Magnesium Schwangerschaft: Muss ich wirklich zusätzlichen Präparate einnehmen?

In der Schwangerschaft spielt Magnesium eine wichtige Rolle für die Entwicklung deines Babys. Doch muss man wirklich zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen und wie erkennt man einen Magnesiummangel? Hier findest du alle Infos.

Magnesium Schwangerschaft: Schwangere nimmt Magnesiumpräperate
Muss ich zusätzlich Magnesium in der Schwangerschaft nehmen? Die Experten sind sich uneinig. © Bigstock / Achi_Studio

Magnesium Schwangerschaft: Warum brauche ich Magnesium?

Magnesium ist ein echter Tausendsassa! Es trägt zum Aufbau von Zähnen und Knochen bei, weitet die Gefäße, sorgt für eine gute Sauerstoffsättigung im Blut und entspannt die Muskulatur. Kein Wunder, dass dein Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft ansteigt, schließlich müssen sowohl die Plazenta, als auch dein Baby bestmöglich versorgt werden.

Wie viel Magnesium in der Schwangerschaft brauche ich?

Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Frauen ab 25 Jahren eine Tagesdosis von 300 Milligramm Magnesium empfiehlt, ist sie bei werdenden Mamas mit etwa 310 Milligramm etwas, bei stillenden Frauen mit 390 Milligramm sogar deutlich höher. Magnesium wird in der Schwangerschaft übrigens vermehrt über den Urin ausgeschieden. Grund genug also, auf eine ausreichende Zufuhr zu achten!

Magnesium Schwangerschaft: Wie kann ich einen Magnesiummangel erkennen?

Ein Magnesiummangel stellt immer ein Risiko für die Schwangerschaft dar. Der Mineralstoff entspannt nämlich die Gebärmuttermuskulatur und trägt dazu bei, die Schwangerschaft stabil zu halten. Bei vorzeitigen Wehen oder Schwangerschaftserkrankungen wie Präeklampsie kommt Magnesium im Rahmen der medikamentösen Therapie häufig zum Einsatz. Manche Ärzte verschreiben in der Frühschwangerschaft sogar vorsorglich Magnesiumpräparate.

Magnesiummangel erkennen

Ein Magnesiummangel macht sich meist recht deutlich bemerkbar. Erkennst du eines der folgenden Anzeichen an dir selbst wieder, solltest du deinen Frauenarzt unbedingt darauf aufmerksam machen:

  • Muskelkrämpfe, vor allem die nächtlichen Wadenkrämpfe sind symptomatisch
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Schwindel
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Herzrasen, Rhythmusstörungen
  • Verstopfung und Bauchkrämpfe, manchmal auch Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • vermehrte Gebärmutterkontraktionen
  • frühzeitige Wehentätigkeit

Magnesium Schwangerschaft: Lebensmittel mit Magnesium

Mit Hilfe einer gesunden und ausgewogenen Ernährung stellt die ausreichende Aufnahme von Magnesium auch während der Schwangerschaft eher selten ein Problem dar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir aus einem reichhaltigen Angebot an Nahrungsmitteln auswählen können. Als werdende Mama solltest du folgende Lebensmittel mit Magnesium in der Schwangerschaft am besten regelmäßig in deinen Speiseplan integrieren:

Lebensmittel mit Magnesium

  • grünes Gemüse, Karotten, Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte wie zum Beispiel Bohnen, Linsen und Erbsen
  • Nüsse, Samen und Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse, Cashew, Sesamsamen…)
  • Vollreis
  • Bananen, Himbeeren und andere Beeren
  • Vollkornprodukte
  • Fleisch
  • Milch und Milchprodukte
  • mit Magnesium angereichertes Mineralwasser

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Magnesium Schwangerschaft: Soll ich Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Experten sind sich uneinig, ob Magnesium in der Schwangerschaft prinzipiell vorsorglich eingenommen werden sollte, gerade um Präeklampsie zu verhindern, oder nur im Bedarfsfall. So kommt es vor, dass manche Frauenärzte schon in der Frühschwangerschaft die Einnahme von Magnesium empfehlen, andere wiederum erst im Akutfall, sobald Beschwerden auftreten und das Blutbild einen Mangel ausweist.

Die Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. empfiehlt jeder Schwangeren eine Ergänzung von 240–480 mg (10–20 mmol) Magnesium pro Tag.  Außerdem gibt sie folgende Empfehlung: „Die Magnesiumsupplementierung sollte so früh wie möglich beginnen und bis zur Geburt und darüber hinaus fortgesetzt werden, da auch in der Stillzeit der Magnesiumbedarf erhöht ist. Es ist nicht sinnvoll, die Magnesiumsupplementierung einige Wochen vor der Geburt abzusetzen, da ein Einfluss auf den Beginn spontaner Wehentätigkeit am Termin nicht festgestellt werden konnte.“

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. sieht allerdings keine Notwendigkeit für eine prophylaktische Einnahme solcher Präparate: „In einigen Gegenden auf der Welt wurde der Nutzen für die Verhinderung der Präeklampsie in Studien gezeigt. In Deutschland besteht bei normal-gesunder Ernährung in der Regel kein Mangel an solchen Substanzen. Von daher kann die Einnahme der (z. T. teuren) Präparate alleine zur Verhinderung einer Präeklampsie nicht empfohlen werden. Eine schädigende Wirkung geht von solchen in der Diskussion befindlichen Präparaten jedoch meist auch nicht aus.“

Nebenwirkungen von Magnesium in der Schwangerschaft

Eine Überdosierung mit Magnesium können durchaus unangenehm sein, sind aber leicht behandelbar. Laut Prof. Dr. med. Ludwig Spätling vom Frauenklinikum Fulda sind die häufigsten Nebenwirkungen von Magnesium Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, die aber durch eine gleichmäßige Verteilung der Einnahme über den Tag leicht behebbar sind.

Wann sollte ich kein Magnesium einnehmen?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn du Probleme mit deinen Nieren hast, solltest du keine zusätzlichen Magnesiumpräparate einnehmen. Achte außerdem darauf, dass wenn du Calcium-, Eisen- oder Schilddrüsentabletten nimmst, du zwischen den Einnahmen mindestens zweieinhalb Stunden Zeit verstreichen lässt.

Magnesium in der Schwangerschaft ist unbestritten wichtig. Dennoch solltest du nicht einfach wahllos Präparate auf eigene Faust nehmen, sondern den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit deinem behandelnden Arzt absprechen. Nur anhand eines Blutbildes kann ein Magnesiummangel einwandfrei festgestellt werden.


Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Empfohlene Zufuhr von Magnesium in allen Altersgruppen

FRAUENARZT 10/2015: Magnesiumsupplementation in der Schwangerschaft, 2015

Frauenärzte im Netz. Herausgegeben vom Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie: Prävention

Körner, U. & Rösch, R.: Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit. Georg Thieme Verlag, 2014

Mändle, C. & Opitz-Kreuter, S.: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, 2014

Vena-cava-Syndrom: Darum sollten Schwangere nicht auf dem Rücken liegen

Beim Vena-cava-Syndrom kommt es bei dir zu einer Unterbrechung des Blutkreislaufes. Auch die Blutversorgung des Babys wird dadurch gestört. Wie gefährlich das wirklich ist, erklären wir hier.

