten „Baby–Fernsehen“ zu kommerziellen Zwecken kritisch gegenüberstehen, da – unter anderem aufgrund von oft wenig qualifizierten Anwendern – sehr wohl die reale Gefahr besteht, tatsächliche Probleme des Feten nicht zu erkennen“, erklärt PD Dr. med. Kai-Sven Heling, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) in einer aktuellen Pressemitteilung und ergänzt, „die die Anwendung des Ultraschalls zu diagnostischen Zwecken befürworten wir uneingeschränkt.“

Ärzte halten 3D-Ultraschall weiterhin für unbedenklich

Die DEGUM-Experten halten den 3D-Ultraschall also nach wie vor für unbedenklich. „Trotz jahrzehntelanger intensivster Forschungsarbeit gibt es nach wie vor keine Studienergebnisse, die darauf hindeuten, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft irgendeine Gesundheitsbelastung für das ungeborene Kind darstellen“, betont Heling.

Hebammen kritisieren schon seit vielen Jahren eine gewisse Überversorgung in der Schwangerschaft, zumindest im medizinisch-technischen Bereich. Mit einem zusätzlichen Ultraschall „nur mal schnell im Bauch nach dem rechten sehen“, das wird bis 2021 also tatsächlich ein Ende haben. Im Rahmen der vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft bleiben die drei sogenannten „Basisultraschalluntersuchungen“ natürlich weiterhin erlaubt.

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Quellen:

Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V.: Neue Strahlenschutzverordnung. Ist Ultraschall in der Schwangerschaft gefährlich? – DEGUM-Experten weisen Kritik zurück. In: www.degum.de. https://www.degum.de/aktuelles/presse-medien/pressemitteilungen/im-detail/news/neue-strahlenschutzverordnung.html (letzter Zugriff: 01.02.2019)

Redaktion aerzteblatt.de: Fachgesellschaft betont Unbedenklichkeit des Ultraschalls in der Schwangerschaft. In: aerzteblatt.de, https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=100736&s=Ultraschall (letzter Zugriff: 01.02.2019)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Auch der Einsatz von Lasern zu kosmetischen oder sonstigen nichtmedizinischen Zwecken wird erstmals geregelt. Pressemitteilung vom 05.09.2018. https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundeskabinett-beschliesst-verordnung-zur-weiteren-modernisierung-des-strahlenschutzrechts/ (letzter Zugriff: 01.02.2019)

5 Wahrheiten über das Wochenbett, die dir sonst keiner verrät

Darauf solltest du vorbereitet sein.

Die Geburt ist eine extreme Belastung, die an keinem ganz spurlos vorüber geht: körperlich und emotional. Diese Wahrheiten über das Wochenbett sollten alle Mütter kennen.

So einen Babybauch hast du noch nie gesehen

Eine Drillings-Mama dokumentiert ihre Schwangerschaft.

Die Norwegerin Maria ist schwanger – und zwar mit Drillingen. Auf dem Instagram-Account „triplets_of_copenhagen“ dokumentiert sie ihr Schwangerschaft. Schau dir die Bilder im Video an: Es ist erstaunlich, was der Körper leisten kann!

Ambulante Geburt: Ablauf, Vor- und Nachteile

Die ambulante ist der ideale Mittelweg für Frauen, die Krankenhäuser zwar nicht mögen, aber nicht auf die Sicherheit durch Ärzte verzichten wollen. Was dich bei einer ambulanten Geburt genau erwartet, erfährst du hier.

Neugeborenes liegt auf einer Decke
Ist eine ambulante Geburt auch etwas für dich? ©Bigstock/nestea06

Ambulante Geburt: Was ist das?

Eine ambulante Geburt bedeutet, dass du gemeinsam mit deinem Neugeborenen das Krankenhaus schon drei bis sechs Stunden nach der Entbindung wieder verlässt. Die Geburt, die Vorbereitung und die medizinische Versorgung sind bei der ambulanten Geburt genau gleich wie bei der stationären. Wenn du ambulant entbindest wirst du zuhause dann von einer Nachsorgehebamme regelmäßig betreut und versorgt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Geburt ohne Komplikationen verlaufen und bei dir und deinem Baby gesundheitlich alles in Ordnung ist.

Im Vergleich dazu bleiben Mutter und Kind bei der stationären Geburt noch zur Erholung und für weitere Nachfolgeuntersuchungen weitere drei bis fünf Tage im Krankenhaus.

