Kopfschmerzen bei Kindern – Wann sollte dein Kind zum Arzt?

Kopfschmerzen bei Kindern

Kopfschmerzen bei Kindern sind gar nicht so selten. Lies hier, was gegen das Pochen im kindlichen Kopf hilft, wie du Kopfschmerzen vorbeugen kannst und wann du zum Arzt gehen solltest.

Kind hält sich den Kopf vor Schmerzen
Immer mehr Kinder leiden darunter ©Bigstock/somdul

In diesem Artikel:

Kopfschmerzen bei Kindern: Immer mehr Kinder leiden darunter

Seit Jahren beobachten Experten, dass Kopfschmerzen bei Kindern häufiger werden. Schon im Vorschulalter sind 20 Prozent betroffen, bis zum Ende der Grundschulzeit mehr als die Hälfte, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.

Auch später im Erwachsenenalter leiden etwa die Hälfte der betroffenen Kinder noch an Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen bei Kindern: Ursachen

Grundsätzlich musst du zwischen zwei Arten von Kopfschmerzen bei Kindern unterscheiden: primären und sekundären. Von primären Kopfschmerzen sprechen Ärzte dann, wenn der Kopfschmerz selbst die Erkrankung ist. Hingegen können sekundäre Kopfschmerzen das Symptom einer anderen Erkrankung sein – zum Beipsiel bei einer Erkältung.

Kopfschmerzen: Kind überanstrengt oder gestresst?

Die Ursachen für diese primären Kopfschmerzen sind sehr vielfältig. Zu den äußeren Auslösern zählen beispielweise Lärm, schlechte Luft, grelles Licht oder auch Hitze. Allerdings können auch körperliche Ursachen für die kindlichen Kopfschmerzen verantwortlich sein. Auch hier ist die Palette breit gefächert und reicht von Schlafmangel, körperlicher Überanstrengung und falscher Körperhaltung bis hin zur Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel oder auch einzelner Inhaltsstoffe. Aber auch schlechte Augen oder eine Fehlstellung des Gebisses kann für die Kopfschmerzen bei Kindern verantwortlich sein.

Spannungskopfschmerzen, die häufigste Form von Kopfschmerzen, sind hingegen auf innere Faktoren zurückzuführen. Vor allem psychische Belastungen wie Stress, Ängste und Sorgen, wie zum Beispiel Mobbing in der Schule, lösen bei Kindern Kopfschmerzen aus  – ebenso bei Erwachsenen.

Wichtig: Vor allem wenn du oder dein Partner darunter leiden, kann es auch zu Migräne bei Kindern kommen. Bei diesen heftigen Kopfschmerzattacken muss dein Kind meist noch zusätzlich Erbrechen und ist überempfindlich gegenüber Licht, Lärm und Gerüchen.

Den genauen Unterschied zwischen Kopfschmerzen bei Kindern und Migräne, erklärt das „Deutsche Kinderschmerzzentrum“ mit diesem kleinen Trickfilm sehr schön.

So zeigt sich Migräne bei Kindern

Erkältetes Kind: Kopfschmerzen als Begleitsymptom

Kopfschmerzen können auch als Begleitsymptom für andere Erkrankungen auftreten. Hat dein Kind beispielweise einen grippalen Infekt, bekommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Kopfschmerzen.

Als Begleitsymptom bei anderen Erkrankungen müssen Kopfschmerzen bei Kindern in der Regel nicht extra behandelt werden. Wenn die auslösende Krankheit behandelt wird, lassen auch die Kopfschmerzen in der Regel nach und verschwinden wieder.

Was hilft gegen Kopfschmerzen? Bei Kindern erst Hausmittel probieren

Bei leichten, gelegentlichen Kopfschmerzen bei Kindern können schon einfache Gegenmaßnahmen und Hausmittel helfen:

  • Bewegung an der frischen Luft
  • ein kühlendes Tuch auf der Stirn
  • eine leichte Massage
    an der Schläfe, dem Scheitel oder dem Nacken. Verwende hierfür Pfefferminzöl. Aber achte darauf, dass das Öl möglichst weit aus der Augengegend fernhältst. Besonders bei kleineren Kindern kann es sonst zu Augenreizungen kommen
  • Ruhe und Schlaf

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Wenn Kinder Kopfschmerzen haben: Tabletten ja oder nein?

