Studie: Eltern sprechen mit ihren Kindern zu wenig über Sex

Studie: Eltern sprechen mit ihren Kindern zu wenig über Sex

Auch wenn unsere Gesellschaft heute sehr offen ist, fällt es vielen Eltern schwer, mit ihren Kindern über Sex zu reden. Dabei ist dies laut einer neuen Studie wichtig für die späteren Sexual-Beziehungen der Kinder.

Eltern sprechen mit ihrer Tochter am Tisch
Wie oft sollte man über Sex mit seinen Kindern reden? ©Bigstock/dolgachov

Richtiger Umgang mit Sexualität wird nicht besprochen

Die berühmte Frage: „Mama, wo kommen eigentlich Babys her?“ stellt früher oder später jedes Kind. Die meisten Eltern reagieren peinlich berührt und wissen nicht, wie ausführlich sie dieses Thema mit ihren Kindern besprechen sollen oder ob es am besten wäre, gleich das Thema zu wechseln. Besonders Eltern mit Teenagern fällt es schwer, mit ihnen über das Thema Sex und Verhütung zu sprechen. Deswegen wird der richtige Umgang damit nur in seltenen Fällen mit den Eltern besprochen. Laut einer neuen Studie des „Journal of Adolescent Health” ist dies aber sehr wichtig und sollte nicht nur einmal passieren.

Eltern sprechen zu wenig über Sex

Insgesamt wurden 468 Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie ihre Eltern befragt – wobei 157 Kinder nur mit ihrer Mutter teilnahmen. Über zehn Jahre wurden die Familien jedes Jahr gefragt, ob sie über Sexualität und Verhütung gesprochen hätten.

Das Ergebnis: Eltern und Kinder verbringen nicht genug Zeit damit, über Sex zu sprechen. Und wenn sind es in den meisten Fällen die Eltern, die die Gespräche suchen. Dabei sei genau das so wichtig. Denn die Konsequenz ist, dass in Familien, in denen regelmäßig über Sex gesprochen wird, Kinder später ein gesünderes Sexleben haben, eher verhüten und somit sicheren Sex haben. Interessant ist es auch, dass Eltern meist denken, sie sprächen ausreichend über Verhütung und den richtigen Umgang mit Sexualität, die Kinder jedoch das Gefühl haben, dass sie sehr wenig mit ihren Eltern über dieses Thema reden.

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„Egal ob Eltern denken, sie würden oft über Sexualität sprechen, ihre Kinder berichten eher davon, dass das Kommunikationslevel in der Hinsicht niedrig ist.“, so Laura Padilla-Walker, die Leiterin der Studie.

Doch ein kurzes, peinlich berührtes Gespräch über die „Blümchen und die Bienchen“ reicht allerdings nicht aus. Am besten sollte man mehrmals das Gespräch mit seinen Kindern suchen.  Dadurch wird ihnen nämlich zusätzlich die Sicherheit gegeben, sich mit Fragen und Sorgen an die Eltern wenden zu können. Das schafft Vertrauen.

Aber: Schrecke deine Kinder nicht ab.

Zugegeben, dieses Gespräch kann unangenehm sein – für Eltern und Kinder. Wenn du aber mit Scham und unter Angst, etwas falsch zu machen, dein Kind aufzuklären versuchst, wirkt sich das negativ auf das Kind und sein Sexual-Empfinden aus. Sei offen, bleib sachlich und sprich mit deinem Kind auf Augenhöhe.

„Eltern sollten regelmäßig mit ihren Kindern über die vielen Aspekte der Sexualität sprechen, so, dass sich das Kind wohl und gehört fühlt – aber niemals beschämt“, sagt die Wissenschaftlerin im Interview mit „BYU News“.