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Diktate üben mit Kindern – geniale Tipps und Lernmethoden im Überblick

„Mama, wir müssen Diktat üben!“ – Oh je, wie ging das nochmal? Keine Sorge, auch Zuhause können Kinder lernen Diktate zu schreiben. Das Üben sollte aber Spaß machen und von Erfolg gekrönt sein. Mit diesen Tipps und Lernmethoden gelingt es euch garantiert im Handumdrehen.

@ BIGSTOCK / Rido81

Warum Diktate so unbeliebt sind und wie dein Kind es lieben lernt

Diktate sind bei Eltern, Kinder und Lehrern umstritten. Denn anders als bei sonstigen Schulaufgaben, ist das Diktat fehlerorientiert. Beispielsweise kann in Mathematik das Ergebnis falsch sein aber der Rechenweg richtig. Im Diktat gibt es nur eine richtige Lösung.

Gegenüber dem Tagesspiegel äußerte sich die Professorin, für Germanistische Sprachwissenschaften, Nanna Fuhrhop bezüglich der Notwendigkeit von Diktaten. Sie ist der Auffassung, dass es „pädagogisch nicht sinnvoll ist, Texte schreiben zu lassen, nur um den Schüler Fehlern nachzuweisen.“ Viel wichtiger sei die Lesekompetenz und das Textverständnis. […] Diktate würden ihnen dagegen nichts vermitteln.

Um dem Text folgen zu können, erfordert es eine Menge Konzentration. Nicht immer einfach für Grundschulkinder. Die Konzentrationsspanne bei Kindern zwischen sieben und neun Jahren liegt bei ca. 15 Minuten. Danach sollte pausiert werden.

Um die Aufmerksamkeitsspanne deines Kindes zu fördern helfen Konzentrationsübungen.

Der entstehende Druck ist auch nicht zu verachten. Diktate bringen Kinder in Stresssituationen. Sie müssen aufmerksam sein und sollen keine Fehler machen. Hinzukommt, dass die Schreibgeschwindigkeit vom Lehrer vorgegeben wird. Ist dein Kind eher von der langsamen Sorte verliert es schnell den Anschluss. Wenn die Aufregung zu groß und die Geschwindigkeit zu schnell ist, entstehen dann schnell Leichtsinnsfehler und damit eine schlechtere Note.

Um deinem Kind die anstehende Aufgabe leichter zu machen, hilft es nicht nur Diktate zu üben, sondern auch an der Konzentration, Stressresistenz und Geschwindigkeit zu arbeiten. Es kann auch helfen, mit deinem Nachwuchs über den Druck zu sprechen, unter dem es steht. Mach ihm klar, dass ihn keine schlimmen Strafen erwarten, wenn er einmal etwas nicht schafft. Erzähle von deinen eigenen Erfahrungen, dass minimiert den Leistungsdruck.

Deutsch Diktat üben – Vorbereitung ist alles

Im Vorfeld ist es ratsam, sich erst einmal über die Rahmenbedingungen zu informieren. Immerhin ist seit dem letzten eigenen Diktat eine Menge Zeit vergangen.

Ab der zweiten Klasse werden in Deutsch Diktate geschrieben. Dafür gibt es Richtlinien was die Wortanzahl betrifft:

  • Diktat Klasse 2: 40 Wörter
  • Diktat Klasse 3: 80 Wörter
  • Diktat Klasse 4: 120 Wörter

Damit das Diktat üben optimal klappt, sprich am besten einmal mit dem Deutschlehrer. Übungsdiktate für zu Hause, die direkt an den Unterricht anknüpfen sind die beste Wahl. Aber nicht immer steht dafür Lernmaterial zur Verfügung. Auf den Internetseiten des Bayrischern Rundffunks oder des Grundschulkönigs findest du zahlreiche Texte für alle Altersstufen.

Allgemeine Tipps fürs Diktate üben

Um dein Kind in einer stressfreien Umgebung an das Diktat üben heranzuführen, sind ein paar Grundregeln hilfreich:

Feste Zeiten

Einige dich mit deinem Kind auf bestimmte Übungszeiten. Die unbeliebte Lernsituation kann nicht umgangen werden, aber wenn feste Zeiten vereinbart sind, weiß dein Kind, dass es den restlichen Tag frei hat, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Wenn ihr einen Tag gefunden habt, einigt euch auch auf eine Übungszeit, 10 bis 15 Minuten sind meist ausreichend.

Kompromisse finden

Wenn das Kind nicht für das Diktat üben will, muss es trotzdem, oder? Im besten Fall hilft es erst einmal nachzufragen, warum es nicht üben möchte. Hat es vielleicht in der Schule schon Diktat geübt? Ist es vom Lernen müde? Gehe auf die Bedürfnisse deines Kindes ein, aber mache ihm auch klar, dass trotzdem geübt werden muss. Findet einen Kompromiss, damit keine negativen Gefühle gegenüber dem Diktat entstehen. Diese können vereinzelt zu Lernblockaden führen.

