Dyskalkulie: Wie erkenne ich die Rechenschwäche? Tipps für Eltern

Dyskalkulie: Wie erkenne ich die Rechenschwäche?

Als Dyskalkulie bezeichnet man eine Rechenschwäche. Diese zeigt sich aber schon in Kleinigkeiten: So können etwa Mengen nicht richtig erfasst werden. Was du als Mama oder Papa tun kannst, um deinem Kind zu helfen, das erfährst du hier.

Mädchen sitzt in der Schule
Bei Dyskalkulie haben Kinder oft Probleme, dem Unterricht zu folgen © Unsplash/ Les Anderson

Dyskalkulie bei Kindern: So zeigt sie sich

Bei einer Dyskalkulie haben Betroffene Schwierigkeiten, sich in der Welt der Zahlen zurecht zu finden: Das Dezimalsystem erscheint wie ein Buch mit sieben Siegeln und Rechenarten werden vertauscht. Doch so eine Rechenschwäche zeigt sich nicht nur beim Rechnen. Oft scheitert es schon an kleineren Dingen, etwa Mengen richtig einschätzen zu können.

Rechenschwäche erkennen: Dyskalkulie-Symptome

  • Dein Kind hat Schwierigkeiten, Zahlen und Mengen richtig zu erfassen.
  • Dein Kind tut sich im Umgang mit Mengen- und Maßeinheiten schwer.
  • Dein Kind verwechselt die Rechenarten.
  • Dein Kind hat Probleme damit, die Uhr zu lesen und/oder Ziffern richtig zu schreiben.
  • Dein Kind findet sich im Dezimalsystem nicht zurecht.
  • Aus einer Textaufgabe den entsprechenden Rechenweg abzuleiten, fällt deinem Kind schwer.

Dyskalkulie ist aber keinesfalls auf mangelnde Intelligenz zurückzuführen. Laut WHO handelt es sich vielmehr um eine Teilleistungsschwäche, deren Erforschung noch wenig vorangeschritten ist.

Dyskalkulie: Forschung stecken in den Kinderschuhen

Der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V. schätzt, dass in Deutschland etwa drei bis sieben Prozent der Bevölkerung von einer Rechenschwäche betroffen sind. Die Erforschung von Ursachen, eine eindeutige Diagnose der Erkrankung sowie die Bereitstellung geeigneter Fördermaßnahmen gestalten sich schwierig.

Der Grund dafür: Im Gegensatz zur Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche) ist Dyskalkulie noch wenig erforscht und Fördermittel sind knapp. Dazu kommt, dass eine Rechenschwäche von Eltern und Pädagogen häufig nicht (sofort) erkannt wird. Nicht selten werden mangelnde Begabung oder schlechter Mathematikunterricht als vermeintlicher Grund für Probleme beim Rechnen gesehen. Daher solltest du ganz genau hinschauen, wenn du bei deinem Kind eine Dyskalkulie vermutest, um ihm bestmöglich helfen zu können.

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Dyskalkulie: Förderung von betroffenen Kindern

Vermutest du eine Rechenschwäche bei deinem Kind, dann ist der Kinder- und Jugendpsychiater beziehungsweise -psychologe die erste Anlaufstelle. Mit Hilfe von Rechentestverfahren und Intelligenztests kann eine Diagnose gestellt oder zumindest eine erste Tendenz ausgemacht werden.

Wurde bei deinem Kind eine Dyskalkulie diagnostiziert, ist die richtige Förderung aber das A und O! Wende dich also unbedingt an geeignete Beratungsstellen (etwa Verbände für Dyskalkulie) und lass dir entsprechende Kontakte geben. Mittel der Wahl bei der Therapie einer Rechenschwäche ist eine Kombination aus geeignetem Lerntraining und (wenn notwendig) psychotherapeutischer Unterstützung.

Kinder mit Rechenschwäche unterstützen

Ist dein Kind von Dyskalkulie betroffen, dann kannst du noch mehr tun, als ihm professionelle Hilfe zu vermitteln. Eine zweite wichtige Säule bei Kindern mit rechen- beziehungsweise Matheschwäche sind immer auch die Eltern selbst. Selbstvertrauen und einen gesunden Umgang mit Schwächen vermittelt nämlich niemand so gut wie Mama oder Papa:

  • Übe dich in Geduld: Der Umgang mit der Dyskalkulie ist für das Kind schon schwierig genug, eine überzogene Erwartungshaltung des Umfeldes erschwert die Problematik nur.
  • Mache kein Geheimnis aus der Rechenschwäche: Dein Kind sollte über seine Situation und alle damit zusammenhängenden Schritte gut informiert sein. Alle wichtigen Infos kindgerecht weiterzugeben, das ist deine Aufgabe als Elternteil.
  • Fokussiere dich auf die positiven Eigenschaften deines Kindes: Statt immer nur das zu bereden, was deinem Kind Schwierigkeiten bereitet, streiche vermehrt seine positiven Eigenschaften heraus. So steigerst du sein Selbstbewusstsein und förderst ein positives Selbstbild.
  • Lobe dein Kind: Kleine Erfolge können große Schritte für dein Kind sein. Daher solltest du Anstrengung und Leistung deines Kindes positiv verstärken und ihm bei Rückschritten den Rücken stärken.
  • Experimentiere im Alltag mit Lernmethoden: Manche Lernmethoden können im Alltag recht stressfrei integriert werden (Treppen zählen, Rezepte nachkochen, Gesellschaftsspiele, Computerspiele etc.)
  • Therapiere dein Kind bei einer Dyskalkulie nicht selbst: Denn dafür gibt es Professionisten und das ist auch gut so.