Hilfe, Kopfläuse! So kannst du Kopfläuse bekämpfen, nachhaltig

Hilfe, Kopfläuse! Weg mit den unerwünschten Mitbewohnern

Kopfläuse sind vor allem bei Kindern nicht selten. Sobald du von einem Kopflausbefall in Kita oder Schule hörst, solltest du handeln. Hier erklären wir, woran du einen Befall mit Läusen erkennst und wie du die Kopfläuse bekämpfen kannst. An die Läusemittel, fertig und los!

Kopfläuse bei Kindern
Kopfläuse verbreite sich dort, wo Kinderköpfe zusammenstecken © Rawpixel.com via Bigstock

Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Die Kopflaus fühlt sich auf allen Köpfen wohl – egal ob darauf lange oder kurze Haare wachsen. Doch auch wenn Kopfläuse extrem lästig sind, sie sind ungefährlich. Trotzdem ist es wichtig, sie sofort zu bekämpfen. Denn die fiesen Blutsauger vermehren sich schnell: Eine weibliche Laus legt im Laufe ihres Lebens etwa 100 bis 300 Eier und sie lebt nur etwa ein Monat. Aber nicht nur deswegen musst du Kopfläuse sofort melden. Im Video erfährst du mehr.

Darum musst du Kopfläuse sofort melden

In unserem Sprachgebrauch nennen wir dir Eier der Kopfläuse Nissen. Streng genommen ist das aber nicht ganz korrekt. Nissen sind eigentlich nur die Hüllen des Lauseis. Da aber keiner mit bloßem Auge erkennen kann, ob das Ei voll oder schon leer ist, wird Nisse gleichbedeutend mit Lausei verwendet.

Wie bekommt man Kopfläuse?

Ein großer Irrtum ist, dass Kopfläuse über Tiere übertragen werden. Kopfläuse sind ausschließlich menschliche Parasiten. Sie übertragen sich nur von Kopf zu Kopf, von Haarschopf zu Haarschopf. Sie können auch nicht fliegen oder springen, sind aber sehr geschickte Kletterkünstler. Das heißt, um Kopfläuse zu bekommen, müssen die Haare zweier Menschen direkt in Berührung kommen. Das erklärt, warum Kopfläuse bei Kindern viel häufiger auftreten als bei Erwachsenen. Wo Kinder die Köpfe zusammenstecken, also in der Krippe, dem Kindergarten, an Schulen oder auch im Sportverein, ist das Risiko immer höher.

Eher unwahrscheinlich ist, dass Kopfläuse über Mützen auf andere Köpfe wandern. Eine Laus wird seinen haarigen Wohnort niemals freiwillig verlassen. Daher nisten sie sich auch nicht in Kuscheltieren ein. Die Empfehlung, bei Kopflausbefall Kuscheltiere zur Sicherheit für vier Wochen in Plastiktüten zu packen, ist überholt. Das bestätigt auch die Deutsche Pediculosis Gesellschaft e.V. (also die Deutsche Kopflausbefall Gesellschaft): „Alles in allem wäre das eine Verkettung von sehr unwahrscheinlichen Vorgängen und deswegen ist die Empfehlung der vierwöchigen Plastiktütenverwahrung nicht mehr Stand der Dinge.“ Ähnliches gilt für Kissen und Decken. In der Regel krabbeln Kopfläuse nachts nicht einfach vom Kopf. Eine Übertragung über Betten oder die Couch ist unwahrscheinlich.

Video-Empfehlung

Woran kann ich Kopflausbefall erkennen?

Sobald du mitbekommst, dass in der Kita oder der Schule die Kopfläuse umgehen, solltest du auch deine Kinder auf einen Kopflausbefall untersuchen. Das gilt natürlich auch, wenn befreundete Mütter von Fällen in ihrer Familie berichten.

Besonders gerne richten Kopfläuse ihre Kinderstube im Nackenbereich, hinter den Ohren oder an den Schläfen ein. Hier solltest du also zuerst und ganz genau hinschauen. Siehst du Bissspuren? Solche lila-roten Pünktchen können ein erster Hinweis sein.

Vor allem wenn sich dein Kind an dieser Stelle oft juckt. Das Problem ist, dass ausgewachsene Kopfläuse nur etwa so groß sind wie ein Sesamsamen. Ihre Larven sind noch viel kleiner. Du kannst sie also leicht übersehen. Um ganz sicher zu gehen, empfehlen wir Folgendes:

  • Wasche die Haare mit Shampoo und Pflegespülung. Die Spülung ist wichtig, damit du die Haare leicht durchkämmen kannst. Außerdem macht sie die Kopfläuse erstmal unbeweglich.
  • Kämme die Haare mit einem Läusekamm (bekommst du in der Apotheke) Strähne für Strähne aus. Der Spezialkamm hat so kleine Zinken, dass die Laus mit ausgekämmt wird.
  • Streiche den Kamm nach jeder Strähne auf einem Tuch aus. Findest du Läuse, Larven oder Läuseeier, dann liegt ein Kopflausbefall vor.

Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, damit sich die Kopfläuse nicht noch weiter vermehren.

Kopfläuse bekämpfen

Wer Kopfläuse bekämpfen will – und zwar nachhaltig – der braucht das richtige Läusemittel. Klassische Mittel gegen Kopfläuse sind immer Arzneimittel, da sie auf Insektengiften basieren. Wirkstoffe sind in der Regel Pyrethrum, Allethrin oder Permethrin. Sie gelten für Menschen als ungefährlich und gut verträglich. Du bekommst sie am besten in der Apotheke.

Neuere Präparate setzen auf Kokosöl oder Dimeticon, einem Silikon, sowie Mischungen aus stark riechenden pflanzlichen Ölen. Um Kopfläuse zu bekämpfen, sind sie eine Alternative zu den chemischen Mitteln und werden daher gerne bei kleineren Kindern angewendet. Sie unterliegen auch nicht dem Arzneimittelschutzgesetz. Du kannst sie also einfach in der Drogerie kaufen. Allerdings ist ihre Wirksamkeit nicht eindeutig geklärt. Welche Mittel in Deutschland zugelassen sind und sich bewährt haben, kannst du auch bei der Deutsche Pediculosis Gesellschaft e.V. nachlesen.

Die Läusemittel solltest du immer streng nach den Angaben der Hersteller anwenden. Nur so wirken sie zuverlässig. Um den Kopf auch zu 100 % lausfrei zu bekommen, musst du die Prozedur nach acht bis zehn Tagen wiederholen. Das tötet dann auch die Kopfläuse, die nach der ersten Behandlung geschlüpft sind, aber noch keine Eier legen konnten. Wichtig ist außerdem, dass du den Kopflausbefall regelmäßig mit dem Läusekamm untersuchst. Erst wenn du keine einzige Laus mehr auskämmst, ist die Lausbekämpfung geschafft.

Kann man Kopfläusen vorbeugen?

Die beste Möglichkeit Kopfläusen vorzubeugen ist, den Kontakt mit Betroffenen zu vermeiden. Im Umkehrschluss heißt das: Du solltest einen Kopflausbefall immer sofort im Kindergarten oder der Schule melden! Dich deswegen schämen solltest du dich nicht. Man wird dir sicher für die Ehrlichkeit dankbar sein. Nur so lässt sich eine Ausbreitung vermeiden.