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Kind 4 Jahre: Die wichtigsten Entwicklungsschritte von 4-Jährigen

Ist dein Kind 4 Jahre alt, endet die Trotzphase. Seine Körperkontrolle wird besser und es wird zunehmend vernünftiger, wenn es um die Einhaltung von Regeln geht. Alles über die Entwicklung von 4-jährigen und wie du deinen Wirbelwind fördern kannst, findest du hier.

Was muss mein Kind mit 4 Jahren können?
Was muss mein Kind mit 4 Jahren können?
©Unsplash/Kelly Sikkema

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Was muss mein Kind mit 4 Jahren können?

Schonmal vorne weg: Von MÜSSEN kann hier nicht die Rede sein. Diese Entwicklungsschritte und erlernten Fähigkeiten beziehen sich auf ein Durchschnittsalter. Welche Entwicklungen 4-jährige machen, ist keine genaue Wissenschaft – Kinder wachsen und entwickeln sich sehr unterschiedlich. Wenn dein Kind 4 Jahre alt und noch nicht bereit für sein erstes Fahrrad ist oder seine Sätze nicht sechs bis zehn Wörter, sondern nur fünf Wörter lang sind, ist das kein Weltuntergang.

Motorische Entwicklung 4-Jähriger: Forscherdrang und Wissensschwämme

Ist dein Kind 4 Jahre alt, hat es Hummeln im Hintern und will die Welt entdecken: In Pfützen plantschen, auf Dinge klettern, am liebsten durch die offene Gartentür „in die weite Welt hinein“. 4-Jährige brauchen viel Platz zum Austoben!

Körperliche Aktivitäten an der frischen Luft sind jetzt wichtig und bieten viele interessante Reize – sowohl körperlich als auch kognitiv. Toben, klettern, rennen, hüpfen, werfen, balancieren, Laufrad fahren: Immer sind die Kleinen in Bewegung.

Wieso, weshalb, warum: 4-Jährige sind kleine Wissensschwämme. Sie saugen Informationen regelrecht auf und müssen alles anfassen. Aber bei all dem Spaß, dem Bewegungs- und Forscherdrang kann schnell etwas passieren. Wirf deswegen besonders in der Nähe von Teichen, Bächen, Planschbecken, Straßen und anderen Gefahrenzonen ein Auge auf dein 4-jähriges Kind.

Begeisterung an Sport und Bewegung

Erste sportliche Aktivitäten wie Tanzen und Fußball spielen, werden jetzt so richtig interessant. Besonders kreative Bewegungsspiele stehen hoch im Kurs, wen dein Kind 4 Jahre alt ist. Die großen Muskelpartien wie Bein- und Armmuskulatur werden dadurch trainiert. Auch ein Verständnis für Entfernungen, Geschwindigkeit, Beschleunigung, lenken und bremsen wird jetzt entwickelt. Deswegen fangen auch die meisten Kinder in diesem Alter an Fahrrad zu fahren.

Nützliche Tipps, wie dein Kind einfach Fahrrad fahren lernen kann, findest du in unserem Artikel: „Fahrrad fahren lernen: Das richtige Alter & praktische Tipps“.

Achtung, aufpassen: 4-jährige haben oft ihren Kopf in den Wolken. Sie schauen in die Ferne, der Blick gen Horizont gerichtet. Kein Wunder also, dass sie in der kurzen Distanz oft etwas verpassen und daher leicht stürzen oder Dinge umwerfen. Achte auch darauf, dass der Bewegungs- und Forscherdrang dein Kind nicht in Gefahr bringt. Kinder nehmen Wissen in diesem Alter regelrecht über die Hand in den Kopf auf. Was sie anfassen, können sie leichter begreifen. Dabei stehen nicht Stift und Papier im Vordergrund sondern Matsch, Stein, Schnecke und Stock.

Fein- und Grobmotorik bei 4-Jährigen

Feinmotorisch werden Stifte noch mit der Faust gehalten und beim Zeichnen bewegen sich Hand und Arm als Einheit. Entsprechend ungelenk sind die Ergebnisse. Mehr Informationen, wie Kinder malen lernen liest du auch in dem verlinkten Artikel zum Thema. In der zweiten Hälfte dieses Lebensjahrs lernen Kinder manchmal bereits einen Knoten zu machen.