Schwangere Frau hält ihren Babybauch liebevoll
Wie gefährlich ist das Vena für das Baby? ©Bigstock/Natalia Deriabina

Vena-cava-Syndrom: Ursachen

Das Vena-cava-Syndrom, oder auch Vena-cava-Kompressionssyndrom, ist eine Kreislaufstörung, die häufig – aber nicht ausschließlich – in der Schwangerschaft auftritt. Dabei kommt es bei der Mutter zu einem plötzlichen Blutdruckabfall, weil die Hohlvene (Vena Cava), die hinter der Gebärmutter verläuft, abgedrückt wird. Die Hohlvenen sind ein wichtiger Teil des Blutkreislaufs. Sie transportieren sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen, von wo es zur Lunge gepumpt wird, um dort Kohlendioxid abzugeben und Sauerstoff aufzunehmen. Wird der Blutrückstrom zum Herzen behindert, kommt es bei der Mutter zu Kreislaufproblemen. Es dauert allerdings in etwa drei bis sieben Minuten bis der Blutdruck messbar abfällt.

Vena-cava-Syndrom: Ab welcher SSW tritt es auf?

Das Vena-cava-Syndrom tritt häufig gegen Ende der Schwangerschaft auf, etwa ab der 30. SSW (aber auch früher möglich), wenn die Gebärmutter und das Kind schon recht schwer sind. Vor allem in der Rückenlage kann die Hohlvene leicht abgedrückt werden. Daher wird von einer Rückenlage in der Schwangerschaft abgeraten. Am besten schlafen Schwangere auf der linken Seite.

Vena-cava-Syndrom: Symptome

Das Gute, es gibt beim Vena-cava-Syndrom Symptome, die du gut zuordnen und denen du schnell entgegenwirken kannst. Der Körper reagiert auf die abgeklemmte Hohlvene mit verschiedenen Mechanismen. Die Symptome sind:

  • plötzlicher Blutdruckabfall
  • Schwindel
  • Kalter Schweiß
  • Übelkeit
  • Kaltes Gefühl im Nacken
  • Blässe
  • Ohnmachtsanfall (in schweren, seltenen Fällen)
  • Herzrasen
  • Atemnot

So kannst du die Hohlvene in der Schwangerschaft entlasten

Sobald du diese Symptome des Vena-cava-Sydroms bemerkst, solltest du sofort reagieren und die Hohlvene entlasten. In vielen Fällen genügt das bloße Aufsetzen in eine aufrechte Position oder das Drehen auf die Seite. Schwangere Frauen im letzten Trimester (ab der 28. Schwangerschaftswoche) sollten längere flache Rückenlagen vermeiden. Oft werden Patientinnen auf die linke Seite gedreht, dadurch verlagert sich die Gebärmutter weg von der unteren Hohlvene, die leicht in der rechten Körperhälfte verläuft. Manchmal wird zusätzlich die rechte Hüfte angehoben und ein Kissen oder ähnliches untergelegt. Auf diese Weise kann das Blut leichter zum Herzen zurückströmen.

Wirkt die Umlagerung nicht und kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Schock, muss allerdings sofort ein Notarzt kontaktiert werden. Im Krankenhaus wird der Kreislauf der Mutter stabilisiert und das Kind untersucht. Durch die Kardiotokografie (CTG) wird der Herzschlag des Kindes aufgezeichnet. Sollte die Durchblutung zu lange unterbrochen worden sein und so lebensgefährliche Auswirkungen auf das Baby gehabt haben, muss sofort ein Kaiserschnitt vorgenommen werden.

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Vena-cava-Syndrom: Gefährlich für das Baby?

Mutter und Kind sind durch die Nabelschnur und über den mütterlichen Blutkreislauf miteinander verbunden. In der Schwangerschaft wird es im Bauch über das mütterliche Blut über die Plazenta mit Sauerstoff versorgt. Das Baby ist also ebenfalls auf die Funktion der unteren Hohlvene angewiesen. Folglich wirkt sich auch das Vena-cava-Syndrom direkt auf das Kind aus. Der plötzliche Blutdruckfall kann auch eine Durchblutungsstörung der Plazenta verursachen, mit der Folge, dass die Herztöne des Kindes langsamer werden. Doch die Kreislaufstörung ist nur in den extremsten Fällen für beide lebensbedrohlich. Die Beschwerden lassen sich meist rasch beheben.

Vena-cava-Syndrom: Wie kann ich vorbeugen?

Leider gibt es keine sichere Methode dem Vena-cava-Syndrom vorzubeugen. Du kannst regelmäßig deine Liegeposition ändern und vorwiegend in der linken Seitenlage liegen. Schwangere liegen meist intuitiv auf dieser Seite. Dadurch kannst du nicht nur besser der Kreislaufstörung vorbeugen, sondern dadurch liegt auch das Kind in einem etwas günstigeren Winkel zum Beckeneingang.

Die Seitenlage wird allerdings angenehmer, wenn du ein kleines Kissen unter deinen Babybauch legst und ihn damit entlastet. Ein Stillkissen längs vor dein Bein legen funktioniert auch. Das andere Bein kannst du nun etwas vorschieben und auf dem Kissen ablegen.

Solltest du trotzdem lieber auf dem Rücken liegen, solltest du mit deinem Oberkörper leicht erhöht liegen.

Quellen:

Christine Mändle, Sonja Opitz-Kreuter: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe, Schattauer Verlag, Stuttgart 2007.

Franz Kainer, Annette Nolden: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, Gräfe Und Unzer, München 2018.

Prof. Dr. med. Klaus Diedrich, u.a.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Verlag, Berlin 2007.

Saugglockengeburt

Eine Saugglockengeburt wird nur sehr selten notwendig. Wie sie abläuft und was das für dein Kind bedeutet, erfährst du hier.

Mutter hält ihr Neugeborenes im Arm
Wann ist eine Geburt mit der Saugglocke notwendig? ©Bigstock / kipgodi

Saugglockengeburt: Was ist das?

Bei der Saugglockengeburt (oder auch Vakuum-Extraktion) wird das Baby mit Hilfe einer Saugglocke zur Welt gebracht. Die Saugglocke besteht aus einer kleinen Schale aus Silikon oder Metall, die mit einer Pumpe verbunden wird. Mit der Pumpe lässt sich ein Unterdruck erzeugen. Dadurch haftet die Saugglocke am Hinterkopf des Ungeborenen und es kann aus dem Geburtskanal herausgezogen werden.

In Deutschland kam 2017 nur bei knapp sechs Prozent der Geburten die Saugglocke zum Einsatz, so das statistische Bundesamt.

Wann ist eine Geburt mit der Saugglocke notwendig?

