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Geringer Altersabstand? Ich würde es immer wieder so machen!

Die Kinder von Daniela Kirschbaum werden oft für Zwillinge gehalten. Warum die Autorin immer wieder auf einen geringen Altersabstand setzen würde, obwohl das gerade in den ersten Jahren für doppelt so viel Stress, Chaos und Schlafmangel sorgte, erzählt sie uns heute.

Geringer Altersabstand? War am Anfang mehr als stressig!
Geringer Altersabstand? War am Anfang mehr als stressig!
© Pexels/ Ana Francisconi

Den idealen Altersunterschied zwischen Geschwistern gibt es nicht

Die Quintessenz gleich zu Beginn: Den perfekten Altersunterschied gibt es nicht! Denn wie alles im Leben, birgt auch der jeweilige Abstand zwischen Kindern Vor- und Nachteile gleichermaßen. Je nach persönlichen Vorlieben, trifft man als Eltern also eine Entscheidung. Nicht zuletzt muss dann auch noch Mutter Natur mitspielen. Gerne wirft diese nämlich rational getroffene Überlegungen gnadenlos über den Haufen und lässt die Kinderlein kommen, wann sie das eben möchte. Mir war Mutter Natur vor über sieben Jahren zum Glück hold und schenkte uns das zweite Kind, so wie wir uns das gewünscht hatten – knapp nach dem ersten!

Ich wollte das mit der Familienplanung in einem Aufwasch erledigen

Zugegeben, das war durchaus eine gewagte Entscheidung. Ich hatte mich von der ersten Geburt gerade mal so halbwegs erholt und war zudem mit einem sehr bedürfnisstarken Baby gesegnet. Dennoch: Ich wollte das mit dem Nachwuchs in einem Aufwasch erledigen und deshalb einen möglichst geringen Altersabstand. Irgendwann wieder bei null anfangen, das konnte ich mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen. Dass wir uns zwei Kinder wünschen, war ebenfalls klar. Das Vorhaben „Geschwisterkind“ stand also fest und ziemlich rasch ging der Plan auch auf.

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Geringer Altersabstand? War am Anfang mehr als stressig!

Unser Sohn war zehn Monate alt, da war ich wieder schwanger. Und ja, die Schwangerschaft und auch die erste Zeit mit zwei so kleinen Zwergen waren heftig. Schwangerschaftsbeschwerden, während man ein Baby versorgen muss, sind kein Zuckerschlecken. Dazu ständig die übergriffige Frage, ob die Schwangerschaft denn wirklich geplant gewesen ist.

Nach der Geburt folgte eine lange Durststrecke: doppelt wickeln, doppelt füttern, Monate und Jahre ohne Schlaf. Langer Rede, kurzer Sinn: Es herrschte der Wahnsinn, der eben herrscht, wenn da zwei Kinder sind, die beide noch nicht groß genug sind, um vernünftig zu sein und zu warten. Zwischendurch gab es natürlich auch Krisen und die verzweifelte Frage, warum wir uns das freiwillig angetan haben. Aber: Mit der Zeit wurde es besser, dann noch besser und irgendwann war es einfach großartig!

Geringer Altersunterschied? Für mich überwiegen die Vorteile!

Mittlerweile sind die Kinder groß genug, dass die Vorteile des geringen Altersabstandes voll zum Tragen kommen. Das sind übrigens gar nicht so wenige:

  • Beruflich konnte ich recht bald wieder voll durchstarten.
  • Die Kinder haben recht ähnliche Interessen und wachsen wie enge Freunde auf. Sie beschäftigen sich viel miteinander und sind ein tolles Gespann.
  • „Mir ist sooo langweilig!“, hören wir eher selten. Die Kinder haben schließlich einander.
  • Die beiden können sich aufeinander verlassen und sind zusammen richtig mutig. Der Schulweg, erste kleine Einkäufe, irgendwo anders übernachten? Zu zweit kein Problem!
  • Durch das ähnliche Alter ist die familiäre Freizeitgestaltung in der Regel stressfrei. Ausflüge, sportliche oder kulturelle Aktivitäten sind für alle Beteiligten passend.
  • Die vielzitierte „Entthronung“ ging am älteren Bruder quasi spurlos vorbei, weil er noch so klein war. An ein Leben ohne seine Schwester kann er sich auch gar nicht mehr erinnern.