Kopfläuse erkennen: Was tun, wenn es am Kopf juckt?

Kopfläuse erkennen: Was tun, wenn es am Kopf juckt?

Wie du frühzeitig Kopfläuse erkennen kannst und was du tun kannst, um die lästigen Besucher wieder loszuwerden, erfährst du hier.

Mädchen kratzt sich am Kopf
Kopfläuse erkennen: 4 Methoden ©Bigstock/kwanchai.c

Kopfläuse erkennen: Woher kommen Läuse?

Kopfläuse sind Parasiten und leben als Blutsauger. Weibliche Läuse legen Eier ab, die in Kapseln im dichten Haar angeklebt werden – die Nissen. Da Läuse weder fliegen noch springen können, brauchen sie den direkten Kontakt mit dem Kopf.

Sobald du erfährst, dass jemand in deinem näheren Umfeld Kopfläuse hat, solltest du dein Kind vorsorglich auf Läuse untersuchen. Denn Läuse verbreiten sich unter Kindern schnell. Vor allem überall dort, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken – zum Beispiel im Kindergarten oder der Schule.

Wenn sich dein Kind ständig am Kopf kratzt, ist das ein ziemlich eindeutiges Zeichen für Kopfläuse. Erkennen wirst du die Laus mit bloßem Auge kaum: Sie sind nur wenige Millimeter groß, haben sich an die Haarfarbe der Menschen angepasst und sind noch dazu sehr flink. Die Nissen bewegen sich aber nicht. Wenn du ganz genau hinschaust oder eine Lupe verwendest, wirst du sie und damit einen Befall an Kopfläusen erkennen können.

Tipps:  Kopfläuse erkennen

#1 Auf trockenem Haar erkennen
Bei der Untersuchung auf trockenem Haar solltest du besonderes Augenmerk auf den Haaransatz deines Kindes werfen. Läuse legen ihre Eier nämlich nahe der Kopfhaut ab. Besonders solltest du im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren schauen. Auf den ersten Blick sind Kopfläuse mit Schuppen zu verwechseln, lassen sich aber nicht so leicht auskämmen. Allerdings gilt, dass die Untersuchung auf trockenem Haar nur zur oberflächlichen ersten Untersuchung dient, denn hier werden nur sechs Prozent des Läusebefalls entdeckt.

# 2 Feuchtes Auskämmen
Wasche die Haare deines Kindes mit einem herkömmlichen Shampoo. Trage danach großzügig eine Haarspülung auf, diese glättet und entwirrt die Haare. Die Pflegespülung nicht ausspülen. Kämme nun das Haar von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen mit einem grobzinkigen Kamm durch. Sobald das Haar sich ohne ziepen durchkämmen lässt, greife zum Läusekamm. Der Kamm sollte so angesetzt werden, dass die Zinken des Kamms von der Kopfhaut zu den Haarspitzen heruntergezogen werden kann. Hilfreich ist gutes Licht, um die Kopfläuse erkennen zu können. Bei jeder Strähne solltest du den Läusekamm sorgfältig auf Kopfläuse untersuchen. Dafür kannst du ein Stück weißes Küchenpapier nehmen und die Zinken daran abstreifen.

#3 Auskämmhilfen
Weitere Auskämmhilfen können eine Natron-Lauge (10-15 g Natron/1 Liter Wasser) oder eine Essig-Wasser-Mischung (50ml Essig/1 Liter Wasser) sein. Beide Mischungen töten die Parasiten nicht ab, sondern lösen lediglich die Nissen (Läuseeier) aus den Haaren.

#4 Schwimmtest
Ein weiterer Tipp, wie du Kopfläuse erkennen kannst, ist der Schwimmtest. Läuse schwimmen oben auf, wenn du die Haarbürste ins Wasser tauchst.

Läuse erkennen & behandeln: Wann zum Arzt?

Doch Kopfläuse zu erkennen ist schwierig. Deswegen gilt: Wenn du dir nicht sicher bist, gehe mit deinem Kind zum Arzt. Er erkennt sofort ob ein Läusebefall vorliegt, verschreibt ein Shampoo und erklärt dir, was du jetzt zu tun hast. Falls du dein Kind schon behandelt hast und es immer noch Kopfläuse hat, solltest du ebenfalls deinem Kinderarzt einen Besuch abstatten.

Kopfläuse behandeln: Mittel gegen Läuse

Hast du oder dein Arzt bei deinem Kind tatsächlich Kopfläuse erkennen können, sollte die Behandlung möglichst bald erfolgen, damit die Ansteckungsgefahr möglichst klein gehalten wird. Um die lästigen Besucher loszuwerden, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Physikalische Behandlung
    Hier werden Läusemittel mit Silikonölen angewendet. Durch die niedrige Oberflächenspannung greifen die Silikonöle die Atemsysteme der Läuse an. Bei Kontakt mit den Kopfläusen, ummantelt das Öl die Oberfläche und verstopft die Atemöffnung. Die Laus erstickt. Nachdem Silikonöle komplett frei von Nervengiften und/oder Insektiziden sind, können sie laut Embryotox auch in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit verwendet werden und sind ideal für Kleinkinder.
  • Chemische Behandlung
    Hier werden Insektizide eingesetzt. Das Gift greift das Nervensystem der Parasiten ab. Wenn die Kopfläuse mit dem Nervengift in Berührung kommen, verkrampfen sie sich und werden bewegungsunfähig. Sie sterben innerhalb von 30 Minuten ab. Bei chemischen Läusemittel solltest du dich streng an die Packungsbeilage halten.

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Nicht vergessen: Es gilt die Meldepflicht!

Kopfläuse sind zwar grundsätzlich gesundheitlich unbedenklich. Trotzdem gilt die Meldepflicht. Solltest du bei deinem Kind Kopfläuse erkennen, hast du laut Infektionsschutzgesetz die Pflicht Schule, Kitas, Erzieher deines Kindergartens und Spielkameraden deines Kinder zu informieren.

Sie sind zwar lästig, aber grundsätzlich ungefährlich. Sie übertragen keine Infektionskrankheiten und sind auch kein Zeichen von fehlender Hygiene – auch wenn dieser Irrglaube noch vorherrschend ist. Die Diagnose wird hauptsächlich durch das tatsächliche Finden von lebenden Kopfläusen oder deren Nissen gestellt.

 

Quellen:

Bundenzentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/kopflaeuse/diagnose-kopflaeuse/  (Abrufdatum: 17.10.2018)

https://www.laeuse.de/Kopflaeuse-behandeln/ (Abrufdatum: 17.10.2018)

Dr. med. Harald Bresser: https://www.drbresser.de/kopf-und-haare/kopflaeuse/ (Abrufdatum: 17.10.2018)