Eine Saugglockengeburt wird vorgenommen, wenn die Geburt schnell beendet werden muss, etwa weil

  • das Baby ungünstig im Geburtskanal liegt und allein nicht weiter nach unten kommt
  • das Kind am Ende der Geburt auffällige Stressreaktionen zeigt
  • die Mutter zu erschöpft zum Pressen ist oder Fieber bekommt
  • oder sich die letzte Geburtsphase sehr lange hinziehen

Saugglockengeburt: Voraussetzungen

Allerdings ist eine Saugglockengeburt nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  1. der Muttermund ist vollständig eröffnet
  2. die Fruchtblase ist bereits gesprungen oder wurde geöffnet
  3. der Kopf des Kindes befindet sich mit seinem größten Durchmesser im kleinen Becken
  4. das Baby ist mit Zange oder Saugglocke gut erreichbar
  5. das Kind befindet sich in Schädellage

Saugglockengeburt: So läuft die Geburt mit der Saugglocke ab

Falls die Mutter bei der Geburt noch keine PDA bekommen hat, wird der Beckenboden lokal betäubt. Du wirst also nur wenig davon mitbekommen, wenn dir die Saugglocke eingeführt wird.

Nun legt der Arzt eine Saugglocke am Kopf des Kindes an. Mit Hilfe der Pumpe wird ein Unterdruck in der Saugglocke erzeugt, sodass sie fest an dem Köpfchen anhaftet. Der Arzt kontrolliert, ob sie richtig am Kopf des Kindes sitzt und keine Weichteile der Mutter mit der Saugglocke erfasst wurden. Dann wird ein Probezug gemacht. Damit wird geprüft, ob die Saugglocke ausreichend festsitzt und der kindliche Kopf dem Zug folgt.

Der Arzt wird nun bei der nächsten Wehe und während die Mutter presst, vorsichtig an der Glocke ziehen und dem Baby aus dem Geburtskanal heraushelfen. Sobald der Kopf des Kindes geboren ist, wird die Saugglocke abgenommen. Der restliche Körper des Babys kann nun wie bei einer natürlichen Entbindung geboren werden.

Nach der Saugglockengeburt wird die Mutter natürlich gründlich untersucht. Hat die Entbindung Scheidenverletzungen verursacht, werden diese sofort fachgerecht versorgt.

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Saugglockengeburt: Folgen für dich und das Baby

Das Risiko bei einer Saugglockengeburt ist tatsächlich ziemlich gering. Um dem Baby die Geburt zusätzlich zu erleichtern, wird in der Regel auch ein Dammschnitt gesetzt. Was du darüber wissen musst haben wir in diesem Artikel zusammengefasst: Dammschnitt (Episiotomie). Angst vor Schmerzen brauchst du deswegen aber nicht haben.

Durch die Saugglocke hat das Kind nach der Geburt allerdings eine Schwellung in der Größe der verwendeten Glocke am Kopf. Ein weit verbreiteter Irrglaube besteht darin, dass sich die Kopfform des Kindes dadurch dauerhaft verändert. Das stimmt jedoch nicht. Die Schwellung am Kopf ist in der Regel harmlos und bildet sich innerhalb von zwei bis vier Tagen wieder zurück. Außerdem kann dein Kind so eine stärkere Neugeborenen-Gelbsucht entwickeln. Weitere Informationen zu dem Thema findest du hier: Gelbsucht bei Neugeborenen erkennen und behandeln.

Gibt es Risiken für mein Baby?

In seltenen Fällen kann es bei der Saugglockengeburt durch die Nutzung des Unterdrucks zu Druckschwankungen im Kopf des Kindes kommen. Das kann Hirnblutungen verursachen. Aus diesem Grund wird bei Frühgeburten keine Saugglocke verwendet, da bei ihnen das Risiko einer Blutung erhöht ist.

Saugglockengeburt: Was sind die Alternativen?

Neben der Saugglocke kann auch eine Geburtszange zum Einsatz kommen, wenn die Geburt ins Stocken geraten ist. Hier wird das Neugeborene mithilfe einer Zange, die aus zwei Löffeln besteht, auf die Welt gebracht. Welches der beiden Instrumente verwendet wird, hängt von dem behandelnden Arzt und seiner Erfahrung ab. Oftmals wird die Zangengeburt der Saugglockenentbindung vorgezogen, da sie im Notfall schneller durchgeführt werden kann. Da das Verletzungsrisiko hier jedoch höher ist, ist nicht nur mehr Erfahrung, sondern auch technisches Geschick vom Geburtshelfer gefragt.

Keine Alternative ist hier ein Kaiserschnitt. Wenn sich der Kopf des Kindes bereits zu tief im Geburtskanal befindet, ist ein Kaiserschnitt nicht mehr möglich.

Quellen:

Silvia Höfer, Nora Szász: Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, Gräfe Und Unzer, München 2012.

Silvia Höfer, Alenka Scholz: Meine Schwangerschaft: Tag für Tag faszinierende Bilder und umfassender Rat, Gräfe Und Unzer, München 2014.

Franz Kainer, Annette Nolden: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, Gräfe Und Unzer, München 2018.

Birgit Laue: 1000 Fragen an die Hebamme, Gräfe Und Unzer, München 2008.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Saugglocken- und Zangengeburt, https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/geburt/medizinische-eingriffe/saugglocken-und-zangengeburt/ (Abrufdatum: 14.11.2018)

Onmeda: Zangengeburt, Saugglocken­entbindung, https://www.onmeda.de/geburt/zangengeburt.html (Abrufdatum: 14.11.2018)

Statistisches Bundesamt: Krankenhausentbindungen 2017, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/09/PD18_349_231.html (Abrufdatum: 04.12.2018)

Studie: Ist Schwangerschaft ansteckend?

Kaum ist die Erste aus dem Freundeskreis schwanger, scheint ein regelrechter Babyboom auszubrechen. Aber warum ist das so? Diese Studie hat die Antwort darauf.

Schwangere Frauen halten ihren Babybach
Ist Schwangerschaft ansteckend? ©Bigstock/VadimGuzhva

Babyfieber: Wie sehr lässt sich unser Kinderwunsch beeinflussen?

Diese Frage haben sich zwei Wissenschaftlerinnen aus Amerika gestellt und kommen zu einem klaren Ergebnis: Ja. Sie haben für ihre Studie zehn Jahre lang die Daten von insgesamt 1.720 Frauen gesammelt und die Datenanalyse bestätigte ihre Annahme: Die Kinderpläne befreundeter Menschen haben einen Einfluss auf den eigenen Babywunsch. Mehr als die Hälfte der befreundeten Frauen haben bis zum Ende des Experiments ein Kind auf die Welt gebracht haben.

Der Grund: Menschen würden sich an die Verhaltensmuster ihres engen Umkreises anpassen. Dies trifft auch auf die Kinderpläne zu. Wenn eine enge Freundin also ein Kind bekommt, kann das in einem selbst Muttergefühle auslösen. Die Elternkompetenz anderer kann ein weiterer Auslöser sein. Wenn man also sieht, dass die Freunde das Eltern-sein gut meistern, nimmt die eigene Angst ab, als Mama eventuell zu Versagen. Wenn man sowieso schon länger Kinderpläne hatte, möchte man laut Studie mit dem Tempo der anderen mithalten und nicht „übrigbleiben“, weswegen man die Kinderplanung eventuell beschleunigt und schneller schwanger wird.