Alternative Geburtshaus

Wenn du dich für eine ambulante Geburt entschieden hast, aber nicht im Krankenhaus entbinden willst, dann sind Geburtshäuser eine Alternative. Hier haben sich freiberufliche Hebammen zusammengeschlossen und betreiben das Geburtshaus zusammen, manchmal auch in enger Zusammenarbeit mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Zwar ist die medizinische Ausrüstung etwas überschaubarer als im Krankenhaus, aber ein Sauerstoff- und CTG-Überwachungsgerät sollten auf jeden Fall zur Verfügung stehen. Oft sind die Geburtshäuser nicht weit von Krankenhäusern entfernt, sodass dich im Notfall ein Arzt schnell betreuen kann. Die meisten Geburtshäuser bieten auch zusätzlich Geburtsvorbereitungskurse und Vorsorgeuntersuchungen an.

 

Ambulante Geburt: Vor- und Nachteile

Ambulant entbinden bietet Schwangeren einerseits die gleiche Sicherheit wie eine stationäre Geburt. Die Hebammen, Ärzte und die technische Ausstattung stehen für eine schnelle medizinische Versorgung bei möglichen Komplikationen bereit. Andererseits kannst du schon kurz nach der Geburt mit deinem Kind in deine eigenen vier Wände zurück. Die ambulante Geburt ist deswegen für manche Mütter eine attraktive Lösung.

Ambulant entbinden hat allerdings auch Nachteile. Wenn du dich für eine ambulante Geburt entscheidest, musst du vorher mehr organisieren und planen. Alles, was sonst im Krankenhaus in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt erledigt wird, muss nun daheim geschehen. Deshalb sollte schon am ersten Tag nach der Entlassung eine Hebamme vorbeikommen. Sie hilft bei kleinen Alltagsproblemchen, kontrolliert deine Rückbildung, eventuelle Geburtsverletzungen und versorgt den Nabel deines Babys. Zusätzlich steht noch die U2-Untersuchung an, die du bei einer ambulanten Geburt ebenfalls selbst organisieren musst.

Wie man schließlich entbinden möchte, ist eine sehr persönliche Entscheidung. Gerade beim ersten Kind trauen sich werdende Mütter eine ambulante Geburt nicht zu. Manchmal wird der hektische Krankenhausalltag als störend empfunden. Andere Mütter entscheiden sich gerade wegen der Rund-um-die-Uhr-Betreuung im Krankenhaus für eine stationäre Entbindung. „Ich konnte mich ganz auf mein Baby konzentrieren, die Profis mit Fragen löchern und zwar rund um die Uhr“, erzählt auch Katharina vom Blog „Stadt-Land-Mama“.

Weitere interessante Fragen rund um die Themen Stadt vs. Land, Vereinbarkeit und Mom-Shaming, findest du hier: Interview mit Katharina und Lisa von „Stadt Land Mama“.

Ambulante Geburt: Was muss ich beachten?

Auch bei einer ambulanten Geburt wird die U1-Untersuchung noch im Krankenhaus gemacht. Für die U2-Untersuchung (zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag) ist bei der ambulanten Entbindung – wie auch bei der stationären – ein Kinderarzt zuständig.  Hier wird das Neugeborene komplett durchgecheckt: Sind innere Organe, Geschlechtsorgane, Haut, Hüftgelenke und Reflexe in Ordnung? Kann das Baby verschiedene Töne und Lautstärken wahrnehmen? Hat es eventuell Gelbsucht? Außerdem werden dem Baby ein paar Tropfen Blut aus der Ferse entnommen, um mögliche Stoffwechselstörungen festzustellen. Da du dir bei einer ambulanten Geburt die U2 selbst organisieren musst, vereinbare am besten schon vor der Geburt einen Termin bei einem Kinderarzt.

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Ambulante Geburt: Tipps für zuhause

#1 Gönn‘ dir eine Auszeit
Auch wenn du dich nach der Geburt fit fühlst und glaubst Berge versetzten zu können, mute dir nicht zu viel zu. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt brauchst du Ruhe.

#2 Unterstützung suchen
Einkaufen, kochen, Wäsche waschen, ältere Geschwister versorgen: Wer erledigt das alles? Verteile solche Aufgaben am besten schon vor der Geburt an deinen Partner, Freunde oder Familienmitglieder. Oma und Opa helfen sicher auch gerne.

