Kinderfreibetrag: Was ist das und wie profitiert die Familie davon?

Kinderfreibetrag: Was ist das und wie profitiert die Familie davon?

Was genau ist der Kinderfreibetrag, wie unterscheidet er sich vom Kindergeld und ab welchem Einkommen profitieren Familien davon? Das erfährst du hier.

Eltern beantragen Kinderfreibetrag
Kinderfreibetrag: Ab welchem Gehalt lohnt er sich? © Unsplash/ rawpixel

Kinderfreibetrag: Was ist das genau?

Der Kinderfreibetrag ist eine vom Staat festgelegte Summe, die Eltern pro Kind und Jahr verdienen dürfen, ohne Steuern dafür zahlen zu müssen. Der Sinn hinter dieser Regelung ist, dass den Eltern genug Geld zur Verfügung stehen soll, um ihren Kindern Essen, Kleidung, Wohnung, Ausbildung & Co. finanzieren zu können. Wie viel Geld steht dir durch den Kinderfreibetrag zu?

Kinderfreibetrag 2018 beträgt 7.428 Euro pro Kind

Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag jedoch nicht monatlich ausgezahlt, sondern das Finanzamt zieht die besagten 7.428 Euro rückwirkend von dem zu versteuernden Jahreseinkommen ab.

Der Freibetrag gilt sowohl für leibliche als auch adoptierte Kinder. Bei Pflegekindern richtet es sich nach dem jeweiligen Betreuungsumfang, inwiefern die Pflegeeltern ebenfalls beim Kinderfreibetrag berücksichtigt werden.

Wem steht der Kinderfreibetrag zu?

Jeder Elternteil hat zu 50 Prozent Anrecht auf den Kinderfreibetrag und zwar bis zur Volljährigkeit ihres Kindes/ihrer Kinder. Befindet sich das Kind mit 18 Jahren noch in einem Ausbildungsverhältnis (dazu zählt auch ein Studium), wird der Freibetrag bis zu einem Alter von 25 Jahren berücksichtigt.

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Kinderfreibetrag: Unterschied zum Kindergeld?

Wie beim Kinderfreibetrag handelt es sich auch beim Kindergeld um eine Steuererleichterung. Beim Kindergeld bekommen die Eltern jeden Monat einen fixen, steuerfreien Betrag vom Staat, der sich wie folgt berechnet.

Höhe des Kindergelds 2018 pro Monat:

  • und 2. Kind: 194 Euro
  • Kind: 200 Euro
  • Kind und alle weiteren: je 225 Euro

Wichtig: Eltern bekommen nur eins von beidem! Entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Wer welche Steuererleichterung erhält, entscheidet das Finanzamt, das prüft, welche der beiden Optionen das Elternpaar finanziell mehr begünstigt.

Kinderfreibetrag berechnen: Ein Rechenbeispiel

Damit du dir die Abwägung zwischen Kinderfreibetrag und Kindergeld ein wenig besser vorstellen, beziehungsweise nachvollziehen kannst, haben wir ein kleines Beispiel für dich, wie du den Kinderfreibetrag berechnen kannst, beziehungsweise, ob er sich für euch lohnt.

Franziska und Hendrik sind frischegebackene Eltern ihrer kleinen Tochter Mia. Gemeinsam haben sie ein zu versteuerndes, jährliches Bruttoeinkommen von 70.000 Euro. Auf dieses Einkommen müssen Franziska und Hendrik Steuern zahlen. In diesem Fall sind das in etwa 13.908 Euro.

Zieht man Mias Freibetrag (7.428 Euro) vom Jahreseinkommen (70.000 Euro) ab, erhält man ein neues zu versteuerndes Einkommen von 62.572 Euro. Auf dieses geringere Einkommen fallen logischerweise auch weniger Steuern, in dem Fall etwa 11.478 Euro.

Nun berechnet man, wie viel Steuern man unter Einbezug des Kinderfreibetrages gespart hat:

13.908 Euro (Steuern ohne Kinderfreibetrag) – 11.478 Euro (Steuern mit Kinderfreibetrag) = 2.430 Euro

Was, wenn Franziska und Hendrik ein monatliches Kindergeld bekommen hätten?

12 x 194 Euro = 2.328 Euro

Am Beispiel der beiden jungen Eltern zeigt sich, dass Franziska und Hendrik mit dem Kinderfreibetrag über 100 Euro im Jahr MEHR an steuerfreiem Geld zur Verfügung steht, als es mit dem Kindergeld der Fall wäre.

Kinderfreibetrag: Ab wann lohnt sich das Modell?

Da das Finanzamt entscheidet, welches Modell sich finanziell günstiger auswirkt, bleibt dir die Rechnerei glücklicherweise erspart. Als grober Referenzwert gilt jedoch, dass sich der Kinderfreibetrag für Eheleute ab einem Bruttojahreseinkommen von 60.000 Euro lohnt. Für Alleinerziehende lohnt er sich ab einem zu versteuernden, jährlichen Einkommen von 30.000 Euro.

Aber selbst, wenn du dir sicher bist, dass sich das Kindergeld für euch nicht lohnt, solltest du es in jedem Fall bei den Familienkassen beantragen, denn:

  1. Du bekommst das Geld monatlich auf dein Konto überwiesen und es wird nicht erst am Ende des Jahres mit dem Kinderfreibetrag verrechnet und
  2. Das Finanzamt geht davon aus, dass Eltern grundsätzlich Kindergeld beantragt und erhalten haben, und rechnet diesen Betrag bei der Steuererklärung mit ein, egal ob die Eltern das Kindergeld tatsächlich beantragt haben oder nicht.