Je enger die Freundschaften dabei sind, desto mehr beeinflussen sie die eigenen Entscheidungen und sogar die Anzahl der Kinder. Denn wenn eine enge Freundin gut mit zwei oder drei Kindern umgehen kann, dann geht man auch davon aus, es selbst auch gut zu schaffen.

Dieses Phänomen gilt übrigens nicht für schwangere Frauen in der Familie, allerdings konnten deutsche Forscher einen ähnlichen Effekt unter Arbeitskolleginnen feststellen.

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„Kettenreaktion“ unter Kolleginnen

Ein deutsches Forscherteam der Universität Bamberg hat sich ebenfalls die Frage gestellt, ob Schwager-Sein eventuell „ansteckend“ sein könnte und untersuchte, ob sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, erstmalig schwanger zu werden, nachdem eine Arbeitskollegin Mama geworden ist. Dabei wurden die Daten von rund 42.000 Frauen in 7.560 Betrieben analysiert.

Und auch hier lautet die Antwort: Ja. Laut der Studie könnten erwerbstätigte Frauen, die sich für ein Kind entscheiden, eine Art Kettenreaktion unter ihren Kolleginnen auslösen. Der „Ansteckungseffekt“ sei dabei ein Jahr nachdem eine Kollegin entbunden habe am größten. Genauer gesagt nahezu doppelt so hoch. Dabei stärke die Interaktion mit schwangeren Kolleginnen und ihren Neugeborenen sowohl den Kinderwunsch selbst als auch das Selbstvertrauen bei schon vorhandenem Kinderwunsch. Nach dem Motto: „Wenn die Kollegin Karriere und Kind unter einen Hut bekommt, schaffe ich das auch.“ Besonders groß war die „Ansteckungsgefahr“ übrigens, wenn der Altersunterschied zwischen den Kolleginnen maximal zwei Jahre betrug.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Wann wird es gefährlich?

Es schmerzt im Rücken, jede Bewegung wird zur Qual. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft zählen zu den Top-Beschwerden während der besonderen Umstände. Hier findest du alle Infos darüber, was meist die Ursachen der Schmerzen im Rücken sind, wie du sie selbst lindern kannst und wann du zum Arzt gehen solltest.

Wenn du schnelle Hilfe suchst, kannst du dir auch im Video von dem Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht die 4 besten Übungen gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft zeigen lassen:

Die 3 Hauptgründe für Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Es gibt drei große Veränderungen während einer Schwangerschaft, die die Hauptgründe sind, warum Rückenschmerzen gerade in der Schwangerschaft so häufig auftreten:

  1. Hormonelle Veränderung
  2. Veränderung der Statik durch das wachsende Baby
  3. Veränderung der Muskeln

Während dir die Hormonumstellung vor allem zu Beginn der Schwangerschaft Schmerzen im Rücken- und Beckenbereich bescheren kann, schlägt das zusätzliche Gewicht von Gebärmutter, Mutterkuchen, Fruchtwasser und Fötus im letzten Trimester ordentlich zu Buche.

#1 Hormonelle Veränderungen

Schon ab dem ersten Tag der Schwangerschaft bereitet sich dein Körper voll und ganz auf den neuen Erdenbürger vor, indem er vermehrt Hormone ausschüttet. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft machen sich aus diesem Grund tatsächlich schon recht früh bemerkbar. Schuld daran ist laut der amerikanischen Gesellschaft für Endokrinologie das Hormon Relaxin. In großem Ausmaß fließt es im ersten Drittel der Schwangerschaft durch deine Blutbahn und sorgt dafür, dass Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln gelockert und gedehnt werden. Immerhin müssen sie schon in wenigen Wochen Schwerstarbeit leisten und die wachsende Frucht tragen können. Die werdende Mama kann also durchaus recht früh in der Schwangerschaft ein unangenehmes Ziehen im Rücken- und Beckenbereich wahrnehmen.

#2 Veränderung der Statik durch das wachsende Baby

Während das zweite Drittel der Schwangerschaft im Hinblick auf Rückenschmerzen oftmals recht beschwerdefrei vorüberzieht, verstärken sich Probleme mit dem Kreuz im letzten Trimester häufig wieder. Das Baby legt spürbar an Gewicht zu, Gebärmutter und Mutterkuchen haben ihre volle Größe erreicht. Der Druck auf deine Bänder, Sehnen und Muskeln im unteren Rücken- und Beckenbereich ist immens und Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sind dann durchaus nicht ungewöhnlich. Zudem wirken sich deine ungewohnten Proportionen auf deine Haltung aus, was zu Verspannungen im oberen Rücken oder Nacken führen kann.

#3 Veränderung der Muskeln

Deine autochthone Rückenmuskulatur (auch „Rückenstrecker“ genannt) muss viel mehr leisten als sonst und zieht dein Kreuz in eine Hohlkreuzposition. Frauen, die schon immer eine eher schwache Rückenmuskulatur hatten oder nicht aktiv dagegen steuern, bekommen dadurch leicht Schmerzen im Rücken.

Rückenschmerzen & Schwangerschaft: Sonderfall Ischias

Breiten sich deine Rückenschmerzen in der Schwangerschaft über Becken und Lenden bis in die Beine hinunter aus, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Ischias betroffen. Diesen Nerv bekommt so manche werdende Mama gegen Ende der Schwangerschaft unangenehm zu spüren, da er durch das wachsende Baby gereizt wird. Lies hier mehr über Schmerzen im Ischias und was dagegen hilft.

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Was hilft gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft musst du nicht widerstandslos hinnehmen! Mit einigen Maßnahmen kannst du den Schmerz im Akutfall lindern und zudem präventiv dafür sorgen, dass sich Rückenschmerzen nicht dauerhaft breitmachen.

5 Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

  1. Sport und Bewegung
    Die Bundesärztekammer sagt klar: Das Wichtigste für einen gesunden, starken Rücken ist und bleibt sportliche Aktivität. Auf diese Weise wird deine Muskulatur gestärkt, Bänder und Sehnen sanft gedehnt und du verbesserst deine Haltung. Yoga, Walken und Schwimmen sind geeignete Sportarten, um Rückenschmerzen in der Schwangerschaft vorzubeugen. Auch spezielle Rücken- und Dehnübungen können Wunder wirken.
  2. Die richtige Haltung
    Achte auf eine aufrechte und bewusste Haltung, so entlastest du deinen Rücken und beugst Schmerzen in der Schwangerschaft vor. Beim Schlafen kann dir ein Stillkissen dabei helfen, deinen Rücken optimal zu stützen.
  3. Massagen
    Ob vom Partner durchgeführt oder im Massagestudio: Massagen fördern die Durchblutung, lockern die Muskulatur und können so Rückenschmerzen in der Schwangerschaft lindern.
  4. Das richtige Schuhwerk
    Kleiner Aufwand, große Wirkung! Rückenschmerzen in der Schwangerschaft werden durch hohe Schuhe noch verstärkt. Achte also unbedingt auf flaches, bequemes Schuhwerk achten.
  5. Wärme- oder Kältebehandlung
    Kirschkernkissen, Wärmeflasche, Infrarotlampe, ein warmes Bad, Fangopackung oder Coolpack: Finde heraus, was dir in der Schwangerschaft bei Rückenschmerzen gut tut.

