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Kind 3 Jahre – Wichtige Entwicklungsschritte

Trotzphase, Mittagsschlafverweigerung und allmählich wird die Windel uninteressant. Wird dein Kind 3 Jahre alt, verändert sich ganz schon viel. Was sonst noch auf dich zu kommt, erfährst du hier.

Was muss mein Kind mit 3 Jahren können?
Was muss mein Kind mit 3 Jahren können?
©Unsplash/Jeremy McKnight

In diesem Artikel:

Fähigkeiten entwickeln: Was muss mein Kind mit 3 Jahren können

Wenn dein Kind 3 Jahre alt ist, kannst du seinem Babyspeck langsam Lebewohl sagen. Sein Körperbau wird etwas schlanker und proportionaler. Das verbessert nicht nur die Balance, sondern erlaubt deinem Kind auch neue Bewegungsabläufe – so beginnt es etwa beim Laufen die Arme zu schwingen.

Mit seiner verbesserten Balance kommen nun zusätzlich auch neue motorische Fähigkeiten hinzu wie:

  • das Hüpfen mit beiden Füßen
  • Balancieren auf einem Baumstamm oder Balken
  • oder Hüpfen auf einem Bein

Dein 3-jähriges Kind fällt beim Laufen seltener auf den Hosenboden – dennoch sind Stürze immer wieder Anlass für Tränen und kleine Verletzungen. Ist dein Kind 3 Jahre alt, sind die Beine allmählich stark genug, für ein Dreirad oder Laufrad. Dies braucht aber zunächst ein bisschen Übung.

Noch mehr Informationen zum Thema Laufrad findest du hier: Laufrad, ab wann? Der richtige Zeitpunkt für das erste Laufrad.

Werfen lernen: Seine Würfe werden gezielter

Dein Kind hat wahrscheinlich bisher mit Schwung von unten nach oben geworfen. Im Laufe des Jahres wird es anfangen, Wurfobjekte von oben zu werfen. Somit werden seine Würfe gezielter und auch das Fangen verbessert sich.

Beim Stapeln von Klötzen gelingt es Kindern mit 3 Jahren zwischen fünf und zehn Klötze aufeinanderzusetzen, ohne dass der Turm umfällt. Dein Kind möchte sich nun häufig selbst anziehen und übt den Umgang mit Knöpfen und Reißverschlüssen.

Feinmotorisch kann dein Kind nun Pinsel, dicke Wachs- und Buntstifte verwenden und erzeugt damit Striche oder versucht Kreise und andere Formen zu zeichnen. Auch wenn die Resultate eher an Kandinsky als an Van Gogh erinnern, ist Malen lernen wichtig, da es später zum Schreiben führt. Auch eine stumpfe Kinderschere kann dein Kind mit 3 Jahren bereits benutzen.

Wann wird mein Kind trocken?

Auch hier gilt: Kinder sind sehr unterschiedlich. Manche sind in diesem Alter schon trocken, andere brauchen ihre Windel noch. Wenn dein Zwerg also noch etwas braucht, ist das kein Weltuntergang. Ist dein Kind 3 Jahre alt und bereits trocken, ist es vielleicht hilfreich zu wissen, dass es völlig normal ist, dass es trotzdem immer wieder zu „Unfällen“ kommen kann.

Aber: Von MÜSSEN kann hier nicht die Rede sein. Kinder entwickeln sich verschieden schnell. Wenn dein Kind also noch keinen Bauklotzsturm baut oder noch nicht bereit für sein erstes Laufrad ist, ist das vollkommen okay!

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Soziale Kompetenzen und Mittagschlafverweigerung

Dein dreijähriges Kind verweigert nun öfters seinen Mittagsschlaf. Die Folge: Am Ende des Tages hast du meist müde, launische Baby-Zombies. Ist dein Kind 3 Jahre alt, kommt es außerdem häufiger zum sogenannten „Nachtschreck“. In dieser Phase schreit und weint dein Kind in der Nacht – lässt sich aber nicht beruhigen. Mehr Informationen dazu findest du in unserem Ratgeberartikel: Nachtschreck – Wie verhalte ich mich richtig?

Der Drang nach mehr Unabhängigkeit wird jetzt immer deutlicher, denn Dreijährige sind überzeugt davon, ALLES alleine machen zu können. Wenn du dabei nicht die Geduld verlierst (weil alles eine Ewigkeit dauert), übernimmt das nach dem vierten misslungenen Versuch dann dein Kind. Frustration macht sich breit. Dennoch solltest du dein Kind ermuntern, einfache Handlungen selbstständig zu versuchen. Vielleicht hilft es, ihm zwei Wahlmöglichkeiten zu geben: „Möchtest du deine Schuhe oder deine Jacke selbst anziehen?“.

