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Hüftschnupfen Kind: Wie gefährlich ist die Entzündung wirklich?

Dein Kind hinkt auf einmal, will sich nicht mehr bewegen und klagt über Schmerzen in Hüfte oder Bein? Dann könnte es einen Hüftschnupfen, auch Coxitis fugax genannt, haben. Lies hier, woher die plötzlichen Schmerzen in der Hüfte kommen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Hüftschnupfen ist meist nach kurzer Zeit wieder abgeheilt.
Hüftschnupfen ist meist nach kurzer Zeit wieder abgeheilt.
© Bigstock / Nadezhda1906

In diesem Artikel:

Kinder zwischen vier und sieben Jahren häufiger von Hüftschnupfen betroffen

Ein Hüftschnupfen kann zwar theoretisch in jedem Alter auftreten, Kinder zwischen vier und sieben Jahren sind allerdings besonders häufig betroffen. Zudem leiden statistisch gesehen viermal mehr Jungen als Mädchen an Hüftschnupfen. Eine genetische Komponente für das Auftreten des schmerzhaften Hüftleidens wird eher ausgeschlossen.

Anzeichen für Hüftschnupfen erkennen

Einem Hüftschnupfen beim Kind geht fast immer ein Infekt der Atemwege voraus, der meist schon wieder abgeklungen ist. Seltener auch ein Magen-Darm-Infekt. Scheinbar aus dem Nichts klagt das betroffene Kind dann über starke Schmerzen an Hüfte oder Leiste. Bewegung tut weh und ist zum Teil stark eingeschränkt.

Welche Symptome treten bei Hüftschnupfen auf?

Folgende Symptome deuten auf einen Hüftschnupfen hin:

  • Leiste und/oder Hüfte schmerzen einseitig oder auch beidseitig
  • Schmerzen treten plötzlich auf, quasi aus heiterem Himmel
  • der Schmerz kann in die Oberschenkel und Knie ziehen
  • betroffene Kinder möchten nicht mehr laufen, eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit wird deutlich, die Kinder beginnen zu hinken
  • Rotationsbewegung von Hüfte oder Bein ist mit Schmerz verbunden

Hüftschnupfen Kind: Eine gesicherte Diagnose ist entscheidend

Bei Kindern tritt ein Hüftschnupfen nach banalen Infekten häufig auf. Außerdem ist er der Hauptgrund für kindliche Schmerzen in Hüfte und Leiste. Dennoch müssen schwerwiegende andere Erkrankungen wie bakterielle Gelenkentzündungen, Verletzungen, Rheuma oder Tumore ausgeschlossen werden. Bei entsprechenden Symptomen solltest du mit deinem Kind also in jedem Fall beim Kinderarzt oder Orthopäden vorstellig werden.

Um andere Erkrankungen auszuschließen und die sichere Diagnose Hüftschnupfen zu stellen, sind Ultraschall, Röntgen und eine Blutuntersuchung Diagnoseinstrumente der Wahl. Wenn das Kind in den Wochen vor den Beschwerden einen Infekt durchgemacht hat, ist die Diagnose recht wahrscheinlich. Doch Vorsicht: Auch ein unbemerkter Infekt kann den Hüftschnupfen beim Kind auslösen!

Hüftschnupfen fast immer mit Erguss am Hüftgelenk verbunden

Bei nahezu allen Fällen von Hüftschnupfen weist das betroffene Kind bei der Ultraschalluntersuchung einen Erguss am Hüftgelenk auf. Wichtig ist es, auszuschließen, dass der entzündliche Prozess durch Bakterien ausgelöst wurde – das wäre ein Hinweis, der gegen Hüftschnupfen spricht. Eine bakterielle Hüftgelenkentzündung tritt allerdings selten auf und wäre mit Fieber und stark erhöhten Entzündungswerten verbunden.

Hüftschnupfen Kind: die richtige Therapie

Zwar verursacht ein Hüftschnupfen beim Kind durchaus heftige Schmerzen, die gute Nachricht ist aber, dass es sich um vorübergehende Beschwerden handelt, die in der Regel komplikationslos abklingen. Die Therapie zielt also hauptsächlich darauf ab, das Hüftgelenk zu entlasten und Schmerz zu bekämpfen.

Das hilft gegen Hüftschnupfen beim Kind

  1. Körperliche Schonung
    In der Regel wollen sich Kinder mit Hüftschnupfen sowieso kaum bewegen und so ist die beste Therapie, es dem Kind auf der Couch gemütlich zu machen. Du kannst ihm vorzulesen, mit ihm spielen oder es auch den ein oder anderen Film schauen lassen.
  2. Wärme oder Kälte
    Eine Wärmeflasche, Kirschkernkissen, ein warmes Bad oder Coolpacks können die Schmerzen lindern.
  3. Medikamente
    Der Arzt kann deinem Kind bei Hüftschnupfen schmerzstillende und/oder entzündungshemmende Medikamente verschreiben.
  4. Keine Krücken etc
    Auf Gehhilfen oder ähnliches sollte verzichtet werden, denn besonders bei kleinen Kindern ist hier die Verletzungsgefahr hoch.

Wie schnell erholt sich mein Kind?

Mit Hilfe von körperlicher Schonung und schmerzlindernder Medikation ist der Hüftschnupfen meist nach wenigen Tagen abgeklungen. Innerhalb von einer Woche bis etwa zehn Tagen sind die meisten Betroffenen in der Regel beschwerdefrei. Auch ein Erguss am Hüftgelenk kann dann meist nicht mehr nachgewiesen werden. Halten die Beschwerden wider Erwarten an, solltest du mit deinem Kind unbedingt nochmals den Arzt aufsuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Quellen