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Kindersitz Fahrrad: Darauf musst du beim Kauf achten

Wie findet man den richtigen Kindersitz fürs Fahrrad? Wir geben Tipps, was du beim Kaufen eines Fahrrad-Kindersitzes beachten sollten.

Worauf du bei der Nutzung achten solltest
Worauf du bei der Nutzung achten solltest
© Bigstock/ Zatevakhin

Kindersitz Fahrrad: Ab wann darf das Kind mitfahren?

Kinder bis sieben Jahren dürfen von Erwachsenen nur dann mit dem Fahrrad im Straßenverkehr transportiert werden, wenn sie sich in einem speziellen Kindersitz befinden. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung, kurz StVO, in § 21 Absatz 3 vor.

Aber ab wann darf das Kind mitfahren? Generell gilt: Kinder müssen eigenständig stabil sitzen können, bevor sie auf dem Fahrrad mitgenommen werden dürfen. Kinder sind in der Regel zwischen dem zehnten und zwölften Monat so weit. Da viele Hersteller bei ihren Kindersitzen ebenfalls eine Gewichtsuntergrenze von 9 Kilogramm vorgeben, sollte dein Kind dieses Gewicht ebenfalls erreichen, bevor es mit dem Fahrrad mitfährt. Die Gewichtsobergrenze liegt übrigens meist bei etwa 22bis 25 Kilogramm.

Kindersitz Fahrrad vorne erlaubt?

Ja, auch wenn man immer wieder etwas anders hört oder liest, dürfen Fahrradsitze auch vorne montiert werden. Allerdings unter einer Bedingung: Dein Kind darf nicht schwerer als 15 Kilogramm sein. Ab einem Gewicht von 15 Kilogramm darfst du dein Kind nur noch in einem Heckkindersitz mitnehmen.

Anforderungen an den Kindersitz & Fahrrad

Wer sich einen Fahrradkindersitz anschaffen möchte, sollte natürlich auch ein geeignetes Fahrrad dafür haben. Dein Rad sollte mit einem steifen Rahmen, breiten Reifen, guten Bremsen und einem stabilen, kippsicheren Ständer ausgestattet sein.

Kinderfahrradsitze müssen generell der DIN EN 14344 Norm entsprechen. Folgende Auswahlkriterien sollten in deine Kaufentscheidung miteinbezogen werden:

  • ein Dreipunktgurt in Kombination mit einem Höcker im Schrittbereich hält Kinder im Sitz, auch wenn sich ein Aufprall ereignet oder scharf gebremst werden muss
  • der Gurt sollte nicht von den Kindern eigenständig geöffnet werden können
  • Fußriemen an den Fußstützen bieten zusätzlich Sicherheit für Kinderbeine
  • ein mitwachsender Fahrradsitz lässt sich länger nutzen und spart somit Geld
  • Mit verstellbarer Rückenlehne sitzt dein Kind bequemer
  • um den Kopf zu stützen, sind zusätzliche Kopf- und Nackenstützen von Vorteil

Natürlich reist es sich umso lieber, je gemütlicher dein Kind sitzt. Deshalb solltest du beim Kauf von Kinderfahrradsitzen auch auf die Polsterung achten.

Bei freiliegenden Federn am Sattel besteht die Gefahr, dass sich dein Kind hinter dir dort die Finger einklemmt. Fahrradfachhändler verkaufen spezielle Abdeckungen, um diese Verletzungsgefahr auszuschließen. Außerdem können zusätzliche Gurte an den Fußstützen dafür sorgen, dass die Füße deines Kindes fixiert sind. Damit verhinderst du, dass ein Kinderfuß in die Speichen deines Rades gerät.

Reflektoren an der Rückseite lenken die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer auf deinen jungen Passagier.

Kinderfahrradsitz: Helm ist nicht Pflicht, aber ein Muss

Eine Helmpflicht gibt es für Fahrradfahrer in Deutschland nicht – auch nicht für Kinder. Trotzdem sollte kein Kind ohne Fahrradhelm im Straßenverkehr unterwegs sein. Das Verletzungsrisiko ist ohne Fahrradhelm deutlich höher. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gehören Kopfverletzungen zu den häufigsten schweren Unfallfolgen beim Fahrradfahren. Ein Großteil dieser Verletzungen kann durch einen Helm vermieden werden. Ein guter Helm kann also Leben retten und im Ernstfall den Unterschied machen – auch wenn dein Kind nicht selber fährt.

Was ist sicherer: Fahrradsitz oder Anhänger?

Eine gute Alternative zum Kindersitz ist ein Fahrradanhänger. Er bietet je nach Modell Platz für ein oder zwei Kinder und Gepäck – die Kleinen können sich unterwegs also gut beschäftigen.

Auch beim Fahrradanhänger gibt es paar Sicherheitsmerkmale:

  • zweiteilige Anhängerkupplung
  • kippsicher
  • kindgerechte Sitze und Witterungsschutz
  • funktionsfähige Bremsen
  • im Straßenverkehr gut sichtbar

Wichtig: Auch im Fahrradanhänger sollte ein Helm getragen werden.

Zwar haben beide Systeme im Alltag generelle Vor- und Nachteile. Ob Kinder jedoch beim Radfahren mit den Eltern gut geschützt sind, hängt im Wesentlichen vom Können des Fahrers, der richtigen Bedienung, dem Einsatzort und dem technischen Zustand des Fahrrads ab. Was sicherer ist, lässt sich also pauschal so nicht beantworten.

Beim Kinderfahrradsitz gilt: Erst testen, dann kaufen

Beim Kauf eines Kindersitzes das Fahrrad gleich mitbringen? Ja! So kannst du den Kinderfahrradsitz testen bevor du dich entscheidest. Am Sitzrohr können zum Beispiel Anlötteile für Bremszüge der Halterung im Weg sein. Oder der Bügel passt nicht. Der Fachhändler kann in solch einem Fall sofort nach Alternativen suchen.

Quellen