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Gute und schlechte Einschlafhilfen für Kinder

vonLinda Rowold

Endet das das Zubettgehen bei euch oft in Geschrei und Drama? Dann findest du hier einige tolle Einschlafhilfen für Kinder.

vonLinda Rowold
© Pexels/cottonbro

Was hilft, wenn Kinder nicht einschlafen können?

Schlafen gehen ist oft ein anstrengender und nervenaufreibender Prozess, der übermüdete Kinder und genervte und gestresste Eltern hervorbringt. Was hilft, wenn die Kinder einfach nicht einschlafen wollen? Hier findest du acht einfache Soforthilfen.

Diese Einschlafhilfen können deinen Kindern das Einschlafen erleichtern – natürlich gibt es aber auch hier keine Garantie, dass diese Tipps auch bei deinem Kind funktionieren. Hier gilt: einfach mal ausprobieren!

Einmal durchlüften

Wie auch bei Erwachsenen ist es auch für Kinder sehr angenehm, wenn sie in kühleren Räumen schlafen. Die ideale Temperatur für ein Kinderzimmer zum Einschlafen liegt bei 16-19 Grad. Lüfte abends einmal durch, um eine angenehm kühles Raumklima zu erzeugen. Die frische Abendluft tut deinem Kind vor dem Einschlafen gut.

 

Bitte ruhig und entspannend

Generell ist eine angenehme Umgebung eine gute Einschlafhilfe. Kinder schlafen nicht nur in einem kühlen Raum besser. Auch sanfte Farben, gedämpftes Licht und ein ruhiges Umfeld helfen Kindern beim Runterkommen, Entspannen und Einschlafen.

Verzichte beim Zubettbringen auf helle Deckenlampen und laute Musik und greife lieber zu indirekten Lichtquellen wie kleinen Tischlampen und leisen, entspannenden Einschlafliedern und -Musik.

Kuschlig warme Füße

Niemand geht gerne mit eiskalten Füßen ins Bett – auch deine Kinder nicht. Während der Raum daher gerne etwas kühler sein darf, sollten die Füße deiner Kinder schön mollig warm sein.
Wärmende Socken oder ein wohltuendes, warmes Fußbad vor dem Zubettgehen entspannt und hilft. Ein Badezusatz mit Kräutern  wie Lavendel, Orangenblüten, Kamille und Melisse beruhigt zusätzlich

 

Bildschirme aus

Weg mit den elektronischen Geräten für deine Kinder. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, keine elektronischen Geräte vor dem Schlafengehen zu benutzen.
Das Blaulicht, das die Bildschirme absondern, hemmt die Ausschüttung von Melatonin, unserem Schlafhormon. Dadurch verzögert sich das Eintreten der Müdigkeit. Besonders bei Kindern stört das Licht der Bildschirme stark den Schlaf, so lautet die Erkenntnis zahlreicher Studien und Experten.

Deine Kinder sollten ab einer Stunde vor dem Schlafengehen also lieber auf Handy& Co. verzichten. Vereinbare mit deinen Kindern lieber noch etwas Lesezeit oder ruhige Musik.

Nicht hungrig ins Bett

Eine bekannte und wirksame Einschlafhilfe für deine Kinder. Wenn der Bauch knurrt und leer ist, lässt es sich schlechter ein- und durchschlafen. Achte daher darauf, dass dein Kind nicht hungrig ins Bett geht. Ein kleiner und leichter Snack, zum Beispiel eine Banane oder anderes Obst ist vor dem Schlafengehen noch erlaubt. Abends lieber auf leicht bekömmliche Kost setzen.

 

Auf Monsterjagd gehen

Können deine Kinder abends nicht einschlafen, weil sie Angst vor der Dunkelheit oder Monstern im Zimmer haben? Nimm die Sorgen und Ängste deiner Kinder ernst. Eine gute Einschlafhilfe bei Angst im Dunkeln ist die Monsterjagd: Suche vor dem Verlassen des Kinderzimmers alleine oder gemeinsam mit deinem Kind das Zimmer nach Monstern ab. So zeigst du deinem Kind, dass keine Monster im Zimmer sind.

Weitere Tipps und Tricks bei Angst im Dunkeln findest du auch in unserem Ratgeberartikel:

: Das hilft

Heiße Milch mit Honig

Ein Klassiker unter den Einschlafhilfen. Kinder schlafen nach einer Tasse heißer Milch mit Honig vielleicht besser.

Die Wirkung dieser Einschlafhilfe für Kinder ist allerdings keine Körperliche. Milch enthält zwar die Aminosäure Tryptophan, die dabei hilft, Melatonin zu produzieren, jedoch ist die Aminosäuren-Menge in einem Glas Milch viel zu wenig, um unser Einschlafen zu fördern. Deine Kinder müssten dafür mehrere Liter Milch am Abend trinken.

Hier wirkt ein psychologischer Effekt: Heiße Milch mit Honig macht ein wunderbar wärmendes, geborgenes Gefühl. Beim Trinken in kleinen Schlucken entschleunigt sich der Körper, deine Kinder kommen zur Ruhe und entspannen sich – und das ist eine der besten Einschlafhilfen.

Weißes Rauschen

Von Weißem Rauschen oder „White Noise“ hast du bestimmt schon einmal gehört. Schließlich gibt es seit einiger Zeit einen Haufen Playlists, Apps und sogar ganz eigene Geräte, die verschiedene Arten von White Noise produzieren.

Das sanfte und monotone Rauschen soll dafür sorgen, leichter in den Schlaf zu finden, da so störende Hintergrundgeräusche vom Gehirn ausgeblendet werden können. Besonders bei Babys ist White Noise eine wirksame und beliebte Einschlafhilfe. Kinder und Erwachsene können aber auch von den beruhigenden Tönen profitieren. Probier es doch einfach mal mit deinem Kind aus!