Es kann mit seinen Augen noch nicht gut zwischen nahen und fernen Objekten wechseln, daher wird es beim Malen oder „Schreiben“ noch nichts nachmalen können. Außerdem ist die Feinmotorik von 4-Jährigen dafür noch nicht ausreichend entwickelt. Es braucht zu diesem Zeitpunkt eher grobmotorische Spielaktivitäten mit großen Objekten, die wenig Details aufweisen. Dein Kind kennt jetzt außerdem die Grundfarben. Bücher helfen dabei, weitere Farben zu erkennen, aber auch Hinweise im Alltag können dies fördern. „Schau mal, das Haus ist lila.“

Trotzphase mit 4 Jahren: Du hast es bald geschafft, dein Kind wird vernünftiger

Von sporadischer Bockigkeit über nicht enden wollendes „Ich will aber!“ bis hin zu Wutausbrüchen epischen Ausmaßes: Die Bandbreite an kindlichen Trotzanfällen war bis jetzt groß. Aber bald hast du es geschafft, denn die Trotzphase endet meist mit 4 Jahren. Stimmungsschwankungen sind immer noch möglich, werden aber im Laufe des Jahres weniger. Dein Kind weiß jetzt, wie weit es gehen kann, wo die Grenzen sind und dass seine Fähigkeiten (sehr zu seinem Missfallen) noch begrenzt sind.

Mach dir aber nichts vor: 4-Jährige werden natürlich weiterhin Blödsinn machen, dich manchmal richtig doof finden oder gelegentlich Regeln brechen – jedoch bekommt dies alles nun eine andere Qualität. Ist dein Kind 4 Jahre alt, entwickelt ein neues Verständnis für die Kooperation mit seinen Bezugspersonen. Mehr Informationen findest du in unseren Ratgeberartikel: Trotzphase: So verhältst du dich richtig, wenn Kinder trotzen.

Soziale Entwicklung: Kind 4 Jahre

Die Aufmerksamkeitsspanne deines 4-jährigen Kindes ist noch immer recht kurz und es wird wie ein Flummi von einer Aktivität zur nächsten wechseln. Zu viele Spielsachen oder ein laufender Fernseher können dazu beitragen, da sie zu sehr ablenken. Abhilfe können mehrere kleine Spielstationen schaffen – zum Beispiel eine Ecke mit Kinderküche, eine mit einfachen Puzzles, eine Kiste mit Fahrzeugen und Figuren und eine Ecke mit Bauklötzen.

Für etwa zehn Minuten lassen sich 4-Jährige beim Vorlesen oder Singen aufmerksam halten. Plane daher die Buchauswahl oder andere Aktivitäten für ungefähr diese Zeitspanne und biete dann wieder Abwechslung an.

Freundschaften werden für 4-Jährige wichtiger

Das Interesse an anderen Kindern steigt. Es entwickeln sich erste kleine Freundschaften (siehe auch Erste Verabredungen), die aber oft nicht von langer Dauer sind. Gemeinsames Spiel findet häufig noch nebeneinander statt, wird aber immer mehr. Zur Entwicklung von Kindern gehört mit 4 Jahren auch, kooperieren zu lernen: Warten können, sich abwechseln, Konflikte mit Worten lösen, all das ist im gemeinsamen Spiel gefragt.

Kind 4 Jahre: Entwicklung des geschlechtsspezifischen Körperbewusstseins

Ist dein Kind 4 Jahre alt, wird es nun wissen, dass es einem Geschlecht zugehörig ist. Vielleicht wird es von anderen Kindern lernen, was nach gesellschaftlicher Ansicht „typisch Junge“ oder „typisch Mädchen“ ist. Freundschaften werden oft mit dem gleichen Geschlecht geschlossen. Biete deiner Tochter unbeirrt Autos und sogenannte „typische Jungs-Spielzeuge“ und Aktivitäten an und deinem Sohn „typisches Mädchen-Spielzeug“ und Aktivitäten, so dass sie sich uneingeschränkt entwickeln können. Es wäre ein Fehler, dein Kind wegen seines Geschlechts in seinen Interessen und Aktivitäten einzuschränken. So kann es durchaus sein, dass 4-jährige Jungs sich für glitzernden Schmuck oder sogar für Kleider interessiert. Das ist vermutlich nur Ausdruck normaler Neugierde oder seines persönlichen Geschmacks.

