Fachkräfte auf vier Pfoten: Warum Kita-Hunde immer beliebter werden

Kinder streicheln Hund
Davon profitieren schon die Kleinsten
© Unsplash / Sabina Fratila

Immer mehr Kindertagesstätten setzen auf tierische Begleiter und Hunde werden zunehmend zu gefragtem Fachpersonal in der sogenannten „tiergestützten Pädagogik“. Wir erklären, warum gerade Hunde im Kita-Alltag so hilfreich sein können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Immer mehr Kindertagesstätten in Deutschland setzen Hunde in der Betreuung ein.
  • Als „Co-Pädagogen“ sollen sie im Rahmen der tiergestützten Pädagogik mit den Kindern arbeiten.
  • Sie sollen Kinder unter anderem bei der Entwicklung unterstützen, sollen Ängste reduzieren und die Konzentration steigern können.

Immer mehr Kitas setzen auf tierische Begleiter

Hunde als tierisches Fachpersonal sind längst kein Einzelfall mehr. Immer mehr Betreuungseinrichtungen in Deutschland setzen auf die sogenannte „tiergestützte Pädagogik“. Als „Co-Pädagogen“ sollen sie Kinder in ihrer geistigen, motorischen und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern können.

Mögliche Vorteile vom Hund in der Kita

Ängste reduzieren: Die Interaktion mit Tieren, insbesondere Hunden, kann Angst reduzieren, auch vor stressauslösenden Situationen, wie der Verabschiedung von den Eltern am Morgen in der Kita.

Stress reduzieren: Hunde haben nachgewiesene Effekte auf das Stresssystem, gemessen durch das Hormon Kortisol. Besonders der Körperkontakt mit dem Tier kann Stressreaktionen verringern, denn dabei wird reichlich vom sogenannten Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet. Das sorgt genauso wie beim Stillen und Kuscheln für eine bessere Bindung.

Bessere Konzentration, weniger Aggression: Tiere können die Konzentration von Kindern verbessern und helfen, aggressive Handlungen zu verringern. So zeigte eine Studie beispielsweise, dass die Schüler einer 1. Klasse in der Anwesenheit von Schulhunden weniger aggressiv waren, als in deren Abwesenheit und sozial kompetenter miteinander umgingen.

Kita-Hunde als Bezugsperson: Tiere fördern die Entwicklung von sozialer Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Empathie. Kinder sehen sie oft als Familienmitglieder oder Freunde, suchen ihre Nähe bei Stress und finden in ihnen eine unterstützende Bezugsperson. Besonders für Kinder mit unsicheren Bindungsmustern ist der Bezug zum Tier deshalb so hilfreich.

Klare Regeln für den Umgang mit Hund

Damit der Kita-Alltag für Kinder und Hund reibungslos verläuft, müssen auch die Kleinsten sich an gewisse, unabdingbare Regeln halten. Nur so kann die Sicherheit der Kinder gewährleistet werden. Dazu hat der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V. eine spielerische Broschüre erstellt, die du dir kostenlos herunterladen kannst. Darin werden die wichtigsten Regeln kindgerecht erklärt. Zum Beispiel, niemals an den Futternapf des Hundes zu gehen, ihm sein Essen wegzunehmen oder ihn am Fell oder Schwanz zu ziehen.

Nicht jeder Hund kann Kita-Hund werden

Auch wenn es in Deutschland noch keine einheitliche Regelung für die Ausbildung von Hunden zum Umgang mit Kindern gibt, ist definitiv nicht jeder Hund für die pädagogische Arbeit geschaffen. Ein Kita-Hund sollte nicht nur gut erzogen und sozialisiert sein, sondern auch von sich aus eher eine ausgeglichene und ruhige Persönlichkeit besitzen. Der Umgang mit einer Vielzahl von Kindern, unterschiedlichen Geräuschen und unvorhersehbaren Situationen erfordert eine besondere Gelassenheit und Toleranz seitens des Hundes.

Quellen