Gürtelrose bei Kindern: Ansteckung, Symptome und Behandlung

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
Kleinkind mit Gürtelrose am Rumpf
Gürtelrose bei Kindern tritt häufig am Rumpf auf
© Bigstock/ Shangarey

Eine Gürtelrose tritt bei Kindern deutlich seltener auf als bei Erwachsenen und verläuft auch meist mit milderen Symptomen. Alles, was du über die Ansteckung mit Gürtelrose, mögliche Symptome und die Behandlung von Herpes Zoster bei Kindern wissen musst, erfährst du in diesem Beitrag.

Was sind typische Symptome einer Gürtelrose bei Kindern?

Gürtelrose, in medizinischen Fachkreisen Herpes Zoster genannt, ist eine Virusinfektion, die sehr schmerzhaft sein kann. Die Infektion macht sich anfänglich mit unspezifischen Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit oder leichtem Fieber bemerkbar.

Nach zwei bis drei Tagen treten zusätzlich die typischen Gürtelrose-Symptome auf:

  • Leichte Rötungen der Haut mit Knötchen, aus denen sich innerhalb weniger Stunden mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen entwickeln.
  • Die Bläschen stehen in engen Gruppen zusammen, davon befallen ist meist nur eine Körperseite.
  • Die Gürtelrose zeigt sich bei Kindern meistens im Rumpfbereich, es können jedoch auch Arme (siehe Bild) und Beine, Gesicht und Hals vom Ausschlag betroffen sein.
  • Oftmals sind die betroffenen Hautstellen sehr berührungsempfindlich, jucken und schmerzen.
Ausschlag Gürtelrose am Arm

© Bigstock/ toa55

Bekommen Erwachsene eine Gürtelrose, kann das starke Schmerzen verursachen. Bei Kindern verläuft eine Gürtelrose meist ohne Schmerzen, stattdessen sind die Allgemeinsymptome stärker ausgeprägt. Auch schwere Krankheitsverläufe werden bei Kindern mit Gürtelrose nur selten beobachtet.

Welche Erreger verursachen eine Gürtelrose?

Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Varicella-Zoster-Virus, das zur Familie der Herpesviren gehört. Das Virus verursacht zunächst Windpocken (Varizellen). Nach der Windpocken-Infektion nistet es sich in den Nervenzellen im Bereich des Rückenmarks ein und schlummert unbemerkt ein Leben lang im Körper. Verschiedene Faktoren, z.B. ein geschwächtes Immunsystem, andere Krankheiten oder starker Stress können das Virus Jahre oder Jahrzehnte später „wecken“ und dann Gürtelrose hervorrufen.

Wie kann sich dein Kind mit Gürtelrose anstecken?

Im Gegensatz zu Windpocken wird Gürtelrose nicht durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen. Anstecken kann man sich lediglich durch den Kontakt mit der Flüssigkeit in den Hautbläschen. Da die Viren mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben können, ist auch eine Übertragung über infizierte Gegenstände, z.B. Türklinken, Geschirr oder Spielsachen, möglich.

Wie bereits beschrieben, löst eine Ansteckung mit Varicella-Zoster-Viren immer zuerst Windpocken aus. Gürtelrose bekommt dein Kind also nur dann, wenn es schon Windpocken hatte und der im Körper schlummernde Virus reaktiviert wird

Ist Gürtelrose ansteckend für geimpfte Kinder?

Eltern stellen sich häufig die Frage, ob die Windpocken-Impfung auch vor Gürtelrose schützt. Diese Impfung bietet allerdings nur einen begrenzten Schutz. Bei dem Varizellen-Impfstoff, der normalerweise in zwei Dosen vor Vollendung des zweiten Lebensjahres verabreicht wird, handelt es sich um einen sogenannten Lebendimpfstoff. Er enthält abgeschwächte Viren, die – wie auch der Varicella-Zoster-Wildvirus – in den Nervenzellen bleiben und Jahre später reaktiviert werden können.

Bei Kindern, die gegen Windpocken geimpft sind, ist Gürtelrose allerdings deutlich seltener als bei nicht geimpften Kindern. Außerdem verläuft die Erkrankung leichter. Beobachtet wurde bei geimpften Kindern auch, dass sich der Hautausschlag häufig in der Nähe der Injektionsstelle befindet.

Speziell gegen Gürtelrose können Kinder nicht geimpft werden. Es gibt zwar einen entsprechenden Totimpfstoff, dieser ist allerdings erst für Personen ab 50 Jahren zugelassen.

Wie wird Gürtelrose bei Kindern behandelt?

Falls du bei deinem Kind Anzeichen einer Gürtelrose bemerkst, ist unverzüglich der Kinderarzt aufzusuchen. Wegen des typischen Erscheinungsbilds kann der Arzt die Erkrankung bereits über eine Blickdiagnose feststellen, eventuell erfolgt zusätzlich noch ein Bläschenabstrich oder eine Blutentnahme zur Untersuchung im Labor.

Je nach Art und Schwere der Beschwerden verordnet der Arzt desinfizierende Salben und Puder oder ein Schmerzmittel. Eine Therapie, die sich direkt gegen das Virus richtet, ist bei Kindern mit einem leichten Krankheitsverlauf nicht erforderlich. Die antivirale Therapie kommt in der Regel nur zur Anwendung, wenn der Hautausschlag im Kopf- und Halsbereich auftritt, sehr stark ausgeprägt ist oder Grunderkrankungen vorliegen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Behandlung innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen beginnt bzw. wenn es noch frische Bläschen gibt.

Wie lange dauert Gürtelrose bei Kindern?

Die Bildung der Bläschen hält normalerweise 5 bis 7 Tage an. Anschließend trocknen sie über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen aus. Ansteckend ist die Gürtelrose, bis die Bläschenkrusten abfallen. Danach kann das Kind wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen, sofern es sich gut fühlt.

Was kannst du tun, wenn dein Kind an Gürtelrose erkrankt ist?

So lange die akute Phase anhält, ist auf absolute Hygiene zu achten, damit sich andere Familienmitglieder nicht anstecken. Zieh dir beim Auftragen von Salbe oder Puder immer Schutzhandschuhe an. Desinfiziere dir anschließend die Hände und alle Gegenstände, die du angefasst hast. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Schwangere oder Babys im Haushalt leben.

Wichtig ist zudem, dass das Kind die Bläschen nicht aufkratzt, damit sich die Erreger nicht auf weitere Hautstellen ausbreiten können. Oder in Mund und Augen gelangen, wenn es sich ins Gesicht fasst. Da sich Kratzen bei Juckreiz nicht immer vermeiden lässt, kann es sinnvoll sein, den Hautausschlag abzudecken.

Quellen

Zur Entstehung dieses Artikels:

Alle Informationen in diesem Artikel stammen aus öffentlichen und zuverlässigen Fachquellen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder dem Robert-Koch-Institut. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, worauf wie bei der Quellenauswahl achten und wir wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen, erfährst du hier.

Die hier gegebenen Ratschläge und Informationen ersetzen in keinem Fall die medizinische Betreuung durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte kontaktiere immer deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin für eine professionelle Diagnose und Behandlung.