Auch interessant ist, dass für Kinder im Alter von zwischen vier und sechs Jahren der gegengeschlechtliche Elternteil besonders interessant wird. Das Zentrum Bayern Familie und Soziales schreibt im „Elternbrief“:

„Das kleine Mädchen wendet sich intensiv dem Vater zu und versucht, ihm zu gefallen oder ihn zu beeindrucken. Der kleine Junge ist in dieser Zeit oft stark an die Mutter gebunden und rivalisiert eher mit dem Vater.“

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Gefühle erkennen und äußern

Außerdem sind 4-Jährige nun in der Lage, Emotionen zu erkennen. Wenn ein anderes Kind weint, ein Elternteil fröhlich oder ein Fremder ärgerlich ist, bemerkt es dies und kann diese Gefühle auch in Worte zu fassen. „Der Mann ist wütend“, wird es vielleicht sagen, wenn es im Buch eine Abbildung eines ärgerlichen Mannes sieht.

Fördere diese Fähigkeit mit Bildern und Geschichten in denen Personen Gefühle zeigen. Es ist für das Zusammenleben wichtig, dass dein Kind die Gefühle anderer Menschen erkennen und einordnen kann. Dasselbe gilt für seine eigenen Gefühle.

Sprachliche Entwicklung: Der (Schimpf-) Wortschatz wächst

4-Jährige sprechen viel. Sie plappern oft ohne Pause und experimentieren dabei mit der Sprache. Für manches fehlen ihnen aber noch die Worte. Hier ist deine Hilfe gefragt: Bringe ihm neues Vokabular bei, um seine Bedürfnisse in Worten auszudrücken. Grammatikfehler kommen häufig vor, jedoch wird die Ausdrucksweise zunehmend von der Babysprache abweichen. Auch Laute werden immer häufiger korrekt ausgesprochen.

Sätze sind nun sechs bis zehn Wörter lang und deutlich komplexer als noch mit 3 Jahren. Dein Kind kann vielleicht schon kleine Geschichten erzählen. Ärger dich nicht, wenn dein Kind es mit der Wahrheit dabei nicht immer ganz so genau nimmt. So stecken Kinder mit 4 Jahren mitten in der sogenannten magischen Phase. Und in dieser sind Feen, Hexen oder gemeine Trolle wirklich real. Es braucht noch eine Weile, bis Kinder zwischen ihrer inneren Welt und der realen Welt unterscheiden können. Bis es soweit ist solltest du deine Pflicht als Monster-Jäger auf jeden Fall ernst nehmen und regelmäßig unter dem Kinderbett oder im Schrank nach dem Rechten sehen.

„Du Pupskackawurst“: Schimpfwörter werden jetzt interessant

Ist dein Kind 4 Jahre alt, werden Schimpfwörter interessant. Es entdeckt, dass bestimmte Wörter bei Erwachsenen zu interessanten Reaktionen führen: 4-Jährige beginnen mit Fäkalsprache und Schimpfwörtern zu experimentieren und haben (zu) großen Spaß daran.

Tipp: Reagiere möglichst gelassen. So machst du das Schimpfwort-Roulette uninteressant und dein Kind verliert den Spaß daran.

A-B-C und Zeiten erkennen

Übe mit deinem Kind seinen Vor- und Nachnamen und buchstabiere sie. Wenn dein Kind 4 Jahre alt ist, sollte es nun auch lernen, was „gestern“ und „morgen“ bedeuten. Diese Begriffe sollten dann auch mit Ereignissen in der Vergangenheit und der Zukunft in Verbindung gebracht werden. Du kannst dies fördern, indem du ihm jeden Tag erzählst was gestern war und was morgen geplant ist. Es kann auch nicht schaden, dabei schon Wochentage zu nennen:

„Heute ist Mittwoch. Gestern war Dienstag, da waren wir beim Kinderarzt. Morgen ist Donnerstag, da gehen wir zur Spielgruppe.“

Lieder, Fingerspiele und Bewegungsspiele dürfen jetzt anspruchsvoller sein. Anweisungen mit drei Komponenten kann es schon ausführen, beispielsweise „Stell das Auto auf den Tisch, geh ins Badezimmer und hole ein Handtuch.“ Rhythmus, Reime und sich wiederholende Muster interessieren 4-Jährige jetzt brennend und Verkleiden spielen ist jetzt der absolute Renner.