Rückenschmerzen & Schwangerschaft: Akupunktur als Hilfe?

Ob Akupunktur helfen kann, Rückenschmerzen während der Schwangerschaft zu lindern, ist in der Fachwelt umstritten. Akupunktur zur Linderung von Rückenschmerzen wird aber von den meisten Krankenkassen übernommen, seitdem eine große Studie von 2007 (die sogenannte GERAC-Studie) zu folgendem Ergebnis gekommen ist: „Akupunktur ist ein bei chronischen Rücken- oder Knieschmerzen wirksames Verfahren, das zu einer klinisch relevanten Minderung der Schmerzsymptomatik und damit verbundener Begleitsymptomatiken führt.“ Dr. Benno Brinkhaus, Arzt für innere Medizin, Akupunkturforscher und Professor an der Berliner Charité ist sich da nicht so sicher: „Das Gesamtpuzzle zum Wirkmechanismus kennen wir noch nicht. (…) „Placebostudien zeigen, dass schon der Glaube an eine Therapie gesundheitliche Besserung bringt.“

Schwangerschaft und Rückenschmerzen: Wann zum Arzt?

Fühlen sich die Rückenschmerzen in der Schwangerschaft für dich intuitiv nicht „stimmig“ an, hast du das Gefühl, ein Nerv ist eingeklemmt oder blockiert, bemerkst du ein Taubheitsgefühl oder erreicht der Schmerz eine hohe Intensität, suche bitte unbedingt einen Facharzt, etwa einen Orthopäden auf.


Quellen:

Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/kip/ruecken/kreuzschmerz-akut-kip.pdf (letzter Abruf: November 2018)

Dr. med. Dipl.-Chem. Endres:  Akupunktur bei chronischen Knie- und Rückenschmerzen. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, Heft 3 https://www.aerzteblatt.de/pdf/104/3/a123.pdf(letzter Abruf: November 2018)

German Acupuncture Trials (GERAC) for chronic low back pain https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17893311 (letzter Abruf: November 2018)

Bluthochdruck Schwangerschaft: Ab wann wird es gefährlich?

Bluthochdruck in der Schwangerschaft stellt ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für die werdende Mama und ihr Baby dar. Lies hier, ab wann man Bluthochdruck hat, wie man ihn therapiert und wann der Hochdruck wirklich gefährlich für Mutter und Baby werden kann.

Bluthochdruck Schwangerschaft: Schwangere lässt sich den Blutdruck messen
Bluthochdruck Schwangerschaft: Jetzt sind engmaschige Kontrollen wichtig © Bigstock / Interstid

Bluthochdruck Schwangerschaft: Ab wann ist er zu hoch?

Laut dem Berliner Kardiologen Philipp Grätzl von Grätz leidet jede zehnte bis zwanzigste Schwangere unter Schwangerschaftshypertonie, also erhöhtem Blutdruck während der Schwangerschaft.

Normaler Blutdruck

Deswegen sollte bei jeder Vorsorgeuntersuchung dein Blutdruck kontrolliert werden. Der normale Blutdruck beträgt ungefähr 120/80 mmHg (Druckeinheit Milimeter-Quecksilbersäule), gesunde Schwangere haben meist einen Blutdruck im Bereich von 90-135/50-85 mmHg Den ersten Wert nennt man die Systole oder systolisch und er steht für die Anspannung des Herzmuskels, wodurch Blut ausströmt. Beim zweiten Wert, die Diastole oder diastolisch, erschlafft der Muskel und lässt Blut ins Herz fließen.

Erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft

Von Bluthochdruck in der Schwangerschaft spricht man laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab einem Wert von mehr als 140 mmHg systolisch und mehr als 90 mmHg diastolisch.

Die Deutsche Hypertonie Gesellschaft hat dazu eine Übersichtstabelle veröffentlicht:

Klassifikation systolisch diastolisch
optimal <120 <80
normal 120-129 80-84
>>hoch-normal<< 130-139 85-89
leichte Hypertonie
(Schweregrad 1)
140-159 90-99
mittelschwere Hypertonie
(Schweregrad 2)
160-179 100-109
starke Hypertonie
(Schweregrad 3)
>180 >110
isolierte systolische Hypertonie
>140 <90

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Gestationshypertonie oder chronische Hypertonie?

Für die Art des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft ist der Zeitpunkt des ersten Auftretens ausschlaggebend: Werden die erhöhten Blutdruckwerte noch vor der 20. Schwangerschaftswoche festgestellt, geht der Arzt davon aus, dass der Bluthochdruck schon zuvor vorhanden war und damit chronisch ist. Man spricht dann von einer chronischen Hypertonie. Bei einem Auftreten in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft spricht man von einer Gestationshypertonie oder schwangerschaftsinduzierten Hypertonie.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Anzeichen und Risikofaktoren

Das Tückische an Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist, dass sich bei leichter Erhöhung oftmals keine deutlichen Symptome zeigen. Häufig merkt die werdende Mama erst, dass etwas nicht stimmt, wenn der Blutdruck deutlich erhöht ist. Umso wichtiger, die Vorsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrzunehmen und den Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu lassen. Das Robert Koch Institut führt in einer Gesundheitsberichterstattung für das Bundesministeriums für Gesundheit folgende Symptome als Hinweise für einen erhöhten Blutdruck auf:

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Bluthochdruck Schwangerschaft: Symptome

  1. Kopfschmerzen
  2. Farbensehen oder Doppelbilder
  3. Schmerzen im Oberbauch
  4. Starke Unruhe und Nervosität
  5. Schlafstörungen
  6. Schwindelgefühl
  7. Übelkeit/unerklärliches Erbrechen

Bluthochdruck Schwangerschaft: Ursachen und Risikofaktoren

  1. Übergewicht
  2. ungesunder Lebenswandel (wenig Schlaf, wenig Bewegung, ungesunde Ernährung)
  3. genetische Komponente
  4. Bluthochdruck ist bereits in einer vorherigen Schwangerschaft aufgetreten
  5. Mehrlingsschwangerschaft

Bluthochdruck Schwangerschaft: Präeklampsie als Komplikation

Eine Präeklampsie, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, ist die häufigste Komplikation bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Vor allem, wenn die erhöhten Blutdruckwerte schon relativ früh in Erscheinung treten, steigt das Risiko für diese Erkrankung sprunghaft an. Dr. Gudrun Heyn weist in ihrem Artikel „Präeklampsie und Infektionen bedrohen Mutter und Kind“ in der Onlineausgabe der Pharmazeutischen Zeitung auf die dramatischen Folgen für Mutter und Kind hin:

