Brauchen Kleinkinder ein eigenes Zimmer?

Brauchen Kleinkinder ein eigenes Zimmer?

Maries Tochter ist zwei Jahre alt und hat kein eigenes Zimmer. Eigentlich auch völlig unnötig, denkt Marie. Doch dann fängt sie an zu zweifeln: Braucht ihr Kind vielleicht doch einen eigenen Rückzugsort…?

Kleinkind hält sich an einem Schrank fest
Mein Reich! Aber brauchen die Kleinen wirklich so viel Platz für sich alleine? © Bigstock / DarkInk

Meine Tochter schläft im Familienbett, wir haben ein reines Spielzimmer in dem ihre Puppenküche, ihr Spielzelt und ein Autofahrteppich sind. Hier kann sie sich austoben und spielen. Ein eigenes Zimmer hat sie noch nicht. Meiner Meinung reicht das auch später noch. Aber wie ist es: Brauchen Kleinkinder ein eigenes Zimmer?

Kleinkinder und ihr eigenes Reich – wirklich nötig?

Ganz ehrlich: Eltern von Kleinkindern kennen das doch bestimmt: Viele der Kleinen kommen nachts gerne ins Zimmer der Eltern, Geschwister (vor dem Teenie-Alter) genießen es, sich ein Zimmer zu teilen und nicht alleine zu sein. Und gespielt wird doch sowieso meistens, vor allem bei kleinen Kindern, am liebsten in der Nähe der Eltern – also wohl meistens im Wohnzimmer. Es macht natürlich Spaß, schon den Kleinsten ihr eigenes Reich liebevoll einzurichten – wirklich notwendig finde ich das aber nicht.

Das eigene Zimmer – oft vor allem für Eltern ein Pluspunkt

Wirklich gerne alleine sind Kleinkinder nie – das wissen wohl alle Eltern. Doch nicht jede Mama und jeder Papa wollen ihren Nachwuchs 24 Stunden täglich um sich herum. Manch einer kann nicht gut schlafen, wenn das Kind im selben Zimmer ist, andere brauchen einfach ein paar Stunden Auszeit und wünschen sich deshalb ein eignes Zimmer für den Nachwuchs. Kleinkinder können deshalb natürlich schon sehr früh an ein eigenes Zimmer gewöhnt werden. Aber: brauchen tun sie es wirklich nicht. Das eigene Zimmer ist also vor allem für die Eltern ein Vorteil, wenn sie sich mehr Ruhe und Abstand wünschen.

Kinder wollen Nähe

Kleinkinder im Alter von zwei bis vier Jahren haben nur extrem selten den Drang, sich in ein eigenes Zimmer zurückzuziehen. Das Phänomen das wohl viele Eltern kennen: da haben die Kleinen ein fantastisches und schön eingerichtetes Kinderzimmer und wo spielen sie am liebsten? Auf dem Küchenboden, während Mama das Abendessen kocht. Wichtig ist eben meistens doch die Nähe zu den Eltern.

Video-Empfehlung

Erst zum Schulbeginn ist ein eigenes Zimmer?

Mit fünf oder sechs Jahren beginnen Kinder immer selbstständiger zu werden, haben Freunde zu Besuch oder kommen schon in die Schule. Dann ist ein eigenes Zimmer oder zu mindestens ein Geschwisterzimmer von großem Vorteil: es wird nicht dauernd im Wohnzimmer getobt, die Kinder haben einen eigenen Rückzugsort und die Hausaufgaben können am eigenen Schreibtisch erledigt werden. Außerdem lernen Kinder so schneller, Dinge eigenverantwortlich zu machen – immerhin ist das Kinderzimmer ihr Reich, für das sie zuständig sind.

Mein Fazit zum Thema Kinderzimmer für Kleinkinder

Schlussendlich ist es wohl so: Kleinkinder „brauchen“ die ersten Jahre kein eigenes Zimmer, es reicht ihnen, wenn sie in der Nähe von Mama und Papa sein können. Deswegen brauchen sich Eltern mit Platzmangel zu Hause absolut keine Sorgen machen, wenn die Kinder die ersten Jahre kein eigenes Kinderzimmer besitzen oder sich das Zimmer mit einem Geschwisterkind teilen.

Und es hat auch viele Vorteile, denn schon Experte Remo H. Largo, der die kindliche Entwicklung aus biologischer Sicht untersuchte, erklärt: Kinder schlafen und spielen zum größten Teil sowieso am liebsten in Gesellschaft. Also ruhig Blut, wenn es um ein eigenes Kinderzimmer geht: das hat absolut Zeit.

4 kreative Deko-Ideen fürs Kinderzimmer