Pippi und die kleine Hexe: Die besten Kinderbücher für 4-Jährige

Wenn dein Kind 4 Jahre alt ist, dürfen die Bücher auch mal lustig sein. In diesem Alter verstehen Kinder schon Geschichten mit Humor. Besonders geeignet für 4-jährige Zwerge sind Bücher wie „Nix Kuckuck“ oder „Die kleine Hexe hat Geburtstag“. Aber auch die Klassiker von Astrid Lindgren wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Die Kinder aus Bullerbü“ dürfen in keinem Kinderzimmer fehlen.

Mehr Informationen findest du hier: Kinderbücher ab 4 Jahren.

Kognitive Entwicklung: kleine Aufgaben im Haushalt

Wenn dein Kind 4 Jahre alt ist, verbessert sich sein Verständnis für Zahlen und Mengen. Es lernt jetzt, dass etwas kleiner oder größer, leicht oder schwer ist. Gegenstände sortieren (alle gelben Klötze, alle roten …), wiederkehrende Muster entdecken (rot-gelb-grün-rot-gelb-grün) und etwas kategorisieren (Tiere, Fahrzeuge, …) sind sinnvolle Aktivitäten und können 4-Jährige eine Weile beschäftigen.

Kleine Aufgaben im Haushalt können nun übernommen werden. Ist dein Kind 4 Jahre alt kann es ohne Probleme zum Beispiel die Katze füttern oder morgens die Vorhänge öffnen. Solche einfachen Aufgaben können zwar schon selbstständig erledigt werden, wahrscheinlich muss du deinen Zwerg aber ab und zu daran erinnern.

So kannst du ein 4-Jähriges Kind fördern

  • Lies mit deinem Kind Bilderbücher mit Reimen oder sich wiederholenden Sätzen. Zum Beispiel „Henriette Bimmelbahn“ oder „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“. Die Bücher sollten nur wenig Text, aber eine leicht erkennbare oder vorhersehbare Handlung zeigen. Auch geeignet für ein Kind 4 Jahre und älter: Bücher mit Zahlen und Reihenfolgen. Zum Beispiel „Zehn kleine Fledermäuse“ oder „Morgens früh um 6, kommt die kleine Hex“.
  • 4-Jährige haben Redebedarf. Höre ihm also auch geduldig zu, wenn es selbst eine Geschichte erzählt.
  • Dein Kind interessiert sich in diesem Alter für Themen wie Märchen, Tiere, Blut und Exkremente, Fantasie und altersgerechten TV Helden, seinen Körper, Dinosaurier, Fahrzeuge und so weiter. Die Liste ist endlos. Biete zu den Interessensgebieten passende Aktivitäten an.
  • Sprich mit deinem Kind über Formen und versuche mit ihm Dreiecke, Kreise, Rechtecke oder Quadrate im Alltag zu entdecken.
  • Übe mit ihm das Erkennen und Benennen von Farben im Alltag. Belasse es aber zunächst bei den einfachen Farben wie rot, gelb, grün, orange und blau, bevor du lila, hellblau oder türkis hinzufügst. Zum Beispiel indem du sagst: „Hole deine blauen Gummistiefel“.
  • Zähle Dinge, so zum Beispiel beim Zuknöpfen der Jacke: „1, 2, 3, 4, 5 … 5 Knöpfe!“
  • Sortiere mit ihm alle Lastwagen, alle Autos, alle Trecker oder alle runden und alle eckigen Dinge.
  • Lege Spielsachen in wiederholenden Mustern zurecht, fordere dein Kind auf das Muster zu vervollständigen: eine Murmel, ein eckiger Klotz, eine Murmel, ein eckiger Klotz … was kommt jetzt dran?

Kind 4 Jahre: Entwicklungsfortschritte erkennen

Zu wissen welche Fortschritte dein Kind in seiner Entwicklung gemacht hat, kann für das Verständnis seines Verhaltens wichtig sein. Es hilft dir darüber hinaus deinem Kind die richtigen Aktivitäten und Reize anzubieten und dadurch seine gesunde Entwicklung zu unterstützen. Hier findest du eine Checkliste für wichtige Meilensteine bei 4-Jährigen.

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