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Corona-Impfung für Kinder

Kind nach einer Impfung
© Bigstock/ Ira Lichi

Kinder ab 12 Jahren können gegen das Corona-Virus geimpft werden. Für diese Altersgruppe sind zwei Impfstoffe zugelassen. Eine Impfpflicht wird es nicht geben. Ein Überblick zur Entscheidungshilfe.

Seit dem 07. Juni dürfen auch Minderjährige ab 12 Jahren gegen das Corona-Virus geimpft werden. Darauf einigten sich Bund und Länder auf dem letzten Impfgipfel im Mai 2021.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bisher zwei Impfstoffe für die Altersgruppe ab 12 Jahren zugelassen:

  • Den Impfstoff von Biontech/Pfizer
  • Den Impfstoff von Moderna

Was gilt für die anderen Impfstoffe?

Auch für die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson laufen bereits erste Studien zur Verträglichkeit der bei Kindern.

Weitere Infos dazu kannst du hier ausklappen.

Neu: STIKO gibt Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren

Lange hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) mit einer allgemeinen Impfempfehlung für Minderjährigen zurückgehalten. Das lag vor allem daran, dass es keine ausreichenden Daten zu möglichen Impfnebenwirkungen bei Kindern gegeben hatte.

Inzwischen ist die Datenbasis eine andere. Impfstudien – etwa aus den USA mit circa 10 Millionen Kindern – verdeutlichen, dass schwere Nebenwirkungen auch bei Kindern eher unwahrscheinlich sind. Demgegenüber steht ein wachsendes Risiko, dass sich Minderjährige in einer möglichen 4. Infektionswelle mit der aktuell vorherrschenden Delta-Variante des Corona-Virus anstecken.

„Daher hat die STIKO entschieden, ihre bisherige Einschätzung zu aktualisieren und eine allgemeine COVID-19-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige auszusprechen.“

Wichtig: Eine Corona-Impfung wird nicht zur Pflicht! Mit Ausnahme der Masern-Impfung, die seit März 2020 bei Kindern vor dem Kindergarten- bzw. Schulstart vorgewiesen werden muss, gibt es in Deutschland keine Impfpflicht.

Chancen und Risiken abwägen

Unabhängig von der Empfehlung des RKI bleibt die Corona-Impfung für Kinder eine persönliche Entscheidung. Am besten du holst dir dafür auch Rat von deinem Kinderarzt und ihr wägt gemeinsam die Chancen und Risiken ab.

: Das rät die STIKO

Bei welchen Vorerkrankungen die STIKO auf jeden Fall zu der Corona-Impfung rät, kannst du hier nachlesen.

Unser Experte, der Kinderarzt Dr. med. Ralf Brügel hat bereits im Mai – damals hatte die STIKO noch keine Impfempfehlung für Kinder gegeben – versucht, die Situation für Eltern einzuordnen.

Er betont: „Im Vordergrund muss der medizinische Nutzen der Impfung stehen.“ Konkret heißt das, nur wenn für ein Kind aufgrund einer Vorerkrankung oder Ähnlichem das Risiko besteht schwer an COVID 19 zu erkranken, ist die Impfung zu empfehlen.

 

Schwerer Krankheitsverlauf bei Kindern nach wie vor selten

Das Infektionsgeschehen der zweiten und dritten Welle hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche nur selten schwer an COVID 19 erkranken.

Laut den Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) mussten auch während des Corona-Höchststands in der 3. Welle im Dezember 2021 nur 77 Kinder wegen einer COVID 19-Infektion im Krankenhaus behandelt werden – 15 davon auf der Intensivstation.

„Die Verläufe einer Covid-19-Infektion sind bei Kindern überwiegend äußerst mild, das ist nach aktuellem Kenntnisstand bei der Delta-Variante nicht anders“, erklärt Professorin Ingeborg Krägeloh-Mann, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gegenüber Baby und Familie.

Ein Blick auf die aktuellen Infektionszahlen macht jedoch auch deutlich, dass sich das Corona-Virus in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen wieder stärker ausbreitet. Virologen blicken daher besorgt auf das kommende Schuljahr 2021/22.

: Virologen besorgt

Überblick der Corona-Maßnahmen der Bundesländer für das Schuljahr 2021/22

Auch wenn Kinder bei einer Infektion mit COVID-19 nicht mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müssen, bleibt ein Restrisiko bestehen.

Vor allem über Spätfolgen – auch Post-Covid genannt – weiß man derzeit noch zu wenig. Allerdings tritt vor allem das sogenannten „Pim“-Syndrom vorwiegend bei Kindern auf. Das ist eine starke Entzündungsreaktion des Immunsystems, die sich im ganzen Körper ausbreitet und auch Organe sowie Blutgefäße befällt.

Was gilt für jüngere Kindern, die zur Risikogruppe gehören?

Kinder mit mehreren Behinderungen oder schweren chronischen Erkrankungen gehören der Risikogruppe an und benötigen daher eigentlich noch mehr Schutz. Da bisher kein Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zugelassen ist, können sie selbst nicht geimpft werden.

Eine Option ist es hier, alle erwachsene Personen im Umfeld des Kindes impfen zu lassen. Aber: Auch andere Kinder stellen in dem Fall ein Risiko dar.

Manchmal ist diesbezüglich die Rede von einem sogenannten Off-Label-Use.

: kurz erklärt
Was bedeutet Off Label Use?

Das bedeutet, dass Kinder ein Medikament (also auch einen Impfstoff) bekommen, der eigentlich für Erwachsene zugelassen ist. Da es für viele Medikamente aus ethischen Gründen keine Zulassungsstudien gibt, wird in manchen Fällen eine Off-Label-Behandlung eingesetzt.

Von einem Off-Label-Use beim Corona-Impfstoff wird jedoch abgeraten.

Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus findest du auch hier:

Allgemeine Fragen zur Covid-Impfung

Seit wann gibt es einen Impfstoff?

Wie wirksam sind die Impfstoffe?

Wie sicher ist der Impfstoff?

Gibt es Nebenwirkungen?

Wie lange schützt eine Impfung?

Quellen

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