„Bei einer schweren Präeklampsie muss man immer damit rechnen, dass sich der Zustand der Mutter innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verschlechtert. Weltweit sterben jährlich etwa 50.000 Schwangere an Präeklampsie und ihren Folgen. Auf das Ungeborene kann sich eine Präeklampsie ebenso drastisch auswirken (…) So ist die Zahl der tot geborenen oder in den ersten sieben Lebenstagen verstorbenen Kinder bei einer Präeklampsie fünffach höher als bei einer normalen Schwangerschaft. Bei einer schweren Präeklampsie/Eklampsie steigt die perinatale [kurz vor, während und kurz nach der Entbindung, Anm.d.Red.] Mortalität sogar auf etwa 20 Prozent.“

Präeklampsie erkennen

Um eine Präeklampsie zu erkennen oder auszuschließen ist neben dem Bluthochdruck der Urin der Schwangeren ausschlaggebend. Ist in diesem Eiweiß vorhanden, das auf keine andere Erkrankung schließen lässt (Harnwegsinfekt, grippaler Infekt), gilt die Präeklampsie als bestätigt. Engmaschige Kontrollen der kindlichen Herztöne (CTG) und der Plazentafunktion (Doppler-Ultraschall) sind dann zwingend erforderlich. Bei stark erhöhtem Blutdruck muss dieser oftmals nach Abwägen von Risiko und Nutzen medikamentös gesenkt werden. Besteht eine sehr stark ausgeprägte Präeklampsie, die mit Krampfanfällen einhergeht, spricht man von Eklampsie.

Ist durch die Präeklampsie die Versorgung des Kindes stark beeinträchtigt, kann es sein, dass die Geburt frühzeitig eingeleitet werden muss. In manchen Fällen ist auch ein kurzfristiger Kaiserschnitt notwendig.

Um das zu verhindern, gibt es einige Behandlungsmöglichkeiten:

Bluthochdruck Schwangerschaft: Behandlung

Stellt dein Arzt Bluthochdruck fest, wird er engmaschigere Kontrollen durchführen. Mit Hilfe von Ultraschall und CTG ist ersichtlich, ob es deinem Baby gut geht und die Plazenta voll funktionsfähig ist. Wie kannst du deinen Bluthochdruck senken?

Bluthochdruck senken

Eventuell hält dich dein Arzt auch dazu an, deinen Blutdruck selbst zu messen und diesbezüglich eine Liste zu führen. Bei leichtem Bluthochdruck in der Schwangerschaft wird versucht, durch entsprechende Umstellung der Lebensgewohnheiten wie Stressreduktion, gesunde Ernährung, frische Luft und mäßige sportliche Betätigung den Bluthochdruck zu senken.

Ist dein Blutdruck stark erhöht, kann es sein, dass er medikamentös gesenkt werden muss, um das gesundheitliche Risiko für dich und dein Baby gering zu halten. Dein Arzt wird dir dann ein Medikament gegen Bluthochdruck verschreiben, die du in der Schwangerschaft nehmen darfst. Nutzen und Risiko werden hier besonders genau gegeneinander abgewogen. Ein plötzliches Abfallen des Blutdrucks kann sich nämlich ebenfalls negativ auf die Versorgung deines Babys auswirken.


Quellen:

Philipp Grätzel von Grätz: Schwangere mit Hypertonie. https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/655232/schwangere-hypertonie-therapie-gibts-probleme.html (letzter Abruf: November 2018)

Weltgesundheitsorganisation WHO: Richtlinien zu Hypertonie. http://www.who.int/cardiovascular_diseases/guidelines/hypertension/en/ (letzter Abruf: November 2018)

Deutsche  Hochdruckliga  e. V.  DHL,  Deutsche Hypertonie  Gesellschaft  (2005) Leitlinien  zur Diagnostik und Behandlung der arteriellen Hypertonie.  Nieren- und  Hochdruckkrankheiten 34(11): 481–498

Dr. Gudrun Heyn: Präeklampsie und Infektionen bedrohen Mutter und Kind https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312006/praeeklampsie-und-infektionen-bedrohen-mutter-und-kind/(letzter Abruf: November 2018)

Robert Koch Institut in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 43: Hypertonie

Katrin Janhsen, Helga Strube und Anne Starker: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 43: Hypertonie.  https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/hypertonie.pdf? (letzter Abruf: November 2018)

Rath, W., et al., Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Leitlinien der DGGG. AWMF-online Nr. 015/018 (2002)

Muss der Partner bei der Geburt wirklich dabei sein?

Eine Umfrage unter Müttern. Stimm jetzt ab und finde heraus, was andere Frauen sagen.

Mutter und Vater halten ihr Neugeborenes
Muss der Partner bei der Geburt dabei sein? © Bigstock/ Anna Nahabed

Unterstützung bei der Geburt

Wenn die Wehen einsetzen wird es ernst: Jetzt kommt das Baby. Die Geburt ist nicht nur für uns Frauen eine absolute Ausnahmesituation. Auch für unsere Männer ist die Situation alles andere als gewöhnlich. Glaubt man so mancher Geschichte aus dem Kreißsaal, haben den ein oder anderen Mann sogar alle Kräfte verlassen und er ist  ohnmächtig geworden. Auch wir haben schon von sehr unpassendem Verhalten der Partner bei der Geburt berichtet: Er saß in einem Fernsehsessel und sah sich Simpsons an, während meine Mutter meine Hand hielt. Nicht gerade einer unserer schönsten Momente.“ – kiraden

Bei solchen Aussagen ist dir Frage berechtigt: Müssen die Partner wirklich immer bei der Geburt dabei sein oder sind nicht Schwestern, Mütter oder Freundinnen vielleicht manchmal doch die bessere Unterstützung?

Stimm jetzt ab und siehe, was andere Frauen dazu sagen.

9 Dinge, die jede Schwangere schon mal heimlich getan hat

…es aber NIE zugeben würde!

Ist dir auch schonmal etwas runtergefallen und du hast entnervt beschlossen, dass du es erst nach der Schwangerschaft wieder aufheben wirst? Willkommen im Club! Wie viele der 9 Dinge aus dem Video kommen dir bekannt vor?

Entwicklung Embryo: So wächst dein Baby im Bauch

Im Folgenden siehst du in neun Grafiken, die Entwicklung vom Embryo zum Fötus in jedem Monat der Schwangerschaft. Dazu bekommst du Infos, was das Baby im Bauch jeweils schon kann.

zwei Schwangere sitzen auf der Couch und halten Ultraschallbild
Ein Blick in den Bauch: Entwicklung Embryo zu Fötus © Bigstock/ Rawpixel.com

Entwicklung Embryo zum Fötus im Bauch der Mutter

Im Folgenden siehst du neun Grafiken, die dir zeigen, wo dein Baby im Bauch liegt und die beeindruckende Entwicklung: Embryo zum Fötus.

