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Kopfläuse erkennen: Was tun, wenn es am Kopf juckt?

Wir erklären dir, wie du Kopfläuse erkennen und behandeln kannst und was zu tun ist, wenn es am Kopf juckt.

Wie kann ich Kopfläuse erkennen und behandeln?
Wie kann ich Kopfläuse erkennen und behandeln?
©Bigstock/JLE

Kopfläuse erkennen: Woher kommen Läuse?

Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Die weiblichen Läuse kleben ihre Eier meist nahe der Kopfhaut an die Haaransätze.

Die Nissen, wie Läuseeier auch genannt werden, schlüpfen in der Regel innerhalb einer Woche. Da Läuse weder fliegen noch springen können, brauchen sie den direkten Kontakt mit dem Kopf, um sich weiterzuverbreiten.

Die gute Nachricht: Läuse sind zwar lästig, aber grundsätzlich ungefährlich und übertragen keine Infektionskrankheiten.

Wie bekommt man Läuse?

Von Kopfläusen sind vor allem Kinder betroffen und werden fast immer durch direkten Körperkontakt übertragen, zum Beispiel wenn Kinder zusammen spielen. Vor allem in Kitas, Kindergärten und Schulen gibt es regelmäßig Läusealarm.

Seltener ist die Übertragung auf indirektem Weg – sprich über Gegenstände wie Haarbürsten oder Mützen. Da Kopfläuse alle zwei bis vier Stunden Blut saugen müssen, sind sie fern von der Kopfhaut in der Regel nicht lange überlebensfähig.

Wie sehen Kopfläuse aus?

Erkennen wirst du Läuse mit bloßem Auge kaum, da sie sehr klein sind und optisch der menschlichen Haarfarbe angepasst sind.

  • Größe: zwei bis drei Millimeter
  • Farbe: durchsichtig bis bräunlich
  • sehr flink

Besser sind Nissen zu erkennen:

  • Bewegen sich nicht
  • Farbe: grau-braun
  • Oval
  • Größe: 0,8 Millimeter
  • befinden sich nahe der Kopfhaut

Wenn du eine Lupe verwendest, wird dir das Kopfläuse erkennen leichter fallen.

Wie erkenne ich Läuse und Nissen?

©Bigstock/PhotoDim

 

Läuse oder Schuppen?

Oft werden Läuse fälschlicherweise für Schuppen gehalten, weil sie auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aussehen. Der Unterschied ist aber, dass sich Kopfläuse nicht so leicht auskämmen lassen.

Kopfläuse erkennen: Symptome richtig deuten

Kopfläuse-Symptome lassen sich allen voran an einer Sache feststellen: die Krabbeltierchen machen sich durch einen auffälligen Juckreiz auf dem Kopf bemerkbar. Durch den Juckreiz, wird häufiger gekratzt, was zu oberflächlichen Wunden führen kann. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Ausschlag (Läuseekzem). Die Betroffenen jucken auffallend oft und können aus diesem Grund nur schlecht schlafen, Kinder können häufiger müde und unkonzentriert sein.

Bei vielen verläuft der Kopfläusebefall allerdings ohne sämtliche Symptome ab und die Kinder haben keinerlei Beschwerden. Fehlt der Juckreiz, werden die Kopfläuse oft nur zufällig erkannt.

4 Möglichkeiten, wie du Kopfläuse erkennen kannst

Sobald du erfährst, dass jemand in deinem näheren Umfeld Kopfläuse hat, solltest du dein Kind, dich und deine Familie vorsorglich auf Läuse untersuchen. Deine wichtigsten Utensilien hierfür: Lupe und Läusekamm.

1. Auf trockenem Haar erkennen
Bei der Untersuchung auf trockenem Haar solltest du vor allem auf den Haaransatz deines Kindes achten. Läuse legen ihre Eier nämlich nahe der Kopfhaut ab. Besonders solltest du auch im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren schauen.

Wichtig: Die Untersuchung auf trockenem Haar gilt nur als oberflächliche erste Untersuchung. Sie reicht nicht, um den Kopfläusebefall ausschließen zu können.

2. Feuchtes Auskämmen mit Nissenkamm

  • Wasche die Haare deines Kindes mit einem herkömmlichen Shampoo
  • Großzügig eine Haarspülung auftragen, sie glättet und entwirrt die Haare
  • Pflegespülung nicht ausspülen
  • Das Haar von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen mit einem grobzinkigen Kamm kämmen
  • Lässt sich das Haar ohne ziepen kämmen, zum Läusekamm greifen
  • Läusekamm so ansetzten, dass die Zinken des Kamms von der Kopfhaut zu den Haarspitzen heruntergezogen werden können
  • Um die Läuse besser erkennen zu können, ist gutes Licht hilfreich
  • Strähne für Strähne mit dem Läusekamm untersuchen, 2x den ganzen Kopf umrunden
  • Nissenkamm an weißem Papier abstreichen und Befall kontrollieren

Hier findest du einen Läusekamm, der sich sowohl dazu eignet, Läuse auszukämmen als auch die kleinen Nissen.

Läusekamm von Nitrfree

© Amazon/ NitFree Terminator

3. Auskämmhilfen
Weitere Auskämmhilfen können eine Natron-Lauge (10-15 g Natron/1 Liter Wasser) oder eine Essig-Wasser-Mischung (50ml Essig/1 Liter Wasser) sein. Beide Mischungen töten die Parasiten nicht ab, sondern lösen lediglich die Nissen (Läuseeier) aus den Haaren.

