Saftschorle für Kinder verboten! Ist mein Kinder-Zahnarzt zu streng?

Saftschorle für Kinder verboten! Ist mein Kinder-Zahnarzt zu streng?

Der erste Zahnarztbesuch mit ihrer Tochter hat unsere Autorin Marie Binder verunsichert – denn der Arzt stellte sich als Getränke -Hardliner heraus…

Ein kleiner Junge trinkt ein Glas Saft.
© komokvn2 via Bigstock

Meine Tochter, ich nennen sie hier liebevoll Krawalli, ist jetzt bald zweieinhalb Jahre alt und hat wunderschöne, weiße, glänzende Beißerchen. Brav wie wir sind, putzen wir zweimal täglich die Zähne, versuchen nicht ständig Süßes zu essen und achten auf die Mundhygiene. Nachdem jetzt fast alle Zähne im Mund sind (die letzten Backenzähne brechen gerade durch), ging es das erste Mal zum Zahnarzt.

Was der Zahnarzt da sah, gefiel ihm gar nicht

Wir haben einen speziellen Kinderzahnarzt, die komplette Praxis ist auf die kleinen Patienten abgestimmt und wirklich toll. Mir war wichtig, dass Krawalli keine Angst vor dem Zahnarzt hat und den ganzen Prozess kennen lernen kann. Das erste Mal beim Zahnarzt sollte der reinen Kontrolle und dem Kennenlernen dienen.

Alles lief auch wunderbar, auch wenn Krawalli erst einmal etwas Angst vor dem großen, fremden Mann hatte, der ihr einfach in den Mund schauen wollte. Der Zahnarzt war zufrieden mit ihren Zähnen und blätterte noch einmal den Fragebogen durch, den ich ausfüllen musste. Darin ging es auch um die Ernährung meines Kindes. Und die gefiel ihm offensichtlich gar nicht.

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Kein Kakao, niemals, nie und nie wieder?!!

„Saftschorle? Kaba?“ Er runzelte die Stirn und erklärte dann: „Die darf sie NIE trinken!“ Ich dachte ich höre nicht recht. Nie?! Klar, nicht dauernd, nicht oft, nicht zu viel – das verstand ich. Aber nie eine Saftschorle? Nie am Sonntagmorgen einen leckeren Kakao zum Buttercroissant? Ich hackte noch einmal nach: „Also nie? Weil ich mische nur ganz wenig Saft in die Schorle. Und das Kabapulver ist schon fast eine homöopathische Menge…“ „Nein, NIE!“ beharrte er streng, noch bevor ich mit meinem Satz fertig war. Er erklärte mir, dass vor allem die Säure in den Fruchtsäften den Zahnschmelz angreifen würde – das verstand ich ja auch. Aber dann dürften wir Erwachsenen doch auch keinen Saft trinken? „Kinder müssen verstehen, dass Erwachsene manches dürfen, was Kinder eben nicht dürfen.“ Ganz ehrlich, das verstehe ich nicht.

Ich finde das zu streng – bin aber trotzdem verunsichert…

Er verbietet nämlich auch meinem fast 12-Jährigen Saft zu trinken. Obwohl er schon fast keine Milchzähne mehr hat. Wenn er mit seinen „Erwachsenen-Zähnen“ keinen Saft trinken darf, dann darf ich das doch auch nicht. Und der Zahnarzt auch nicht. Bei Erwachsenen sieht der gute Zahnarzt das aber bei Weitem nicht so streng wie bei Kindern. Zuhause habe ich lange überlegt, ob ich meinen Kindern wirklich NIE mehr Saftschorlen geben soll, und den Kaba lieber in den Müll werfe. Aber ganz ehrlich? Mir ist das zu streng.

Ich habe bei anderen Zahnärzten nachgefragt und keiner sieht es so streng wie meiner. Ja, Saft ist nicht optimal für die Zähne und man sollte die ersten 30 Minuten nach dem Kontakt mit der Fruchtsäure nicht die Zähne putzen, weil das den Zahnschmelz zusätzlich angreift, aber wie alles im Leben gibt es eben nicht nur Schwarz und Weiß.

Ab und zu eine Saftschorle macht nicht gleich einen ganzen Mund voll Karies. Und hin und wieder ein Schokoriegel wird auch nicht dazu führen, dass mein Kind Übergewicht bekommt. Trotzdem, verunsichert hat mich mein Zahnarzt damit schon…

Was denkt ihr?

So nimmst du deinem Kind die Angst vor dem Zahnarzt

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