Die Rutsche auf dem Spielplatz kann dein Kind schon allein benutzen – und zwar stundenlang. Wahrscheinlich will es den Spielplatz gar nicht mehr verlassen. Das gemeinsame Spielen mit anderen Kindern klappt immer besser. Doch ziemlich sicher werden die Kiddies nach kurzer Zeit dann wieder nur nebeneinander her spielen.

Tipp: Solche gemeinsamen Spielmomente werden häufiger, wenn dein Kind sich in seiner Umgebung oder in der Gesellschaft der anderen Kinder sicher und geborgen fühlt. Regelmäßige Treffen mit anderen Kindern sind daher hilfreich.

Zeigt dein Kind in Gruppen aggressives Verhalten, dann ist es unter Umständen mit der Größe der Gruppe oder mit der räumlichen Enge überfordert. Da es den Streit noch nicht mit Worten lösen kann, wird es vielleicht hauen, schubsen oder beißen. Mehr Infos dazu findest du hier: „Wenn Kinder beißen / hauen“.

Tipp: Hilf deinem Kind dabei, Wörter für seine Gefühle zu finde. Benenne sie, wenn sie auftreten: „Du bist gerade traurig“, „Du bist wütend“, „Du bist fröhlich“, „Du hast Angst“. Vielleicht hörst du dein Kind nun spontan „Ich hab‘ dich lieb!“ sagen. Hier gilt: Mehr ist mehr. Sag deinem Kind auch oft, dass du es lieb hast.

Spielsachen teilen und Gefühle äußern

Spielsachen mit anderen Kindern zu teilen, klappt noch nicht so gut. Ein guter Grund für dein Kind, bevorzugt allein zu spielen. Aber keine Sorge: Teilen ist ähnlich wie Laufen oder Sprechen eine Fähigkeit, die erlernt und gefördert werden kann. Lobe ein Kind, wenn es teilt und gehe mit gutem Vorbild voran.

Wenn sich ein anderes Kind verletzt und weint, beobachtet dein dreijähriges Kind die Szene interessiert und zeigt Mitgefühl. Ein Zeichen, dass es die Gefühle anderer nicht nur sieht, sondern auch aus deren Perspektive versteht. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Empathie zu entwickeln.

In diesem Alter sucht dein Kind noch sehr oft deine Zustimmung und Aufmerksamkeit. Lob ist ihm sehr wichtig, es weiß jetzt aber, wann dieses verdient ist und wann nicht. Sei beim Loben so konkret wie möglich. Statt „Wie schön du das gemacht hast!“ wäre besser „Ich mag wie du die Sachen alle ordentlich in die Kiste geräumt hast!“.

Zwischen lustigen Witzen und kullernden Tränen

Dein 3-Jähriges ist die meiste Zeit fröhlich und hat seinen Humor entdeckt. Es macht Faxen und möchte andere mit Albernheiten zum Lachen bringen. Es liebt lustige Geschichten und kann darüber lachen.

Bei aller Fröhlichkeit gibt es aber auch manchmal Tränen. Diese kullern oft dann, wenn dein Zwerg körperliche oder emotionale Bedürfnisse hat – eine häufige Ursache ist „Angst“. Dein dreijähriges Kind ist noch nicht in der Lage fiktive Personen von der Realität zu unterscheiden. Bösewichte im Kaspertheater, Fernsehsendungen oder Büchern können deinem Kind deswegen Angst machen. Dasselbe gilt auch für Figuren mit eigentlich positiver Assoziation. Deswegen kann zum Beispiel der Besuch des Weihnachtsmanns für Tränen sorgen.

Bisher ist dein Kind weitgehend furchtlos durch die Welt gegangen, steuerte direkt auf den Abgrund oder direkt auf den fremden Hund zu gerannt und begab sich ständig in Gefahr. Nun entwickelt es ein erstes Gefahrenverständnis und ist empfänglich für „vorsichtig“. Es kann aber noch nicht selbst beurteilen was wirklich gefährlich ist und was nicht. Dein Kind ist hier also auf die Warnungen der Erwachsenen angewiesen.

Was dich übrigens erwartet, wenn dein Zwerg 4 Jahre alt wird, erfährst du hier: Kind 4 Jahre: Die wichtigsten Entwicklungsschritte von 4-Jährigen.