Schon kurz nach der Befruchtung beginnt in deinem Bauch die Entwicklung. Embryo heißt dein Ungeborenes übrigens nur zwischen der zweiten und achten Woche nach der Befruchtung, danach spricht man von einem Fötus. Kaum zu glauben, dass bereits in der 5. SSW in dem winzig kleinen Wesen ein Herz gebildet wird, das schon wenig später Blut pumpen kann. Kaum mehr als zwei Wochen sind dann seit der Befruchtung vergangen und doch entstehen bereits Organe und entwickeln sich, bis sie zum Zeitpunkt der Geburt funktionsfähig ausgebildet sind.

Ab wann dein Bauch wächst und wie du ihn in der Schwangerschaft pflegen kannst, erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Babybauch: Schau dir ein faszinierendes Zeitraffervideo an!

Video: So wächst dein Baby im Bauch

Wie faszinierend die Entwicklung des Babys im Bauch ist, das zeigt auch diese 3-D Animation von Silvio Falcinelli. Wenn du gerade keine Zeit hast, dich ausführlich über die Embryo-Entwicklung beziehungsweise die Entwicklung des Fötus zu informieren, dann solltest du dir als schnellen Überblick auf jeden Fall das Video „The Miracle of Life“ anschauen.

The Miracle of Life von Silvio Falcinelli

Größe Embryo: Wie schnell wächst ein Baby im Bauch?

Welche Entwicklung der Embryo beziehungsweise der Fötus Monat für Monat macht, siehst du in dieser Tabelle

. Größe Gewicht
1. Monat
2. Monat
(5. SSW – 8. SSW)
Ab der 5. SSW ist der Embryo als 2 mm große Zellstruktur zu erkennen. In der 8. SSW ist er schon 1,5 cm groß.
3. Monat
(9. SSW – 12. SSW)
In der 9. SSW ist der Fötus fast 2 cm groß. Bis zum Ende des 1. Trimesters misst er dann schon 5 cm. Zunahme
von 4 g auf 16 g
4. Monat
(13. SSW – 16. SSW)
In der 13. SSW ist der Fötus etwa 6 cm groß. Bis zu 16. SSW wächst er auf etwa
11 cm heran.
Zunahme
von 23 g auf 100 g
5. Monat
(17. SSW – 20. SSW)
In der 17. SSW ist der Fötus etwa 12 cm groß, in der 20. SSW dann etwa 25 cm. Zunahme
von 140 g auf 300 g
6. Monat
(21. SSW – 24. SSW)
In der 21. SSW ist der Fötus etwa 26 cm groß. Bis zum Ende des 2. Trimesters misst er dann 31 cm. Zunahme
von 350 g auf 600 g
7. Monat
(25. SSW – 28. SSW)
In der 25. SSW ist der Fötus etwa 34 cm groß. Er wächst bis zur 28. SSW auf 37 cm heran. Zunahme
von 650 g auf 1000 g
8. Monat
(29. SSW – 32. SSW)
In der 29. SSW ist der Fötus etwa 38 cm groß, in der 32. SSW etwa 42 cm. Zunahme
von 1100 g auf 1700 g
9. Monat
(33. SSW – 36. SSW)
In der 33. SSW ist der Fötus etwa 43 cm groß. Es wächst bis zur 36. SSW auf 47 cm. Zunahme
von 1900 g auf 2600 g
Um den ET
(37. SSW – 41. SSW)
In der 33. SSW ist das Baby etwa 48 cm groß. Bis zur Geburt wird es etwa
51 cm messen.
Zunahme
von 2800 g auf 3500 g

Gut zu wissen: Wenn der Arzt im Ultraschall die Größe des Embryos bestimmt, dann misst er etwa bis zur Mitte des 5. Schwangerschaftsmonats vom Scheitel bis zum Steiß. Daher sprechen Ärzte auch von der Scheitel-Steiß-Länge (SSL). Hat das Baby seine Extremitäten soweit vollständig ausgebildet, dann wird es vom Scheitel bis zur Ferse vermessen. Das wird auch als Scheitel-Fersen-Länge (SFL) bezeichnet.

Entwicklung Embryo im ersten Trimester

  • 1. Monat: Entwicklung Baby im Bauch

Am Ende des ersten Monats, also zu Beginn der 5. SSW, ist aus der befruchteten Eizelle (Zygote) ein winzig kleiner Embryo herangewachsen. Er ist als runde Struktur zu erkennen und misst nur wenige Millimeter. Doch schon am Ende des zweiten Monats wird er mehr als einen Zentimeter groß sein – er wird seine Größe nahezu versechsfacht haben.

Mehr Infos zu Embryo-Entwicklung im Bauch: 4. Schwangerschaftswoche

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Video-Empfehlung

  • 2. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (5. SSW – 8. SSW)

Im zweiten Monat nimmt die Entwicklung Embryo zum Fötus richtig Fahrt auf. Sein Herz beginnt zu schlagen und die Entwicklung von Gehirn, Augen und Ohren beginnt. Noch sieht der Embryo aus wie eine längliche Bohne, doch schon am Ende der 8. SSW haben sich Hände und Füße weiter ausgebildet.

Größe Embryo: Am Ende des 2. Monats ist der Embryo etwa 1,5 Zentimeter groß.

Mehr Infos zur Embryo-Entwicklung im Bauch: 5. Schwangerschaftswoche

Embryo Entwicklung 2. Monat
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  • 3. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (9. SSW – 12. SSW)

Im dritten Monat passiert eine entscheidende Entwicklung: der Embryo wird zum Fötus. Alle Organe und Muskeln haben sich geformt und beginnen zu arbeiten. Die Venen sind gut zu erkennen. Das Herz hat eine rechte und eine linke Herzkammer entwickelt. Hände und Füße haben sich weiter ausgebildet. Der Embryo hat sogar schon Fingeransätze und Zehenansätze entwickelt, die sich am Ende des 1. Trimesters voneinander trennen.

Größe Embryo/ Fötus: Nun ist der Fötus fünf bis sechs Zentimeter groß und der Körper hat sich ausgebildet. Er beginnt sich zu bewegen.

Mehr Infos Entwicklung des Babys im Bauch: 9. Schwangerschaftswoche

Embryo Entwicklung 3. Monat
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Entwicklung Fötus im zweiten Trimester

  • 4. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (13. SSW – 16. SSW)

Die Entwicklung Embryo zum Fötus ist die kritische Phase deiner Schwangerschaft, da alle wichtigen Organe gebildet werden müssen. Im zweiten Trimester muss dein Baby seine Organe weiter ausbilden, wachsen und viele, viele neue Nervenzellen bilden. Sein Herzschlag kann deutlich gehört werden.

Im vierten Monat wachsen deinem Baby auch erste Haare, beziehungsweise dein Baby ist sogar ganz mit Haaren bedeckt – der sogenannten Lanugobehaarung. Sie trägt dazu bei, dass die Käseschmiere am Körper haften bleibt und so die noch dünne Haut des Fötus schützt.