#3 Organisation ist alles
Sorge am besten schon vor der Geburt für ausreichend große Binden für den Wochenfluss, eine wasserdichte Unterlage zum Schutz deines Bettes und eventuell Einmalslips. Wenn du stillst, sorge für eine Möglichkeit deine eventuell wunden Brustwarzen zu kühlen. Mehr zu diesem Thema und was gegen wunde Brustwarzen helfen kann, liest du hier: Wunde Brustwarzen durch Stillen vermeiden.

#4 Nicht zu viel Besuch
Achte darauf, dass in den ersten Tagen nicht zu viel Besuch zu dir kommt, und schon gar nicht unangemeldet. Wenn die “frisch gebackenen Großeltern” ihr Enkelkind betrachten wollen, wäre es doch schön, wenn sie gleich einen Kuchen zum Kaffee mitbringen würden.

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Quellen:

Trieb, Traude (2018): Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe Und Unzer

Krause, Marion (2006): Wir erwarten ein Baby. Schwangerschaft und Geburt. Family Media, S. 103

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ambulante Geburt in Klinik oder Geburtshaus. https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/geburt/geburtsort/ambulante-geburt/, (letzter Zugriff: Jänner 2019)

Stadt-Land-Mama (2015): Ambulante Geburt – Für mich war das nichts. https://www.stadtlandmama.de/content/ambulante-geburt-f%C3%BCr-mich-war-das-nichts, letzter Zugriff: Jänner 2019)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: U2-Untersuchung – 3. bos 10. Lebenstag. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/frueherkennung-u1-u9-und-j1/untersuchungen-u1-bis-u9/u2-untersuchung/, (letzter Zugriff: Jänner 2019)

Frauen mit diesen Vornamen werden 2019 schwanger

Darfst du dich bald über eine positiven Schwangerschaftstest freuen?

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Neues Jahres, neues Glück: Frauen mit diesen Vornamen werden 2019 am wahrscheinlichsten schwanger. Und das ist keine Hellseherei, sondern reine Wissenschaft! Ist dein Name dabei? Im Video erfährst du es.

Magnesium Schwangerschaft: Muss ich wirklich zusätzlichen Präparate einnehmen?

In der Schwangerschaft spielt Magnesium eine wichtige Rolle für die Entwicklung deines Babys. Doch muss man wirklich zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen und wie erkennt man einen Magnesiummangel? Hier findest du alle Infos.

Magnesium Schwangerschaft: Schwangere nimmt Magnesiumpräperate
Muss ich zusätzlich Magnesium in der Schwangerschaft nehmen? Die Experten sind sich uneinig. © Bigstock / Achi_Studio

Magnesium Schwangerschaft: Warum brauche ich Magnesium?

Magnesium ist ein echter Tausendsassa! Es trägt zum Aufbau von Zähnen und Knochen bei, weitet die Gefäße, sorgt für eine gute Sauerstoffsättigung im Blut und entspannt die Muskulatur. Kein Wunder, dass dein Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft ansteigt, schließlich müssen sowohl die Plazenta, als auch dein Baby bestmöglich versorgt werden.

Wie viel Magnesium in der Schwangerschaft brauche ich?

Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Frauen ab 25 Jahren eine Tagesdosis von 300 Milligramm Magnesium empfiehlt, ist sie bei werdenden Mamas mit etwa 310 Milligramm etwas, bei stillenden Frauen mit 390 Milligramm sogar deutlich höher. Magnesium wird in der Schwangerschaft übrigens vermehrt über den Urin ausgeschieden. Grund genug also, auf eine ausreichende Zufuhr zu achten!

Magnesium Schwangerschaft: Wie kann ich einen Magnesiummangel erkennen?

Ein Magnesiummangel stellt immer ein Risiko für die Schwangerschaft dar. Der Mineralstoff entspannt nämlich die Gebärmuttermuskulatur und trägt dazu bei, die Schwangerschaft stabil zu halten. Bei vorzeitigen Wehen oder Schwangerschaftserkrankungen wie Präeklampsie kommt Magnesium im Rahmen der medikamentösen Therapie häufig zum Einsatz. Manche Ärzte verschreiben in der Frühschwangerschaft sogar vorsorglich Magnesiumpräparate.