Vorsicht bei Tabletten: Migräne und Kopfschmerzen bei Kindern sollten möglichst ohne Medikamente behandelt werden. Wenn die Schmerzen allerdings so stark sind, dass es ohne nicht geht, „empfehlen die Experten Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen (10 Milligramm pro Kilo Körpergewicht) oder Paracetamol (15 Milligramm pro Kilo Körpergewicht)“, so die „Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft“.

Auf keinen Fall solltest du deinem Kind allerdings Kopfschmerzmittel für Erwachsene geben. Diese Medikamente sind in der Zusammensetzung und Dosierung ausschließlich für Erwachsene zugelassen. Für Kinder sind sie nicht oder nur schlecht geeignet und im schlimmsten Fall sogar schädlich. Gegebenenfalls kann dir dein Kinderarzt ein speziell für Kinder geeignetes Medikament verschreiben, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Regelmäßige Kopfschmerzen? Kind sollte Kopfschmerztagbuch führen

Treten die Kopfschmerzen bei Kindern regelmäßig auf, raten die Experten der „Kinder- & Jugendärzte in Netz“ raten dazu, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen. Das kann bei der Ursachensuche sehr hilfreich sein. Denn hier können alle Informationen über die Art, Stärke und Dauer der Schmerzen notiert werden. Das kann deinem Kinderarzt helfen, die richtige Diagnose zu stellen und die kindlichen Kopfschmerzen zu behandeln.

Kopfschmerzen bei Kindern: Wann muss ich zum Arzt?

Wenn dein Kind innerhalb von drei Monaten häufiger über einen Brummschädel klagt, solltest du unbedingt mit deinem Kinderarzt darüber sprechen. Das ist vor allem wichtig, um andere Erkrankungen als Ursache ausschließen zu können und eine geeignete Behandlung zu finden. Denn durch eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung lässt sich meist verhindern, dass Kopfschmerzen bei Kindern chronisch werden.

Hat dein Kind neben den Kopfschmerzen hohes Fieber, eine Nackensteife und muss sich regelmäßig übergeben, solltest du so schnell wie möglich deinen Kinderarzt aufsuchen. „Denn solche Zeichen deuten möglicherweise auf eine gefährliche Ursache hin, wie z.B. eine Hirnhautentzündung, eine sogenannte Meningitis“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Hier muss schnell gehandelt werden!“

Kopfschmerzen bei Kindern: Wie kann ich vorbeugen?

Je nachdem welche Ursachen die Kopfschmerzen bei Kindern haben, können schon ein paar einfache Maßnahmen helfen, dem Hämmern in Kopf vorzubeugen:

  1. viel Bewegung an der frischen Luft
  2. regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten
  3. ausreichende Ruhepausen
  4. sportliche Betätigung
  5. gezielte Entspannungsübungen

Quellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Kopfschmerzen – Symptom und eigenes Krankheitsbild bei Kindern, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/krankheitszeichen/kopfschmerzen/ (letzter Zugriff: 11.12.2018)

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V: Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen, http://www.dmkg.de/patienten/kopfschmerzen-bei-kindern-und-jugendlichen.html (letzter Zugriff: 11.12.2018)

Kinder- & Jugendärzte im Netz: Plötzlich heftige Kopfschmerzen: Eltern sollten mit Kind sofort zum Kinderarzt, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/ploetzlich-heftige-kopfschmerzen-eltern-sollten-mit-kind-sofort-zum-kinderarzt/ (letzter Zugriff: 11.12.2018)

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V (2005): Wenn Kinder Kopfschmerzen haben, http://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/kinder.pdf (letzter Zugriff: 21.12.2018)

Deutsches Kinderschmerzzentrum: Kopfschmerzen, https://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de/eltern/kopfschmerzen/ (letzter Zugriff: 11.12.2018)