4. Schwimmtest
Ein weiterer Tipp, wie du Kopfläuse erkennen kannst, ist der Schwimmtest. Läuse schwimmen nämlich oben auf, wenn du die Haarbürste ins Wasser tauchst.

Zusatztipp: Diese ganze Prozedur ist für dein Kind nicht so angenehm. Um die Kleinen abzulenken, kannst du ihnen zum Beispiel ein Buch geben oder jemand liest ihnen währenddessen eine Geschichte vor. Auch Hörspiele können die Zeit verkürzen.

Haustiere müssen übrigens nicht behandelt werden. Kopfläuse befallen nämlich keine Tiere, sondern ausschließlich Menschen.

Kopfläuse erkennen und bekämpfen: Mittel gegen Läuse

Hast du die kleinen Tierchen erkannt, ist Läuse bekämpfen angesagt. Die Behandlung sollte schnellstens erfolgen, damit die Ansteckungsgefahr möglichst klein gehalten wird. Außerdem sollte die Prozedur nach 8 bis 10 Tagen nochmal wiederholt werden, um sicherzugehen, dass wirklich alle Läuse verschwunden sind.

Zum Glück gibt es verschiedene Mittel gegen Läuse, mit denen man die kleinen Blutsauger wieder loswird:

  • Physikalische Behandlung
    Hier werden Läusemittel mit Silikonölen angewendet. Durch die niedrige Oberflächenspannung greifen die Silikonöle die Atemsysteme der Läuse an. Bei Kontakt mit den Kopfläusen ummantelt das Öl die Oberfläche und verstopft die Atemöffnung. Die Laus erstickt. Nachdem Silikonöle komplett frei von Nervengiften und/oder Insektiziden sind, können sie auch in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit verwendet werden und sind ideal für Kleinkinder.
  • Chemische Behandlung
    Bei diesem Mittel gegen Läuse werden Insektizide eingesetzt. Das Gift greift das Nervensystem der Parasiten an. Wenn die Kopfläuse mit dem Nervengift in Berührung kommen, verkrampfen sie sich und werden bewegungsunfähig. Sie sterben innerhalb von 30 Minuten ab. Bei chemischen Mittel gegen Läuse solltest du dich streng an die Packungsbeilage halten.
  • Pflanzliche Behandlung
    Diese Produkte enthalten Pflanzenöle. Die Wirkungsweise unterscheidet sich von Produkt zu Produkt. Einige sollen die Läuse ersticken, andere als eine Art Nervengift wirken. Von den in Deutschland verfügbaren Produkten auf pflanzlicher Basis ist bislang nur eins in Studien überprüft worden: Ein Spray mit Kokosnuss-, Anis- und Ylang-Ylang-Blütenöl (Handelsname Paranix, hier auf Amazon erhältlich), das auch verschrieben werden kann.

Vorsicht: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist darauf hin, dass pflanzliche Mittel noch nicht ausreichend untersucht wurden. Deshalb lässt sich nichts Endgültiges über ihre Wirksamkeit oder mögliche Nebenwirkungen sagen.

Hausmittel gegen Kopfläuse

Die Wirkungsweise der Hausmittel gegen Läuse soll ähnlich wie bei rezept- oder apothekenpflichtigen Pharmazeutika sein: Sie vergiften oder ersticken die Insekten, beziehungsweise beeinträchtigen ihre Beweglichkeit.

  • Essig
    Die Tierchen reagieren empfindlich auf saure Subtanzen, weshalb Essig häufig als Hausmittel gegen Kopfläuse eingesetzt wird. Mische dazu warmes Wasser mit Essig zum Anteil 1/3 Essig und 2/3 Wasser und massiere die Mischung in das Haar ein. Nach einer Einwirkzeit von 10-15 Minuten können die Haare mit Shampoo ausgewaschen werden. Anschließend mit dem Läusekamm durch das Haar gehen. Außerdem kann Essig für die Säuberung des Läusekamms verwendet werden.
  • Öle (Olivenöl oder Mandelöl)
    Das Öl für die Bekämpfung von Läusen einfach erwärmen und in das Haar geben. Ein Handtuch herumwickeln und vier bis fünf Stunden einwirken lassen, am besten über Nacht. Später dann mit Shampoo auswaschen und auch hier mit dem Läusekamm strähnen weise auskämmen.

Achtung: Das Gerücht, dass du den Kopfläusen mit starker Hitze durch Saunagänge oder dem Föhnen entgegenwirken kannst, stimmt nicht!

Nicht vergessen: Es gilt die Meldepflicht!

Kopfläuse sind zwar grundsätzlich gesundheitlich unbedenklich, trotzdem gilt die Meldepflicht.

Solltest du bei deinem Kind Kopfläuse erkennen, hast du laut Infektionsschutzgesetz (§34 Abs.1 IfSG) die Pflicht Schule, Kitas, Erzieher und Spielkameraden deines Kindes zu informieren.

Darum musst du Läuse melden

Häufig gestellte Fragen

Kopfläuse: Wann darf mein Kind wieder unter Leute?

Kopfläusen vorbeugen: Geht das?

Welche Läusemittel zahlt die Kasse?

Wann muss ich bei Kopflausbefall zum Arzt?

Quellen