Auf einmal nur noch Nummer 2 – Geschwisterneid

Auf einmal nur noch Nummer 2 – Geschwisterneid

Auf einmal ist er da. Oder sie. Der kleine Bruder oder eben die kleine Schwester. Wie ihr als Eltern am besten mit Geschwisterneid umgeht oder dafür sorgen könnt, dass er gar nicht erst entsteht.

Zwei Schwestern sitzen im Gras und spielen
So vermeidet ihr Streit unter Geschwistern. ©Ariel Lustre via Unsplash

Ich selber kenne das. Ich habe vier Geschwister. Alle jünger. Hätte also theoretisch vier Mal neidisch sein können auf meine kleinen Geschwister. Und sauer auf meine Eltern, dass sie meinen kleinen Geschwistern mehr Aufmerksamkeit geschenkt haben. Als mein jüngster Bruder auf die Welt kam war ich sechs Jahre alt, da war das mit dem Geschwisterneid nicht mehr so schlimm.

Da war ich stolz darauf, die große Schwester zu sein, stolz darauf, dass Mama und Papa mir mehr Verantwortung gegeben haben, als bei meinen anderen Geschwistern. Da war es cool, die große Schwester zu sein, die ihren kleinen Geschwistern Gute-Nacht-Geschichten vorliest.

Bei meinem ersten Bruder war ich gerade ein Jahr und einen Monat alt, das ist eine Zeit, in der man nicht groß neidisch sein kann auf seine kleineren Geschwister. Zumindest kann man es seine Eltern noch nicht wirklich spüren lassen. Man realisiert ja selber kaum, wer da gerade mit den eigenen Eltern durch die Tür kommt. Bei meiner Schwester, also dem dritten Kind meiner Eltern war ich drei Jahre alt. Ich kann mich an nicht mehr wirklich viel erinnern, meine Mama hat mir nur erzählt, dass ich sehr häufig eifersüchtig und neidisch auf alles und jeden war und ziemlich schnell anfangen habe zickig zu werden und zu weinen. Die typische Trotzreaktion eben, weil ich nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen habe und es mir da scheinbar zum ersten Mal bewusst geworden ist.

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Der Kampf um Liebe, Anerkennung und Gleichberechtigung

Geschwisterneid ist so alt wie die Menschheit selbst. Kinder kämpfen in ihrer Familie um Liebe, Anerkennung und Geborgenheit. Und wenn ein weiteres Mitglied zu der Familie dazustößt, haben sie das Gefühl, mit dem neuen Bruder oder der Schwester im Konkurrenzkampf zu stehen. Da bleibt Eifersucht und Neid nicht aus. Denn ein neues Baby erfordert automatisch mehr Aufmerksamkeit. Es ist ein vollständig unselbstständiges Lebewesen, das auf seine Eltern angewiesen ist. Da bleibt es nicht aus, dass die Eltern sich mehr um das neue Kind kümmern müssen.

Den anderen Geschwistern wird somit automatisch eine gewisse Selbstständigkeit zugeschrieben: Sie sind nicht nur damit konfrontiert, die Zeit mit ihren Eltern zu teilen, sie müssen außerdem lernen, sich auch mal mit sich selbst zu beschäftigen, denn Mama und Papa haben jetzt auch noch jemand anderen um den sie sich kümmern müssen.

Was ihr als Eltern dagegen tun könnt

Jetzt ist es eure Rolle als Eltern, dafür zu sorgen, euren Kindern keinen Grund zu geben, eifersüchtig oder neidisch auf ihre neuen Geschwister zu sein.

  • Verurteilt eure Kinder nicht für ihre Gefühle. Es ist besonders in jungen Jahren vollkommen normal, so zu fühlen. Die Kinder sind das erste Mal in einer Situation, ihre Eltern den ganzen Tag mit jemandem teilen zu müssen. Mit solchen Eindrücken muss man erstmal klarkommen.
  • Kinder untereinander nicht vergleichen. Das fördert Neid umso mehr und sorgt dafür, dass sich einzelne Kinder weniger geliebt fühlen.
  • Kinder in ihren individuellen Stärken unterstützt. Eltern sollten jedem ihrer Kinder das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein und sie in ihren Fähigkeiten fördern und unterstützen.
  • Lobt eure Kinder gemeinsam. So fühlt sich kein Kind vernachlässigt.
  • Alle Kinder gleich behandeln. Das fängt bei Freunde und Verwandten an: Achtet darauf, dass diese euren Kindern gleich viel Aufmerksamkeit schenken und keine Unterschiede machen. Auch ihr solltet trotz der unterschiedlichen Charaktere eurer Kinder, stets darum bemüht sein, kein Kind als „Problemkind“ zu sehen, sondern sie alle gleich zu behandeln.

So verhinderst du, dass dein Kind egoistisch wird

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