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„Darf ich meinen Kindern wirklich NIE Fast Food erlauben?”

Fast Food ist ungesund, macht dick und süchtig – das weiß doch jedes Kind! Genau deshalb wollte Mama Daniela ihren Nachwuchs von solchen kulinarischen Grausamkeiten auch unbedingt fernhalten. Zumindest so lange wie möglich. Also auf jeden Fall bis zum 18. Geburtstag! Nun gut, das ist womöglich ein bisschen gar utopisch und kaum umsetzbar. Dann aber vielleicht bis zum Schulanfang? Also wenn nichts Gröberes dazwischenkommt, versteht sich. Der kleine Hunger oder so…

Gesunde Ernährung? Geht doch ganz leicht...oder?
Gesunde Ernährung? Geht doch ganz leicht...oder?
© Bigstock/ romrodinka

Gesunde Ernährung? Geht doch ganz leicht!

Ich war anfangs recht zuversichtlich, dass es mir gelingen würde, meinen Kindern Burger und Pommes einfach vorzuenthalten. Ganz leicht würde das gehen, denn was sie nicht kennen, können sie auch nicht wollen. So zumindest der Plan! Und der ging ganz schön lange auf. Schließlich hatte ich ein Kleinkind, das kaum essen wollte und einen vollgestillten Säugling. Es war also keine Meisterleistung, Fast Food zu „verbieten“. Wir machten schlicht einen großen Bogen um entsprechende Lokalitäten. Gesunde Ernährung? Check!

Wir waren also gute Eltern. Nein, Mc Doof und Co. würden wir unsere Kinder nicht zum Fraß vorwerfen, das war sonnenklar! Die Zeit plätscherte also so dahin, wie Zeit das eben tut. Fast schon war der gute Vorsatz in Vergessenheit geraten, da trudelte sie ein: die Einladungskarte zum 4. Geburtstag der liebsten Kindergartenfreundin. Und der Ort des Geschehens: Das Lokal mit der goldenen Möwe!

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Alle Prinzipien waren dahin

Selbstverständlich haben Ernährungsprinzipien in einer Kinderfreundschaft nichts verloren. Sohn und Tochter durften beim Geburtstag also natürlich dabei sein. Und sie kamen gut genährt und voller Begeisterung zurück. Sooo großartig sei der ganze Spaß gewesen. In der Küche durften sie Burger Marke Eigenkreation zaubern und die wären sooo lecker gewesen. Und überhaupt, dort gäbe es einen kleinen Spielplatz und einen Clown und alle seien sooo nett. Tja, mit einem Mal gab es da also eine Burgerkette, die zwei begeisterte Kunden unter 1,20 Metern mehr hatte.

Und es gab eine Mama, die hatte Erklärungsnot! Denn wie argumentiert man sinnvoll, dass ein gewisses Burgerlokal aus ernährungstechnischen Gründen so gar nicht geht, aber Fertigpizza, Chips oder Gummibärchen ab und zu kein Problem darstellen? Eben! Dazu kam die Tatsache, dass so manche Erziehungsprinzipien mit zunehmendem Alter der Kinder zwangsläufig etwas brüchig werden. Und schwupps, schon waren wir von „Nein, niemals! Nicht meine Kinder“ bei „Naja, alle heiligen Zeiten ein Besuch, das wird sie schon nicht umbringen!“ angelangt.

Schneller Kaffee? Da sage ich nicht nein!

Mit der Zeit war der Umgang mit Fast Food und Co. im Hause Kirschbaum weitaus entspannter geworden. Ganz nach dem Motto: Die Dosis macht das Gift! Etwas über vier Jahre haben die guten Vorsätze gehalten, bevor wir abtrünnig geworden sind. Vor etwa zwei Jahren hat die goldene Möwe in unserer Nähe übrigens ein neues Lokal eröffnet. Direkt neben einem riesengroßen Kinderspielplatz! Nun sitze ich dort manchmal bei einem großen Latte, während sich meine Kinder austoben. Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass ich das nicht ziemlich genial finde.

Übrigens: Zu Fast Food-Junkies sind meine beiden Nachwüchse trotzdem nicht geworden. Der Große ist mittlerweile ein vegetarischer Gesundheitsapostel und die Kleine ist mit einem Hamburger von Zeit zu Zeit vollauf zufrieden. Das ist auch ganz praktisch so, denn das, was sie nicht fürs schnelle Essen auf den Kopf hauen, investiere ich gut und gerne in den einen oder anderen Latte!