 

Was tun, wenn das Kind nachts nicht schlafen will?

Das Kind ist satt, die Zähne sind geputzt , das Abendritual durchgeführt, das Licht ist aus. Trotzdem steht das Kind eine Minute später wieder vor dir.

Egal was du tust, dein Kind WILL einfach nicht schlafen gehen. Hier einige Einschlafhilfen, wenn deine Kinder nicht schlafen wollen:

Eine Routine einführen

Was du vielleicht schon bei deinem Baby eingeführt hast, kommt jetzt auch deinem Kind zugute. Eine feste und gleichbleibende Abendroutine mit Einschlafritualen hilft deinen Kindern, sich auf das Schlafengehen vorzubereiten.

Es gibt eine Vielzahl von Routinen und Einschlafritualen. Als Einschlafritual kannst du  zum Beispiel eine Gute-Nacht-Geschichte einführen, ein Schlaflied singen oder eine Spieluhr aufziehen.

Feste Schlafenszeiten sind wichtig, es sollten allerdings auch Ausnahmen erlaubt sein. Wenn dein Kind unter der Woche nicht einschlafen will, kannst du deinem Kind versprechen, dass es dafür am Wochenende etwas länger aufbleiben darf. Wichtig ist, dass du dein Versprechen auch einhältst.

Über den Tag reden

Oft wollen Kinder abends nicht einschlafen, weil der Tag so ereignisreich war oder weil in den nächsten Tagen viel ansteht. Besprich mit deinem Kind vor dem Schlafengehen den Tag.

Gab es Sorgen oder Streit? Redet gemeinsam darüber und nehmt so die Ängste und den Druck vor den anstehenden Tagen. Besprecht am Ende die positiven Ereignisse des Tages, um einen schönen Abschluss zu finden. Das ist auch ein schönes Abendritual und schafft Geborgenheit und Vertrautheit zwischen dir und deinen Kindern.

Eine gute Einschlafhilfe ist es auch, die Vorfreude deiner Kinder auf schöne Ereignisse zu wecken. Verbinde die kommenden Erlebnisse mit dem Schlafengehen: „Wenn du jetzt schlafen gehst und morgen aufwachst, dann besuchen wir Oma und Opa“.

Macht eine Fantasie- oder Traumreise

Ist dein Kind abends nach der Gute-Nacht Geschichte noch zu aufgedreht und will nicht schlafen, ist vielleicht eine Fantasiereise die Lösung. Diese Einschlafhilfe für Kinder ist vor allem für etwas ältere Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter geeignet.

Das Ziel dieser Reisen mit den Themen „Ruhe und Schlaf“ ist, dass dein Kind ruhig und müde wird. Denk dir entweder selber Traumreise aus oder suche im Internet nach passenden Geschichten. In Verbindung mit einer ruhigen Atmosphäre im Kinderzimmer und eurer sanften und leisen Stimme kommt dein Kind bestimmt bald zur Ruhe.

Schlechte Einschlafhilfen für Kinder

Neben zahlreichen wirkungsvollen und hilfreichen Einschlafhilfen für Kinder gibt es jedoch auch Einschlafhilfen, die nicht geeignet sind, um dein Kind zum Schlafen zu bringen.

Was du lieber nicht tun solltest, zeigen wir hier:

An Ausnahmen gewöhnen lassen

Dein Kind ist nach ein paar erfolglosen Versuchen, es zum Schlafen zu bringen, nur mit dir im Bett eingeschlafen? Lass das nicht zur Gewohnheit werden. Merkt dein Kind, dass es durch Schreien oder Einfordern bekommt, was es möchte – in diesem Fall gemeinsam im Bett schlafen – kann es sich daran gewöhnen und immer wieder einfordern.

Lass Ausnahmen wie länger aufbleiben, auf dem Arm einschlafen, mit dem Auto gefahren werden, nicht zu einer Routine werden. Diese kannst du beispielsweise im Urlaub nicht immer einhalten. Etabliere lieber eine Routine, die du nur durch seltene Ausnahmen unterbrichst.

Nur ein Elternteil bringt das Kind zum Schlafen

In den ersten Monaten des Lebens ist es meist die Mutter, die das Kind zum Schlafen bringt. Später sollten aber auch Papa, Oma oder Opa das Kind ins Bett bringen können. Um dein Kind an verschiedene Personen zu gewöhnen, solltet ihr die etablierte Abendroutine und die Abendrituale behalten, aber regelmäßig den Zubettbringer tauschen.

Sorgen und Ängste ignorieren.

Wenn dein Kind Angst vor Monstern hat, dann ignoriere diese nicht. Kinderängste sind noch nicht rational und gerade Kleinkinder können Albträume noch nicht von der Wirklichkeit unterscheiden. Befindet sich dein Kind in der sogenannten magischen Phase, dann sind die Monster und Gespenster aus deinen Träumen für dein Kind real.

Schaff ein geborgenes und vertrautes Umfeld, in dem du deinem Kind zeigst, dass du seine Ängste ernst nimmst.

: Die Monster sind echt!

Schlechte Umgebung

Ist das Kinderzimmer zu hell, zu warm oder zu chaotisch, wirken diese Dinge als schlechte Einschlafhilfe für dein Kind. Ein unaufgeräumtes Zimmer oder Lärm sorgt für Unruhe und keinen oder schlechten Schlaf.

Legt also abends lieber eine kleine gemeinsame Aufräumstunde ein. Ein angenehmes und aufgeräumtes Umfeld mit Ruhe und sanften Farben sorgen für eine entspannende Atmosphäre vor dem Einschlafen.

Quellen

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