Was tun bei Erbrechen? Kind vor Austrockung schützen

Erbrechen bei Kindern: Was kann ich tun, wenn mein Kind erbricht?

Die Ursachen für das Erbrechen bei Kindern sind oftmals harmlos. Wie du die Symptome richtig deutest, wann du zum Arzt gehen solltest, wenn das Kind erbricht und ab wann es gefährlich werden kann, erfährst du hier.

Kleines Mädchen ist krank und schaut aus dem Fenster
Erbrechen kann bei Kindern viele Ursachen haben © Pexels/ Bryan Schneider

Erbrechen: Kinder haben empfindlichen Magen

Erbrechen – bei Kindern oder Erwachsenen – ist eine reflexartige, quasi umgekehrte Entleerung des Mageninhalts zurück nach oben. Eigentlich ist das ein Schutzreflex des Körpers, um Giftiges oder Schädliches schnell aus dem Magen zu befördern. Gesteuert wird dieser Reflex durch das Brechzentrum im Gehirn. Wenn ein Kind erbricht muss das aber nicht unbedingt an schlechten Lebensmitteln liegen.

Erbrechen bei Kindern: mögliche Ursachen

Wenn Kinder durcheinanderessen, zu kalte Getränke trinken oder etwas besonders aufregendes erleben, dann reicht das manchmal schon, um den empfindlichen Magen zu reizen und schwupps ist das Malheur passiert. Erbrechen bei Kindern kann die verschiedensten Ursachen haben: ein verdorbener Magen durch falsche Lebensmittel, Stress oder ein akuter Magen-Darm-Virus können schuld sein. Darum solltest du bei Erbrechen Kinder immer genau beobachten: Welche Symptome zeigt es noch?

Wenn Fieber und Husten in Kombination mit Erbrechen bei Kindern auftreten, dann handelt es sich in den meisten Fällen um eine grippale Infektion. Wenn zusätzlich Fieber und Durchfall dein Kind plagen, dann ist höchstwahrscheinlich ein Magen-Darm-Virus daran schuld. Dein Kind erbricht sich immer zu und hat dazu noch starke Unterbauchschmerzen? Dann solltest du dir schleunigst von einem Arzt vergewissern lassen, dass dein Kind keine Blinddarmentzündung hat.

Bei Babys sollte man den Unterschied zwischen Erbrechen und Spucken erkennen. Wenn ein Baby kurz nach dem Stillen oder dem Fläschchen etwas Milch aufstößt, dann spricht man vom Spucken. Spucken passiert, wenn das Baby zu viel Milch getrunken hat und ein Stück des Mageninhaltes wieder aufgestoßen wird. Spucken bei Babys ist vollkommen normal und passiert ganz leicht, da das Ventil am Mageneingang noch nicht richtig funktioniert. Beim Erbrechen hingegen ist Vorsicht geboten! Wenn das Baby unabhängig von den Mahlzeiten den Mageninhalt durch den Mund entleert und sich sichtlich unwohl fühlt, dann kann man vom Erbrechen ausgehen. In diesem Fall solltest du einen Kinderarzt aufsuchen.

Austrocknungsgefahr bei Erbrechen: Kind viel Flüssigkeit anbieten

Grundsätzlich ist Erbrechen bei Kleinkindern und Babys besonders ernst zu nehmen. Es herrscht eine viel größere Gefahr, dass sie austrocknen. Welche Trinkmenge Babys und Kinder täglich zu sich nehmen sollten, haben wir hier zusammengefasst. Bei dem Erbrechen verliert der Körper viel Wasser und Mineralstoffe wie beispielsweise Kalium und Natrium. Bei wiederholtem Erbrechen kann der Körper, insbesondere der kleine Kinderkörper, sehr schnell Austrocknen.

Ganz besonders hoch ist die Austrocknungsgefahr bei Säuglingen. Kinder die weniger als ein Jahr alt sind, können bereits in wenigen Stunden austrocknen und bei Kindern ab drei Jahren besteht die Gefahr nach ein bis zwei Tagen.