Im 4. Monat beginnt dein Baby außerdem Fruchtwasser zu trinken. Das Verdauungssystem nimmt so seine Arbeit auf: Das Fruchtwasser wird als Urin wieder ausgeschieden.

Größe Fötus: Der Fötus ist jetzt etwa zehn bis elfeinhalb Zentimeter lang.

Mehr Infos zu Entwicklung des Babys im Bauch: Schwangerschaftswoche 14 bis 17

Embryo Entwicklung 4. Monat
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  • 5. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (17. SSW – 20. SSW)

Der 5. Monat ist für dich besonders spannend. Am Ende dieses Monats wird dein Baby etwa 25 Zentimeter groß sein und um die 300 Gramm wiegen. Die Entwicklung ist jetzt auch soweit fortgeschritten, dass der Arzt bei deiner nächsten Ultraschalluntersuchung das Geschlecht des Babys bestimmen kann, wenn du das möchtest. Vielleicht spürst du jetzt auch die ersten Kindsbewegungen.

Mehr Infos Entwicklung des Babys im Bauch: Schwangerschaftswoche 18 bis 21

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  • 6. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (21. SSW – 24. SSW)

Halbzeit! Der Fötus ist Ende des 6. Monats etwa 29. Zentimeter groß. Augenbrauen und -lider sind erkennbar. Die Lunge deines Babys ist mit Fruchtwasser gefüllt und es hat begonnen, selbstständig zu atmen. Wenn du mit ihm redest oder etwas singst, kann es dich hören. Die Hirnentwicklung läuft auf Hochtouren. Es werden viele Milliarden Nervenzellen neu gebildet.

Mehr Infos Entwicklung des Babys im Bauch: Schwangerschaftswoche 22 bis 26

Die Entwicklung eines Babys in der 24 SSW
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  • 7. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (25. SSW – 28. SSW)

Am Ende des siebten Monats wiegt dein Baby etwas über ein Kilogramm und misst ungefähr 37 Zentimeter. Der Körper des Babys ist bereits gut ausgebildet, sogar Fingernägel bedecken jetzt die Fingerkuppen. Außerdem wird es immer kräftiger und trainiert seine Muskeln: Tritte und Knuffe kannst du jetzt deutlich spüren. Auch seine Augen öffnet der Fötus immer wieder. Zwischen Hell und Dunkel kann er inzwischen unterscheiden.

Mehr Infos zur Entwicklung des Babys im Bauch: Schwangerschaftswoche 27 bis 30

Die Entwicklung eines Babys in der 28 SSW
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Entwicklung Fötus im dritten Trimester

  • 8. Monat :Entwicklung Baby im Bauch (29. SSW – 32. SSW)

Dein Baby hat sich schon so gut entwickelt, dass es sehr gute Überlebenschancen hätte, falls es zu früh geboren werden würde. Es nimmt etwa 200 Gramm pro Woche zu und legt kleine Fettpolster an. Sein Gewicht liegt am Ende des 8. Monats bei etwa 1700 Gramm.

Mehr Infos zu Entwicklung des Babys im Bauch: Schwangerschaftswoche 31 bis 35

Die Entwicklung eines Babys in der 32 SSW
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  • 9. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (33. SSW – 36. SSW)

Die Entwicklung des Fetus ist fast abgeschlossen. Dein Baby wiegt am Ende des Monats 2,6 Kilogramm und misst circa 47 Zentimeter. Es wird für das Kind immer enger im Bauch und es kann sich schlechter bewegen. Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn du es vielleicht weniger spürst. Gegen Ende des 9. Monats drehen sich die meisten Baby auch schon mit dem Kopf nach unten und begeben sich in die Geburtsposition.

Mehr Infos zur Entwicklung des Babys im Bauch:  Schwangerschaftswoche 36 bis 40

Die Entwicklung eines Babys in der 36 SSW
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  • 10. Monat: Entwicklung Baby im Bauch (37. SSW – 40. SSW)

Entwicklung ist weitestgehend abgeschlossen. Nur die Lunge braucht noch etwas Zeit um vollständig auszureifen.

Im Durchschnitt wiegen Babys bei der Geburt etwa 3500 Gramm und sind circa 50 bis 52 Zentimetern groß: Mädchen sind in der Regel etwas kleiner und leichter.

Mehr Infos zur Entwicklung des Babys im Bauch: 40. Schwangerschaftswoche

Entwicklung Embryo: Fehlbildungen und Fehlfunktionen der Organe

Kommt es innerhalb der Schwangerschaft zu schädlichen Einflüssen, wie zum Beispiel schädlicher Medikamenteneinnahme, Nikotin- oder Alkoholkonsum, Krankheiten (z.B. RötelnToxoplasmose), oder Kontakt mit giftigen Substanzen, so kann das die Organentwicklung deines Kindes beeinträchtigen. In dieser Grafik siehst du, in welcher Schwangerschaftswoche welche Organe gebildet werden.

Überblick Organ-Entwicklung: Embryo bis Fötus

Fetale Organentwicklung Woche für Woche
Fetale Organentwicklung Woche für Woche ©Hallo-Eltern.de

In den ersten Schwangerschaftswochen nach der Befruchtung, befindet sich die Embryo-Entwicklung in einer besonders kritischen Phase: Das Zentrale Nervensystem und das Herz werden gebildet. In dieser Phase führen schwerwiegende Störungen meist zu einem frühen Abort und die Schwangerschaft endet dann meist schon bevor sie überhaupt bemerkt wurde.

Ein Mangel an Folsäure kann zu Beginn der Schwangerschaft zum Beispiel zu einem offenen Rücken (Spina bifida) führen. Zwar sind die Überlebenschancen trotz allem recht gut für den Embryo, die Entwicklung seines Nervensystems ist trotzdem dauerhaft gestört. Kinder kommen in der Regel mit einer Lähmung zur Welt (je nach Ausprägung der Spina bifida).

Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft können durch negative Einflüsse die jeweils in der Entwicklung befindlichen Organe durch Fehlbildungen oder Funktionsstörungen betroffen sein und dein Kind nachhaltig schädigen.

So entwickelt sich dein Baby im Bauch: 1. - 9. Monat

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Quellen: 

Eingefügte Grafiken von Fetus und Blastozyste: © shutterstock.

Moore, Keith; Persaud, T.V.N; Viebahn, Christoph: Embryologie: Entwicklungsstadien – Frühentwicklung – Organogenese – Klinik, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 5 April 2007

Rath, Werner; Gembruch, Ulrich; Schmidt Stephan: Geburtshilfe und Perinatalmedizin: Pränataldiagnostik – Erkrankungen – Entbindung, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2010

Höfer, Silvia; Scholz, Alenka: Meine Schwangerschaft: Tag für Tag faszinierende Bilder und umfassender Rat, Gräfe und Unzer Verlag: 9. März 2014

Frauenärzte im Netz: Kindliche und mütterliche Entwicklung in den Schwangerschaftsdritteln, URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsdrittel/  (Abrufdatum 07.11.2018)