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Wie ist Fernsehen für Kinder sinnvoll?

Auch wenn Medien in deiner Kindheit weniger präsent waren und deine eigene Mutter in ihrer Kindheit stundenlang selbstgenügsam im Hof gespielt hat: Deine Kinder wachsen in dieser Zeit auf. Und Medien gehören zu dieser Zeit dazu. Seien wir außerdem ehrlich, das ist nicht per se negativ. Es kommt drauf an, wie man sie nutzt. Genau das ist eure Aufgabe als Eltern: Euren Kindern einen guten und kritischen Umgang mit dem riesengroßen medialen Angebot beizubringen. Denn Fernsehen ist nicht gleich Fernsehen.

Medien beeinflussen uns und unsere Kinder heute praktisch überall.
Medien beeinflussen uns und unsere Kinder heute praktisch überall.
© Unsplash/ Kelly Sikkema

Bildschirmzeiten zeitlich begrenzen: Empfehlungen

Es versteht sich von selbst: Deine Kinder sollten nicht stundenlang vor dem Fernseher sitzen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt eine zeitlich beschränkte Nutzung von Medien nach dem Alter der Kinder. Kinder zwischen 0-3 Jahren sollten gar keine Bildschirmmedien konsumieren. Zu den Bildschirmmedien gehören:

  • Fernsehen
  • Tablets
  • Video
  • Computer
  • Spielekonsole
  • Smartphones

Für die Altersgruppe zwischen 3 und 6 Jahren wird ein maximaler täglicher Konsum von 30 Minuten empfohlen. Zwischen 6 und 10 Jahren wird ein täglicher Bildschirmmedienkonsum von maximal 45-60 Minuten empfohlen. Weitere Empfehlungen des BZgA findest du direkt auf ihrer Seite zur Kindergesundheit.

 

Vier wichtige Tipps für Eltern

 

#1 Gemeinsam schauen

Entscheidendes Thema beim Medienkonsum von Kindern ist die Frage nach dem Wie. Ein gesunder Medienkonsum findet gemeinsam mit zumindest einem der Elternteile sowie ausgewählt durch die Eltern statt. Medienexperten finden es schwierig, die Kinder alleine und wahllos vor den Fernseher zu setzen. Warum? Kinder benötigen dich als Ansprechpartner. Du beantwortest die Fragen des Kindes zur Handlung direkt. Aufkommende Emotionen jeder Art fängst du als Elternteil auf. Denk dran: Gerade kleine Kinder empfinden Handlungen anders als Eltern, die durch den eigenen Medienkonsum abgestumpft sind. Bei einem Kind werden die Gefühle unmittelbar angesprochen. Zudem identifiziert es sich mit passenden Charakteren. Das solltest du bei der Auswahl des Programmes bedenken.

#2 Programm sorgfältig auswählen

Es gibt bei Kinderserien und -filmen eine riesengroße Auswahl in verschiedener Qualität. Bei der Auswahl spielt erneut das Alter deines Kindes eine Rolle. Ein schöner Einstieg ist etwa die halbstündige Vorschulreihe „Die Sendung mit der Maus“ – ein echter Klassiker. Armin Maiwald erklärt den Kindern in den Sachgeschichten komplexe Vorgänge eingängig und simpel. Die Lachgeschichten mit der Maus, dem Elefanten oder Käpt‘n Blaubär unterbrechen die Beiträge. Die Kinder erhalten in dieser Sendung sowohl Wissen als auch Unterhaltung. Du findest den Klassiker unter den Kindersendungen jetzt im TV.

Video-Empfehlung

#3 Interesse zeigen

Für deine Kinder ist das Fernsehen eine neue und große Welt, die sie gerne entdecken. Das tun sie am liebsten mit dir zusammen. Das kann bedeuten, dass du dich mit einem Mal in einem Drachen-Kosmos wiederfindest oder du viel über Wikinger redest. Vielleicht erwischt deine Kinder das Ninjago-Fieber oder sie werden Yakari-Liebhaber – lass dich von der Begeisterung mitreißen. Kenne die einzelnen Charaktere beim Namen und nimm die Gespräche deines Kindes ernst. Für sie oder ihn sind die Fragen wichtig. Für dich sind die Charaktere vielleicht fremd und du interessierst dich für andere Dinge. Nimm dir dennoch Zeit für dein Kind und tauche mit ein in seine Welt. Das stärkt euer Verhältnis.

 

 

 

#4 Sendungen nutzen

Kinderserien greifen oft schwierige und traurige Themen auf. Der vierjährige Caillou  – Held der gleichnamigen französischen Serie – erlebt Rückschläge beim Erkunden der Welt. Die siebenjährige Laura aus „Lauras Stern“ findet einen verletzten Stern, um den sie sich kümmert. Dabei kommt es zu einigen Schwierigkeiten. Hicks – Hauptcharakter aus „Drachenzähmen leicht gemacht“ – wächst alleine mit seinem Vater auf und entspricht nicht seinen Erwartungen. Kinder lieben ihre kleinen Helden, die Abenteuer erleben und am Ende das Unmögliche schaffen.

Gemeinsam geschaute Serien oder Filme bieten dir eine Möglichkeit, mit deinem Kind über schwierige Themen zu sprechen. Auf einer abstrakten Ebene kann Fernsehen ähnlich wie Bücher Lösungsstrategien anbieten und Mut machen. Du merkst, dass dein Kind etwas beschäftigt? Es denkt möglicherweise über eine unangenehme Situation nach und sucht nach Lösungen. Vielleicht findest du den passenden Film oder die passende Serie, um deinem Kind Mut zu machen oder das Eis zwischen euch zu brechen. Übrigens: Auch junge Kinder haben ihre eigene Meinung zu Filmen, wie dieses Mädchen mit ihrer Kritik an der Neuverfilmung von Aladdin deutlich macht.

Und später? Tipps für ältere Kinder

Wenn deine Kinder älter werden, werden Filme und Serien zunehmend unter Freunden besprochen. Sie werden eigene Vorschläge und Wünsche einbringen, was sie anschauen möchten. Außerdem werden sie schließlich ohne dich ins Kino gehen sowie weiteren unabhängigen Zugang zu Medien erhalten. Entscheidend ist in dieser Phase, dass du die Wünsche deiner Kinder wichtig nimmst und damit nah bei ihnen bleibst. Interessiere dich weiter für ihre Sehgewohnheiten und Interessen. Tipps und Anregungen bietet die Initiative „Schau hin“. Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM hat die Aufklärung der Eltern zum Medienkonsum und zur Medienkompetenz von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen zum Ziel. Du bist in jedem Alter deiner minderjährigen Kinder gefragt, sie zu begleiten und zu unterstützen.