Bekommt mein Kind auch Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist erblich, aber nicht alle Kinder haben Symptome
Schuppenflechte ist erblich, aber nicht alle Kinder haben Symptome
Unsplash / Juliane Liebermann

Mütter und Väter mit Psoriasis machen sich oft Sorgen, dass ihre Kinder ebenfalls unter Schuppenflechte leiden werden. Die Vererbung der chronischen Hautkrankheit ist aber nicht zwangsläufig. Zum Ausbruch einer Psoriasis tragen verschiedene Faktoren bei.

Wer selbst Schuppenflechte hat, muss damit rechnen, die Krankheit an sein Kind weiterzugeben. Die Erbkrankheit, die Mediziner Psoriasis nennen, muss nicht zwangsläufig ausbrechen. Es kann vorkommen, dass sie eine Generation überspringt. Nach aktuellen medizinischen Wissensstand spielen folgende Punkte eine Rolle:

  • 50 Prozent der Psoriatiker haben einen Angehörigen, der ebenfalls erkrankt ist.
  • 30 Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit der Vererbung, wenn ein Elternteil unter Schuppenflechte leidet.
  • 60 bis 70 Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit, falls beide Eltern betroffen sind.

Wenn die Haut verrücktspielt

Der Ausbruch der Psoriasis resultiert aus einer fehlgeleiteten Reaktion des Immunsystems, das körpereigene Zellen angreift. Es löst eine Entzündung aus, die zu einer Überproduktion neuer Hautzellen führt. Diese wandern schneller als üblich an die Hautoberfläche und bleiben dort als Schuppen liegen. Normalerweise benötigt die oberste Hautschicht 26 bis 27 Tage, um sich zu erneuern. Bei Psoriasis geschieht dieser Prozess innerhalb von sechs bis sieben Tagen.

Schuppenflechte verläuft meist in Schüben. Wann es zu einem Schub kommt, ist häufig nicht absehbar. Manche Patienten haben bestimmte Trigger wie Stress, Alkohol oder starken Sonnenschein. Der Verlauf der Krankheit ist aber sehr individuell.

Kaum Symptome trotz Psoriasis

Das Risiko, Schuppenflechte zu vererben, muss einem Kinderwunsch nicht im Weg stehen. Viele betroffene Eltern fürchten, ihr Kind könnte in der Schule gehänselt werden. Aber nur in Ausnahmefällen wird die frühe Kindheit von Psoriasis überschattet. Oft fallen die ersten Symptome in die Zeit der Pubertät, bei einem Viertel der Betroffenen bricht die Krankheit erst nach dem 40. Lebensjahr aus. Bei Säuglingen liegt die Erkrankungshäufigkeit bei 0,2 Prozent.

Ein Ausbruch der Krankheit bedeutet nicht zwangsläufig lebenslange Symptome. Schuppenflechte lässt sich heute gut behandeln. Da Eltern mit Psoriasis besonders sensibilisiert sind, stehen die Chancen gut, dass beim Nachwuchs erste Anzeichen früh erkannt und therapiert werden.

Moderne Therapien setzen genau dort an, wo die Krankheit entsteht: im Immunsystem. Das gilt auch für Biologika. Diese biotechnologisch hergestellten Medikamente können gezielt in die Immunreaktion eingreifen und so Psoriasis-Schübe verhindern.