Studie zeigt: Kinder shoppen schon mit 10 Jahren selbst im Internet

Kind shoppt online am Handy
Was können Eltern tun?
© Unsplash / Bruce Mars

Ist Online-Shopping auf eigene Faust das neue „alleine zum Bäcker gehen“? Eine Studie zeigt: Kinder shoppen immer früher selbst im Internet. Allerdings ohne Überblick, wie viel sie wirklich ausgeben. Aber wie können Eltern da helfen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Immer mehr Kinder bekommen ihr Taschengeld digital: per App, auf ein Konto oder auf eine eigene Kreditkarte.
  • Eine Studie zeigt: Fast die Hälfte der Eltern wissen nicht, wofür ihr Kind das Taschengeld ausgibt. Auch die Kinder haben ihre Ausgaben oft nicht im Blick.
  • Viele Eltern haben Angst, dass die Kinder auf Abo-Fallen oder betrügerische Websites hereinfallen.

Jedes 5. Kind hat mit zehn Jahren schon online eingekauft

(Digitaler) Konsum umgibt Kinder täglich. Influencer:innen präsentieren die neuesten Produkte und der passende Rabatt-Code bringt ihnen das Online-Schnäppchen zum Greifen nah. Wie früh Kinder schon selbst online einkaufen, zeigt eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen INNOFACT unter etwa 1000 Kinder und Jugendliche und 1000 Eltern durchgeführt hat. Die Ergebnisse:

  • Fast ein Fünftel der befragten Kinder haben schon mit zehn Jahren online alleine oder mit ihren Eltern eingekauft. Mit 13 Jahren sind es schon rund 51 Prozent.
  • Der erste Online-Kauf erfolgt durchschnittlich mit zwölfeinhalb Jahren.
  • Ein Drittel der befragten Kinder geben am häufigsten in Webshops oder Apps ihr Geld aus.

Angst vor Abos und Verträgen

Die wenig verwunderliche Konsequenz: Etwa die Hälfte der Eltern ist besorgt, dass die Kinder unwissentlich Abos oder Kaufverträge abschließen – ohne die Folgen zu erahnen. Denn nur weil die Kinder das technische Know-how besitzen, heißt das nicht, dass sie auch eine ausreichende digitale Kompetenz haben.

Kaum Übersicht beim Online-Shopping

Fast die Hälfte der befragten Eltern sagt, sie können nicht nachvollziehen, wofür die Kinder ihr Taschengeld im Internet ausgeben. Das mag zwar auch der Fall sein, wenn das Taschengeld der Kleinen komplett in Süßigkeiten investiert und aufgegessen wurde, aber der physische Geldschein kann eben nicht überzogen werden.

Laut der Studie mussten 32 Prozent der Eltern ihre Kinder bereits bei finanziellen Engpässen unterstützen und einspringen, wenn das Taschengeld nicht ausgereicht hat.

Ab wann dürfen Kinder im Internet shoppen?

Grundsätzlich sind Kinder unter sieben Jahren per Gesetz nicht geschäftsfähig, unter 18 nur beschränkt geschäftsfähig. Die Gesetzeslage macht beim Taschengeld allerdings eine Ausnahme: Nach dem sogenannten Taschengeldparagraphen dürfen Kinder und Jugendliche von ihrem Taschengeld kleinere Einkäufe machen. Zum Beispiel ein kostenpflichtiges Spiel für das Smartphone herunterladen oder etwas online bestellen.

Was können Eltern also tun?

Kinder im Umgang mit den eigenen Finanzen schulen

Das bedeutet nicht, dass das „digitale Taschengeld“ keine gute Idee ist. Vielmehr müssen Eltern ihre Kinder etwas mehr an die Hand nehmen, um einen sorgfältigen Umgang zu vermitteln. Denn die Eltern bleiben das Vorbild Nr. 1 bei Finanzfragen, das hat auch die Studie bewiesen.

Budget planen und zusammen ausrechnen

Damit die Kids ein Gefühl für das Budget und das Haushalten mit dem Geld bekommen, können Eltern und Kinder gemeinsam rechnen. Je nachdem, wie viel Taschengeld das Kind bekommt: Wie viele Packungen Gummibärchen bekomme ich dafür? Wie lange muss ich sparen, bis ich genug Geld für das Lego-Set zusammen habe?

Gemeinsam geeignete Websites und Apps erkunden

Damit dein Kind nicht versehentlich an betrügerische Websites gerät und sensible Kontodaten preisgibt, lohnt es sich gemeinsam hinzuschauen: Zeige deinem Kind, auf welchen Seiten du selbst gerne einkaufst und woran du selbst fest machst, was ein vertrauenswürdiger Online-Shop ist. Zum Beispiel, ob er das „Trusted Shops“-Siegel trägt. Wenn du dir selbst unsicher bist, kannst du nach dem Shop auch in der Liste betrügerischer Online-Shops der Watchlist Internet suchen.

Eine eigene Kinder-Kreditkarte schafft Überblick

Wenn die Kinder zum Online-Shoppen das Konto der Eltern benutzen können, ist es ein Leichtes, zu viel auszugeben. Das geht mit einer eigenen Kreditkarte nicht. Die wird von den Eltern aufgeladen und sie können auch nachverfolgen, wie viel Geld wofür ausgegeben wurde. Wie ihr die richtige Kreditkarte für Kinder findet, erfährst du hier.

Mehr Tipps, wie Kinder den Umgang mit Geld lernen, findest du außerdem hier.

Quellen