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Eifersucht unter Geschwistern: Kinder auf das neue Baby vorbereiten

Eifersucht unter Geschwistern: Mama mit Baby und Kleinkind
So friedlich könnte es immer sein, aber Eifersucht auf das neue Baby ist leider normal.
© Pexels / Rodnae Production

Die meisten Kinder sind zunächst eifersüchtig auf das neue Baby. Mit ein paar Tipps kannst du dein Kind auf seine Rolle als großen Bruder oder große Schwester vorbereiten. und von Anfang an für eine gute Beziehung sorgen.

Eifersucht unter Geschwistern ist ganz normal

Wenn ein Baby geboren wird, muss sich die Familie neu sortieren. Für Eltern wie Kinder ist das eine Herausforderung. Gerade am Anfang erfordert das neue Baby viel Aufmerksamkeit. Dass die Größeren zurückstecken müssen, lässt sich daher nicht vermeiden.

Oft reagieren Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren auf diese Veränderung der Familienverhältnisse besonders stark. Der ihnen versprochene Spielkamerad hat sich als kleines schreiendes Etwas herausgestellt, das die Eltern vollkommen einnimmt. Dass sich daraus eine gewisse Eifersucht auf das Geschwisterkind entwickelt, ist normal.

Für dich als Mama oder Papa kann das ziemlich verletzend oder enttäuschend sein. Statt sich über den Bruder oder die Schwester zu freuen, würden viele Kinder das Baby gerne wieder zurückgeben, ignorieren es oder würden es gar “auf dem Müll entsorgen”.

Das kennen unsere Kolumnist*innen aus eigener Erfahrung.

Anstrengender wird es, wenn das ältere Kind wieder ein Baby sein will, um die Aufmerksamkeit der Eltern zurückzugewinnen. Sie wollen wieder aus dem Fläschchen trinken, wollen wieder gewickelt werden oder sprechen in Babysprache. Auch dieses Verhalten ist durchaus normal und es hilft nur, locker zu bleiben.

No-Go: Körperliche Übergriffe

Wenn dein Kind das Baby kneift, beißt, kratzt oder ihm auf andere Weise absichtlich weh tut, ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst! Tröste zunächst dein Baby. Nimm anschließend dein großes Kind auf den Schoß (Körperkontakt!) und mache deutlich, dass du keine weiteren Übergriffe duldest.

: Keine Bestrafungen

Verzichte auf Strafen, denn jede Bestrafung von Handlungen denen Eifersucht zugrunde liegt, bewirkt das Gegenteil. Das Kind, das sich ohnehin zurückgewiesen fühlt, erfährt dadurch erneute Zurückweisung. Das negative Verhalten wird verstärkt und es kann ein Teufelskreis entstehen.

Größere Kinder kennen meist die sozialen Erwartungen, die an sie gestellt werden. Daher zeigen sie die Eifersucht auf das Geschwisterkind meist nur verdeckt oder gar nicht. Viele zeigen sich stattdessen aggressiv gegenüber den Eltern.

Damit es im besten Fall gar nicht erst so weit kommt, kannst du dein Kind auf das neue Geschwisterchen vorbereiten.

Tipps zur Vorbereitung auf das neue Baby

Damit dein Kind schneller in seine Rolle als großes Geschwisterchen findet, kannst du es gezielt darauf vorbereiten.

Alte Babyfotos anschauen

Nimm dir das Fotoalbum deines ersten Kindes und schaut gemeinsam die Bilder an. Erkläre deinem Kind, dass es auch mal ganz klein war und sehr viel Aufmerksamkeit gebraucht hat. Das neue Baby braucht das jetzt auch.

Kinderbücher über das „neue Baby“

Je nachdem wie alt dein Kind ist, können Kinderbücher zu dem Thema „Neues Baby“ bei der Vorbereitung helfen. Achte darauf, dass die Bücher auch die negativen Gefühle und die Eifersucht thematisieren. So lernt dein Kind, dass es mit diesen Gefühlen nicht alleine ist.

Diese Bücher zeigen die Höhen und Tiefen des Geschwister-Werdens besonders schön:

Kleines Geschenk nach der Geburt

Wenn du mit dem Baby aus der Klinik nach Hause kommst, kannst du ein kleines Geschenk mitbringen. Du kannst ruhig sagen, das Baby habe das Geschenk extra für dein Kind ausgesucht oder aus dem Bauch mitgebracht.

Umgang mit der Eifersucht unter Geschwistern: Wenn das Baby da ist

Trotz aller Vorbereitung lassen sich nicht alle emotional-geladenen Situationen vermeiden, wenn das Baby da ist. Doch auch hier kannst du gezielt entgegenwirken.

  • Puppe als eigenes Baby: Bewährt hat sich, dem Kind eine eigene Babypuppe zu schenken, die gleichzeitig gefüttert, gewickelt und gebadet wird. So kannst du dein Kind in Situationen mit einbeziehen, in denen deine ganze Aufmerksamkeit auf das Baby gerichtet ist.
  • Ablenkung während des Stillen: Um das Stillen für alle möglichst stressfrei zu halten, kann dein Kind sich mit einem Hörspiel oder einer kurzen Sendung zurückziehen und sich allein beschäftigen.
  • Mehr Zeit mit dem anderen Elternteil: Die Partner*innen müssen die Aufmerksamkeit, die deinem Kind von dir fehlt, jetzt auffangen. Ein Ausflug nur zu zweit oder ein ausgedehnter Nachmittag auf dem Spielplatz können Wunder wirken.
  • Möglichst viel körperliche Zuneigung: Auch wenn das neue Baby viel Aufmerksamkeit erfordert, solltest du dir bewusst Zeit für das ältere Kind nehmen. Es braucht deine Zuneigung in Form von Kuscheln, Halten etc.
  • Glückwünsche zum Geschwisterkind: Wenn Besuch kommt, um das neue Baby zu sehen, sollten sie zuerst deinem Kind gratulieren, dass es jetzt ein großes Geschwisterchen ist. Lass dann dein Kind dem Besuch das neue Baby vorstellen. Du wirst feststellen, dass sich neben allem Neid und Eifersucht eine ganze Menge Stolz über den kleinen Bruder oder die kleine Schwester entwickelt.

Quellen

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