Bookmark

Kind unterdrückt Stuhlgang? Das kannst du tun!

© Bigstock/ romrodinka

Wenn das Kind den Stuhlgang verweigert, kann das verschiedene Ursachen haben. Welche das sind und, wie du deinem Kind helfen kannst, liest du hier!


Kind unterdrückt Stuhlgang: Verstopfung als mögliche Ursache

Warum will mein Kind nicht aufs Klo? In einigen Fällen halten Kinder den Stuhl wegen einer Verstopfung zurück – der Stuhl ist hart und deswegen kann der Stuhlgang schmerzen. Die Folge: Das Kind will weder ins Töpfchen noch in die Windel machen.

Wie viele Tage ohne Stuhlgang bei Kindern sind „normal“?

Wenn dein Kind den Stuhlgang verweigert, bemerkst du das irgendwann an der Häufigkeit der Stuhlentleerung. Natürlich hängt diese vom Alter sowie von der Ernährung ab – jedoch gibt es auch hier Referenzrahmen.

„Normal“ ist für Kinder eine Stuhlentleerung zwischen ein bis drei Mal pro Tag. Auch ein Stuhlgang jeden zweiten Tag ist noch völlig normal. Weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche weist auf eine Verstopfung hin.

Dass eine Verstopfung hinter der Stuhlverweigerung steckt, merkst du zudem an anderen Symptomen wie starken Bauchschmerzen, hartem Stuhl oder einem aufgeblähten Bauch.

Mehr zum Thema kannst du auch in unserem Artikel nachlesen:

: Infos und Tipps

Vermutest du eine Verstopfung bei deinem Kind, solltest du deinen Kinderarzt aufsuchen.

Bitte nie ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt stuhlaufweichende Medikamente geben!

Toilettenverweigerungssyndrom: Wenn das Kind nur in die Windel macht

Ein weiterer möglicher Grund, wieso Kinder den Stuhlgang zurückhalten, ist das sogenannte Toilettenverweigerungssyndrom. Viele Kinder nutzen hier die Toilette oder das Töpfchen schon, um ihre Blase zu leeren – Stuhlgang wollen sie aber nur in die Windel machen.

Ursachen für das Toilettenverweigerungssyndrom

Unterdrückt das Kind den Stuhlgang, kann das verschiedene Ursachen haben. Unter anderem:

  • Angst vor der Toilette/ der Spülung
  • Wunsch nach Zuwendung (wie Kinder sie beim Wickeln bekommen)
  • Bequemlichkeit der Windel
  • Angst vor Schmerzen (wegen hartem Stuhlgang)
  • Verletzungen im Analbereich
  • Kind will wieder ein Baby sein (oft nach der Geburt eines Geschwisterkindes)

Wichtig: Wenn dein Kind den Stuhlgang auf der Toilette verweigert, dann stecken meistens keine bösen Absichten dahinter. Hier ist Geduld gefragt – Eltern sollten versuchen, die Ursachen für das Toilettenverweigerungssyndrom herauszufinden.

Was passiert, wenn man den Stuhlgang unterdrückt?

Wird der Stuhl für eine längere Zeit zurückgehalten, kann das unangenehme Folgen für das Kind haben.

Unter anderem:

Verstopfung
Analfissuren
Blähungen
Übelkeit und Völlegefühl
Hämorrhoiden
Darmträgheit (Darmmotorik wird verringert)

Wie kann ich meinem Kind beim Stuhlgang helfen?

Hier ist es wichtig, die Gründe zu kennen, wieso dein Kind den Stuhlgang zurückhält. Bei einer Verstopfung solltest du beispielsweise einen Arzt zurate ziehen. Er kann dir Tipps geben und passende Medikamente verschreiben.

Außerdem gibt es einige generelle Tipps, die deinem Kind den Stuhlgang erleichtern können.

Dein Kind sollte…

  • …sich ausgewogen ernähren.
  • …ausreichend Ballaststoffe und Gemüse zu sich nehmen.
  • …sich viel bewegen.
  • …genug trinken.

Was tun bei Toilettenverweigerungssyndrom?

Je nachdem, was die genaue Ursache für die Stuhlgangverweigerung ist, gibt es verschiedene Dinge, die du tun kannst:

  • Nimm deinem Kind die Angst vor der Toilette

Hat dein Kind Angst vorm Toilettengang, können Lieder und Bücher helfen, die sich mit dem Thema befassen.

Oder du versuchst es mit einem Belohnungssystem: Dein Kind bekommen für jeden erfolgreichen Toilettengang einen Sticker. Hat es genug Sticker gesammelt, bekommt es eine Kleinigkeit. Das motiviert und lindert die Angst vor der Toilette.

  • Setze dein Kind nach dem Essen auf die Toilette

Nach einer Mahlzeit ist die Verdauung am aktivsten. Jetzt ist die Chance am größten, dass dein Kind ins Töpfchen macht.

  • Übe keinen Druck auf dein Kind aus

Das kann genau den gegensätzlichen Effekt haben – dein Kind hält dann seinen Stuhl noch mehr zurück. Besser: Biete deinem Kind auf dem Töpfchen Spielzeug oder Lieder zur Beschäftigung an und zeige deinem Kind, dass es auch okay ist, wenn es nichts ins Töpfchen macht.

Übrigens: Zeigt sich das Toilettenverweigerungssyndrom kurz nach Beginn vom Töpfchentraining, dann ist dein Kind vielleicht einfach noch nicht dafür bereit. Gib ihm noch etwas Zeit. Es kann durchaus sein, dass dein Kind erst mit vier oder fünf Jahren ganz trocken wird.

: Tipps und Tricks
  • Beobachte das Verhalten deines Kindes

So findest du vielleicht Gründe für die Stuhlgangverweigerung heraus. Vielleicht habt ihr nur nicht den richtigen Toilettensitz/das richtige Töpfchen zuhause (es ist unbequem).

Außerdem solltest du ausschließen, dass dein Kind negative Erfahrungen auf dem Töpfchen macht: es friert, schwitzt, etc.

Wenn sich trotz all deiner Bemühungen nichts ändert, dann solltest du auch hier deinen Kinderarzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob vielleicht doch Verdauungsprobleme dahinterstecken und gegebenenfalls Medikamente verschreiben.

Quellen

Top