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Coronavirus in Deutschland: Die wichtigsten Infos für Eltern

Aus Bayern kommt die erste bestätigte Infektion mit dem Coronavirus. Das bayerischen Gesundheitsministeriums spricht aber von einem geringen Risiko für die Bevölkerung.

Coronavirus: Wie groß ist die Ansteckungsgefahr für Kinder?
Coronavirus: Wie groß ist die Ansteckungsgefahr für Kinder?
© Bigstock/ yaoinlove

++ Update (31.01.2020) ++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nun den internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg weltweit auf 8.100 an: die meisten davon aus China. In Deutschland ist die Zahl der Fälle auf fünf angestiegen – alle arbeite bei der gleichen Firma und haben sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Inzwischen wurde bekannt, dass auch eines der Kinder des 33-jährigen Patienten den Coronavirus hat, über den am Dienstag als erster bestätigter Fall berichtet wurde.

Um eine weitere Ausbreitung genau zu beobachten, listet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 110 Personen auf , die „in häusliche Isolierung“ bleiben sollen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Darunter natürlich auch die Familien der bereits Erkrankten.

Was bedeutet „Gesundheitsnotfall“ für uns?

Nach wie vor schätzen Virologen und Gesundheitsexperten das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland für gering ein. Das neue Coronavirus ist ein vergleichsweise wenig ansteckender Erreger. Nur, wer direkten Kontakt mit einem Erkrankten hat, kann sich infizieren. Es wird derzeit vermutet, dass sich die Krankheit über eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gebe es daher nicht, erklärt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin dem ZDF.

Die „größte Sorge“ der WHO sei viel mehr, dass sich das Coronavirius auf Länder ausbreiten könnte, in den das Gesundheitssystem weniger gut ausgebaut ist. Mit der Erklärung eines internationalen Gesundheitsnotfall werden in der Regel mehr finanzielle und andere Ressourcen freigegeben.

Grafik über die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus

© TargetVideo Parenting Media GmbH + Bigstock/ ADELART

„Das Risiko wird derzeit als gering erachtet“

Nach dem ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland (Bayern), warnen Gesundheitsexperten vor übertriebener Sorge. „Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird […] derzeit als gering erachtet“, erklärt ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Er bezieht sich dabei auf Einschätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie der sogenannten „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Währenddessen ist die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus auf 100 gestiegen (Di: 28.01.2020). Und das kann durchaus beunruhigen, gerade als Eltern.

Was sind Coronaviren?

Das Coronavirus gehört zur gleichen Virusfamilie, die Anfang der 2000er das Severe Acute Respiratory Syndrome (Sars) aufgelöst hatte. Das Coronavirus verursacht beim Menschen zunächst einfache Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten und Fieber. Allerdings kann es auch eine schwere Infektion der unteren Atemwege auslösen und zu einer Lungenentzündung führen. Daher kann das Virus, ähnlich wie etwa die Grippe, vor allem für ältere und kranke Menschen gefährlich werden. Auch das RKI bestätigt: „Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.“

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus geschieht von Mensch zu Mensch. Noch fehlen Informationen dazu, wie genau es übertragen wird. Ausgegangen wird derzeit von einer Tröpfcheninfektion. Sicher wissen Forscher inzwischen, dass Infizierte während der Inkubationszeit von zwei bis 14 Tagen bereits ansteckend sind.

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Was für Eltern jetzt wichtig ist

Die Ausbreitung des Coronavirus wird international sehr genau und streng überwacht. Auch der 33-jährige Patient aus Bayern wird derzeit klinisch betreut, das bestätigt das Bayerische Gesundheitsministerium in ihrer Pressekonferenz am 28.01.2020. Sein Zustand sei nach wie vor nicht kritisch. Dennoch behandle man die Situation mit dem nötigen Ernst und gehe allen Verdachtsfällen nach. So werde derzeit auch ein Kindergarten aus dem Landkreis Landsberg überprüft, in den die Kinder des Coronavirus-Patienten gehen. Wichtig sei es, mögliche Fälle „rasch zu erkennen“.

Dennoch: Nach dem aktuellen Stand geben auch die Gesundheitsbehörden in Deutschland Entwarnung. Es bestehe für die deutsche Bevölkerung derzeit keine große Gefahr durch das Coronavirus.

Auf Hygiene achten

Grundsätzlich ist es gerade in den Wintermonaten sinnvoll, etwas mehr auf Hygiene zu achten. Dazu gehört, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Aus Angst vor dem Coronavirus Masken für Mund und Nase zu tragen, halten Gesundheitsexperten des LGL für wenig sinnvoll.

Wichtiger ist es da sich mit den gängigen Maßnahmen vor einer Ansteckung mit Grippeviren schützen. Allein in der vergangenen Woche sind deutschlandweit knapp 4.500 Menschen an Grippe erkrankt. Seit Oktober sind dem Robert-Koch-Institut 13.350 Grippe-Infektionen gemeldet worden. Damit ist die Grippe in Deutschland wesentlich ansteckender als das Coronavirus.

LGL hat eine Telefon-Hotline eingerichtet

Wer dennoch verunsichert ist, der kann sich an die neu eingerichtete Telefon-Hotline des LGL wenden. Unter der Nummer 09131/6808-5101 könnt ihr Fragen stellen.

Quellen

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