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Soll mein Kind mir etwas schenken?

Sollen Kinder schenken "lernen"?
Sollen Kinder schenken "lernen"?
© Unsplash / Ben Mullins

Ist es wichtig, dass Kinder lernen, auch etwas zu geben und nicht nur zu bekommen? Mama Daniela hat sich darüber Gedanken gemacht.

Geschenke haben einen kulturellen Wert

Mit Anlässen, zu denen Geben und Nehmen im Zentrum stehen, sind Kinder regelmäßig konfrontiert. Geburtstag, Ostern, Weihnachten gehen an keinem Kind spurlos vorüber.

Während Kinder in die Rolle des Beschenkten leicht hineinfinden, gestaltet sich jene des Schenkers schon schwieriger. Da stellt sich die Frage: Muss (mir) mein Kind eigentlich etwas schenken? Auch bei uns zu Hause war das Thema.

Wie führt man Kinder ans Schenken heran?

Als sie noch klein waren, waren meine beiden Kinder ganz selbstverständlich bei Geschenke-Einkäufen für Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte mit von der Partie. So haben sie den Prozess des Schenkens hautnah miterlebt.

Selbstverständlich fungierten sie als wichtige Berater, was die Wahl des besten Geschenkpapiers und der schönsten Grußkarte anging. Meistens wurde auch noch eine kreative Zeichnung an das gekaufte Geschenk drangehängt und die Kleinen waren zufrieden.

Als sie älter wurden, waren sie ganz alleine für die Auswahl der Präsente für ihre Kindergartenfreunde zuständig. (Bezahlt haben natürlich Mama und Papa.) Das Geschenk wurde eifrig eingepackt und stolz selbst überreicht.

Wann ist denn ein Geschenk persönlich? Wenn man es selbst bezahlt oder wenn es von Herzen kommt? Geht es um schenkende Kinder, dann würde ich sagen: Es muss einfach nur von Herzen kommen!

Soll mein Kind mir etwas schenken?

Schenken ist dann ein schönes Ritual, eine nette Geste, wenn es ohne Druck und Zwang abläuft. Doch wenn etwas geschenkt werden „soll“, dann schwingt da automatisch ein schaler Beigeschmack mit.

Eines steht auf jeden Fall fest: Die meisten Mamas und Papas freuen sich eben doch mehr über Geschenke, die von Herzen kommen und nicht über etwas Liebloses, das eben „musste“.

Meine Lieblingsgeschenke meiner Kinder

Wenn ich auf die letzten acht Jahre zurückblicke, erinnere ich mich an zwei Geschenke meiner Kinder besonders gerne. Diese halte ich in Ehren und sie haben einen Wert für mich, der sich in Gold nicht aufwiegen lässt.

  • #1 Liebe in der Tupperdose

Kurz nach seiner Einschulung gestaltete mir mein damals schon sehr eifrig schreibender Sohn lauter fein säuberlich ausgeschnittene Papierstreifen. Auf jeden hatte er eine besondere Botschaft für mich geschrieben: Mama du bisd tol! Mama du bisd di beste! Mama ich hab dich lib! Die einzelnen Papierstreifen hat er zusammengefaltet und in einer Tupperware-Dose verstaut.

  • #2 Jelly Beans vom Taschengeld

Meine damals vierjährige Tochter war mit dem Papa einkaufen. Mein Geburtstag stand kurz bevor. Da entdeckte sie im Supermarkt eine riesige Dose Jelly Beans, von denen sie wusste, dass ich sie liebend gerne esse.

Jelly Beans sind teuer, wie manche vielleicht wissen. Meine Tochter hat kurzerhand beschlossen, ihr Sparschwein zu schlachten und ihr gesamtes Vermögen in Jelly Beans zu investieren! Für mich! Obwohl sie selbst Süßigkeiten so sehr liebt. Das Angebot vom Papa, die Jelly Beans zu bezahlen, hat sie abgelehnt. Sie wollte ganz allein bezahlen!

Fazit: Schenken sollte ein lieb gewonnenes Ritual sein

Schenken ist also ein Ritual. Und Kinder lieben Rituale, oder nicht? Grundsätzlich nicht falsch, wie ich finde. Doch muss man Kinder an Rituale heranführen, damit sie auch etwas damit anfangen können.

Kinder lernen aus Erfahrung. Wenn man sie also ganz selbstverständlich am Ritual des Schenkens teilhaben lässt, werden sie etwas davon mitnehmen. Vorausgesetzt natürlich, sie lassen sich darauf ein und es artet nicht in Stress und Zwang aus.

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