Sprachentwicklung: Plötzlich geht es ohne Punkt um Komma

Lange sehnt man das Sprechen herbei und plötzlich gibt es kein Halten mehr. Wenn dein Kind 3 Jahre alt ist, spricht es meist immer flüssiger. Es erzählt dir dann – meist auch ohne Aufforderung – was ihm durch den Kopf geht. Dein Kind hat außerdem viele Fragen – sehr viele Fragen. Statt aber konkret nach etwas zu trinken zu fragen, sagt es: „Ich habe Durst.“

Zu Beginn des 4. Lebensjahres sind die Sätze noch drei bis fünf Wörter lang, zum Ende werden es bis zu sieben Wörter sein. Die Anwendung von Grammatik wird besser, enthält aber weiterhin Fehler. Das Wortverständnis deines dreijährigen Kindes ist sehr umfangreich, bekannte Dinge kennt es mit Namen, selbst wenn es das Wort vielleicht noch nicht aussprechen kann.

Mehr Informationen zum Thema Sprachentwicklung findest du hier: Sprachentwicklung – Wie Kinder sprechen lernen

Kind 3 Jahre: Spricht nicht

Weil Kinder in so unterschiedlichem Tempo sprechen lernen, ist es oft gar nicht so einfach zu beurteilen, ob dein Kind altersgerecht spricht. Wenn dein Kind 3 Jahre alt ist und noch nicht oder wenig spricht, ist eine logopädische Beratung oder Abklärung sinnvoll. Denn spätestens in diesem Alter deutet das Schweigen deines Kindes auf eine Störung der Entwicklung hin.

Wenn dein dreijähriges Kind nicht spricht, kann das eine Vielzahl von Ursachen haben: Hörschädigung, Sprachentwicklungsstörung, Stummheit aufgrund physiologischer Faktoren, Mutismus, Autismus oder Aphasie. Der genaue Auslöser für diese Entwicklungsstörung muss durch ärztliche Untersuchungen geklärt werden.

Kognitive Entwicklung: Interesse an Formen, Farben und Zahlen

Ist dein Kind 3 Jahre alt umfasst seine Aufmerksamkeitsspanne nun etwa fünf Minuten. Es spielt fantasievoll und verwendet dabei Dinge symbolisch für etwas anderes – zum Beispiel das Sofakissen als Auto. Einfache Puzzle kann es bereits lösen. Es erkennt Gemeinsamkeiten und kann beispielsweise nach Formen, Größe oder Farben sortieren. Auch einfache, wiederkehrende Muster kann es erkennen.

„Ich bin 3!“ – Dein Kind zeigt nun Interesse an Zahlen. Es kann am Ende dieses Lebensjahres etwa bis zehn zählen. Auch verwendet es Begriffe wie „gestern“ und „morgen“, jedoch oft ohne den richtigen Zusammenhang. Einige Grundfarben kennt dein Kind vielleicht schon, weitere Farben wird es im nächsten Lebensjahr lernen.

Lokale Präpositionen werden verstanden und manchmal beim Sprechen angewendet: Der Ball ist unter dem Sofa, der Teller ist auf dem Tisch…

Trotzphase mit 3 Jahren: Sein Wille geschehe

Wenn das süße, kleine Kind 3 Jahre alt wird, ändert sich zu Hause der Ton und ein Wutzwerg tritt eines morgens aus dem Kinderzimmer. So wie man das Laufen lernen muss, muss dein Kind auch lernen, die eigenen Emotionen zu regulieren und Geduld zu haben, wenn Bedürfnisse nicht sofort befriedigt werden.

Genau das lernt es in der Trotzphase. 3-Jährige sind oft innerlich hin und her gerissen: Auf der einen Seite wollen sie unabhängiger sein und vieles allein machen, auf der anderen Seite wollen sie, dass Mama an ihrer Seite bleibt. Deswegen ist es in dieser Zeit besonders wichtig, dass du deinen Wutzwerg dabei unterstützt unabhängig zu werden, ihm aber gleichzeitig immer das Gefühl gibst, für ihn da zu sein.

Mehr Informationen findest du in unseren Ratgeberartikel „Trotzphase: So verhältst du dich richtig

Entwicklungsfortschritte erkennen

Hier findest du nochmal alles zusammengefasst und auf einen Blick. Die Checkliste für wichtigen Meilensteine bei 3-Jährigen:

Checkliste Entwicklung 3-Jährige

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Quellen