Gehirnerschütterung: Symptome bei Kindern schnell erkennen

Gehirnerschütterung: Symptome bei Kindern schnell erkennen

Mit Kindern sind kleinere Unfälle unvermeidbar. Bei einem Sturz auf den Kopf ist jedoch Vorsicht geboten: Ist das eine Gehirnerschütterung? Symptome bei Kindern richtig deuten.

Kind hält sich die Augen zu.
Gehirnerschütterung: Symptome bei Kindern erkennen ©Unsplash/ Annie Spratt

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Eine Gehirnerschütterung ist eine leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Der medizinische Ausdruck dafür ist Commotio cerebri. Schlägt der Kopf abrupt, also mit hoher Geschwindigkeit, auf einen harten Gegenstand, prallt das Gehirn von innen gegen die Schädelknochen. Es wird also verletzt, ohne dass zwingend auch von außen Wunden zu sehen sind. Das macht die Unfälle so tückisch und gefährlich. Laut des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzten seien solche Schädel-Hirn-Verletzungen einer der häufigsten Gründe für Behinderungen und Todesfälle im Kindes- und Jugendalter. Darum ist es so wichtig, typische Gehirnerschütterung-Symptome bei Kindern richtig und schnell zu deuten.

Gehirnerschütterung Symptome: Kind bewusstlos?

Einen blauen Fleck kann man sehen und darauf reagieren. Wenn dein Kind auf den Kopf gefallen ist, ist eine Hirnverletzung aber nicht sofort sichtbar. Deswegen würde, so die Informationen des „Ärzteblatts“, fast die Hälfte der Unfälle nicht als das erkannt, was sie sind: Eine Gehirnerschütterung. Symptome deines Kindes solltest daher auch du richtig einschätzen können.

Dazu zählen:

  • Erinnerungsverlust
  • Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor dem Unfall (Retrograde Amnesie)
  • Eventuelle Bewusstlosigkeit (wenige Sekunden bis zu 15 Minuten)
  • Schläfriges Blinzeln
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Vereinzelt Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Veränderter Geruch- oder Geschmackssinn
  • Bei Kleinkindern auch längere Schreiattacken

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Gehirnerschütterung Kind: Wann den Notarzt rufen?

Sollte dein Kind mehr als fünf Minuten bewusstlos sein, starke Kopfschmerzen haben, wiederholt erbrechen, kommt wässrige Flüssigkeit oder Blut aus der Nase oder den Ohren, treten Krämpfe oder gar Lähmungen auf, solltest du sofort einen Notarzt rufen oder dein Kind ins Krankenhaus fahren. Dort bleibt das Kind mindestens eine Nacht zur Kontrolle. Es muss ausgeschlossen werden, dass es in Folge der Verletzung zu Hirnblutungen gekommen ist.

Aber Achtung: Nicht immer kommt es unmittelbar zu den typischen Gehirnerschütterung-Symptomen. Kinder, vor allem Kleinkinder sollten sechs bis zwölf Stunden beobachtet werden.

Grundsätzlich solltest du im Zweifel nach einem harten Sturz auf den Kopf immer einen Arzt aufsuchen. Selbst bei einer leichten Gehirnerschütterung ist Ruhe angesagt. Für mindestens eine Woche gilt Bettruhe, und dein Kind sollte starkes Sonnenlicht und jegliche Bildschirme vermeiden, da sonst die Beschwerden wieder schlimmer werden können.