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“Darf ich meinem Kind raten, im Streit zurückzuhauen?”

Streitigkeiten zwischen Kindern sind ein heikles Thema. Wann sollte man sich als Erwachsener einmischen? Und dürfen Kinder zurückhauen, wenn der andere angefangen hat? Unser Papa Markus Kirschbaum hat sich so seine Gedanken gemacht.

Hauen? Nicht immer die schlechteste Lösung!
Hauen? Nicht immer die schlechteste Lösung!
© Unsplash/ bady qb

Rangeleien unter Kindern? Stehen an der Tagesordnung!

Gerade kleine Kinder lösen Differenzen oft körperlich. Vor allem, wenn die Knirpse der Sprache noch nicht allzu mächtig sind, wird eben vieles mit Fäusten geregelt. Da wird gerangelt und geschubst, dass es (k)eine wahre Freude ist! Und am Ende weint entweder einer, alle beide oder aber alles ist gut!

Kinder werden größer – und ihre Streitigkeiten auch…

Natürlich gibt man dem Nachwuchs schon in diesem Alter deutlich zu verstehen, dass körperliche Gewalt eher keine Lösung ist. Doch im Großen und Ganzen ist man noch relativ entspannt. Solange die Kids in etwa dieselben körperlichen Voraussetzungen mitbringen, lässt man sie machen und meist ist der Streit schnell beigelegt. Wird es unfair, greift man natürlich ein. Doch Kinder werden größer und die Dinge komplizierter…

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Darf ich mich wehren? Und wenn ja, wie?

Zwar haben größere Kinder den Vorteil, dass sie vieles mit Worten regeln oder die Situation verlassen können, der Nachteil besteht aber natürlich darin, dass Eltern oftmals nicht vor Ort sind, um regulierend einzugreifen. Da muss der Nachwuchs nun alleine durch! Und nicht immer ist es einfach, den Kids das richtige Rüstzeug mitzugeben. Soll man sich wehren, wenn man gehauen wird? Wie wehrt man sich gegen fiese Worte? Und ist das alte Motte „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ eigentlich noch zeitgemäß?

Allgemeingültige Antworten habe ich auf diese hochphilosophischen Fragen leider noch nicht gefunden. Was ich aber – wenn ich meine eigenen Kinder so beobachte – auf jeden Fall sagen kann: Mädchen bekriegen sich anders als Jungs! Blöderweise ist das klassische „Hauen“ in unserer Gesellschaft eher verpönt, während Worte unter der Gürtellinie noch sehr lange geduldet werden. Das macht vieles komplizierter… Und manchmal auch echt unfair!

Hauen? Nicht immer die schlechteste Lösung!

Ich muss also zugeben, dass ich dem körperlichen Austragen von kleineren Disputen unter Kindern nicht grundsätzlich negativ gegenüberstehe, solange es fair bleibt und die Wogen danach geglättet sind. Ganz ehrlich: Den wochenlangen (verbalen) Zickenterror unter Mädels finde ich sehr viel anstrengender als die Rangeleien, wie sie bei Jungs oft an der Tagesordnung stehen.

Mein Ratschlag an meine Kinder

Daher habe ich meinen Kindern folgende Ratschläge mitgegeben: Im Streit ist es immer wichtig, dass es fair bleibt! Etwas mit Worten zu regeln, bedeutet nicht, den anderen zu beschimpfen oder zu beleidigen! Wird man gehauen, darf man sich durchaus wehren – aber immer im Rahmen. Und hilft das alles nichts, sollte man Erwachsene zur Hilfe holen. Bis jetzt hat das zum Glück immer geklappt. Und schließlich müssen Kinder ihre Konfliktfähigkeit trainieren. Damit sie als Erwachsene eben nicht (mehr) zuschlagen oder Psychoterror machen!