Kind erbricht viel: Symptome für drohende Austrocknung

Wichtige Warnsignale einer drohenden Austrocknung sind:

  • ein trockener Mund
  • weiße, blasse Haut
  • Schläfrigkeit
  • tiefe Atmung durch den Mund
  • auffällig wenig Urin

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Was hilft gegen Erbrechen? Kind Linderung verschaffen

Dein Kind erbricht ununterbrochen, ist kreidebleich und will weder essen noch trinken? Du siehst wie dein Kind leidet und sich quält, da liegen die Nerven blank. Vor allem ist es jetzt wichtig, deinem Kind die Angst zu nehmen und es zu beruhigen.

Wenn dein Kind im Liegen erbrochen hat (etwa im Bett), dann solltest du es sofort mit dem Gesicht nach unten hochheben. So vermeidest du, dass dein Kind sich möglicherweise an seinem eigenen Erbrochenen verschluckt.

Lege einen kühlen Waschlappen oder eine kalte Hand auf die Stirn deines Kindes, das hilft gegen die Übelkeit und das Schwindelgefühl.

Oft sorgt der schlechte Geschmack nach dem Erbrechen bei Kindern für noch mehr Übelkeit. Spüle den Mund deines Kindes mit Wasser oder Tee aus. Je nachdem, wie alt dein Kind ist und ob es das möchte, kann es sich auch die Zähne putzen.

Aber vor allem solltest du darauf achten, dass dein Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Auch wenn der Magen sehr gereizt ist vom vielen Übergeben. Kinder sollten immer wieder versuchen, etwas Wasser oder Tee zu sich zu nehmen, wenn es sein muss dann auch löffelweise.

Biete deinem Kind etwas zu essen an. Trockner Zwieback oder Salzstangen eignen sich am besten. Dein Kind sollte aber erst wieder essen, wenn es das selbst möchte.

Streichle deinem Kind über den Rücken und halte den Kopf, wenn es sich übergeben muss.

Bei Erbrechen Kind zum Arzt bringen?

Bei nachfolgenden fünf Anzeichen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden:

  • dein Kind erbricht direkt nach einem Sturz
  • nach sechs Stunden hält das Erbrechen bei Kindern immer noch an
  • dein Kind hat zusätzlich Fieber und Durchfall
  • dein Kind hat starke Bauchschmerzen
  • dein Kind wirkt apathisch

Was kann der Arzt tun?

Wie der Arzt das Erbrechen bei Kindern behandelt, kommt natürlich vor allem auf die Auslöser an. Dein Kind erbricht, weil es sich den Magen verdorben hat? Bei solchen eher harmlosen Ursachen wird der Arzt in den meisten Fällen ein Zäpfchen gegen die Übelkeit verschreiben.

Besteht das Risiko einer Austrocknung als Folge von starkem Durchfall oder Erbrechen? Kindern kann dann eine Infusion gegen den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust gelegt werden. In den meisten Fällen kann eine Infusion auch schon reichen, um das Erbrechen bei Kindern zu beenden. Sie stellt nämlichen den Haushalt von verlorenen Mineralien und Flüssigkeiten wieder her und kann so zu einer schnelleren Genesung verhelfen.

Wann kann mein Kind wieder in die Kita oder in den Kindergarten?

Du solltest dein Kind erst wieder in die Kita oder den Kindergarten schicken, wenn es 24 Stunden komplett ohne Symptome ist, wieder normal essen und trinken kann und wieder durch die Gegend tobt.

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Quellen:

Dr. Fegeler, Ulrich: Kinder- & Jugenärzte im Netz.  https://www.kinderaerzte-im-netz.de/erste-hilfe/sofortmassnahmen/erbrechen/ (letzter Zugriff: Januar, 2019)

Erbrechen. In: kindergesundheit-info.de, Informationsangebot der Bundeszetrale für gesundheitliche  Aufklärung: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/krankheitszeichen/erbrechen/ (letzter Zugriff: Januar, 2019)