Motivationen schaffen

Nicht jeder Text den ihr zum Diktat üben verwendet, wird deinem Kind gefallen. Um die Motivation zu fördern bietet es sich an auch einmal einen Textabschnitt aus der Lieblingsgeschichte zu diktieren.

Hapert es trotzdem mit der Motivation, können Mutmachsprüche helfen.

Abwechslung beim Diktat üben

Monotonie kann ein regelrechter Motivationskiller sein. Vielleicht kennst du es selbst von deiner Arbeit oder einem Hobby: Aufgaben, die zwar dazu gehören aber furchtbar eintönig sind machen irgendwann keinen Spaß mehr. Um dein Kind vor aufkehrender Langeweile beim Diktat üben zu bewahren, eignen sich verschiedene Lernmethoden, um den Ablauf zu variieren.

Nicht geschimpft ist gelobt genug?

Falsch! Um dein Kind bei Laune zu halten und seine Motivation nicht den Bach runter gehen zu lassen, ist Lob sehr wichtig. Das hilft deinem Kind nicht die Lust an der Aufgabe zu verlieren.

Wie übt man Diktate richtig? Verschiedene Lernmethoden im Überblick

Hast du dir einen geeigneten Text herausgesucht und möchtest starten gibt es jetzt vier hilfreiche Methoden wie das Diktat üben gut funktioniert. Damit beim wöchentlichen Lernen keine Monotonie einkehrt, empfiehlt es sich die Lernmethoden zu variieren. Vielleicht mag dein Kind eine Methode super gerne und ist noch motivierter, wenn es auf diese Art üben kann.

Laufdiktat

Bewegung und sportliche Betätigung unterstützen den Lernprozess. In einem Projekt der Universität Marburg wird sogar davon ausgegangen: „Das sich durch eine Bewegungshandlung unmittelbar ein Lerngegenstand erschließt.“. Das Laufdiktat, wie der Name schon sagt, eignet sich deswegen hervorragend, um Bewegung und Lernen miteinander zu verbinden.

Lege Blatt und Stift auf einen Tisch und den Text auf die andere Seite des Raumes, achte darauf das keine Stolperfallen im Weg liegen. Dein Kind rennt dann zwischen Text und Schreibplatz hin und her. Es liest ein paar Wörter, merkt sich diese und rennt zurück, um sie aufzuschreiben, bis der ganze Text abgeschrieben wurde. Danach kontrollierst du den Text, gern auch gemeinsam mit deinem Kind, um etwaige Fehler auszumachen.

Klassisches Diktat

Damit dein Kind auch mit Prüfungssituationen gut umgehen lernt, könnt ihr das zu Hause üben. Natürlich ist diese Version weniger aufregend aber nur so kann dein Kind auch im Unterricht punkten. Lese den Text zu Beginn komplett vor und dann langsam die einzelnen Sätze,um dein Kind nicht in eine Stresssituation, ähnlich wie die des Unterrichts zu bringen. Sobald es sich sicherer fühlt, wird das Vorlese-Tempo erhöht.. Ist das Diktat fertig geschrieben, kann das Diktat noch einmal für ein paar Minuten durchgelesen und auf eigene Fehler kontrolliert werden. Vergleicht dann gemeinsam das Original mit dem diktierten Text.

Abschreibdiktat

Nicht immer ist Abschreiben verboten, sondern sogar erwünscht. Denn dabei können sich Wörter sehr gut gemerkt werden. Gerne kannst du das ganze auch etwas spannender gestalten, um die Konzentration zu fördern. Schreibe den Text davor selbst ab, aber setze keine Satzzeichen oder schreibe alle Wörter klein. Wenn dein Kind das Diktat übt, muss es selbstständig die Fehler ausbessern.

Spaltendiktat

Eine willkommene Abwechslung im Lernalltag – das Spaltendiktat. Üben mit dieser Methode kann gerade bei sehr schwierigen Wörtern sinnvoll sein. Sucht euch 10 Wörter aus, die deinem Kind nicht leichtfallen. Zu Beginn zeichnet ihr drei Spalten auf ein Blatt. In der ersten Spalte werden die zu übenden Wörter untereinander aufgeschrieben. Im Anschluss schreibt dein Kind die Wörter aus der ersten Spalte noch einmal in die zweite, danach wird die dritte Spalte nach hinten umgeknickt. In die dritte Spalte kommen dann wieder alle Wörter der ersten und zweiten Spalte aber aufgepasst, es muss das Blatt immer herumdrehen, um das Wort zu lesen und es dann aus dem Kopf auf die Rückseite aufzuschreiben.

Quellen