5 Mythen über wütende Kinder

5 Mythen über wütende Kinder

Mit wütenden Kindern hatten wohl alle Eltern schon einmal zu kämpfen. Manchmal kommen die Wutanfälle scheinbar ohne Grund, manchmal ganz unerwartet, manchmal vollkommen unberechenbar. Lies hier die 5 bekanntesten Mythen über wütende Kinder und wie viel Wahrheiten dahinter steckt.

Kleines Mädchen mit roten Haaren schmollt
An welchem Mythos ist wirklich was dran? ©maximkabb via Bigstock

Mythos 1

Es ist ein psychologisches Problem

Es gibt verschiedene Arten von Wut. Die stille, kochende Wut, bei der sich dein Kind kaum etwas anmerken lässt. Die heftige Wut, bei der dein Kind um sich schlägt, beißt oder mit Dingen um sich schmeißt. Treten diese Wutanfällt wiederholt auf, beschleicht Eltern manchmal das Gefühl, ihre Kinder könnten psychologische Probleme haben.

Doch laut Alan Kazdin, Doktor am Yale Parenting Center, hat diese Wut nicht immer ihren Ursprung in der Psychologie. Oftmals ist es auch einfach eine Sache der Vererbung. Ob und inwiefern es ausbricht, hängt davon ab, ob gewalttätige Medien konsumiert werden, körperliche Gewalt ausgeübt worden sind oder andere Formen von Gewalt praktiziert worden sind. Doch am häufigsten sind Wutanfälle ein ganz normaler Teil der Kindesentwicklung.

Mythos 2

Wut ist unvorhersehbar

Dr. Douglas Fields, Autor von „Why We Snap“ sagt, dass es neun Gründe gibt, die Leute aus der Bahn werfen können. Darunter fallen unter anderem: Man Selbst, die Familie, unnötiger Krempel und das eigene Ansehen. Kinder wollen vor allem Aufmerksamkeit. Der Trick als Elternteil ist, aufmerksam zu bleiben. Ihr wollt vielleicht einfach nur den Einkauf beenden, sucht einfach nur das nächste Teil von der Liste, aber vergesst dabei euer Kind aus den Augen. Und das wird es wütend und fängt an zu schreien. Das ist natürlich trotzdem kein Grund, jedem Wutanfall des Kindes nachzugeben.

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Mythos 3

Wutausbrüche müssen Bestrafungen mit sich ziehen

Wütende Kinder haben einen hohen Schub des Stress Hormons Cortisol, Eltern einen hohen Schub Adrenalin. Das führt im Eifer des Gefechts manchmal zu Entscheidungen, die man später bereut. Mit Aggression auf Wut zu reagieren, lehrt Kinder, dass diese Art eine normale Problemlösung ist. Und wohlmöglich übertragen sie diese Eigenschaften auf ihre Mitmenschen oder ihre eigenen Kinder. Mit der Wut ist wie mit der See: Es gibt Ebbe und Flut. Ist die Wut abgeklungen, ist es wichtig sich dem Kind ruhig zu nähern. Nicht zu schimpfen, sondern nach den Auslösern zu fragen und gemeinsam darüber zu sprechen und zu kuscheln.

Mythos 4

Wut führt zu Aggression

Wütende Kinder können aggressiv um sich schlagen. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass es auch andere Arten gibt, auf Wut zu reagieren. Einem Kind die Möglichkeit zu geben über seine Wut zu sprechen ist ein wichtiger Punkt in der Erziehung.

Mythos 5

„Sie wachsen da schon raus“

Manchmal ist Wut einfach nur eine Phase. Und wenn Kinder lernen, über ihre Wut zu reden, oder sie anders zu kompensieren, verlassen sie diese Phase relativ schnell wieder.  Aber nicht alle Kinder werden einfach „besser“. Wichtig ist hier, dass Eltern die Wut und ihre Anzeichen frühzeitig erkennen und das Gespräch mit ihren Kindern suchen. Denn manchmal steckt doch etwas größeres dahinter, als nur genetische Faktoren.

Wenn du dir unsicher bist, ob das wütende Verhalten deines Kindes normal ist, wende dich unbedingt an einen Kinderarzt oder einen Kinderpsychologen.

Trotzphase bei Kindern