Magnesiummangel erkennen

Ein Magnesiummangel macht sich meist recht deutlich bemerkbar. Erkennst du eines der folgenden Anzeichen an dir selbst wieder, solltest du deinen Frauenarzt unbedingt darauf aufmerksam machen:

  • Muskelkrämpfe, vor allem die nächtlichen Wadenkrämpfe sind symptomatisch
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Schwindel
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Herzrasen, Rhythmusstörungen
  • Verstopfung und Bauchkrämpfe, manchmal auch Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • vermehrte Gebärmutterkontraktionen
  • frühzeitige Wehentätigkeit

Magnesium Schwangerschaft: Lebensmittel mit Magnesium

Mit Hilfe einer gesunden und ausgewogenen Ernährung stellt die ausreichende Aufnahme von Magnesium auch während der Schwangerschaft eher selten ein Problem dar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir aus einem reichhaltigen Angebot an Nahrungsmitteln auswählen können. Als werdende Mama solltest du folgende Lebensmittel mit Magnesium in der Schwangerschaft am besten regelmäßig in deinen Speiseplan integrieren:

Lebensmittel mit Magnesium

  • grünes Gemüse, Karotten, Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte wie zum Beispiel Bohnen, Linsen und Erbsen
  • Nüsse, Samen und Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse, Cashew, Sesamsamen…)
  • Vollreis
  • Bananen, Himbeeren und andere Beeren
  • Vollkornprodukte
  • Fleisch
  • Milch und Milchprodukte
  • mit Magnesium angereichertes Mineralwasser

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Magnesium Schwangerschaft: Soll ich Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Experten sind sich uneinig, ob Magnesium in der Schwangerschaft prinzipiell vorsorglich eingenommen werden sollte, gerade um Präeklampsie zu verhindern, oder nur im Bedarfsfall. So kommt es vor, dass manche Frauenärzte schon in der Frühschwangerschaft die Einnahme von Magnesium empfehlen, andere wiederum erst im Akutfall, sobald Beschwerden auftreten und das Blutbild einen Mangel ausweist.

Die Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. empfiehlt jeder Schwangeren eine Ergänzung von 240–480 mg (10–20 mmol) Magnesium pro Tag.  Außerdem gibt sie folgende Empfehlung: „Die Magnesiumsupplementierung sollte so früh wie möglich beginnen und bis zur Geburt und darüber hinaus fortgesetzt werden, da auch in der Stillzeit der Magnesiumbedarf erhöht ist. Es ist nicht sinnvoll, die Magnesiumsupplementierung einige Wochen vor der Geburt abzusetzen, da ein Einfluss auf den Beginn spontaner Wehentätigkeit am Termin nicht festgestellt werden konnte.“

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. sieht allerdings keine Notwendigkeit für eine prophylaktische Einnahme solcher Präparate: „In einigen Gegenden auf der Welt wurde der Nutzen für die Verhinderung der Präeklampsie in Studien gezeigt. In Deutschland besteht bei normal-gesunder Ernährung in der Regel kein Mangel an solchen Substanzen. Von daher kann die Einnahme der (z. T. teuren) Präparate alleine zur Verhinderung einer Präeklampsie nicht empfohlen werden. Eine schädigende Wirkung geht von solchen in der Diskussion befindlichen Präparaten jedoch meist auch nicht aus.“

Nebenwirkungen von Magnesium in der Schwangerschaft

Eine Überdosierung mit Magnesium können durchaus unangenehm sein, sind aber leicht behandelbar. Laut Prof. Dr. med. Ludwig Spätling vom Frauenklinikum Fulda sind die häufigsten Nebenwirkungen von Magnesium Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, die aber durch eine gleichmäßige Verteilung der Einnahme über den Tag leicht behebbar sind.

Wann sollte ich kein Magnesium einnehmen?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn du Probleme mit deinen Nieren hast, solltest du keine zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen. Achte außerdem darauf, dass wenn du Calcium-, Eisen- oder Schilddrüsentabletten nimmst, du zwischen den Einnahmen mindestens zweieinhalb Stunden Zeit verstreichen lässt.

Magnesium in der Schwangerschaft ist unbestritten wichtig. Dennoch solltest du nicht einfach wahllos Präparate auf eigene Faust nehmen, sondern den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit deinem behandelnden Arzt absprechen. Nur anhand eines Blutbildes kann ein Magnesiummangel einwandfrei festgestellt werden.


Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Empfohlene Zufuhr von Magnesium in allen Altersgruppen

FRAUENARZT 10/2015: Magnesiumsupplementation in der Schwangerschaft, 2015

Frauenärzte im Netz. Herausgegeben vom Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie: Prävention

Körner, U. & Rösch, R.: Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit. Georg Thieme Verlag, 2014

Mändle, C. & Opitz-Kreuter, S.: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, 2014